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UFC Pittsburgh: Rockhold kehrt gegen Branch zurück, Perry will nächsten Knockout

Ex-Champions unter sich: Luke Rockhold (l.) sucht gegen David Branch das erfolgreiche Comeback (Foto: UFC).

Und weiter geht’s: Nach der #MayMac-Pause im August ist die UFC wieder ganz in ihrem Element und feuert einen Event nach dem anderen raus. An diesem Wochenende geht es also in die Steel City: Beim dritten Besuch in Pittsburgh stehen die Mittelgewichte im Fokus. Ex-Champion Luke Rockhold kehrt nach eineinhalb Jahren Pause aus Mangel an Gegnern gegen die Nummer neun der Rangliste ins Octagon zurück, nachdem mit Mike Perry, Hector Lombard, Uriah Hall u.a. einige K.o.-Spezialisten ihren Auftritt hatten.

Das Hauptprogramm von UFC Pittsburgh wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting und auf dem UFC Fight Pass (ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv) übertragen.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 17. September, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting/UFC Fight Pass): Sonntag, 17. September, 4 Uhr

Hauptkampf: Luke Rockhold vs. David Branch

Wenn 2015 das beste Jahr in der Karriere Luke Rockholds (15-3) war, dann war 2016 wohl das frustrierendste. Nachdem der Kalifornier sich mit einer brillanten Leistung gegen Ex-Champion Lyoto Machida einen Titelkampf verdiente und die Chance mit einem technischen K.o. gegen Chris Weidman nutzte, ging es den Bach runter.

Erst verlor Rockhold seinen Gürtel durch K.o. in Runde eins an seinen Erz-Rivalen Michael Bisping, dann verletzte er sich am Kreuzband und musste Reha-Stunden drücken, statt auf seine Chance zur Revanche hinzuarbeiten. Fünfzehn Monate nach seinem Titelverlust wird Rockhold am Wochenende in den Käfig zurückkehren, um seinen alten Gürtel zu jagen.

Dort wird nicht Michael Bisping auf ihn warten, kein Robert Whittaker, Yoel Romero oder „Jacare“ Souza, sondern ein anderer Ex-Champion. David Branch (21-3) gewann und verteidigte bei der World Series of Fighting die Titel im Mittel- und Halbschwergewicht. Die beiden Gürtel legte er nieder, um in der UFC dem prestigeträchtigeren Gegenstück nachzujagen.

Nach einem Punktsieg gegen Krzysztof Jotko in seinem Rückkehrkampf in der UFC bekommt Branch hier die größte Chance seiner Karriere. Zwar mag der Grappler-Boxer als haushoher Underdog in seinen ersten UFC-Hauptkampf gehen, unterschätzen sollte man den 35-Jährigen aber nicht. Seit er 2011 aus der UFC entlassen wurde, hat Branch lediglich eine Punktentscheidung gegen Anthony Johnson verloren und ist daneben seit fünf Jahren ungeschlagen.

Ein Kaliber wie Rockhold hatte er in diesem Zeitraum trotzdem nicht vor den Fäusten. Der gelernte Jiu-Jitsu-Kämpfer punktet mit imposanter Athletik, schneidenden Kicks und unerbittlichem Druck – Chris Weidman, „Jacare“ Souza und Lyoto Machida sind nur einige der Namen, die an dem Kalifornier gescheitert sind.

Wer auch immer den Käfig am Wochenende in Pittsburgh als Sieger verlässt, wird sich in der chaotischen Mittelgewichts-Klasse in greifbare Nähe eines Titelkampfes gebracht haben.

Co-Hauptkampf: Mike Perry vs. Alex Reyes

Einmal mehr schlagen die MMA-Götter kurz vorm Kampfabend zu und haben einen der am heißesten erwarteten Kämpfe des Wochenendes von uns genommen. Und so wird Knockout-Striker Mike „Platinum“ Perry (10-1) am Samstag nicht auf Thaibox-Veteran Thiago Alves treffen, sondern auf UFC-Newcomer Alex Reyes (13-2).

Actionlastig sollte es dennoch werden. Perry machte sich mit großer Klappe und harten Knockouts schnell einen Namen in der UFC. Auf K.o.-Siege gegen Hyun Gyu Lim und Danny Roberts folgte eine Punktniederlage gegen Alan Jouban, die „Platinum“ im April mit einem Ellbogenstoß direkt aus der Hölle wettmachte, der Jake Ellenberger auf die Bretter gehen ließ.

