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UFC Prag: Thiago Santos schlägt Blachowicz K.o.

Jan Blachowicz und Thiago Santos (Foto: ZUFFA LLC)

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte war die UFC in Tschechien zu Gast, und in der Prager o2 Arena knallte es zum Abschluss gewaltig: Thiago Santos knockte Jan Blachowicz im Hauptkampf mit einer gewaltigen Rechts-Links-Kombo aus und forderte anschließend seine Titelchance.

Der Kampf selbst begann ganz und gar nicht knallig. Beide wagten sich die erste Runde über nicht vollends aus der Deckung und versuchten meist, mit einzelnen Kicks die Distanz zu finden und Nadelstiche zu setzen. Ab dem zweiten Durchgang legten die beiden stärker los, insbesondere Santos, der nun auch seine spektakuläreren Kicks versuchte, damit allerdings nicht traf.

In Runde drei wurden die Visiere noch ein Stückchen weiter geöffnet, bis Blachowicz bei einem Angriff in eine Rechts-Links-Konterkombination lief und krachend zu Boden ging. Santos setzte mit schnellen Folgeschlägen nach, bis der Ringrichter den Kampf abbrach.

Der technische Knockout war der vierte Sieg in Folge für Thiago Santos, der anschließend klarstellte, dass er nach Siegen über Herausforderer Anthony Smith und nun Blachowicz auch um den Halbschwergewichts-Titel kämpfen will: „Wenn es Anthony Smith ist, werde ich ihn wieder schlagen, und wenn es Jon Jones ist, dann schlage ich ihn ebenfalls.“

Struve verabschiedet sich mit Sieg

Stefan Struve war immer schon bekannt dafür, sich von unnötigen Schlägen treffen zu lassen. In Prag war es in Form eines ansatzlosen rechten Schwingers gleich der erste, der den langen Holländer nach Sekunden auf die Bretter gehen ließ. Zwar konnte de Lima ihn am Boden nicht finishen, kontrollierte aber die gesamte Runde aus der Oberlage.

In Runde zwei dauerte es ein paar Sekunden länger, bis de Lima den rechten Schwinger versuchte, dieses Mal aber war Struve vorbereitet, wich aus und brachte den Brasilianer stattdessen zu Boden. Dort ließ er seinen Gegner nach 2:21 im Arm Triangle Choke abklopfen und zeigte damit nach längerer Zeit wieder, warum er zu Beginn seiner UFC-Karriere als Comeback-König bekannt war.

Nach dem Kampf gab Struve am Mikrofon von Dan Hardy bekannt, dass dies möglicherweise sein letzter Kampf war. „Die meisten Kämpfer hören zu spät auf“, so Struve. „Das hier war ein guter Sieg.“

Der Halbschwergewichtskampf zwischen Michal Oleksiejczuk und Gian Villante war schneller vorbei, als die dazugehörigen Walkouts. Oleksiejczuk erwischte Villante mit einem perfekt getimten Leberhaken, der den New Yorker mit wenigen Sekunden Verzögerung auf die Bretter gehen ließ, sodass der Ringrichter nach 1:34 der ersten Runde dazwischen ging.

Pudilova verliert Heimspiel

Mit Karlos Vemola und Viktor Pesta hatte die UFC zeitweise ein paar solide Tschechen im Kader, das ist aber Jahre her, und so musste das Gastland für sein Prager Debüt mit Lucia Pudilova als einziger Vertreterin auskommen. Die lieferte sich mit Liz Carmouche einen Kampf mit mehreren Momentumwechseln, die sich meist auf der Matte abspielten.

Während Carmouche in der ersten Runde kontrollierte, war Pudilova in der zweiten gefährlicher und obendrein im Stand mit Kicks aktiver. Die letzten fünf Minuten waren ausgeglichener, allerdings arbeitete Carmouche einige Zeit lang an einem Beinhebel, schien länger die Kontrolle zu haben und holte sich den Sieg mit Wertungen von 30:27, 29:28 und 29:28.

Petr Yan schlägt John Dodson

Zuvor musste John Dodson einen Vertreter der nächsten Generation Top-Bantamgewichte abwehren – und scheiterte. Zwar schlug Dodson den Newcomer Petr Yan in der zweiten Runde nieder, musste aber selbst immer wieder harte Treffer und Kombinationen einstecken und hatte bei seinen instinktiven Konter-Takedowns nur selten Erfolg. Nach drei Runden verbuchte Yan mit Wertungen von drei Mal 30:27 den vierten und bisher größten Sieg seiner jungen UFC-Karriere.

Im ersten Duell des Hauptprogramms zertrümmerte Magomed Ankalaev die Nase seines Gegners mit einem Aufwärtshaken in der ersten Runde, sodass Klidson de Abreu für den Rest seines UFC-Debüts ein rechter Winkel im Gesicht stand. Ankalaev sicherte sich über 15 Minuten einen recht deutlichen Punktsieg mit Wertungen von 30:27, 30:27 und 29:28.

Im Vorprogramm wird Bud Spencers Enkel ausgeknockt

Im letzten Duell des Vorprogramms wurde Bud Spencers Enkel Opfer eines zunächst bizarr wirkenden Kampfendes. Kurz vor Schluss der ersten Runde verpasste Carlo Pedersoli Jr. den Kopf seines Gegners knapp mit einem Headkick, schien auszurutschen und mit dem Kopf voran auf der Matte zu landen. Die Wiederholung dagegen zeigte, dass Dwight Grant direkt mit einer Rechten gekontert hatte, die Pedersoli Jr. mit Schwung auf die Matte und sein Mundstück bis auf die andere Seite des Octagons geschickt hatte.

Zuvor überzeugte in seinem UFC-Debüt der Österreicher Ismail Naurdiev mit einem starken Punktsieg gegen den Veteranen Michel Prazeres. Naurdiev schaffte es, die Takedownversuche des kompakten Grapplers entweder abzuwehren oder am Boden schnell aus gefährlichen Positionen zu verschwinden, setzte gute Treffer im Stand und erwischte Prazeres in der zweiten Runde beinahe in einem Rear Naked Choke. Am Ende der drei Runden gaben die Punktrichter ihm alle drei Runden.

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 145: Blachowicz vs. Santos
23. Februar 2018
o2 Arena in Prag, Tschechien

Hauptprogramm:
Thiago Santos bes. Jan Blachowicz via T.K.o. (Schläge) nach 0:39 in Rd. 3
Stefan Struve bes. Rogerio de Lima via Arm Triangle Choke nach 2:21 in Rd. 2
Michal Oleksiejczuk bes.
Gian Villante via K.o. (Schlag) nach 1:34 in Rd. 1
Liz Carmouche bes. Lucie Pudilova einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Petr Yan bes. John Dodson einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Magomed Ankalaev bes. Klidson de Abreu einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27, 29:28)

Vorprogramm:
Dwight Grant bes. Carlo Pedersoli Jr. via T.K.o. nach 4:59 in Rd. 1
Chris Fishgold bes. Daniel Teymur via Rear Naked Choke nach 1:10 in Rd. 2
Gillian Robertson bes. Veronica Macedo via Rear Naked Choke nach 3:27 in Rd. 2
Damir Hadzovic bes.
Marco Polo Reyes via T.K.o. (Schläge) nach 2:03 in Rd. 2
Ismail Naurdiev bes. Michel Prazeres einstimmig nach Punkten (30:26, 30:27: 30:27)
Carlos Diego Ferreira bes. Rustam Khabilov (30:27,30:27, 29:28)
Damir Ismagulov bes. Joel Alvarez einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)