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UFC räumt auf: 700 Doping-Tests in drei Monaten!

Die Anti-Doping-Behörde USADA hat angekündigt, in den letzten drei Monaten des Kalenderjahres 2016 ganze 700 Dopingtests in der UFC durchführen zu wollen. Das wären mehr als je zu vor.

Seit die Anti-Doping-Behörde USADA (United States Anti-Doping Agency) im vergangenen Jahr mit ihren engmaschigen Kontrollen begonnen hat, ist kaum ein Monat vergangen, in dem kein bekannter Name aus dem UFC-Kader mit leistungssteigernden Substanzen erwischt wurde. Und künftig könnten es noch mehr werden, denn die Behörde will die Anzahl der Tests weiter erhöhen - auf 700 pro Quartal.

Beschlossen wurde das auf der Konferenz der US-Box-Kommissionen, auf der unter anderem auch das neue Regelwerk der sogenannten Unified Rules verabschiedet wurde, nach denen in der UFC gekämpft wird. Zuletzt hatte USADA 450 bis 550 Tests pro Quartal durchgeführt, im letzten Jahr nur 150 bis 250.

Dazu Jeff Novitzky, in der UFC zuständig für Gesundheit und Performance der Kämpfer: "Wir sind stolz darauf, wie weit wir gekommen sind. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir praktisch bei Null angefangen haben. Das letzte Quartal 2016 wird das erste Quartal überhaupt sein, in dem unser Anti-Doping-Programm vollständig umgesetzt wird."

Novitzki: Prominente Doping-Sünder haben "Augen geöffnet"

Seit die UFC Anti-Doping-Spezialist Novitzki und die unabhängige Behörde USADA mit der Bekämpfung des Doping-Problems in ihrem Kader beauftragt hat, sind unzählige, teils äußerst prominente Kämpfer überführt wurden - zuletzt Jon Jones und Brock Lesnar.

Immer wieder hatten diese Tests große Auswirkungen, nicht nur auf die Kämpfer selbst, die bei einem Vergehen Sperren von zwei Jahren erwartet. Ganze Events mussten aufgrund positiver Dopingproben umgekrempelt werden, darunter UFC 200, in dessen Hauptkampf eigentlich Daniel Cormier seinen Halbschwergewichtstitel gegen Jon Jones verteidigen sollte.

"Natürlich freue ich mich nicht, wenn so etwas passiert", so Novitzki. "Auch wenn das hier mein Programm ist, ziehe ich keine Genugtuung daraus, wenn es tatsächlich funktioniert. Manchmal braucht es aber eben einen oder zwei solcher Aufsehen erregenden Fälle, um den Menschen die Augen zu öffnen. Wenn jemand an der Ernsthaftigkeit und Unabhängigkeit dieses Programm gezweifelt haben sollte, dann haben diese Fälle doch gezeigt: Egal ob du ganz unten oder ganz oben in den Rangliste stehst - jeder wird hier gleich behandelt."

Anti-Doping-Programm nicht ohne Kritik

Tatsächlich blieb das USADA-Programm in den vergangenen Monaten jedoch nicht ganz ohne Kritik. WWE-Superstar Lesnar durfte zum Beispiel bei UFC 200 antreten, obwohl er zuvor zwei positive Dopingproben abgegeben hatte. Die Testresultate waren schlicht nicht schnell genug fertig. So etwas ließe sich manchmal eben nicht vermeiden, so Novitzki.

Andererseits werden Kämpfer für "Doping"-Vergehen gesperrt, die im eigentliche Sinne gar keine sind. BJ Penn zum Beispiel, der für den (medizinischen) Gebrauch einer Infusion für sechs Monate gesperrt wurde. Infusionen sind laut USADA-Statuten verboten, weil damit auch der Missbrauch von Dopingmitteln verschleiert werden kann. Bei vielen weiteren Kämpfer, wie Yoel Romero, Tim Means oder eben Jon Jones schlugen die Tests außerdem offenbar wegen verunreinigter Nahrungsergänzungen an, die frei im Handel erhältlich waren.

"Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn die Kämpfer irgendwann einsehen würden, dass die Gefahr, erwischt zu werden und die potentiellen Strafen sehr hoch sind, und dass sie sich deshalb freiwillig gegen Doping entscheiden, so dass wir sie gar nicht erst erwischen müssen. Dann wäre das Programm perfekt", so Novitzki.

Die Realität zeigt aber immer wieder, dass es eben ein paar schwere Lektionen braucht, damit auch der letzte mitbekommt, dass das hier nicht nur graue Theorie, sondern die harte Realität ist. Da kann dann eben auch mal ein UFC-200-Hauptkampf ausfallen."