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UFC Japan: Josh Barnett besiegt Roy Nelson in Fünf-Runden-Schlacht

Foto: ZUFFA LLC

Vor knapp neun Jahren betrat Josh Barnett zum letzten Mal die Saitama Super Arena für einen MMA-Kampf. Vergangene Nacht feierte der in Japan als "Babyfaced Assassin" berühmt gewordene Amerikaner gegen Roy Nelson eine triumphale Rückkehr. Wenn auch nicht ohne Anfangsschwierigkeiten. Zuvor gab es durchwachsene Ergebnisse für die japanischen Fans in der Halle und ein Highlight für die Ewigkeit.

Josh Barnett zermürbt Roy Nelson

Die Vorzeichen vor diesem Duell waren klar. Roy Nelson würde seine Rechte aufladen und versuchen, den Kampf im Stand zu halten. Josh Barnett würde über den Clinch die Matte suchen würde. Doch die Prognosen sollten sich irren. Ein komplett anderes Bild bot sich den Fans während der 25-minütigen Kampfzeit. Barnett sah nicht nur körperlich fitter aus als sonst, sondern lieferte auch auf den Beinen eine tadellose Leistung ab, während Nelson mit wiederholten Takedowns überraschte. Nachdem Barnett die anfängliche Offensive Nelsons überstanden hatte, nahm er im Stand das Heft in die Hand und dominierte "Big Country" in den weiteren Runden.

Dabei zeigte der "Warmaster" stark verbesserte Fähigkeiten im Stehen, konnte mit Kombinationen punkten, Tritte zum Körper anbringen und hinterließ vor allem im Clinch deutlich Eindruck bei Nelson, der eine Unmenge an Kniestößen, Ellenbogen und Schlägen zum Kopf und Körper einstecken musste. Der 39-Jährige stellte erneut seine Nehmerqualitäten unter Beweis und ließ bis zum Schluss nicht locker, auch wenn man ihm anmerkte, dass er zum ersten Mal in seiner Karriere eine vierte und fünfte Runde absolvieren musste. Schlussendlich mussten ein weiteres Mal die Punktrichter entscheiden, die jedoch keine Mühe hatten, Josh Barnett einstimmig zum Sieger zu erklären.

Uriah Hall wie zu TUF-Zeiten gegen Gegard Mousasi

Als Uriah Hall bei "The Ultimate Fighter" seinen damaligen Gegner Adam Cella mit einem Spinning Back Kick K.o. schlug, war die MMA-Welt entzückt, ein neuer Star war geboren. Seitdem wartete die Welt auf ein neues Highlight von "Primetime". Bis heute. Dabei sah die erste Runde überhaupt nicht danach aus, als ob der Amerikaner die Halle siegreich verlassen würde. Gegard Mousasi hatte keinerlei Mühe, Hall bereits in der ersten Minute auf die Matte zu werfen. Dort angekommen, bewegte sich der Niederländer immer wieder zwischen Half Guard, Side Control und Guard, nur um schließlich in der Backmount zu landen. Nur das Ende der Runde rettete Hall davor, in einem Rear-Naked Choke Mousasis aufzugeben.

In der zweiten Runde hatte Mousasi dann keine Gelegenheit mehr für einen Takedown. Wie in einem "Beat 'em up"-Videospiel klingelte Hall seinen Gegner erst mit einem eingesprungenen Spinning Back Kick an, schickte ihn dann mit einem eingesprungenen Kniestoß auf die Matte und besorgte dann mit weiteren Schlägen am Boden den Rest. Schon nach einer halben Minute des zweiten Durchgang war das Spektakel vorbei und Mousasi zum ersten Mal in seiner zwölfjährigen Karriere K.o.

Kyoji Horiguchi ist zu schnell für Chico Camus

Im April hatte Kyoji Horiguchi im Titelkampf gegen Demetrious Johnson noch das Nachsehen, letzte Nacht konnte der junge Japaner wieder beweisen, dass er trotz der Niederlage zu den besten Fliegengewichten der Welt gehört. Gegen Chico Camus zeigte Horiguchi eine überzeugende Offensivleistung und deckte seinen amerikanischen Gegenüber mit einer Vielzahl an Techniken ein. Nur Camus' Eisenkinn war es zu verdanken, dass der Kampf über die Distanz ging. Der 30-Jährige konnte zwar vereinzelt Akzente setzen, war auf Dauer aber deutlich langsamer und unsauberer im Stand und musste sich schließlich auf den Punktezetteln geschlagen geben.

