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UFC Norfolk: Knaller-Card mit Poirier, Pettis, Arlovski und Co.

Verspricht Action: Die UFC gastiert am Wochenende in Virginia (Foto: UFC).

Die schwierige Aufgabe, auf den wohl besten UFC-Event des Jahres zu folgen, hat an diesem Wochenende UFC Norfolk. Wenn ein anstehender Event das Potential hat, der New Yorker Blockbuster-Show in Sachen Action das Wasser zu reichen, dann ist es aber die Fight Night aus Virginia, die von oben bis unten mit vielversprechenden Kämpfen durchsetzt ist. Von Dustin Poirier und Anthony Pettis im Hauptkampf über Matt Browns Verrentung gegen Diego Sanchez bis hin zu Namen wie Andrei Arlovski, Clay Guida und Marlon Moraes.

Das Hauptprogramm von UFC Norfolk wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting übertragen. Auch der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist, zeigt den gesamten Event.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. November, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. November, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting): Sonntag, 12. November, 4 Uhr

Hauptkampf: Dustin Poirier vs. Anthony Pettis

In Zeiten von über 40 Events pro Jahr und einem ständig fluktuierenden Kader passiert es selten, dass zwei langjährige UFC-Kämpfer zum ersten Mal aufeinandertreffen. In Norfolk wird das gleich mehrfach der Fall sein: Joe Lauzon kämpft gegen Clay Guida, Matt Brown gegen Diego Sanchez und im Hauptkampf Dustin „The Diamond“ Poirier (21-5-0(1)) gegen Anthony „Showtime“ Pettis (20-6).

Während alle drei Duelle Action versprechen, geht es im Leichtgewichts-Showdown zwischen Poirier und Pettis um mehr. Die beiden Veteranen haben im Octagon einiges durchgemacht, jeweils in mehreren Gewichtsklassen, waren nah dran am Titel (Poirier) oder hatten sogar selbst einen Gürtel an der Wand hängen (Pettis). Am Wochenende soll es mit einem imposanten Sieg wieder in die Nähe des Golds gehen.

Für Poirier wäre ein Sieg gegen den Ex-Champion der Größte seiner Karriere, denn an derart prestigeträchtigen Gegnern ist er bisher nicht vorbeigekommen. Der „Diamond“ hat mit seinem aggressiven Kampfstil 13 UFC-Siege geholt, darunter sind solide Namen wie Joseph Duffy, Jim Miller oder ein junger Max Holloway. Die großen Kämpfe aber entglitten dem ATT-Athleten, so in den letzten Jahren geschehen in K.o.-Niederlagen gegen Conor McGregor und Michael Johnson.

Im Mai sah es so aus, als würde Poirier den Fluch brechen. Der Kampf gegen Ex-Champion Eddie Alvarez lief gut für den „Diamond“, endete bei UFC 211 jedoch in einem No Contest, als Alvarez ihn mit Knien am Boden traf. Trotz deutlicher Forderungen ist Poirier der Rückkampf verwehrt geblieben – mit Pettis als Plan B dürfte er trotzdem zufrieden sein.

„Showtime“ ist für spektakuläre Kicks ebenso bekannt wie für fehlende Konsistenz. Wenn Pettis einen guten Tag hat, liefert er Material für Highlight-Videos, an schlechten Tagen lässt der 30-Jährige sich die Butter vom Brot nehmen und gibt Kämpfe über die Distanz ab.

Nachdem er 2015 seinen Titel im Leichtgewicht an Rafael dos Anjos verlor und 2016 Punktentscheidungen sowohl an Eddie Alvarez als auch an Edson Barboza abgab, wechselte Pettis noch im gleichen Jahr ins Federgewicht. Nach einem soliden Sieg gegen Charles Oliveira zwang der harte Gewichtscut Pettis jedoch in die Knie – gegen Max Holloway konnte er im vergangenen Dezember wenig zeigen.

Seit 2017 ist Pettis zurück im Leichtgewicht, wo er im Juli Jim Miller nach Punkten bezwang. Gegen den auf hohem Niveau wild agierenden Poirier muss Techniker Pettis jetzt zeigen, dass er noch immer in die relevanten Regionen der hart umkämpften 70-Kilo-Klasse gehört, während Poirier endlich an die Spitze durchbrechen will.

Co-Hauptkampf: Matt Brown vs. Diego Sanchez

Wer ein Fan von Matt „The Immortal“ Brown (20-16) oder Diego „Lionheart“ Sanchez (27-10) ist – was auf einen Großteil der MMA-Gemeinde zutreffen dürfte –, der sollte den Co-Hauptkampf von UFC Norfolk nicht verpassen. Denn beide Veteranen gehen mit schnellen Schritten auf das Ende ihrer jeweiligen Karriere zu. Für Matt Brown wird es sogar aller Voraussicht nach sein Abschiedskampf.

Dass die beiden für spektakuläre Schlachten bekannten Fan-Favoriten erst jetzt aufeinandertreffen, ist beinahe eine Schande. Die längste Zeit über haben Brown und Sanchez allerdings nicht einmal in der gleichen Gewichtsklasse gekämpft, deshalb dürfte die Tatsache, dass sie sich nun doch gegenüberstehen werden, unter der Kategorie „Besser spät als nie“ abgebucht werden.

Brown ist seit 2008 Teil der UFC und hat die übliche Karriere im Octagon verkehrt herum absolviert. In den ersten Jahren hagelte es teils zig Niederlagen am Stück, bevor er 2012 einen imposanten Lauf startete. Sieben aufeinanderfolgende Siege, u.a. gegen Jordan Mein, Erick Silva und Stephen Thompson, führten ihn bis fast an einen Titelkampf.

