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UFC on FOX 23: Shevchenko vs. Pena, plus Donald Cerrones Rückkehr nach Hause

Kurz vor dem Ziel: Valentina Shevchenko (l.) und Julianna Pena wollen 2017 um den Titel im Bantamgewicht kämpfen (Foto: UFC).

1600 Meter über dem Meeresspiegel wird am Wochenende wieder dort die Luft dünn, wo 1993 alles angefangen hat. 23 Jahre nach UFC 1 kehrt das Octagon an diesem Wochenende nach Denver, Colorado zurück. Im Gepäck hat der UFC-Zirkus dabei zwei der besten weiblichen Bantamgewichte der Welt, die sich mit einem Sieg wohl für einen Titelkampf qualifizieren würden. Komplettiert wird UFC Denver von einem Colorado-Urgestein und zwei Schwergewichten, deren Duell mit einiger Wahrscheinlichkeit vorbei sein wird, bevor dank Höhenlage die Luft knapp wird.   

Das Hauptprogramm von UFC on FOX 23 wird in Deutschland auf ran Fighting übertragen und ist im Black Pass enthalten, der 3,99 Euro monatlich kostet. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Samstag, 28. Januar, 22 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 28. Januar, 23 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 29. Januar, 2 Uhr

Hauptkampf: Valentina Shevchenko vs. Julianna Pena

Neue Helden braucht das Land. Genau genommen eine neue Heldin im UFC-Bantamgewicht, nachdem Über-Star Ronda Rousey bei UFC 207 wohl ihren Exitus aus dem Käfig eingeleitet hat. Zwei Kandidatinnen, die Rousey als Alpha-Frau im Bantamgewicht beerben könnten, sind Valentina „The Bullet“ Shevchenko (13-2) und Julianna „The Venezuelan Vixen“ Pena (8-2).

Einen hochkarätigeren Frauenkampf hätte die UFC aktuell kaum ansetzen können. Shevchenko verlor Anfang 2016 knapp gegen die jetzige Championess Amanda Nunes, ist sonst in der UFC aber noch ungeschlagen. Zuletzt konnte „The Bullet“ im Juli Ex-Championess Holly Holm auspunkten.

Pena ist seit 2013 Teil der UFC, als sie die 18. Staffel der „The Ultimate Fighter“-Reality-Serie gewann. In der Zwischenzeit hätte die 27-Jährige wohl schon um den Titel gekämpft, hätte sie sich nicht sämtliche Bänder im rechten Knie gerissen. Eineinhalb Jahre nach dem TUF-Sieg kehrte Pena 2015 in den Käfig zurück und konnte dort in Siegen gegen Milena Dudieva, Jessica Eye und Cat Zingano überzeugen.

Jetzt treffen die beiden Damen in einem Top-Duell aufeinander, dessen Siegerin mit einiger Wahrscheinlichkeit als nächstes auf Nunes treffen wird.

Leicht dürfte dieser letzte Schritt vor der Chance aufs Gold für keine der beiden Kämpferinnen werden. Während Shevchenko im Stand jeder Gegnerin arge Probleme bereiten kann, setzt im Bantamgewicht kaum jemand die Einzelteile des Sports so effektiv zusammen wie Pena. Abseits aller Bedeutung für die Rangliste sollte der Hauptkampf in Denver also auch in Sachen Unterhaltungswert MMA vom feinsten bieten.

Co-Hauptkampf: Donald Cerrone vs. Jorge Masvidal

Einen Ausflug nach Hause konnte Donald „Cowboy“ Cerrone (32-7-0(1)) nicht ausschlagen. Schon als das Octagon 2012 für UFC 150 zum ersten Mal ins Pepsi Center von Denver kommen sollte, bearbeitete Cerrone die UFC-Chefetage so lange, bis er dort auf dem Programm stand. Jetzt kehrt der Käfig einmal mehr in die Heimat des Cowboys zurück, der natürlich wieder mit von der Partie ist, obwohl er erst im Dezember Matt Brown ausgeknockt hat.

Tatsächlich aber war der Austragungsort wohl nur ein Bonus für Cerrone – man hätte ihn so oder so bald wieder im Käfig gesehen. Cerrone ist einer der aktivsten Kämpfer der UFC und, nicht zuletzt deshalb, auch einer der populärsten. Gegen jeden, überall und zu jederzeit anzutreten ist seit jeher Cerrones Motto, das ihn in der UFC zu 23 Kämpfen in sechs Jahren geführt hat. Gewinnt er hier, würde er mit Michael Bispings aktuellem Rekord von 20 gewonnenen UFC-Auftritten gleichziehen.