Jetzt soll wieder eine Siegesserie her, und die Chance dazu bekommt Perry in Pittsburgh gegen Alex Reyes. Der kleinere große Bruder von UFC-Halbschwergewicht Dominick Reyes mag alle Vorzeichen gegen sich haben – keine Vorbereitungszeit, Gewichtsklassenwechsel nach oben, UFC-Debüt –, ein gefährlicher Gegner ist der 30-Jährige trotzdem.

Nachdem er seine ersten beiden Profi-Kämpfe 2007 verlor, startete Reyes eine Serie, die bis heute anhält: 13 Kämpfe in Folge gewann der Kalifornier vorzeitig, in die UFC wäre er wohl ohnehin eher früher als später gekommen. Nun kommt die Chance ein wenig früher als erwartet – ein Blick auf die Historie der beiden Kontrahenten lässt aber keinen Grund erkennen, warum es im neuen Co-Hauptkampf in Pittsburgh weniger knallen sollte als im alten.

Die restlichen Kämpfe von UFC Pittsburgh

Auf dem Programm von UFC Pittsburgh verstecken sich einige solide Ansetzungen, vor allem auf dem Vorprogramm. Beispielsweise wird es dort im Leichtgewicht zwischen Tony Martin (12-3) und Olivier „The Quebec Kid“ Aubin-Mercier (9-2) zur Sache gehen.

Martin ist vor allem ein Grappler, der acht seiner zehn Profi-Siege auf der Matte geholt hat. In der UFC konnte er seit 2014 vier Siege holen, u.a. gegen Fabricio Camoes und Johnny Case. Auch Aubin-Mercier hat bisher vor allem durch sein Grappling bestochen: Vier Aufgabe-Siege hat der Kanadier in der UFC bereits eingefahren, darunter drei Rear Naked Chokes – wenn er den Rücken zu packen bekommt, sieht es oft düster aus für seine Gegner. Martin will dieses Schicksal umgehen und sich seinerseits mit einem soliden Sieg für noch größere Aufgaben empfehlen.

Außerdem wird ein Kampf nachgeholt werden, der eigentlich vor über zwei Jahren bei UFC Berlin hätte steigen sollen. Krzysztof Jotko (19-2) hätte im Juni 2015 eigentlich auf Uriah „Prime Time“ Hall (12-8) treffen sollen, aufgrund von Einreise-Problemen bei Hall fiel das Duell jedoch flach. Nun wird der Kampf also doch noch nachgeholt.

Während Jotko im Octagon einen ansehnlichen Lauf absolvierte, der sechs Siege, u.a. gegen Thales Leites und Tamdan McCrory, beinhaltet, bevor er im Mai David Branch nach Punkten unterlag, stecke Hall in einem Tief fest. In Pittsburgh wird die einstige K.o.-Maschine, deren Gegner oft im Krankenhaus landeten, den ersten Sieg seit 2015 jagen. Einst als nächster Anderson Silva gehandelt, muss „Prime Time“ hier wohl gewinnen, um nicht entlassen zu werden.

Spannend könnte auch der erste Kampf des Abends zwischen Jason Saggo (12-3) und Gilbert „Durinho“ Burns (12-2) werden. Beide sind Kämpfer, die bisher an den wirklich guten Namen gescheitert sind, aber sonst jeden Gegner recht deutlich besiegt haben. In Pittsburgh wird sich herausstellen, welcher der beiden vor allem auf der Matte versierten Veteranen den nächsten Schritt nach vorne machen kann.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 116: Rockhold vs. Branch
Samstag, 17. September 2017
PPG Paints Arena in Pittsburgh, Pennsylvania, USA


Hauptprogramm (ran Fighting/UFC Fight Pass)
Luke Rockhold vs. David Branch
Mike Perry vs. Alex Reyes
Hector Lombard vs. Anthony Smith
Gregor Gillespie vs. Jason Gonzalez
Kamaru Usman vs. Sérgio Moraes
Justin Ledet vs. Zu Anyanwu

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Tony Martin vs. Olivier Aubin-Mercier
Anthony Hamilton vs. Daniel Spitz
Krzysztof Jotko vs. Uriah Hall
Jason Saggo vs. Gilbert Burns