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UFC on FOX 11: Werdum sichert sich Titelkampf gegen Velasquez

Travis Browne siegte im Hauptkampf (Foto: ZUFFA LLC)

Fabricio Werdum heißt der neue Herausforderer auf Cain Velasquez' Schwergewichtstitel. Im Hauptkampf von UFC on FOX 11 sicherte sich der Brasilianer einen deutlichen Punktsieg über Travis Browne und damit den Posten als Herausforderer Nummer Eins. Zuvor konnte Miesha Tate gegen Liz Carmouche ihren ersten UFC-Sieg feiern.

Travis Browne vs. Fabricio Werdum
Beide Kämpfer kamen aggressiv aus ihren Ecken und Browne brachte Werdum früh in arge Bedrängnis. Der Brasilianer überstand die Angriffe und schaffte das Unmögliche: einen Takedown gegen Travis Browne. Auf der Matte klammerte Browne anfangs und schüttelte den Brasilianer ab, sodass es wieder in den Stand ging. Hier war es überraschend Werdum, der mit Körpertreffern, einer Kombination und einem Uppercut punkten konnte. Browne wirkte angeschlagen und konnte sich über das Ende der Runde freuen.

Im zweiten Durchgang lieferten sich beide Schwergewichte erneut einen offenen Schlagabtausch, bevor Werdum den Kampf ein weiteres Mal auf die Matte verlagerte. Browne blieb passiv und beschränkte sich auf das Unterbinden der Offensivaktionen Werdums am Boden. Werdum sicherte sich die Side Control und arbeitete anschließend an einem Kimura, aber Browne konnte sich heraus drehen und kam wieder auf die Füße. Mit einem müden Browne endete der zweite Durchgang.

Browne hatte mit Beginn der dritten Runde seine kompletten Reserven verbraucht, ließ seine Arme hängen und beschränkte sich auf Einzelaktionen, während Werdum den Hawaiianer weiter unter Druck setzte und immer wieder mit Kicks und Kombinationen bearbeitete. Brownes Kinn hielt, aber Werdum nahm Browne Runde um Runde ab. Der Brasilianer hatte Respekt vor der Kraft Brownes und ging kein unnötiges Risiko ein während Browne nicht mehr zeigen konnte. In den letzten Sekunden feuerte Browne noch einmal alles ab, was er konnte, aber es reichte nicht. Werdum gewann nach Punkten.
Fabricio Werdum bes. Travis Browne einstimmig nach Punkten (50-45, 50-45, 49-46)

Miesha Tate vs. Liz Carmouche
Der Kampf begann zäh. Carmouche kontrollierte die erste Runde durch Takedowns und gewann den Kleinkrieg um die Positionen. Sie versuchte, den Kampf so langsam wie möglich zu halten und Tate keine Möglichkeit zum Takedown zu geben. In der zweiten Runde wachte Tate dann auf. Sie konnte genau wie Carmouche den Kampf auf die Matte verlagern und hatte mit einer Guillotine die Möglichkeit zum vorzeitigen Ende, aber Carmouche verteidigte sich. Der letzte Durchgang gehörte dann nur noch "Cupcake". Nach Treffern im Stand brachte Tate den Kampf auf die Matte und sicherte sich schnell den Rücken. Von da an kämpfte Carmouche die letzten zwei Minuten nur noch ums Überleben im Käfig. Tate versuchte sich mehrfach an einem Rear-Naked Choke, aber Carmouche gab einfach nicht auf und rettete sich bis zu den Punktrichtern, die den Kampf allerdings einstimmig für Tate werteten.
Miesha Tate bes. Liz Carmouche geteilt nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)

Donald Cerrone vs. Edson Barboza
Starke Leistung von Cerrone. Der "Cowboy" musste gleich zu Beginn einen harten Treffer einstecken und wirkte angeschlagen. Mit Takedownversuchen gewann er genügend Zeit, um sich für den nächsten Schlagabtausch zu erholen. Barboza setzte früh auf Kicks und konnte auch mit den Fäusten Treffer landen. Gerade in dem Moment, als man dachte, Cerrone wäre aufgrund der Geschwindigkeit Barbozas in Schwierigkeiten, landete der Amerikaner einen linken Jab, der Barboza auf die Knie zwang. Geistesgegenwärtig sicherte sich Cerrone blitzschnell den Rücken und setzte einen Rear-Naked Choke an, aus dem Barboza nur die Aufgabe übrig blieb.
Donald Cerrone bes. Edson Barboza via Rear-Naked Choke nach 3:15 in Rd. 1

