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UFC Rotterdam: Volkov knockt Struve aus, Taisumov mit Knaller-K.o.

Schenkten sich ordentlich ein: Alexander Volkov (l.) holte sich in Rotterdam einen hart erkämpften Sieg gegen Stefan Struve (Foto: UFC).

Die vierte von fünf Europa-UFCs in diesem Jahr ist Geschichte, und was für eine Show es war. Jede Menge Knockouts gab es bei den Nachbarn in Holland zu sehen und den Durchbruch eines vielversprechenden neuen Top-Schwergewichts: Alexander Volkov sicherte sich im Hauptkampf einen imposanten T.K.o. gegen den Niederländer Stefan Struve.

Trotz einiger guter Treffer im Stand von Struve und sogar mehreren eingesprungenen Kniestößen war es im ersten Durchgang Volkov, der den meisten Schaden anrichtete – nachdem er Struve zu Boden befördert hatte, drosch er dort mit Schlägen und Ellbogen auf den langen Holländer ein, dessen Triangle-Versuche erfolglos blieben.

Im zweiten Durchgang drehten beide Kämpfer ordentlich auf und schlugen sich Schienbeine, Knie und Fäuste um die Ohren. Dabei traf Struve seinen Gegner zwei Mal mit den Fingern im Auge, was der nachfolgenden Action jedoch keinen Abbruch tat.

In Runde drei nahm das Tempo etwas ab, bevor Volkov Struve mit kurzen, harten Haken in arge Bedrängnis brachte, zu Boden schlug und dort mit Folgetreffern den technischen Knockout holte. Drei Kämpfe, drei Siege in der UFC für Alexander Volkov.

Bahadurzada schüttelt Ring-Rost ab, Taisumov mit Knaller-K.o.

Im zweiten Hauptkampf des Abends kehrte Siyar Bahadurzada nach 18 Monaten ins Octagon zurück. Die Pause merkte man dem Wahl-Holländer zu Beginn an, der sein Timing finden musste, dann aber das Heft in die Hand nahm. Der kurzfristig eingesprungene Rob Wilkinson wurde im Laufe der zweiten Runde müde und steckte zusehends mehr ein – mit harten Schlägen schickte Bahadurzada ihn schließlich zu Boden, wo „The Great“ den Sack mit jeder Menge harter Treffer zumachte und den T.K.o. vor heimischer Kulisse holte.

Für den einzigen Frauen-Kampf des Abends war Talita Bernardo kurzfristig gegen Marion Reneau eingesprungen und lieferte eine ansehnliche Leistung, musste sich aber im Laufe von drei Runden der Erfahrung und physischen Stärke ihrer Gegnerin geschlagen geben. Gegen Ende der dritten Runde drehte Reneau auf und knockte Bernardo schließlich Sekunden vor Schluss mit hartem Groundandpound aus.

Leon Edwards zeigte im Weltergewicht gegen Bryan Barberena einmal mehr seine Evolution zum kompletten Kämpfer und setzte seinem Gegner vor allem im Grappling zu. Im Stand dagegen war es Barberena, der Edwards mit einem krachenden Uppercut kurzzeitig zu Boden gehen ließ, aber auch im Laufe des Kampfes eine Menge Low Kicks kassierte. Nach drei Runden hatte der britische Thaiboxer trotz Schrecksekunde genug getan, um einen hart verdienten Punktsieg mit Nachhause zu nehmen.

Vorprogramm überzeugt mit reichlich Knockouts

Im letzten Vorkampf des Abends legten Darren Till und Bojan Velickovic eine Show für die Fans hin: Ellbogen-Knockdowns, High Fives und absichtlich zugelassene Schläge ins Gesicht – die beiden Weltergewichte lieferten einen begnadeten Kampf, der nach drei Runden mit einem Punktsieg für Till endete.

Der Wahl-Österreicher Mairbek Taisumov fügte seinem ohnehin schon beeindruckenden UFC-Resümee das bisherige Highlight hinzu, als er den Thaibox-Experten Felipe Silva nach siebzig Sekunden mit einem einzelnen krachenden Konter-Haken ausknockte, der bis auf die Tribüne zu hören war und Silva bewusstlos schlug, bevor er auf dem Boden aufkam.

UFC-Debütant Mads Burnell hatte mit Octagon-Veteran Michel Prazeres einen starken Grappler vor sich und musste sich dessen Jiu-Jitsu nach zweieinhalb hauptsächlich auf dem Rücken verbrachten Runden im North-South Choke geschlagen geben.

Im Leichtgewicht bekam Rustam Khabilov gegen Desmond Green recht selten die Gelegenheit, sein gefürchtetes Sambo einzusetzen. Stattdessen neutralisierten die Takedownversuche der beiden versierten Ringer sich größtenteils selbst, weshalb Khabilovs Sieg nach drei Runden in einem meist verhalten geführten Kickboxduell zustande kam.

UFC-Neuling Zabit Magomedsharipov ließ im Federgewicht den frühen Anthony Pettis wiederaufleben – mit blitzschnellen Techniken, darunter vom Käfig abgestoßenen Kicks, allerlei "Spinning Sh*t" und hartem Groundandpound, zerlegte der Dagestaner systematisch Mike Santiago und holte sich in der zweiten Runde den Aufgabe-Sieg.

Zum Auftakt der Fight Night holten sich Thibault Gouti und Abdul-Kerim Edilov jeweils technische Knockouts, bevor der Österreicher Aleksandar Rakic in seinem Debüt Francimar Barroso nach Punkten schlug.


Anbei alle Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 115
2. September 2017
Rotterdam, Niederlande


Alexander Volkov bes. Stefan Struve via T.K.o. (Schläge) nach 3:30 in Rd. 3
Siyar Bahadurzada bes. Rob Wilkinson via T.K.o. (Schläge) nach 3:10 in Rd. 2
Marion Reneau bes. Talita Bernardo via T.K.o. (Schläge) nach 4:54 in Rd. 3
Leon Edwards bes. Bryan Barberena einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Darren Till bes. Bojan Velickovic einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Mairbek Taisumov bes. Felipe Silva via K.o. (Schlag) nach 1:21 in Rd. 1
Michel Prazeres bes. Mads Burnell via North-South Choke nach 1:26 in Rd. 3
Rustam Khabilov bes. Desmond Green einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Aleksandar Rakic bes. Francimar Barroso einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Zabit Magomedsharipov bes. Mike Santiago via Rear Naked Choke nach 4:22 in Rd. 2
Abdul-Kerim Edilov bes. Bojan Mihajlovic via T.K.o. (Schläge) nach 2:32 in Rd. 2    
Thibault Gouti bes. Andrew Holbrook via T.K.o. (Schläge) nach 4:28 in Rd. 1