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UFC London: Volkov mit K.o. gegen Werdum, deutsche Siege bleiben aus

Historische Stätte: Die O2-Arena in Greenwich war schon Schauplatz so manches großen UFC-Kampfes (Foto: Florian Sädler).

Der jährliche Zwischenstopp der UFC in London ist Geschichte und hat sie geschrieben: Gleich zwei Mal wurde der Rekord für das späteste Ende eines UFC-Kampfes über drei Runden aufgestellt. Solche kleinen Schmankerln fanden sich über das Programm verteilt, das wenige große Namen, dafür aber viele unterhaltsame Momente bot. Nur nicht aus deutscher Sicht: Peter Sobotta verlor, Nasrat Haqparast stieg gar nicht erst in den Käfig.

Das mittelfristig bedeutendste Ausrufezeichen des Abends setzte im Hauptkampf des Abends Alexander Volkov. „Drago“ setzte sich in dem Schwergewichtskampf gegen Fabricio Werdum durch, in dem Ex-Champion Werdum von Anfang an keinen Hehl daraus machte, dass er gegen den langen Kickboxer auf die Matte wollte.

Dort wurde „Drago“ dann auch den Großteil der ersten Runde über von „Vai Cavalo“ bearbeitet, in den kurzen Momenten auf den Beinen dagegen punktete Volkov mit langen, soliden Kombinationen. Ähnlich lief es in Runde zwei und drei, wobei Werdum für längere Zeiträume die Oberhand behielt und einen stark blutenden Cut auf Volkovs Stirn öffnete.

Der schien irgendwann nicht mehr so recht zu wissen, wie er Werdum angehen sollte, denn seine Attacken im Stand endeten meist im Clinch oder mit Konter-Takedowns Werdums. Das verlangsamte das Tempo des Kampfes deutlich, was die Fans mit gelegentlichem Buhen quittierten. Das änderte sich prompt, als Volkov in der vierten Runde ein paar harte Treffer setzte, die Werdum auf die Matte schickten, wo „Drago“ ihn mit Folgetreffern bewusstlos schlug.

Zuvor trafen mit Jimi Manuwa und Jan Blachowicz zwei der besten Halbschwergewichte Europas zum zweiten Mal aufeinander und lieferten eine spektakuläre Show. Beide schenkten sich von Beginn an keinen Zentimeter und droschen mit allem aufeinander ein, was die zunehmend nachgebenden Körper aufzubieten hatten. Manuwa versuchte mehr, Blachowicz traf häufiger.

Nach drei knallharten Runden, die am Jahresende in diversen Award-Nominierungen wiederzufinden sein dürften, holte Blachowicz sich per einstimmigem Punktsieg seine Revanche und dürfte damit die Tür zur Top 5 aufgetreten haben.

Duquesnoy besticht mit technischer Brillanz, Sobotta unterliegt in letzter Sekunde

Zuvor lieferten sich das französische Top-Talent Tom Duquesnoy und der Amerikaner Terrion Ware einen spannenden Drei-Ründer im Bantamgewicht, den Duquesnoy nach Punkten für sich entschied. Der 24-Jährige bestach mit feinster Thaibox-Technik und setzte dem zähen Ware mit Kicks, Schlägen, Knien und vor allem unzähligen Lowkicks mehr zu als der ihm.

Peter Sobotta ging gegen Leon Edwards früh nach einem Treffer zu Boden, fing sich jedoch sofort wieder und setzte als Konter zum Armbar an, der jedoch den Kampf nicht beendete. Der Rest des Weltergewichtsduells verlief ausgeglichen mit gelegentlichen Momentumswechseln, in denen immer wieder auch der Grappling-Experte Sobotta gute Treffer im Stand setzte, während der gelernte Thaiboxer Edwards den Takedown suchte.

Beide hatten über die gesamten 15 Minuten Erfolg in allen Distanzen, am Ende war es aber Edwards, der dank Takedowns, Kontrolle aus der Oberlage und dem Niederschlag zu Beginn auf dem Weg in Richtung Punktsieg zu sein schien – nachdem er Sobotta in der Schlussphase aber konstant mit Groundandpound bearbeitet hatte und noch einmal einen Gang höher schaltete, brach der Ringrichter den Kampf nur eine Sekunde vor dem letzten Rundengong ab.

Action satt auf dem Vorprogramm

Während des ersten Teils von UFC London bot sich der ausverkauften und früh gefüllten Halle reichlich Action. Mittelgewichts-K.o.-Maschine John Phillips wurde wohlweißlich an die Spitze des Vorprogramms gesetzt, bekam gegen Charles Byrd aber keine Chance, seine Schlagkraft anzubringen und die Vorkämpfe mit einem krachenden Knockout enden zu lassen. Der Trainingspartner von Conor McGregor wurde nach wenigen Sekunden zu Boden gebracht und gegen Ende der ersten Runde von Byrd zum Abklopfen gezwungen.

Zuvor knockte Danny Roberts im Weltergewicht Oliver Enkamp nach knapp zwei Minuten Sekunden mit einer krachenden Rechten aus, die den Schweden mit dem Gesicht zuerst auf die Bretter gehen ließ
Im Weltschlug Danny Henry den hoch gehandelten, debütierenden Kickboxer Hakeem Dawodu erst mit einer knallharten Rechten nieder und schickte ihn dann per Guillotine Choke Schlafen. Was für ein Sieg nach nur 39 Sekunden.

Zuvor war Paul Craig auf dem besten Weg, eine klare Punktentscheidung an UFC-Neuling Magomed Ankalaev zu verlieren. Bis eine Sekunde vor Kampfende. Da klopfte Ankalaev im Triangle Choke ab, der Craig den wohl besten Comeback-Sieg bescherte, den man in der UFC seit Langem zu sehen bekam. In den ersten beiden Kämpfen holte Kajan Johnson einen hauchdünnen Punktsieg gegen Stevie Ray, nachdem Mark Godbeer den Briten einen bescheidenen Start in den Abend bescherte, als er von Dmitriy Sosnovskiy im Rear-Naked Choke zur Aufgabe gezwungen wurde.

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 127: Werdum vs. Volkov
17. März 2018
London, England

Alexander Volkov bes. Fabricio Werdum via K.o. (Schläge) nach 1:38 in Rd. 4
Jan Blachowicz bes. Jimi Manuwa einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Tom Duquesnoy bes. Terrion Ware einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Leon Edwards bes. Peter Sobotta via T.K.o. (Schläge) nach 4:59 in Rd. 3

Vorprogramm
Charles Byrd bes. John Phillips via Rear-Naked Choke nach 3:58 in Rd. 1
Danny Roberts bes. Oliver Enkamp via K.o. (Schläge) nach 2:12 in Rd. 1
Danny Henry bes. Hakeem Dawodu via Guillotine Choke nach 0:39 in Rd. 1
Paul Craig bes. Magomed Ankalaev via Triangle Choke nach 4:59 in Rd. 3
Kajan Johnson bes. Stevie Ray geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Dmitriy Sosnovskiy bes. Mark Godbeer via Rear Naked Choke nach 4:29 in Rd. 2