Brad Tavares vs. Yoel Romero
Kritiker, die Romero zuletzt vorwarfen, sein Ringen zu vernachlässigen, sollten nach dieser Leistung besänftigt sein. Der Kubaner präsentierte wie gewohnt seine Stärken im Stand, nutzte dieses Mal aber seinen ringerischen Vorteil aus und brachte Tavares mehrfach auf die Matte. Tavares hatte den Attacken Romeros kaum etwas entgegenzusetzen. Romero sicherte sich Runde um Runde mit seinen Fäusten, den Ellenbogen, die in der zweiten Runde eine lange Platzwunde bei Tavares öffneten, und immer wieder den Takedowns. Zwar konnte Romero dieses Mal den Kampf nicht vorzeitig für sich entscheiden, dafür zeigte er eine rundum dominante Leistung gegen Tavares und sicherte sich den einstimmigen Punktsieg.
Yoel Romero bes. Brad Tavares einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Rafael dos Anjos vs. Khabib Nurmagomedov
Die beiden Anwärter auf einen Leichtgewichtstitelkampf lieferten den Fans einen wahnsinnig spannenden Kampf zum Ende des Vorprogramms. Die erste Runde ging hauchdünn an den Russen, der immer wieder nach vorne schoss und dos Anjos zu Boden ringen konnte. Im Stand konnten beide Athleten punkten. Nurmagomedov machte da weiter, wo er in der ersten Runde aufgehört hatte und brachte dos Anjos erneut zu Boden. Ohne großen Schaden auszurichten, kontrollierte er den Brasilianer aus der Oberlage und hielt seinen Kopf aus einer Guillotine heraus, die dos Anjos ansetzte. Dem Brasilianer wurde von seiner Ecke klar mitgeteilt, dass er die ersten beiden Runden verloren hatte, daher ging dos Anjos im finalen Durchgang ein höheres Risiko, bedrängte Nurmagomedov und versuchte, seinerseits mit einem Takedown zu punkten, was von Nurmagomedov mit einem schönen Wurf gekontert wurde. Ab der Mitte der Runde befand sich Nurmagomedov erneut in der Oberlage und bearbeitete den Brasilianer bis zum Kampfende mit kurzen Schlägen.
Khabib Nurmagomedov bes. Rafael dos Anjos einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Thiago Alves vs. Seth Baczynski
Zwei Jahre stand er nicht mehr im Käfig, doch Thiago Alves ist zurück. Nachdem er anfangs etwas Eingewöhnungszeit brauchte, nahm er gegen Mitte der ersten Runde das Heft in die Hand und bearbeitete das Vorderbein von Bathczynski mit harten Kicks. Alves zeigte sich in starker Form und konnte in jeder Runde eine neue Platzwunde bei der "Polish Pistola" öffnen. Baczynski setzte  ebenfalls gute Treffer, wurde von der Anzahl an Kicks und Schlägen von Alves in den Rückwärtsgang gezwungen und musste am Ende trotz guter Gegenwehr eine Punktniederlage einstecken.
Thiago Alves bes. Seth Baczynski einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Jorge Masvidal vs. Pat Healy
Masvidal kam stark aus seiner Ecke und zeigte schöne Schlag- und Tritttechniken gegen Healy, der den Kampf wie so oft in den Clinch bringen und dort mit Dirty Boxing punkten wollte. Das gelang Healy immer wieder im Verlauf der drei Runden, Masvidal schien das jedoch nichts auszumachen. Er konnte sich immer wieder lösen und Healy weiter mit Schlägen eindecken. Die Takedowns von Healy waren am Ende zu wenig, trotz einer beherzten Leistung und erneut unter Beweis gestellten Nehmerqualitäten war die Anzahl der Treffer von Masvidal am Ende zu hoch, um die Punktrichter von sich zu überzeugen.
Jorge Masvidal bes. Pat Healy einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 30-27)

Estevan Payan vs. Alex White
Kein langes Debüt für Alex White. Nachdem Payan die ersten Sekunden im Standkampf bestimmte, schickte White ihn mit einer linken Geraden zu Boden. White ging hinterher und landete zahlreiche Treffer, die Payan erst bewusstlos schlugen und dann wieder aufweckten. Der Ringrichter brach den Kampf unter Protest des mittlerweile wieder wach gewordenen Payan ab.
Alex White bes. Estevan Payan via T.K.o. (Schläge) nach 1:28 in Rd. 1