Zuletzt ging es allerdings wieder bergab – fünf Niederlagen in sechs Kämpfen, die letzten beiden zum ersten Mal durch Knockout, legen nahe, dass das Karriereende vielleicht zur rechten Zeit kommt (obwohl er zuletzt andeutete, dass das Ende vielleicht doch noch nicht erreicht ist.

Dass Brown überhaupt im Octagon zu sehen war, grenzt dabei an ein Wunder – der ehemalige Drogenabhängige war vor seiner UFC-Karriere nach einer Überdosis Heroin klinisch tot und überlebte nur knapp. Nun neigt sich die unwahrscheinliche Karriere im zweiten Leben des „Immortal“ ihrem Ende zu – der Abschiedskampf hätte gegen keinen passenderen Kontrahenten kommen können.

Auch Diego Sanchez ist bekannt für harte Schlachten. Der Sieger der ersten „The Ultimate Fighter“-Staffel hat nie einen Titel gewonnen, dafür aber zehn Post-Fight-Bonuszahlungen und die Herzen jeder Menge Fans.

Zuletzt setzte es aber auch für den zähen Sanchez erstmalig K.o.-Niederlagen, gegen Al Iaquinta und Joe Lauzon. Diese Woche kündigte der 35-Jährige trotzdem an, im Weltergewicht seine guten Tage wieder aufleben lassen zu wollen. Für den einen könnte es also das Ende sein, für den anderen ein Neustart. So oder so dürften die Fans als Gewinner schon im Vorhinein feststehen.

Die restlichen Kämpfe von UFC Norfolk

Für eine Fight Night ist UFC Norfolk ausgesprochen gut besetzt. So wird im Schwergewicht Ex-Champion und Fan-Favorit Andrei „The Pit Bull“ Arlovski (25-15-0(1)) seine vielleicht letzte Chance in der UFC bekommen.

Der 38-Jährige kam 2014 zurück in die UFC und brachte sich mit vier Siegen in unmittelbare Titelnähe, bevor mit fünf Niederlagen der Absturz folgte. Nachdem er vier Mal hintereinander vorzeitig aus dem Kampf genommen wurde, gab Arlovski in seinem letzten Kampf nur eine Punktentscheidung an Marcin Tybura ab – zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, so hart es klingen mag.

Gegen Júnior „Baby“ Albini (14-2) muss nun aber ein großer Schritt her, namentlich ein Sieg, ohne den es zumindest in der UFC sehr eng werden wird für Arlovski. Albini dagegen steht am Anfang seiner Karriere – der 26-jährige Brasilianer, der bitterarm aufwuchs und seiner Tochter nie auch nur Spielzeug kaufen konnte, stürmte im Juli mit einem technischen Knockout gegen Tim Johnson auf die internationale Bühne.

Vier Monate später und um einen „Performance of the Night“-Bonus (50.000 Dollar) reicher kehrt Albini nun für eine massive Chance zurück ins Octagon.

Der bereits erwähnte Kampf zwischen Joe „J-Lau“ Lauzon (27-13) und Clay „The Carpenter“ Guida (33-17) ist ein Schmankerl für langjährige Fans. Bei UFC 63 (Lauzon) bzw. UFC 64 (Guida) gaben die beiden Action-Kämpfer ihr Octagon-Debüt, das ist mittlerweile elf Jahre her. Seitdem haben die zwei Veteranen jede Menge Höhen und Tiefen mitgemacht und werden wohl nicht mehr um einen Titel antreten. Für 15 Minuten Action sind „J-Lau“ und der „Carpenter“ aber noch immer zu haben.

Hochkarätig sollte es auch auf dem Vorprogramm zugehen, auf dem John „The Magician“ Dodson (19-8) sich mit Ex-WSOF-Champion Marlon Moraes (18-5-1) messen wird. Dodson, ein zweimaliger Titelherausforderer im Fliegengewicht, wechselte nach zwei Niederlagen gegen Champ Demetrious Johnson hoch ins Bantamgewicht und gewann dort zwei von drei Kämpfen.

Moraes wechselte im Frühjahr mit 13 aufeinanderfolgenden Siegen im Rücken in die UFC, unterlag bei UFC 212 im Juni jedoch Raphael Assuncao nach Punkten.

Nun will der Brasilianer dort weitermachen, wo er nach fünf erfolgreichen Titelverteidigungen bei WSOF aufgehört hat – mit einem Sieg gegen ein bekanntes Gesicht wie Dodson könnte Moraes sich nach dem verkorksten Start wieder in die Richtung des Ziels begeben, für das er in die UFC gekommen ist: den Titel.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 120: Poirier vs. Pettis
Samstag, 11. November 2017
Ted Constant Convocation Center in Norfolk, Virginia, USA


Hauptprogramm (UFC Fight Pass/ran Fighting)
Dustin Poirier vs. Anthony Pettis
Matt Brown vs. Diego Sanchez
Andrei Arlovski vs. Júnior Albii
Nate Marquardt vs. Cezar Ferreira
Raphael Assuncao vs. Matthew Lopez
Joe Lauzon vs. Clay Guida

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
John Dodson vs. Marlon Moraes
Tatiana Suarez vs. Viviane Perreira
Sage Northcutt vs. Michel Quinones
Angela Hill vs. Nina Ansaroff

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Court McGee vs. Sean Strickland
Jake Collier vs. Marcel Fortuna
Darren Stewart vs. Karl Roberson