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USADA verbietet Infusionen nach der Waage

Infusionen nur noch vor dem Wiegen (Symbolfoto: Haeusliche-Pflege.net)

Die Anti-Doping-Kommissionen meinen es ernst. Nicht nur, dass ab dem 1. Juli empfindlichere Strafen drohen (GNP1.de berichtete) und häufiger getestet wird, auch vor anderen Methoden macht die Neu-Regulierung der Behörden keinen Halt. So trifft es nun die intravenöse Flüssigkeitsaufnahme nach dem Einwiegen vor einem Kampf. Diese gängige Methode, nach dem harten Abkochen wieder auf einen gesunden Flüssigkeitshaushalt zu kommen, soll nun abgeschafft werden.

Gewicht machen vor einem Kampf. Für die Fans die letzte Hürde vor einem lange erwarteten Kampf, für die Kämpfer hingegen ein lästiges und vor allem ungesundes Übel. Tagelang wird dem Körper möglichst viel Flüssigkeit entzogen, um dann am Tag des Wiegens das gewünschte Maximalgewicht auf die Waage zu bringen. Eine Tortur für Körper und Geist. Nicht selten geht dabei etwas schief, wie man bspw. bei Renan Barao sah, der vor seinem Rückkampf gegen TJ Dillashaw beim Abkochen ohnmächtig und ins Krankenhaus gebracht wurde.

Hatte ein Kämpfer in der Vergangenheit das erlaubte Gewicht geschafft, wurde ihm anschließend meist intravenös wieder Flüssigkeit zugeführt. Diese Methode wird nun abgeschafft. Die US-Antidopingbehörde, kurz USADA, stattete dem in Florida beheimateten American Top Team gestern einen Besuch ab und klärte die Kämpfer über die neuen Vorgaben auf, die diese dann via Twitter weiter verbreiteten. In Zukunft dürfen Kämpfer nach dem Einwiegen nur noch eine Flüssigkeitsmenge von 50ml intravenös aufnehmen. Jede weitere Menge bedarf einer vorherigen eigens ausgestellten ärztlichen Erlaubnis der Behörde. Ausnahmen sind medizinische Notwendigkeiten, etwa während einer Operation.

Dabei ist nicht das Abkochen der Kämpfer das Problem, sondern die Möglichkeit, mit einer hohen intravenösen Flüssigkeitsaufnahme nach dem Wiegen die Blutwerte zu verändern und so eventuelles Doping zu verschleiern, wie es etwa Radfahrer jahrelang versucht haben. Für MMA-Kämpfer bedeutet das in Zukunft, sich neue effektive Möglichkeiten der Flüssigkeitsaufnahme zu überlegen oder weniger Gewicht abzukochen. In den sozialen Netzwerken äußerten diverse Kämpfer wie etwa Anthony Johnson ihren Unmut und Bedenken über die neuen Vorgaben.

Zusammen mit den strengeren Dopingkontrollen und -strafen, die bei zahlreichen Kämpfern zum Abbau von Muskelmasse führen, wird diese neue Vorschrift erneut Bewegung in die Gewichtsklassen der UFC bringen.