Takeya Mizugaki besiegt George Roop

Es war kein schöner Kampf, den die Bantamgewichte Takeya Mizugaki und George Roop an den Tag legten. Mizugaki bestimmte von Beginn an das Geschehen im Stand und konnte immer wieder gute Treffer setzen. Roop erkannte früh, dass er in einem Schlagabtausch das Nachsehen haben würde und verlegte sich auf Clincharbeit und Takedown-Versuche. Mizugaki ließ sich nicht beirren und konnte die ersten beiden Runden klar für sich entscheiden. In der dritten nahm der Japaner dann etwas Fahrt heraus und ließ Roop im Clinch gewähren, verteidigte jedoch die Takedowns, sodass es am Ende zu einem recht ereignislosen Punktsieg reichen sollte.

Diego Brandao macht kurzen Prozess mit Katsunori Kikuno

Keine Zeit verlor Diego Brandao im Federgewichtskampf gegen Katsunori Kikuno. Der Brasilianer betrat die Halle zu den Klängen von Wanderlei Silvas Einlaufmusik und legte auch eine ähnliche Aggressivität an den Tag wie der "Axe Murderer". Bereits der zweite Treffer zwang Kikuno in die Knie. Der Japaner konnte sich zwar noch auf die Beine und in den Clinch retten, Brandao löste die Situation jedoch sofort, schleuderte Kikuno an den Zaun und feuerte Rechte um Rechte ab, bis der Ringrichter nach 28 Sekunden den Kampf abbrechen musste.

Die "Road To Japan" endet ohne Sieger

Hat die UFC in Teruto Ishihara einen japanischen Conor McGregor gefunden? Optisch ähnelt der Japaner mit den ausrasierten Seiten und dem Zopf dem Iren bereits und auch eine gewisse Grund-Arroganz konnte man dem 24-Jährigen ansehen, der die Pause zwischen der ersten und zweiten Runde dazu nutzte, das Publikum anzustacheln, anstatt sich von seinen Betreuern für die weitere Kampfzeit beraten zu lassen. Anders als beim UFC-Interimschampion endete der erste UFC-Auftritt für "Yashabo" allerdings ohne Sieg.

Nach starkem Beginn und Niederschlägen gegen Mizuto Hirota erholte sich sein erfahrener Gegner und konnte bis zum Schluss ebenfalls harte Treffer landen. Ishiharas Spritzigkeit und Athletik wurde von Hirotas Erfahrung und Kondition ausgeglichen. Der unterhaltsame Kampf musste am Ende von den Punktrichtern entschieden werden. Dass es knapp werden würde, war den Zuschauern klar. Dass die drei Runden gar keinen Sieger finden sollten, jedoch nicht. Somit endete die erste Staffel von "UFC: Road To Japan" ohne Champion, was bei Fans und Offiziellen für Verwirrung sorgte, schließlich hätte es im Falle eines Unentschieden eine Zusatzrunde geben sollen.

Nick Hein siegt, Keita Nakamura mit starkem Comeback

In den Vorkämpfen konnte Keita Nakamura nach zwei Runden Rückstand gegen Li Jingliang ein starkes Comeback feiern und den Chinesen mit einem Rear-Naked Choke im Stehen schlafen schicken. Nick Hein setzte sich nach Punkten gegen Yusuke Kasuya durch (GNP1.de berichtete), genauso Kajan Johnson gegen Naoyuki Kotani. Der Eröffnungskampf zwischen Roger Zapata und Shinsho Anzai musste in der letzten Runde abgebrochen werden, nachdem sich Zapata augenscheinlich einen Finger brach und nicht weiterkämpfen konnte.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

UFC Fight Night 75: Barnett vs. Nelson 
Samstag, 26. September 2015 
Saitama Super Arena in Saitama, Japan

Josh Barnett bes. Roy Nelson einstimmig nach Punkten (48:47, 48:47, 50:45)
Uriah Hall bes. Gegard Mousasi via T.K.o. (Schläge) nach 0:25 in Rd. 2
Kyoji Horiguchi bes. Chico Camus einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Takeya Mizugaki bes. George Roop einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Diego Brandao bes. Katsunori Kikuno via T.K.o. (Schläge) nach 0:28 in Rd. 1

"UFC: Road To Japan"-Finale im Federgewicht
Mizuto Hirota vs. Teruto Ishihara endet geteilt unentschieden (29:28, 28:29, 29:29)

Vorprogramm
Keita Nakamura bes. Li Jingliang via Rear-Naked Choke nach 2:17 in Rd. 3
Nick Hein bes. Yusuke Kasuya einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Kajan Johnson bes. Naoyuki Kotani einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Shinsho Anzai bes. Roger Zapata via T.K.o. (Verletzung) nach 0:47 in Rd. 3