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Yair Rodriguez: Ich glaube Jeremy, aber ich habe auch schon gekämpft, ohne zu sehen.

Yair Rodriguez (Foto: ZUFFA LLC)

Es sollte die große Show von Yair Rodriguez werden. Vor heimischer Kulisse in Mexiko sollte „Pantera“ gegen Jeremy Stephens einen Schritt Richtung Titelrennen machen. Dann kam alles ganz anders. Schon nach wenigen Sekunden wurde Stephens von einem Wischer am Auge gestreift. Der Kampf endete als No Contest. Der Mexikaner hat jedoch nur geringes Interesse daran, das Duell nachzuholen.

„Ich hatte nicht vor, gegen Jeremy zu kämpfen“, sagte Rodriguez nach dem Kampf. „Er ist in den Rankings hinter mir und einfach ein starker Gegner. Es liegt nicht daran, dass er sehr stark ist, es geht um die Zahlen. Er steht in der Rangliste hinter mir. Ich hatte auf andere Kämpfe gehofft und das auch offen gesagt. Daher werden wir jetzt abwarten, was die UFC möchte und dann geht es weiter.“

Derzeit befindet sich Rodriguez einen Platz vor Stephens in der Rangliste im Federgewicht. Anders als  der Mexikaner gab sich Stephens nach dem No Contest kampfeslustig und bot an, den Kampf schon in zwei Wochen nachzuholen, wenn es sein muss. Doch Rodriguez scheint davon wenig überzeugt und glaubt auch nicht wirklich, dass Stephens nicht weiterkämpfen konnte.

„Ich bin traurig. Ich wollte nicht, dass das passiert. Ich habe noch nie einen Stich in die Augen abbekommen, aber gegen Frankie Edgar war mein Auge komplett zu. Ich konnte nichts sehen, aber ich wollte weiterkämpfen. Wie ich schon gesagt habe, glaube ich Jeremy im Zweifel. Er ist der, der mit diesem Zweifel leben muss. Nur er weiß, wie es sich anfühlt.“

Nach dem kurzen Kampf überschlugen sich die Ereignisse. Nachdem Rodriguez minutenlang darauf gehofft hatte, dass Stephens weiterkämpfen können, sprang er nach dem Abbruch auf den Zaun und heizte die Menge in der mexikanischen Arena an. Ein Zeichen des Triumphs und des Kampfgeistes, wie Rodriguez erklärt.

„Ich bin auf den Zaun gesprungen, damit ich den Leuten zeigen kann, dass ich für sie da bin, kämpfen will und mich als Gewinner fühle, egal was passiert. Ich war da ein wenig übermütig. Ich wollte nach dem ganzen Gerede einfach kämpfen. Mehr war es nicht. Meine Familie, meine Freunde waren da, alle haben Geld und Zeit für mich investiert. Die Vorbereitung war hart für uns alle. Das war alles in meinem Kopf und ich wollte einfach nur kämpfen.“

Die enttäuschten Fans ließen dabei ihrem Unmut freien Lauf. So musste Stephens auf dem Weg in die Kabine von der Security geschützt werden, da die Fans in der Halle mit Flaschen, Bechern und Popcorn nach ihm warfen. Rodriguez bedauert die Vorkommnisse.

„Die Leute wollten eine Schlacht sehen, ich wollte ihnen eine Schlacht liefern, aber es kam nicht dazu. Jeremy hatte viel Druck und die Leute haben sich einfach gegen Jeremy gewandt. Ich weiß nicht, ob ich mich entschuldigen sollte, es war keine Absicht. Das Ende des Kampfes hat mir nicht gefallen. Aber ich bete viel zu Gott und akzeptiere, dass das der Weg ist, den er mir weist.“