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UFC Mexico City: Tony Ferguson bezwingt dos Anjos in der mexikanischen Höhenluft

Am Samstag machte die UFC zum dritten Mal Halt in der mexikanischen Hauptstadt Mexico City. Bei der UFC Fight Night 98 wurde nicht nur ein neuer TUF-Sieger gekürt, Fans kamen zudem in den Genuss zweier vielversprechender Debütanten. Im Hauptkampf kam es zu einem Leichtgewichtsduell mit Titel-Implikationen: ex-Champion Rafael dos Anjos traf auf Tony Ferguson, den Inhaber der längsten Siegesserie der Gewichtsklasse.

Der Lauf geht weiter für Tony Ferguson. Auch ex-Champion Rafael dos Anjos konnte den Siegeszug des Amerikaners nicht stoppen, obwohl er die erste Runde für sich verbuchen konnte. Ferguson und sein unkonventioneller Standkampf nahmen dem Brasilianer in der zweiten Runde dann jedoch den Rhythmus. „El Cucuy“ wechselte die Auslagen, duckte sich hin und her und attackierte mit dem Jab, Leg und Bodykicks. Schlug er mit der Rechten vorbei, kam der eingedrehte Ellbogen prompt hinterher. In der Dritten hatte sich der ex-Weltmeister gefangen und schlug wieder mit. Dos Anjos beschränkte sich dabei auf einzelne, dafür kraftvollere Attacken, während Ferguson über das Volumen Punkte sammelte.

Auch in den späten Runden sollte es unterhaltsam weitergehen. Mit einem Kniestoß landete Ferguson den ersten Wirkungstreffer der vierten Runde, die er wieder für sich verbuchen konnte. Sicher konnte er sich jedoch nicht sein, zu gefährlich waren die Vorstöße dos Anjos‘, zu klar die Treffer. Mit der Ungewissheit ging es in den letzten Durchgang, in welchem sich ein spannender Schlagabtausch entwickelte. Die Punktrichter mussten entscheiden, keine einfache Aufgabe. Am Ende hieß es drei Mal 48:47 für „El Cucuy“ Tony Ferguson, der neunte Sieg in Folge für das Leichtgewicht, UFC-Rekord.

Diego Sanchez und Ricardo Lamas überraschen

Das hatte sich Marcin Held anders vorgestellt. Angetreten mit dem Ziel, als erster Kämpfer überhaupt Diego Sanchez zur Aufgabe zu bringen, musste sich der junge Pole am Ende nach Punkten geschlagen geben. Held hatte seine Momente im Stand und konnte Sanchez am Zaun fast zur Aufgabe bringen, was der Veteran nur durch einen kunstvollen Spaziergang über den Zaun verhindern konnte. In der Folge ging Held jedoch die Puste aus und Sanchez übernahm das Ruder. Die Leglock-Bemühungen verpufften wirkungslos, während „The Nightmare“ aus der Oberlage die letzten beiden Runden kontrollierte.

Am anderen Ende der UFC-Karriere steht vielleicht Charles Oliveira, der größte Verlierer des Wochenendes. Der Brasilianer stieg am Vortag erst mit neun Pfund Übergewicht auf die Waage, hatte dann Mühe, das vereinbarte Catchweight am Kampftag zu halten und wurde dann von Ricardo Lamas in der zweiten Runde mit einem Guillotine Choke zum Abklopfen gebracht. Fast hätte Oliveira sogar den Sieg geholt, nur wenige Sekunden fehlten zum Sieg durch Rear-Naked Choke im ersten Durchgang. Stattdessen war es Lamas, der Oliveira bereits die zweite Submission-Niederlage in Folge verpasste.

Willkommen in der UFC, Martin Bravo und Alexa Grasso

Martin Bravo heißt der jüngste TUF-Sieger im UFC-Kader. Der Peruaner bezwang Claudio Puelles durch technischen K.o. in der zweiten Runde. Der kleinere Bravo glich die fehlende Länge durch Aggressivität aus und befand sich permanent im Vorwärtsgang. Eine schöne Kombination beendete er Mitte der zweiten Runde mit einem schönen Leberhaken, der Puelles in die Knie zwang. Wenige Schläge am Boden später wurde der Kampf abgebrochen und Bravo konnte seinem TUF-Coach Forrest Griffin in die Arme springen.

Den Anfang im Hauptprogramm machten die Strohgewichte Alexa Grasso und Heather Jo Clark. Die Invicta-Championesse und UFC-Debütantin Grasso zeigte sich in ihrer Octagon-Premiere dominant, schickte Clark bereits in der ersten Runde zu Boden und verlegte sich anschließend auf die Takedown-Abwehr und Treffer aus der Distanz. Genug für die Punktrichter, die einstimmig für die Mexikanerin werteten. Im Anschluss gewann Beneil Dariush einen taktisch im Stand und Clinch geführten Kampf gegen Rashid Magomedov ebenfalls nach Punkten.

Im Vorprogramm ging es heftiger zur Sache. Joe Soto machte die geringe Vorbereitungszeit nichts aus, er brachte Marco Beltran nach anderthalb Minuten per Inverted Heel Hook zur Aufgabe. Noch schneller war Max Griffin gegen Erick Montano. Der Amerikaner benötigte nur 54 Sekunden bis zum T.K.o. Anders hingegen im Bantam-Duell zwischen Douglas Silva de Andrade und Henry Briones. Die beiden schenkten sich drei Runden nichts und lieferten einen unterhaltsamen Standkampf ab, den Silva schließlich in der dritten Runde per Spinning Back Fist beendete.

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 98: dos Anjos vs. Ferguson
5. November 2016
Mexico City, Mexiko

Tony Ferguson bes. Rafael dos Anjos einstimmig nach Punkten (48:47, 48:47, 48:47)
Diego Sanchez bes. Marcin Held einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:27)
Ricardo Lamas bes. Charles Oliveira via Guillotine Choke nach 2:13 in Rd. 2

TUF-Lateinamerika-3-Finale im Leichtgewicht
Martin Bravo bes. Claudio Puelles via T.K.o. (Schläge) nach 1:55 in Rd. 2

Beneil Dariush bes. Rashid Magomedov einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Alexa Grasso bes. Heather Jo Clark einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)

Vorprogramm
Erik Perez bes. Felipe Arantes geteilt nach Punkten (28:29, 29:28, 29:28)
Joe Soto bes. Marco Beltran via Inverted Heel Hook nach 1:37 in Rd. 1
Max Griffin bes. Erick Montano via T.K.o. (Schläge) nach 0:54 in Rd. 1
Douglas Silva de Andrade bes. Henry Briones via T.K.o. (Spinning Back Fist) nach 2:33 in Rd. 3
Sam Alvey bes. Alex Nicholson einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Marco Polo Reyes bes. Jason Novelli geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Enrique Barzola bes. Chris Avila einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26, 30:26)