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UFC Rotterdam Ergebnisse: Overeem, Struve und Nelson überzeugen

Foto: Florian Sädler

Am Sonntag machte die UFC zum ersten Mal in den Niederlanden Halt. In Rotterdam lag der Fokus dabei auf den Schwergewichten – mit Alistair Overeem und Stefan Struve gewannen dabei in den beiden Hauptkämpfen die Lokalmatadoren. Außerdem glänzten in Holland Gunnar Nelson, Germaine de Randamie und Kyoji Horiguchi.

Wir haben für euch alle Ergebnisse:

Alistair Overeem vs. Andrei Arlovski

Gleich zu Beginn ihres Kampfes deckte Andrei Arlovski seinen Teilzeit-Trainingspartner Alistair Overeem mit harten Schlägen ein, die dieser auf die Doppeldeckung nahm. Zurück in der Distanz war es Overeem, der von da an die besseren Treffer setzte – vor allem einzelne Kicks – und Arlovski gegen Ende der Runde sogar auf die Matte brachte.

In Runde zwei wurden die beiden offener und trafen beide gut. Letztendlich war es aber Overeem, der mit einem linken Switchkick und einem linken Haken traf, die Arlovski rücklings auf die Matte beförderten. Dort zwang Overeem den Ringrichter mit harten Folgeschlägen zum Abbruch des Kampfes. Alistair Overeem bes. Andrei Arlovski via T.K.o. nach 1:12 in Rd. 2

Antonio Silva vs. Stefan Struve

Auch für Stefan Struve rastete die Halle schon vor dem Kampf aus, und auch Struve belohnte die Zuschauer mit einem Erstrunden-Knockout für ihren Enthusiasmus. „Bigfoot“ hatte von Anfang an den Vorwärtsgang eingelegt und drängte Struve in den Clinch, von wo aus der „Skyscraper“ eine Rechte und dann einen Kniestoß zum Körper landete, die Silva auf die Bretter schickten. Dort machte Struve mit Ellbogenstößen den Sack nach nur 15 Sekunden zu und feierte anschließend frenetisch mit den Zuschauern. Stefan Struve bes. Antonio Silva via K.o. nach 0:15 in Rd. 1

Albert Tumenov vs. Gunnar Nelson

Im vermeintlichen Duell zwischen Boxer und Grappler überraschte BJJ-Ass Gunnar Nelson die Zuschauer zu Beginn mit einigen harten Schlägen, die er bei K.o.-Maschine Tumenov ins Ziel brachte. Als der Russe sich nach einigen Minuten an Nelsons bewegungsreichen Karate-Stil gewöhnt hatte und selbst gut traf, verlagerte dieser das Geschehen auf die Matte und sicherte sich die Mount. Nelson konnte einige harte Ellbogenstöße ins Ziel bringen, bevor Tumenov am Ende der Runde wieder auf die Beine kam.

Auch im zweiten Durchgang hielt Nelson sich im Stand gut, bis Tumenov aggressiver wurde und ihn durch die schiere Wucht seiner Kicks und Schläge zum Takedown veranlasste. Der saß – Nelson sicherte sich erneut recht schnell die Mount, danach den Rücken und anschließend den Rear Naked Choke, der den Kampf beendete. Gunnar Nelson bes. Albert Tumenov via Rear Naked Choke nach 3:15 in Rd. 2

Germaine de Randamie vs. Anna Elmose

Germaine de Randamie trug in Rotterdam das Gewicht eines ganzen Landes auf ihren Schultern – schon bei ihrem Gang zum Octagon flog das Dach von der Halle. Als de Randamie dann noch Anna Elmoses Takedownversuche abwehrte und die Dänin nach wenigen Minuten mit einem Kniestoß zum Körper ausknockte, war eine traumhafte Nacht für die Niederländerin perfekt, die vor den Augen ihrer Mutter ihr holländisches MMA-Debüt gewann. 
Germaine de Randamie bes. Anna Elmose via T.K.o. nach 3:46 in Rd. 1

Nikita Krylov vs. Francimar Barroso

Nikita Krylov ist in 23 Profi-Kämpfen noch nie über die volle Distanz gegangen – Francimar Barroso hatte bisher vier Kämpfe in der UFC, von denen noch jeder an die Punktrichter ging. Beide schienen in Rotterdam ihren jeweiligen Trend fortführen zu wollen: Krylov versuchte, den Brasilianer mit harten Schlägen und Kicks unter Druck zu setzen, der seinerseits den Clinch suchte.

