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UFC Shanghai: Michael Bisping will gegen Kelvin Gastelum zurück in die Spur

Generationenduell: Michael Bisping will Kelvin Gastelum in die Schranken weisen (Foto: UFC).

Die UFC ist in China angekommen. Nach einigen Events in der Sonderverwaltungszone Macau wird das Octagon an diesem Wochenende zum ersten Mal offiziell im Reich des Drachen aufgebaut. Viele Stars hat die MMA-Champions League nicht mitgebracht, alles war auf den großen Auftritt Anderson Silvas ausgelegt, der diesen Plänen mit einem positiven Dopingtest einen Strich durch die Rechnung machte. Mit Michael Bisping ist gegen Kelvin Gastelum nun nicht nur jemand eingesprungen, der einen Sieg über Silva hält, sondern jemand, der Anfang des Monats noch Weltmeister war. Außerdem mit von der Partie in Shanghai: eine Handvoll Talente, von denen man in Zukunft noch einiges hören dürfte.

Das Hauptprogramm von UFC Shanghai wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt exklusiv der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 25. November, 9:45 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Samstag, 25. November, 13 Uhr

Hauptkampf: Michael Bisping vs. Kelvin Gastelum

Da ist er wieder. Im Vorfeld von UFC 217 hieß es noch, die Titelverteidigung gegen Georges St-Pierre könnte Michael „The Count“ Bispings (30-8) letzter Kampf sein. Drei Wochen nach seiner Aufgabe-Niederlage ist der Brite zurück im Octagon.

Das wäre nicht passiert, wenn Bisping seinen Mittelgewichtstitel nicht in so dramatischer Art und Weise an den ehemaligen Weltergewichtschampion verloren hätte. Bisping hat arg daran zu knabbern, den Gürtel, auf den er so lange hingearbeitet hatte, so schnell wieder verloren zu haben, jetzt will er den bitteren Nachgeschmack von UFC 217 loswerden.

Ebenso würde dieser Kampf nicht stattfinden, wäre Anderson Silva, der eigentlich am Wochenende im Hauptkampf stehen sollte, nicht erneut durch einen Dopingtest gefallen. So aber bekommt Bisping nun die Chance, sich nur Tage nach seiner Niederlage zu rehabilitieren.

Ewig kann man diese Mentalität nicht ausleben, ohne ernsthaft seine Gesundheit zu gefährden. Für Bisping, den die UFC nach eigener Aussage mit allerlei medizinischen Checks genervt hat, bevor er den Kampf bekam, ist dies vermutlich die letzte Gelegenheit, sich derartig auszutoben. Im März bei UFC London will der Hall of Fame-Kandidat die Handschuhe an den Nagel hängen. Für ihn geht es darum, ob das Ende seiner Karriere sich zum Tief entwickelt oder ob er noch einige Highlights hinzufügen kann.

Zunächst steht Bisping mit Kelvin Gastelum (13-3-0(1)) aber ein weiterer harter Test aus dem Weltergewicht gegenüber. Der Sieger der 17. „The Ultimate Fighter“-Staffel glänzte schon früh mit beeindruckendem Talent einerseits, mit argen Schwierigkeiten beim Gewichtmachen andererseits. Trotz einer Reihe Siege bis 77 Kilo, u.a. gegen Jake Ellenberger, Nico Musoke und Rick Story, wurde Gastelum daher vergangenes Jahr ins Mittelgewicht strafversetzt.

Auch dort konnte der 26-Jährige mit seinem Mix aus Kämpferherz und aggressivem Boxen und Ringen überzeugen. Zwar verlor er im Juli gegen Ex-Champion Chris Weidman, zuvor konnte er jedoch Tim Kennedy und Vitor Belfort ausknocken.

Letzterer Sieg wurde ihm im Nachhinein aberkannt, weil Gastelum positiv auf Marijuana getestet wurde. Auf dem Weg an die Spitze stand dem Top-Talent bisher vor allem er selbst im Weg. Am Wochenende bekommt er die Gelegenheit, mit einem Sieg gegen einen Mann, der vor drei Wochen noch Weltmeister war, einige Fehler aus der Vergangenheit auszubügeln.

Co-Hauptkampf: Li Jingliang vs. Zak Ottow

Li „The Leech“ Jingliang (13-4) und Zak „The Barbarian“ Ottow (15-4) sind zwei Kämpfer, die beide bereits in der UFC angetreten sind. Das lässt sich nicht über viele Kämpfe auf dem Programm sagen, und das scheint die beiden Weltergewichte für den Co-Hauptkampf in China qualifiziert zu haben.

Das und eine gewisse Qualität, die zwar bisher nicht für Siege gegen Top-Gegner gereicht hat, aber doch für einige solide Erfolge und spektakuläre Kämpfe. Letzteres gilt vor allem für Jingliang, der seit 2014 für die UFC kämpft und dort in fünf von sieben Auftritten den Sieg geholt hat.

