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UFC London: Alexander Volkov fordert Fabricio Werdum, plus Sobotta und Haqparast

Schwere Jungs: Knapp 425 Kilo werden in den beiden Hauptkämpfen im Octagon stehen (Foto: UFC).

Die diesjährige Europa-Tour der UFC findet an diesem Wochenende in England ihren Anfang. Zum zehnten Mal wird das Octagon in London Station machen, die O2 Arena am Themseufer dürfte wieder ein ausverkaufter Hexenkessel werden. Mit Fabricio Werdum gegen Alexander Volkov steht außerdem ein hochkarätiger Schwergewichtskampf an der Spitze des Programms, das auch aus deutscher Sicht relevant ist: Mit Peter Sobotta und Nasrat Haqparast sind gleich zwei Kämpfer aus der Bundesrepublik am Start.

UFC London wird von ran Fighting auf dem Black Pass übertragen, der ab 3,99 Euro monatlich erhältlich ist. Die Vorkämpfe zudem wie üblich von UFC.tv.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm: Samstag, 17.3.2018, 18:45 Uhr (ran Fighting/UFC.tv)
Hauptprogramm: Samstag, 17.3.2018, 22 Uhr (ran Fighting)

Hauptkampf: Fabricio Werdum vs. Alexander Volkov

Über Monate hieß es, Michael Bisping würde am Samstag seinen Abschied aus dem Käfig feiern. Aus diesen Plänen wurde nichts, eine Zeit lang stand UFC London ohne Hauptkampf da. Dann wurde ein Schwergewichtsduell zwischen Fabricio „Vai Cavalo“ Werdum (23-7-1) und Alexander „Drago“ Volkov (29-6) angekündigt, und die langsam mürrisch gewordenen englischen Fans freuten sich wieder.

Für Werdum bedeutet sein Auftritt in London den nächsten Schritt auf einem ungewöhnlichen Weg in Richtung des Titel, den er 2016 an Stipe Miocic verlor. Die meisten Top-Kämpfer und Ex-Champions jagen vehement den größtmöglichen Kämpfen hinterher, um zurück an die Spitze zu finden. Werdum dagegen scheint jeden Kampf zu nehmen, der ihm angeboten wird, um sich durch die schiere Masse an Siegen zu qualifizieren. So bezwang er Ende 2017 innerhalb von sechs Wochen Walt Harris und Marcin Tybura, jetzt soll gegen Alexander Volkov der dritte Streich innerhalb eines halben Jahres her.

Dabei ist der Russe keineswegs lediglich ein Stolperstein. Als großer Kickboxer mit langer Reichweite, der flüssige Kombinationen schlagen kann, ist Volkov ein harter Brocken für jedes Schwergewicht. Das führte ihn sowohl bei Bellator als auch bei M-1 zum Titelgürtel, in der UFC bezwang er Timothy Johnson und Roy Nelson nach Punkten. Zuletzt knockte „Drago“ nach einem spannenden, harten Kampf Stefan Struve aus. Während Werdum mit einem Sieg eine Chance verdienen will, bald wieder um seinen alten Titel zu kämpfen, will Volkov nach Bellator und M-1 nun auch die UFC erobern. Einer der beiden Titelträume wird am Samstagabend platzen.

Co-Hauptkampf: Jimi Manuwa vs. Jan Blachowicz

Im zweiten Hauptkampf des Abends werden sich zwei der besten Halbschwergewichte Europas gegenüberstehen – zum zweiten Mal. Als der Brite Jimi „Poster Boy“ Manuwa (17-3) und der Pole Jan Blachowicz (21-7) zum ersten Mal zusammen im Octagon standen, wurde eine Schlacht erwartet, die jedoch ausblieb. Die beiden gingen 2015 bei UFC Krakau über die volle Distanz, ohne allzu viele Highlights zu bieten.

Drei Jahre später ist vieles anders. Nicht nur treffen die beiden nun nicht wieder in Blachowicz’, sondern in Manuwas Heimat aufeinander, auch in ihren Karrieren haben sie in der Zwischenzeit nicht nur die Höhen erlebt, die sie damals gewohnt waren. Manuwa kämpfte sich zwei Mal bis kurz vor einen Titelkampf vor, verlor dann aber beide Male einen wichtigen Kampf durch Knockout. Zuletzt passierte das im Juli nach 42 Sekunden gegen Volkan Oezdemir, seitdem hat der „Poster Boy“ nicht mehr gekämpft. Trotzdem ist er für dieses Wochenende so siegessicher, dass er zum ersten Mal seine vier Kinder in die Arena lässt.

Gegen Jan Blachowicz ist das ein Risiko. Denn auch der Pole mag zwischenzeitlich den einen oder anderen Kampf verloren haben, u.a. gegen Corey Anderson und Alexander Gustafsson, ist aber noch immer ein gefährlicher Gegner. Das mussten zuletzt Devin Clark und Jared Cannonier erfahren, gegen die Blachowicz zurück in die Spur fand. Manuwa kann sich für den etwas überraschenden Rückkampf erwärmen, weil Blachowicz sein einziger Sieg ist, der nicht vorzeitig zustande kam, Blachowicz dagegen will seine Revanche gegen Manuwa. Der Sieger startet das nicht mehr ganz so neue Jahr mit einem Statement, das die Tür zu Kämpfen innerhalb der Top 5 aufstoßen dürfte.