Der Erfolg gab dem Ukrainer Recht – Barroso schaffte es kaum, ihn zu kontrollieren und wurde stattdessen in die Defensive gezwungen. Mitte der zweiten Runde setzte Krylov auf der Matte zum Rear Naked Choke an, in dem BJJ-Schwarzgurt Barroso abklopfen musste.
Nikita Krylov bes. Francimar Barroso via Rear Naked Choke nach 3:11 in Rd. 2

Karolina Kowalkiewicz vs. Heather Jo Clark

Heather Jo Clark ging als Underdog in ihren Kampf gegen Karolina Kowalkiewicz, schlug sich vor diesem Hintergrund aber überraschend gut. Vor allem zu Beginn des Duells schien Kowalkiewicz erst einmal warm werden zu müssen und wurde von einigen harten Schlägen getroffen.

Ab Ende des ersten Durchgangs allerdings schien die Polin ihre Distanz und ihr Timing gefunden zu haben und setzte ihrerseits die härteren Treffer, und das bis zum Ende der drei Runden. Clark hielt nach Kräften dagegen, eingedrehte Ellbogen, Spinning Kicks und harte Fäuste brachten Kowalkiewicz aber nach 15 Minuten ihren zweiten UFC-Sieg ein.  
Karolina Kowalkiewicz bes. Heather Jo Clark einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)

Vorprogramm:

Rustam Khabilov vs. Chris Wade

Chris Wade verbrachte nicht unerhebliche Teile der ersten Runde mit dem Versuch, nicht rücklings von Rustam Khabilov gesuplext zu werden. Damit war er zwar erfolgreich, viel Offensive konnte er aber auch nicht anbringen.

Das änderte sich in Runde zwei, als Wade seinen Gegner mit einem gesprungenen Kick zum Kopf spektakulär auf die Bretter gehen ließ und dort sofort zum Rear Naked Choke ansetzte. Den bekam er nicht, stattdessen schaffte Khabilov es, die Position zu drehen und seinerseits zum Choke anzusetzen – der ebenfalls fehlschlug und es Wade erlaubte, zurück in die Oberlage zu kommen.

Im letzten Durchgang holte Khabilov sich die Kontrolle im Grappling wieder zurück, kontrollierte Wade auf der Matte und sicherte sich so einen hart erkämpften Punktsieg.
Rustam Khabilov bes. Chris Wade einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28) 

Magnus Cedenblad vs. Garreth McLellan

Im Mittelgewicht tasteten sich Magnus Cedenblad und Garreth McLellan zunächst eher vorsichtig mit einzelnen Aktionen ab, bis Cedenblad seinen Gegner auf halbem Weg durch die Runde mit einer harten Rechten niederschlug. McLellan kam zurück auf die Beine und suchte mit kreativen Kicks sein Heil in der Flucht, traf aber selten.

In Runde zwei stellte ein sogar geblockter Headkick den Südafrikaner auf wacklige Beine – Cedenblad machte mit einer langen Aufwärtshaken-Serie den Sack zu und sicherte sich in seinem ersten Kampf seit Oktober 2014 einen soliden Comeback-Sieg.
Magnus Cedenblad bes. Garreth McLellan via T.K.o. nach 0:47 in Rd. 2

Jon Tuck vs. Josh Emmett

Jon Tuck und Josh Emmett legten los wie die Feuerwehr und schlugen sich von den ersten Sekunden an Fäuste und Schienbeine um die Ohren. Besonders der mit wenigen Tagen „Vorbereitungszeit“ für Nick Hein eingesprungene Emmett legte dabei immer alles in seine Aktionen, was Tuck vorsichtig werden ließ.

Zwar traf Emmett im Verhältnis zu seinem Volumen recht selten, Tuck allerdings war über weite Strecken zu passiv, um daraus Kapital schlagen zu können.

Zumindest bis kurz vor Ende des Kampfes, als Emmett plötzlich im Eiltempo den Rückwärtsgang antrat. Während Tuck ihn mit einem Tritt nach dem anderen durch den Käfig jagte, wurde schnell klar, das etwas nicht stimmte.

Nach dem Kampf stellte sich heraus, dass Emmett sich in den letzten Minuten des Kampfes einen offenen Fingerbruch an der linken Hand zugezogen hatte. Der Arzt versuchte, ihn umgehend hinter die Kulissen zu schicken, Emmett aber blieb und wurde so noch selbst Zeuge seines ersten UFC-Sieges.
Josh Emmett bes. Jon Tuck  geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)

Yan Cabral vs. Reza Madadi

Im Leichtgewicht brachte das Duell zwischen Yan Cabral und Reza Madadi die Zuschauer zunächst hin und wieder mit längeren Clinch-Sequenzen zum Buhen, bevor Cabral Madadi auf die Matte befördern konnte und dort fieberhaft an einem Rear Naked Choke arbeitete, den er aber nicht bekam.