Caio Magalhaes vs. Luke Zachrich
Lange hatte TUF-7-Kämpfer Luke Zachrich auf sein UFC-Debüt gewartet, so hatte er sich das nicht vorgestellt. Magalhaes kam aus seiner Ecke und dominierte den Grappler mit harten treffern im Stand. Eine Linke in die Rippen ließ Zachrich zurückweichen, eine Rechte ihn Taumeln. Magalhaes setzte weitere Treffer hinterher und ein Kniestoß zum Körper ließ Zachrich zusammen sacken. Magalhaes ging mit Hammerfäusten und Schlägen hinterher, John McCarthy brach den Kampf ab.
Caio Magalhaes bes. Luke Zachrich via T.K.o. (Schläge) nach 0:44 in Rd. 1

Jordan Mein vs. Hernani Perpetuo
Jordan Mein kam besser in den Kampf und spielte in den ersten beiden Runden seine Erfahrung aus. Zu keinem Zeitpunkt konnte ihm der Brasilianer Perpetuo wirklich gefährlich werden. Ob im Stand oder nach Takedowns, Mein hatte zu jeder Zeit die Kontrolle über den Kampf. Insbesondere mit Meins Fußarbeit und Beweglichkeit hatte Perpetuo Probleme. Im letzten Durchgang wurde Perpetuo jedoch stärker, konnte Mein mit Treffern durchrütteln und einen tiefen Kniehebel ansetzen. Mein befreite sich und setzte kurz vor Kampfende noch einen Takedown hinterher, um weiterem Schaden im Standkampf zu entgehen.
Jordan Mein bes. Hernani Perpetuo geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Dustin Ortiz vs. Ray Borg
Die beiden Fliegengewichte zeigten eine sehr spannende Begegnung, in der vor allem Takedowns im Vordergrund standen. Es war ein ständiges Hin und Her, wobei Borg mit mehreren schönen Würfen überzeugen konnte. Zudem konnte er sich gleich mehrfach den Rücken von Ortiz sichern, ohne jedoch ein vorzeitiges Ende herbeizuführen. Nach zwei ausgeglichenen Runden waren es in der dritten Runde Ortiz Fertigkeiten im Stand, die den Ausschlag gaben, sodass Borg trotz eines Takedowns die Runde abgeben musste und damit den Kampf knapp verlor.
Dustin Ortiz bes. Ray Borg geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Mirsad Bektic vs. Chas Skelly
Der an sich unterhaltsame Kampf der beiden Debütanten wurde von zwei brutalen Kniestößen von Skelly Mitte der zweiten Runde überschattet, von denen mindestens einer illegal war und mit einem Punktabzug geahndet wurde. Bektic sah im Anschluss nicht wirklich kampffähig aus, machte aber weiter und konnte, nachdem er die erste Runde mit guten Treffern gewonnen und die zweite aufgrund von harten Händen Skellys abgegeben hatte, in der letzten Runde mit einem frühen Takedown den Kampf in seine Richtung lenken und den Punktsieg für sich verbuchen.
Mirsad Bektic bes. Chas Skelly mehrheitlich nach Punkten (29-27, 29-27, 28-28)

Derrick Lewis vs. Jack May
Lewis begann mit einem Takedown quer durch den Käfig, konnte am Boden aber nicht viel ausrichten und wurde von May gedreht, der sich in die Mount bewegen konnte. Lewis schüttelte ihn ab und ließ ab dann harte Fäuste regnen. May drehte sich weg und Derrick Lewis machte mit weiteren Schlägen den Sack zu. Nach Kampfende sah es zudem so aus, als ob sich May während des Kampfes am Knie verletzt hatte.
Derrick Lewis bes. Jack May via T.K.o. (Schläge) nach 4:23 in Rd. 1

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC on Fox 11: Werdum vs. Browne
Samstag, 19. April 2014 
Amway Center in Orlando, Florida, USA

Fabricio Werdum bes. Travis Browne einstimmig nach Punkten (50-45, 50-45, 49-46)
Miesha Tate bes. Liz Carmouche einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Donald Cerrone bes. Edson Barboza via Rear-Naked Choke nach 3:15 in Rd. 1
Yoel Romero bes. Brad Tavares einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Khabib Nurmagomedov bes. Rafael dos Anjos einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Thiago Alves bes. Seth Baczynski einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Jorge Masvidal bes. Pat Healy einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 30-27)
Alex White bes. Estevan Payan via T.K.o. (Schläge) nach 1:28 in Rd. 1
Caio Magalhaes bes. Luke Zachrich via T.K.o. (Schläge) nach 0:44 in Rd. 1
Jordan Mein bes. Hernani Perpetuo geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)
Dustin Ortiz bes. Ray Borg geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)
Mirsad Bektic bes. Chas Skelly mehrheitlich nach Punkten (29-27, 29-27, 28-28)
Derrick Lewis bes. Jack May via T.K.o. (Schläge) nach 4:23 in Rd. 1