Die restlichen Kämpfe von UFC London

Für deutsche Fans sind natürlich besonders zwei Kämpfe interessant. Auf dem Hauptprogramm steht Peter Sobotta (17-5-1) vor der größten Chance seiner Karriere. Gewinnt er gegen Leon „Rocky“ Edwards (14-3), dürfte er ab kommender Woche in der Top 15 im Weltergewicht stehen – wer hätte das gedacht, als er 2010 nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen aus der UFC geflogen war. Es ist ein weiter Weg, den der Balinger seit seinem ersten UFC-Lauf zurückgelegt hat und auf den er kürzlich mit uns im Interview zurückgeblickt hat. „Wenn ich gut reinkomme, halte ich den Kampf auf den Beinen", kündigte Sobotta für Samstag an. "Ich denke, dass ich ihn in der ersten oder zweiten Runde ausknocken werde."

Das birgt ein nicht unerhebliches Risiko gegen jemanden vom Schlage Edwards’. Der Brite ist ein dynamischer Thaiboxer, der in der UFC einen Acht-Sekunden-Knockout hält und zuletzt vier starke Siege in Folge holte. Edwards war bereits kurzzeitig in der Top 15 gelistet, am Samstag wollen beide Weltergewichte sich mit einem Sieg (wieder) für die Rangliste empfehlen.

Den ersten Kampf des Abends macht Nasrat Haqparast (8-2). Der Hamburger kam vergangenen Herbst mit elf Tagen „Vorbereitungszeit“ in die UFC und verlor eine knappe Punktentscheidung gegen Grappling-Ass Marcin Held. Fünf Monate später ist Haqparast in der Situation seines letzten Gegners: Alex Reyes sagte kurzfristig ab (GNP1 berichtete), Cage-Warriors-Champion Nad Narimani (10-2) sprang kurzfristig ein. „Ich will die Performance meines Lebens abliefern“, gab Haqparast sich im GNP1-Interview dennoch zuversichtlich. Keine leichte Aufgabe gegen Narimani, aber eine lohnende. Mit einem Sieg gegen einen starken Mann wie Narimani würde Haqparast die knappe Debüt-Niederlage mehr als wettmachen.

Über das Programm verteilt findet sich außerdem noch das ein oder andere potentielle Schmankerl. So wird im Mittelgewicht John „The White Mike Tyson“ Phillips (21-6) sein UFC-Debüt geben. Der Mann aus Conor McGregors SBG-Team ist ehemaliger Boxer, der in einem Caravan auf Coach John Kavanaghs Grundstück lebt und in seiner Karriere einen Knockout nach dem anderen geholt hat. Ob er auch auf UFC-Level Erfolg haben kann, wird sich zeigen, sein Duell Charles „Kid Dynamite“ Byrd (9-4), der ebenfalls sein Debüt gibt, sollte aber zumindest einiges an Action bieten.

Erfolg auf UFC-Level wird Tom „Fire Kid „ Duquesnoy (15-2) schon lange zugetraut und seinen ersten Kampf im Octagon gewann das französische Talent auch gleich. Gegen Cody Stamann folgte vergangenes Jahr jedoch die zweite Karriere-Niederlage für den 24-Jährigen, der nun gegen Terrion „Flash“ Ware (17-7) wieder zeigen muss, warum es um ihn so viel Hype gab. Ware, der seine beiden UFC-Kämpfe gegen Stamann und Sean O’Malley verlor, ist vermutlich zum Verlieren nach London geflogen worden, was ihn nicht allzu sehr zu beunruhigen scheint. Für ihn, sagte er, sei dies ein perfekter Kampf, auf den er sich sehr freue.

Das ein oder andere Auge wird auch Hakeem „Mean“ Dawou (7-0-1) auf sich haben, wenn er in London sein UFC-Debüt gegen Danny "The Hatchet" Henry (11-2) gibt. Der 26-jährige Kanadier ist für dieses Trainingscamp auf Empfehlung seines Coaches nach Dublin ins SBG Gym gezogen, damit gegen den Schotten Henry der siebte K.o.-Sieg seiner Karriere folgt. Henry debütierte im Juli in der UFC und bezwang Daniel Teymur, den Bruder von Top-Leichtgewicht David Teymur, nach Punkten.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 127: Werdum vs. Volkov
O2 Arena in London, England
Samstag, 17. März 2018


Hauptprogramm (ran Fighting)
Fabricio Werdum vs. Alexander Volkov
Jimi Manuwa vs. Jan Blachowicz
Tom Duquesnoy vs. Terrion Ware
Leon Edwards vs. Peter Sobotta

Vorprogramm (ran Fighting/UFC.tv)
John Phillips vs. Charles Byrd
Danny Roberts vs. Oliver Enkamp
Danny Henry vs. Hakeem Dawou
Paul Craig vs. Magomed Ankalaev
Mark Godbeer vs. Dmitriy Sosnovskiy
Kajan Johnson vs. Stevie Ray
Nad Narimani vs. Nasrat Haqparast