UFC News

Wanderlei zu Aldo: "Die Tür von Rizin steht dir jederzeit offen!"

Wanderlei Silva und Jose Aldo (Fotos: Elias Stefan, Tobias Bunnenberg)

Wechselt der unzufriedene Jose Aldo bald zu Rizin? Noch hat er einen exklusiven Vertrag mit der UFC, laut seinem Landsmann Wanderlei Silva stünden ihm die Türen in Japan allerdings jederzeit offen.

Ex-UFC-Champion Jose Aldo ist nach wie vor unzufrieden mit seiner Situation in der Liga. Aktuell hält er den Interims-Gürtel im Federgewicht, auf einen Rückkampf gegen den regulären Champion Conor McGregor, in dem beide Titel vereinigt werden könnten, wartet er jedoch vergebens. 

Als zu Beginn der Woche der große Hauptkampf von UFC 205 angekündigt wurde - ein Champion-vs-Champion-Duell zwischen McGregor und Leichtgewichtstitelträger Eddie Alvarez - hatte Aldo offenbar genug. Er bat Liga-Präsident Dana White um seine Entlassung. Als der ablehnte, drohte Aldo mit Klage, erwägt inzwischen sogar, gänzlich mit dem MMA-Sport zu brechen.

Sein Landsmann Wanderlei Silva, der sich vor einigen Jahren ebenfalls im Streit von der UFC getrennt hatte und inzwischen beim japanischen Pride-Nachfolger Rizin antritt, machte Aldo nun ein interessantes Angebot:

"Dies ist ein trauriger Tag für unseren Sport", so Silva auf seiner offiziellen Facebook-Seite. "Einer der größten Namen des Sports hat öffentlich seinen Unmut über seine Liga ausgedrückt und denkt sogar über Rücktritt nach. Dafür bist du viel zu jung! Aldo ist einer der besten Kämpfer der Geschichte und er muss im Augenblick dasselbe durchmachen wie ich. Ich weiß wie du dich fühlst, Aldo. Du bist keiner, der nur für den schnöden Mammon kämpft. Du kämpfst für die Ehre!

Man hat deine Gefühle verletzt, Versprechen nicht eingehalten. Eigentlich hättest du nach deinem letzten Sieg noch einmal gegen diesen Kerl kämpfen sollen (Conor McGregor, d. Red.), aber das ist nicht passiert. Mit mir haben sie es genauso gemacht, viele leere Versprechungen. Es gibt überhaupt keine echten Richtlinien mehr, wie der nächste Titelherausforderer bestimmt wird. 'Jacare' (Souza) ist doch der beste Beweis dafür. Wie kann es sein, dass 'Jacare' nach all diesen Siegen noch immer keinen Titelkampf bekommt? Sind wir ein Sport oder eine Unterhaltungsshow? Das ist das große Problem im Moment!

Was mich am meisten aufregt, ist, dass ein junger Kämpfer wie du nun seine Karriere hinschmeißen will. Aldo, lass mich dir sagen: Ich bin auf deiner Seite! Ich habe dich stets bewundert, dich, dein ganzen Auftreten und dein Team. Du hast wieder einmal bewiesen, dass du kämpfst weil du ein wahrer Samurai bist, dass du den Kampf liebst, nicht weil du Geld machen willst. Denn egal, ob du um den Titel kämpfst oder nicht - du bekommst stets dieselbe Gage. Das zeugt von Charakter und verdient meinen Respekt und meine Anerkennung. Ich bin mir sicher, dass jetzt jeder Fan auf der ganzen Welt hinter dir steht.

Als Repräsentant von Rizin möchte ich dir mitteilen, dass die Tür von Rizin dir jederzeit offen steht. Ich möchte dich einladen, hier in Japan zu kämpfen, wo dir der Platz und der Respekt zuteil wird, die du verdienst. Als brasilianischer Vertreter von Rizin lade ich dich ein, mit mir nach Japan zu kommen, um dort gemeinsam Geschichte zu schreiben. Dort, mein Champion, wird man dich respektieren. Aldo, komm mit mir nach Japan! Lass uns bei Rizin kämpfen!

Die Liga, in der du aktuell antrittst, hat auch mir den Kampfeswillen geraubt - ich weiß also, was du durchmachst. In Japan werde ich dagegen behandelt wie ein Samurai, wie ein wahrer Champion und ich bekomme den Respekt den ich verdiene - den auch du verdienst.

Silva gehörte bis Mitte der 2000er Jahre zu den größten Stars des damaligen UFC-Konkurrenten Pride FC in Japan. Nachdem Pride 2007 von der UFC aufgekauft wurde, schaffte auch Silva den Sprung in den Kader und lieferte sich einige denkwürdige Duelle. Ebenfalls denkwürdig, wenn auch wenig rühmlich war schließlich sein Abgang 2014. 

Weil er vor einem unangekündigten Dopingtest floh, erhielt Silva von der Sportbehörde Nevadas eine lebenslange Sperre, die inzwischen wieder aufgehoben wurde. Im Januar dieses Jahres wurde er offiziell von der UFC entlassen und tritt seitdem für Pride-Nachfolger Rizin FF an, wo er im Rahmen des Grand-Prix-Turniers als nächstes auf Mirko Cro Cop treffen wird.

Jose Aldo war jahrelang WEC und später UFC-Champion. Ganze zehn Jahre blieb der Brasilianer unbesiegt und galt gemeinhin als einer der Gewichtsklassen-übergreifend besten Kämpfer der Welt, bis er im vergangenen Dezember nach nur 13 Sekunden von Conor McGregor ausgeknockt wurde. Zwar konnte er sich bei UFC 200 im Juli den Interims-Titel gegen Frankie Edgar sichern, einen Rückkampf gegen McGregor hatte dieser aber bereits deutlich ausgeschlossen.