Auch die folgenden Runden spielten sich zum Großteil im Clinch ab, in dem Cabral zwar meist der aktivere war, aber trotzdem nur wenige Akzente setzen konnte. Zurück im Stand versuchte Madadi es durchgehend mit wilden Schwingern, die aber kaum ihr Ziel fanden. Bis Cabral sich in Runde drei doch noch in einen Aufwärtshaken reinduckte, der ihn ordentlich durchrüttelte. Madadi hatte Blut geleckt und schlug seinen Gegner mit harten Folgeschlägen stehend K.o.
Reza Madadi bes. Yan Cabral via T.K.o. nach 1:56 in Rd. 3

Kyoji Horiguchi vs. Neil Seery

Im Fight Pass-Hauptkampf von UFC Rotterdam ließ Kyoji Horiguchi die Hölle über den elf Jahre älteren Veteranen Neil Seery hereinbrechen – der Karate-Experte ließ von Beginn an blitzschnelle Fäuste und Kicks einschlagen, schlug den Iren in Runde eins gleich mehrfach nieder und bearbeitete ihn am Boden weiter. Seery ließ sich davon nicht unterkriegen, die Blitz-Attacken des Japaners waren aber schlicht zu schnell, Seerys Konter landeten meist im Nichts.

In Runde zwei das gleiche Spiel, wenn auch mit nicht ganz so harten, dafür umso häufigeren Treffern. Seery landete zwar im späteren Verlauf des Kampfes immer häufiger seine Rechte, nahm aber bis zum Ende des dritten Durchgangs weiterhin jede Menge schnelle, harte Treffer und gab in der zweiten Hälfte der Runde zudem noch mehrere Takedowns ab. Beeindruckender Sieg für Horiguchi, imposantes Kämpferherz von Seery.
Kyoji Horiguchi bes. Neil Seery einstimmig nach Punkten (30:26, 30:27, 30:27)

Leon Edwards vs. Dominic Waters

Im Weltergewicht überraschte Thaibox-Experte Leon Edwards mit einer Takedown-lastigen Strategie gegen Dominic Waters, und das zunächst mit großem Erfolg. Zwar konnte Edwards auf der Matte wenig Schaden anrichten, auf den Punktrichterzetteln setzte er sich jedoch deutlich ab.

Auch im Stand dominierte Edwards die meiste Zeit – Frontkicks, Jabs und Konter-Kombinationen hielten Waters auf Abstand, im Ernstfall verhinderte Edwards defensives Ringen in den meisten Fällen einen gegnerischen Takedown. Eine durchgehend solide Leistung des Briten.
Leon Edwards bes. Dominic Waters einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Ulka Sasaki vs. Willie Gates

Im ersten UFC-Kampf auf holländischem Boden setzte der kurzfristig eingesprungene Ulka Sasaki seinen Gegner von Beginn an unter Druck – die wilden Schwinger und Takedownversuche blieben allerdings meist ohne allzu durchschlagenden Erfolg.

Gegen Ende der ersten Runde fand Gates in seinen Rhythmus und landete die besseren Treffer – nur, um dann in der zweiten Runde auf die Matte gebracht zu werden und dort nach über einer Minute Gegenwehr doch noch im Rear Naked Choke Abklopfen zu müssen.
Ulka Sasaki bes. Willie Gates via Rear Naked Choke nach 3:30 in Rd. 2

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 87
8. Mai 2016
Ahoy in Rotterdam, Niederlande

Alistair Overeem bes. Andrei Arlovski via T.K.o. nach 1:12 in Rd. 2
Stefan Struve bes. Antonio Silva via K.o. nach 0:15 in Rd. 1
Gunnar Nelson bes. Albert Tumenov via Rear Naked Choke nach 3:15 in Rd. 2
Germaine de Randamie bes. Anna Elmose via T.K.o. nach 3:46 in Rd. 1
Nikita Krylov bes. Francimar Barroso via Rear Naked Choke nach 3:11 in Rd. 2
Karolina Kowalkiewicz bes. Heather Jo Clark einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)

Rustam Khabilov bes. Chris Wade einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Magnus Cedenblad bes. Garreth McLellan via T.K.o. nach 0:47 in Rd. 2
Josh Emmett bes. Jon Tuck  geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Reza Madadi bes. Yan Cabral via T.K.o. nach 1:56 in Rd. 3
Kyojo Horiguchi bes. Neil Seery einstimmig nach Punkten (30:26, 30:27, 30:27)
Leon Edwards bes. Dominic Waters einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Ulka Sasaki bes. Willie Gates via Rear Naked Choke nach 3:30 in Rd. 2