Der Chinese bringt Kämpferherz und schwere Hände mit in den Käfig, die ihm drei K.o.-Siege im Octagon sowie zuletzt einen Bonus für den „Fight of the Night“ bei UFC Singapur eingebracht haben. Mit fünf Aufgabe-Siegen ist „Der Blutsauger“ zudem auch auf dem Boden nicht zu unterschätzen.

In Shanghai wird Jingliang auf Zak Ottow treffen, der erst drei Kämpfe im Octagon vorweisen kann, die allesamt durch geteilten Punktentscheid geendet haben. Vor seiner Zeit in der UFC sammelte „Der Barbar“ ein Finish nach dem anderen über Gegner auf regionalem Niveau an, seine einzigen Niederlagen aus dieser Zeit kamen gegen diejenigen Kämpfer zustande, die Erfahrung in größeren Ligen haben, darunter Mike Rhodes und Jacob Volkmann.

In der UFC konnte Ottow mit Josh Burkman erstmalig einen bekannten Namen bezwingen, das große Statement ist ihm im Octagon aber noch nicht gelungen. Die Chance dazu bekommt er jetzt auf großer Bühne gegen Jingliang, der schon einige Statements in der UFC gesetzt hat, allerdings nie unter so hellem Scheinwerferlicht.

Die restlichen Kämpfe von UFC Shanghai

Für ihren ersten Abstecher nach China hat die UFC weitestgehend auf große Namen verzichtet. UFC Shanghai quillt über vor Newcomern und mal mehr, mal weniger erfolgreichen Kämpfern aus dem weiten Mittelfeld ihrer jeweiligen Gewichtsklassen. Trotzdem verstecken sich einige Duelle auf dem Programm, die sich lohnen dürften.

Auf dem Hauptprogramm wird Muslim „King of Kung Fu“ Salikhov (12-1) im Weltergewicht sein UFC-Debüt geben. Der in China trainierende Dagestani hat seinen Spitznamen nicht umsonst bekommen – der 33-Jährige kann einen ganzen Schrank Medaillen im Wushu Sanda vorweisen und jede Menge Kämpfe im Thaiboxen, Kung Fu und Sanshou. Im MMA ist Salikhov aus bisher 13 Kämpfen zwölf Mal als Sieger hervorgegangen, zehn davon holte er durch K.o., zuletzt gegen Melvin Guillard.

In Shanghai wird er auf Alex „The Dominican Nightmare“ Garcia (14-4) treffen. Der Wahl-Kanadier preschte mit imposanter Physis und harten Fäusten in die UFC, wo jedoch ein nicht immer zuverlässiges Kinn und eine nicht ganz wasserfeste Ausdauer ihren Tribut zollten. Lässt man Garcia seine Sache machen, dann wird es gefährlich, wie seine K.o.-Opfer Ben Wall und Mike Pyle bezeugen können. Setzt man ihn dagegen konstant unter Druck, wie u.a. Sean Strickland und Tim Means es getan haben, dann kann man den „Dominikanischen Albtraum“ über die Langdistanz zähmen.

Gezähmt werden muss auch Ex-ACB-Federgewichtschampion Zabit „ZaBeast“ Magomedsharipov (13-1), der laut Trainer Mark Henry das Gleiche Weltmeister-Potential mitbringt wie Frankie Edgar, den Henry bis zu UFC-Gold geführt hat. Magomedsharipov debütierte im September in Rotterdam in der UFC – anstelle des verletzten Nick Hein hatte „ZaBeast“ dort Ersatz-Gegner Mike Santiago vor sich, den er mit spektakulären Kicks vor sich hertrieb, bevor er sich wie Anthony Pettis in seinen besten Zeiten für einen Headkick vom Käfig abstieß und den Kampf wenig später auf der Matte per Rear Naked Choke beendete.

Mit Sheymon Moraes (9-1) steht ihm nun kein Fallobst gegenüber, sondern ein Mann auf einer Mission. Seit Juni 2016 hat der ehemalige WSOF-Titelherausforderer, der sich bisher lediglich Marlon Moraes geschlagen geben musste, nicht mehr gekämpft, weil Vertragsschwierigkeiten ihn an die mittlerweile aufgelöste Liga gebunden haben. Jetzt will der K.o.-gefährliche Brasilianer dort weitermachen, wo er zuletzt mit Siegen gegen Robbie Peralta und Luis Palomino aufgehört hat.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 122: Bisping vs. Gastelum
Samstag, 25. November 2017
Mercedes Benz Arena in Shanghai, China

Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Michael Bisping vs. Kelvin Gastelum
Li Jingliang vs. Zak Ottow
Wang Guan vs. Alex Caceres
Muslim Salikhov vs. Alex Garcia

Vorprogramm (UFC Fight Pass)

Zabit Magomedsharipov vs. Sheymon Moraes
Kenan Song vs. Bobby Nash
Kailin Curran vs. Yan Xiaonan
Yadong Song vs. Bharat Khandare
Chase Sherman vs. Shamil Abdurakhimov
Yanan Wu vs. Gina Mazani
Wuliji Buren vs. Rolando y
Cyril Asker vs. Yaozong Hu