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UFC Sydney: Fabricio Werdum und Marcin Tybura im Generationen-Duell

Schwere Jungs: Fabricio Werdum will Marcin Tybura in die Schranken weisen (Foto: UFC).

Die UFC ist zum fünften Mal zu Gast in Sydney. Mit Fabricio Werdum steht ein ehemaliger Champion im Fokus, der den nächsten Schritt auf dem Weg zurück zum Titel gehen will. Sein Gegner: Der Pole Marcin Tybura, der nach einem soliden Lauf im Octagon nun den größten Sieg seiner Karriere holen will. Außerdem mit von der Partie sind Action-Garanten wie Tim Means, Will Brooks, Alexander Volkanowski und der Held aller Familienväter, Dan Kelly.

Das Hauptprogramm von UFC Sydney wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie auf dem UFC Fight Pass übertragen. Das Vorprogramm zeigt exklusiv der Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 19. November, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 19. November, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Sonntag, 19. November, 4 Uhr

Hauptkampf: Fabricio Werdum vs. Marcin Tybura

Der Hauptkampf von UFC Sydney ist ein Kuriosum. Die Vorgeschichte mutet beinahe mythisch an: Einem Helden wiederfährt ein Unrecht, das von seinen Anhängern gerächt werden muss. Der Held in diesem Fall: Kampfsport-Legende Mark Hunt, dessen zahlreiche Fans seit Wochen zum Boykott der anstehenden Fight Night in Down Under aufrufen.

Nicht Fabricio „Vai Cavalo“ Werdum (22-7-1) nämlich sollte eigentlich im Hauptkampf auf Marcin „Tybur“ Tybura (16-2) treffen, sondern Hunt. Nachdem der „Super Samoan“ jedoch in einem Interview erwähnte, dass er nach langer Karriere mittlerweile Sprach- und Gedächtnisschwierigkeiten bei sich beobachten könne, zog die UFC ihn „aus medizinischen Gründen“ aus dem Kampf zurück. Hunt, der aus verschiedenen Gründen seit längerem mit der UFC auf Kriegsfuß steht, sieht die Entscheidung als Gängelei – er sei „außer Kontext“ zitiert worden.

Der Abzug löste auch einen Sturm der Entrüstung unter Hunts zahlreichen Fans aus, bevor das Sahnehäubchen kam, als Fabricio Werdum als Ersatz einsprang. Werdum, der Hunt vor drei Jahren im Kampf um den Interims-Titel ausgeknockt hatte und der seitdem einen Rückkampf will, hatte noch vor wenigen Monaten angeführt, er wolle wegen der großen Entfernung nicht in Australien kämpfen.

Hinter all dem Ärger, der schon lange vorm Kampfabend über die Bühne ging, steht das Duell selber mittlerweile ein wenig im Hintergrund. Dabei könnte es für das UFC-Schwergewicht große Bedeutung haben. Gewinnt Werdum, wäre damit im kommenden Jahr ein Ex-Champion in unmittelbarer Nähe einer weiteren Titelchance. Holt Tybura dagegen den Sieg, stünde mit höchstens ein paar wenigen weiteren Siegen ein frischer Herausforderer in den Startlöchern.

Mit Werdum steigt an diesem Wochenende ein Spezialist ins Octagon, der es geschafft hat, seine Fähigkeiten auch in anderen Bereichen auf hohes Niveau zu heben. Zunächst als gelernter Grappler in den Käfigen dieser Welt unterwegs, ist der hochdekorierte ADCC-, IBJJF- und Pan-American-Champion mittlerweile auch auf den Beinen eine Gefahr.

Dieser Mix hat ihn in der UFC zu Siegen gegen Namen wie Mark Hunt, Cain Velasquez, Travis Browne (2x), Rodrigo Nogueira oder Roy Nelson geführt. Seit seinem Titelverlust im vergangenen Jahr steht „Vai Cavalo“ 2-2, nach einer knappen Punktniederlage gegen Alistair Overeem bezwang Werdum im Oktober Ersatzkämpfer Walt Harris nach einer Minute durch Armbar.

Jetzt ist Werdum selbst eingesprungen, um den Hauptkampf in Sydney zu retten. Dort wird er auf Tybura treffen, einen ehemaligen M1-Champion, der 3-1 in der UFC steht. Nach Knockouts gegen Viktor Pesta und Luis Henrique holte der Allrounder im Juni in Singapur einen Punktsieg gegen Ex-Champion Andrei Arlovski – aktuell auf der acht gelistet, könnte Tybura sich mit einem weiteren Sieg gegen einen ehemaligen Weltmeister in beste Position manövrieren, um 2018 nach dem Titel greifen zu können.

Co-Hauptkampf: Bec Rawlings vs. Jessy Rose-Clark

Der vorletzte Kampf des Abends steigt in Sydney im neu eingeführten Fliegengewicht der Frauen: Bec „Rowdy“ Rawlings (7-6) bekommt dabei einmal mehr die Chance, vor heimischem Publikum zu überzeugen und wird dabei mit der UFC-Debütantin Jessy „Jessy Jess“ Rose-Clark (7-4-0(1)) einer Landsmännin gegenüberstehen.

