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Wanderlei Silva bekommt Sperre auf Lebenszeit

Wanderlei Silva darf nie wieder in Nevada kämpfen. (Foto: Nazariy Kryvosheyev/Groundandpound.de)

Vor wenigen Tagen verkündete Wanderei Silva in einer Videobotschaft das Ende seiner MMA-Karriere. Sollte er sich eines Tages für eine Rückkehr entscheiden, muss er sich aller Voraussicht nach außerhalb der USA nach Kämpfen umschauen, denn der Brasilianer wurde am Dienstag von der Sportkommission Nevadas auf Lebenszeit gesperrt. Der Grund: Silva flüchtete im Mai vor einem unangekündigten Dopingtest.

Anfang Juli sollte Wanderlei Silva ursprünglich bei UFC 175 auf seinen Erzrivalen Chael Sonnen treffen. Knapp fünf Wochen vor dem Kampf wollte die Sportkommission bei beiden Sportlern unangekündigte Dopingtests durchführen. Chael Sonnen nahm den Test wahr und fiel durch. Wanderlei Silva wurde in seinem eigenen Gym in Las Vegas von einem Mitarbeiter der Sportkommission besucht und zur Abgabe einer Blut- und Urinprobe aufgefordert. Silva bat den Mitarbeiter darum, erst einmal mit seinem Trainer zu sprechen und verschwand kurzerhand durch die Hintertür aus seinem Gym.

Silva gab nach der Flucht vor dem Test zu, Diuretika – Arzneimittel zur Ausschwemmung von Wasser - genommen zu haben, um die Heilung einer Handverletzung zu unterstützen.

Silvas Anwalt Ross Goodman kündigte an, das Urteil anzufechten. Er führte an, dass Silva zum Zeitpunkt des Dopingtests noch gar keine Lizenz beantragt hatte und somit nicht unter Aufsicht der Sportkommission hätte stehen dürfen. Kommissionsmitglied Bill D. Brady erwiderte, dass Kämpfer oftmals erst wenige Tage vor einem Kampf eine Lizenz ausgestellt bekommen. Es Kämpfern vor der Ausstellung einer Lizenz zu ermöglichen, Regeln zu brechen, sei nicht im Sinne des Sports.

„Wenn du vor einem Test wegrennst, ist das so ziemlich das schlimmste, was du machen kannst“, sagte Pat Lundvall, ein Mitglied der Kommission. „Ich überlege, was schlimmer sein könnte. Vielleicht gefälschten Urin abzugeben. Natürlich ist es sehr schlecht, Steroide in deinem System zu haben. Aber vor einem Test wegzulaufen, ist wirklich schrecklich für den Sport. Es ist schlimm für alle sauberen Sportler da draußen und ich denke, um eine abschreckende Nachricht zu senden, muss man hier einfach ‚Komm nie wieder‘ sagen.“

Und so entschieden sich die Mitglieder der Kommission am Ende einstimmig dafür, Wanderlei Silva lebenslang für Kämpfe im US-Bundesstaat Nevada zu sperren. Außerdem muss er eine Geldstrafe in Höhe von 70.000 US-Dollar zahlen. Dies entspricht 35 Prozent der für seinen Kampf gegen Sonnen bei UFC 175 geplanten Kampfgage von 200.000 US-Dollar.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Sportkommissionen der anderen US-Bundesstaaten die Entscheidungen aus Nevada respektieren und Suspendierungen ebenfalls durchsetzen. Es ist somit fraglich, ob Silva in den USA überhaupt noch einmal kämpfen darf.