In den wichtigen Kämpfen ist Cerrone zwar hin und wieder gestolpert, u.a. Ende 2015 in seinem bis dato einzigen Titelkampf gegen Rafael dos Anjos, seit seinem Wechsel ins Weltergewicht sah der „Cowboy“ allerdings vier Mal in Folge bestechend gut aus: Neben Brown konnte Cerrone dort 2016 auch Alex Oliveira, Patrick Coté und Rick Story vorzeitig besiegen. Jetzt kann Cerrone nach seinem K.o.-Sieg gegen Melvin Guillard bei UFC 150 wieder Zuhause eine Show abliefern.

Jorge „Gamebred“ Masvidal (31-11) allerdings ist für diese Gelegenheit kein allzu dankbares Hindernis. Acht Siege hat der Allrounder in der UFC bereits geholt, u.a. gegen Tim Means, Michael, Ross Pearson und Jake Ellenberger. K.o.-Power, Zähigkeit, Aggressivität und technische Finesse im Stand als auch am Boden waren Attribute, die Masvidal zuletzt hocheffektiv eingesetzt hat. Sollten sie am Wochenende auch für den „Cowboy“ reichen, dürften „Gamebred“ 2017 die bedeutendsten Kämpfe seiner Karriere bevorstehen. Und auch hier gilt, wie beim Hauptkampf: Allein der Unterhaltungswert rechtfertigt das Einschalten, abseits aller Titel-Implikationen.

Die restlichen Kämpfe von UFC Denver

Wie mittlerweile üblich, finden sich auch auf dem Programm von UFC Denver nicht allzu viele große Namen auf einem Haufen. Einige Kämpfe könnten trotzdem interessant werden, und das aus verschiedensten Gründen.

So wird es im Schwergewicht zum Duell zwischen der alten Garde und den jungen Wilden kommen.

Andrei „Pitbull“ Arlovski (25-13-0(1)) ist einer der beliebtesten und respektiertesten noch aktiven Kämpfer der UFC. Der ehemalige Schwergewichtschampion hat in seiner Laufbahn fast alles erreicht und nach seiner UFC-Rückkehr 2014 eine unerwartete Karriere-Renaissance gestartet, die vergangenes Jahr jedoch gleich dreimal ein jähes Ende fand: Arlovski wurde nacheinander von Stipe Miocic und Alitair Overeem ausgeknockt und im September bei UFC Hamburg von Josh Barnett zur Aufgabe gezwungen.

Francis „Predator“ Ngannou (9-1) dagegen steht noch am Anfang seiner Laufbahn. Der französische Kickboxer bringt haufenweise Muskeln, aber auch Explosivität, Agilität und Technik mit, was bisher beinahe jeden seiner Gegner überfordert hat.

Allein in der UFC hat der „Predator“ vergangenes Jahr vier vorzeitige Siege eingefahren, nachdem er seine Kampfsport-Karriere 2013 als Obdachloser in Paris begann. Vier Jahre später bekommt die K.o.-Maschine den respektabelsten Gegner seiner bisherigen Karriere vor die Fäuste und damit die Chance, an einer alternden Legende den eigenen Namen aufzupolieren.

Versteckt im Vorprogramm wird außerdem das schon länger geplante Duell zwischen Raphael Assuncao (23-5) und Aljamain „The Funkmaster“ Sterling (12-1) stattfinden. Die beiden Top-Bantamgewichte hätten eigentlich bereits im Dezember aufeinandertreffen sollen, eine Verletzung Sterlings verschob den Hochkaräter zwischen den zwei talentierten Grapplern jedoch nach hinten.

Beide haben zuletzt verloren – Sterling gegen Bryan Caraway, Assuncao gegen T.J. Dillashaw – nach ihren jeweiligen vorhergehenden Siegesserien dürften sie mit einem Sieg in Denver aber schnell wieder Anschluss an die Spitze der Gewichtsklasse finden.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC on FOX 23: Shevchenko vs. Pena
Samstag, 28. Januar 2016
Pepsi Center in Denver, Colorado, USA


Hauptprogramm (ran Fighting)
Valentina Shevchenko vs. Julianna Pena
Donald Cerrone vs. Jorge Masvidal
Andrei Arlovski vs. Francis Ngannou
Alex Caceres vs. Jason Knight

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Nate Marquardt vs. Sam Alvey
Raphael Assuncao vs. Aljamain Sterling
Bobby Nash vs. Li Jingliang
Luis Henrique da Silva vs. Jordan Johnson
Eric Spicely vs. Alessio Di Chirico
Marcos Rogério de Lima vs. Jeremy Kimball

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Alexandre Pantoja vs. Eric Shelton
Jason Gonzales vs. J.C. Cottrell