Rawlings, eine Invicta-Veteranin, die dort u.a. einen Armbar-Sieg gegen die Österreicherin Jasminka Cive geholt hat, konnte sich in der UFC bisher nicht etablieren. Zwei Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber, zuletzt gab sie eine Punktentscheidung an Tecia Torres ab und wurde von Paige VanZant mit einem Headkick ausgeknockt.

Die Statistik jedoch gibt Rawlings Grund zur Hoffnung: Ihre UFC-Siege sind beide in Australien zustande gekommen. Heimvorteil kann allerdings auch Jessy Rose-Clark genießen. Die 29-jährige Australierin hat ebenfalls Erfahrung bei Invicta gesammelt, dort jedoch ihre beiden Kämpfe nach Punkten verloren.

In der UFC, und dort gleich im Co-Hauptkampf, wird „Jessy Jess“ versuchen müssen, sich auf den Start ihrer Karriere zurückzubesinnen – von ihren ersten fünf Kämpfen gewann Rose-Clark vier vorzeitig.

Die restlichen Kämpfe von UFC Sydney

Wenn Tim „Dirty Bird“ Means (27-8-1(1)) auf dem Programm steht, dann darf Action erwartet werden. 15 Mal stand das Weltergewicht seit 2012 im Octagon, acht Mal ging es nicht über die Distanz, und wenn doch, dann war meist auch das unterhaltsam. Kombiniert man den zähen Thaiboxer mit einem passenden Gegner, dann bahnen sich Feuerwerke an, und genau das verspricht sein Aufritt in Sydney.

Dort wird Belal „Remember the Name“ Muhammad (12-1) auf ihn warten, der seinerseits ein Händchen für spannende Kämpfe bewiesen hat. Muhammad, ein ehemaliger Titan FC-Champion, kam 2016 in die UFC und verlor einen „Fight of the Night“ gegen Alan Jouban. Auch Vicente Luque musste sich der Palästinenser im gleichen Jahr geschlagen geben, daneben konnte er aber drei Siege im Octagon ansammeln, zuletzt im Juli gegen Jordan Mein.

„Mr. Dad Bod“ ist ebenfalls einmal mehr in Action: Dan Kelly (13-2), Ein vierfacher Olympia-Teilnehmer im Judo, ist 40 Jahre alt, hat völlig zerschossene Knie, gewinnt aber immer wieder Kämpfe, die er eigentlich verlieren sollte. Auf diese Weise hat der sympathische Australier im UFC-Mittelgewicht mit Namen wie Chris Camozzi, Antonio Carlos Junior und Rashad Evans schon alles vom aufstrebenden Talent bis hin zum Ex-Champion besiegt.

Elias „The Spartan“ Theodorou (13-2) lässt sich nach fünf Siegen in sieben UFC-Kämpfen nicht derart kategorisieren. Das kanadische Model hat in Siegen gegen Namen wie Sam Alvey oder Cezar Ferreira eine gewisse Klasse gezeigt, konnte bisher ab einem gewissen Gegner-Level aber nicht gewinnen. Gegen Kelly muss Theodorou zeigen, dass man ihn nicht in die Kategorie „Durchschnitt“ einordnen sollte.

Action verspricht der letzte Vorkampf zwischen den Fliegengewichten Ryan „Baby Face“ Benoit (9-5) und Askhan „The Assassin“ Mokhtarian (13-2). Benoit macht seit seinem UFC-Debüt vor vier Jahren eine Achterbahn durch: Mit frustrierender Regelmäßigkeit wechseln sich bei dem 28-Jährigen Sieg und Niederlage ab, sodass er auf einen imposanten Knockout gegen Sergio Pettis aus dem Jahr 2015 nicht aufbauen konnte.

Mokhtarian dagegen verlor sein UFC-Debüt im Juni nach Punkten gegen Ex-Titelherausforderer John Moraga, sammelte zuvor in der australischen Szene jedoch zwölf vorzeitige Siege an. Nun muss er beweisen, dass er auch auf UFC-Level Erfolg haben kann.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 121: Werdum vs. Tybura
Samstag, 18. November 2017
Quodos Bank Arena in Sydney, New South Wales, Australien


Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Fabrício Werdum vs. Marcin Tybura
Bec Rawlings vs. Jessy Rose-Clark
Tim Means vs. Belal Muhammad
Jake Matthews vs. Bojan Velickovic
Elias Theodorou vs. Dan Kelly
Alexander Volkanowski vs. Shane Young

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)

Ryan Benoit vs. Askhan Mokhtarian
Will Brooks vs. Nik Lentz
Anthony Hamilton vs. Adam Wieczorek
Damien Brown vs. Frank Camacho

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)

Alex Chambers vs. Nadia Kassem
Jenel Lausa vs. Eric Shelton
Rashad Coulter vs. Tai Tuivasa