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Vitor Belfort mit „verdächtigem“ Testosteron-Level vor UFC 152

Vitor Belfort nach seinem K.o.-Sieg gegen Dan Henderson im November 2013 (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de).

Vitor Belfort, der „junge Dinosaurier“, der „alte Löwe“ des MMA, ist 2015 nicht mehr ganz so in Form wie zu seinen besten Zeiten. Vor fast exakt drei Jahren dagegen stand der mittlerweile 38-Jährige voll im Saft, als er gegen Jon Jones um den UFC-Titel im Halbschwergewicht antrat. Bei UFC 152 in Toronto brach Belfort beinahe Jones‘ Arm in zwei, verlor letztlich jedoch später selbst durch Aufgabe. Seitdem hat Belfort den einen oder anderen Kampf gewonnen und sogar nochmals um den Titel gekämpft – die Jones-Niederlage geriet in Vergessenheit, bis vor kurzem herauskam, dass wenige Wochen vor UFC 152 ein Dopingtest verdächtige Ergebnisse ausgespuckt hatte, die nie veröffentlicht wurden. Nicht freiwillig zumindest.

Eigentlich war die Mail, in der es um Belforts „deutlich erhöhte“ Testosteronwerte ging, die der Test am 1. September 2012 in Nevada hervorgebracht hatte, für drei UFC-Offizielle bestimmt.

Jemand setzte allerdings scheinbar ein falsches Häkchen – Sekunden später poppte die brisante Mail im Postfach von 29 MMA-Kämpfern, -Managern und -Trainern auf. Der Fauxpas blieb natürlich nicht lange unbemerkt – kurze Zeit später bekam die gleiche Empfängerliste erneut elektronische Post aus Las Vegas, in der darum gebeten wurde, die erste Email „nicht zu beachten und bitte ASAP zu löschen“, garniert mit fünf Ausrufezeichen.

Einige Stunden später folgte eine weitere Benachrichtigung von Ike Lawrence Epstein aus der Rechtsabteilung der UFC. In dieser Mail hieß es u.a., dass jede der 29 Personen auf der Liste ein „unbeabsichtigter Empfänger einer Email“ gewesen sei, „die persönliche, vertrauliche Informationen bezüglich Vitor Belfort“ enthielt. Sollten die Informationen an Dritte weitergereicht werden, sähe sich die UFC-Muttergesellschaft Zuffa LLC ohne Alternative, „alle vorhandenen juristischen Mittel sowohl persönlich als auch professionell“ gegen diejenigen auszuschöpfen, die für die Weitergabe verantwortlich seien.

Drei Jahre lang erfüllte die Warnung scheinbar ihren Zweck, vor kurzem jedoch veröffentlichte der amerikanische Journalist Josh Gross das Dokument im Zuge einer umfangreichen Story auf Deadspin.com.

Darin heißt es u.a., dass einige Werte zwar hoch, aber noch im erlaubten Bereich gewesen seien, jedoch Belforts sogenanntes freies Testosteronlevel auffällig hoch war – „tatsächlich zweieinhalb Mal so hoch wie das eines durchschnittlichen Mannes seines Alters“, so Gross‘ Report.  „Zu einer Zeit, als Testosteron-Ersatz-Therapie als eine Form des legalisierten Dopings zu einem großen Problem wurde, hat das Dokument starken Argwohn unter denjenigen ausgelöst, die dazu Zugang bekommen hatten.“

Belfort war zwischen Anfang 2013 und Ende 2014 bekannter Nutzer der kontroversen Testosteron-Ersatz-Therapie, die bis ins vergangene Jahr hinein verschrieben werden konnte, wenn ein Arzt ungewöhnlich niedrige Testosteron-Werte festgestellt hatte. Es existieren jedoch Berichte, laut denen Belfort bereits seit 2011 Testosteron verschrieben bekommen hatte.

Während seiner offiziellen Nutzungszeit jedenfalls besiegte Belfort Michael Bisping, Luke Rockhold und Dan Henderson durch Knockout und sicherte sich so einen Titelkampf gegen Mittelgewichtschampion Chris Weidman, den er im vergangenen Mai durch T.K.o. verlor.

Die UFC hat gegenüber Josh Gross bisher jegliche Stellungnahme abgelehnt.