UFC News

UFC Hamburg: "Shogun" geht schnell K.o., Azaitar und Haqparast siegreich

Anthony Smith (r.) hat sich gegen Mauricio "Shogun" Rua durchgesetzt. (Foto: Dorian Szücs)

Es war nicht der erhoffte Durchmarsch für die deutschen Vertreter beim zweiten Besuch der UFC in Hamburg. Nur zwei von fünf Vertretern der Bundesrepublik gewannen ihre Kämpfe, langjährige MMA-Fans dürfte zudem die schnelle Niederlage "Shogun" Ruas im Hauptkampf enttäuscht haben.

Der Hauptkampf war schneller vorüber als die Walkouts - "Shogun" Rua begann gegen Anthony Smith gewohnt aggressiv, lief aber nach weniger als eineinhalb Minuten bereits in einen Konter-Schlag, wackelte stark und wurde von "Lionheart" mit Folgetreffern auf die Bretter geschickt. Die K.o.-Niederlage nach 89 Sekunden war Ruas erster Rückschlag seit November 2014. Smith forderte im Anschluss den aktuell gegnerlosen Alexander Gustafsson für UFC 227 am 4. August heraus.

Den Co-Hauptkampf entschied der kurzfristig eingesprungene Corey Anderson dankhohem Druck im Stand und im Grappling für sich, unter dem Glover Teixeira im Laufe von drei Runden Stück für Stück einbrach. Zwar zeigte der Brasilianer immer wieder mit harten Kombinationen und solider Takedownverteidigung, dass er noch nicht zum Alten Eisen gehört. Trotzdem gelang es Anderson mit der Zeit, das Heft in die Hand zu nehmen - nach drei Runden holte er sich den vielleicht prestigeträchtigsten Sieg seiner bisherigen Karriere.

Starke deutsche Siege auf dem Hauptprogramm

Abu Azaitar legte in seinem UFC-Debüt los wie die Feuerwehr und setzte den Veteranen Vitor Miranda mit explosiven Kombinationen unter Druck. Der Brasilianer jedoch überstand die frühen Attacken und schaffte es im weiteren Kampfverlauf immer wieder, Azaitar auf die Matte zu befördern. Dort allerdings konnte er kaum Akzente setzen und ließ Azaitar mehrfach zurück auf die Beine kommen – nach drei Runden ging der Sieg einstimmig an den Kölner UFC-Debütanten.

Im Schwergewicht setzte es für Stefan Struve die dritte Niederlage in Folge. Zwar hatte er Top-Ten-Kämpfer Marcin Tybura kurzzeitig am Rand der K.o.-Niederlage, ließ den taffen Polen aber zurück in den Kampf und gab das Duell auf der Matte ab. Nach drei Runden, in denen Tybura weitestgehend das Tempo kontrollierte und Struve mit soliden Treffern im Stand und am Boden zusetzte, gaben die Punktrichter den Sieg einstimmig an „Tybur“.

David Zawada ging mit wenigen Tagen Vorbereitungszeit in sein UFC-Debüt gegen Danny Roberts, lieferte aber dennoch eine definitiv UFC-reife Leistung ab. Gegen den Octagon-erfahrenen Briten zeigte der Düsseldorfer Mut und Herz und hatte ihn auf der Matte mehrfach in großen Schwierigkeiten. Am Ende reichte es nicht ganz für den Sieg, die Aufmerksamkeit der UFC wird er sich mit dieser Leistung aber sicherlich verdient haben.

Nasrat Haqparast lieferte im ersten Kampf des Hauptprogramms die beste Leistung seiner Karriere ab. Als Underdog gegen den englischen K.o.-Schläger Marc Diakiese lieferte Haqparast eine dominante Vorstellung ab. Der 22-jährige Hamburger setzte seinen favorisierten Gegner von Anfang an stark unter Druck, heizte ihm mit dynamischen Schlagkombinationen ein und stellte ihn vor allem im späteren Verlauf dank guter Beinarbeit am Käfig. Mehrfach schien Diakiese kurz vor dem K.o. zu stehen und blutete stark, letztlich schaffte er es aber über die Distanz.

Deutschland im Vorprogramm sieglos

Die ersten beiden Kämpfe mit deutscher Beteiligung liefen aus bundesrepublikanischer Sicht enttäuschend. So steckte Nick Hein eine knappe Niederlage ein – die zweite Rückschlag in ebenso vielen Monaten. Zwar war er gegen den bosnischen K.o.-Spezialisten Damir Hadzovic in einem ausschließlich auf den Beinen ausgetragenen Kampf der deutlich aktivere Mann, steckte allerdings auch teils harte Konter ein, die deutliche Spuren im Gesicht hinterließen. Nach drei Runden werteten zwei von drei Punktrichtern das Duell für Hadzovic.

Im Federgewicht zeigte der Dortmunder UFC-Neuling Khalid Taha eine beherzte Leistung, allerdings zollten die kurze Vorbereitung und die ungewohnte Gewichtsklasse gegen Nad Narimani ihren Tribut. Der ehemalige Cage-Warriors-Champion war Taha auf den Beinen unterlegen, bekam selbige aber immer wieder zu packen und kontrollierte Taha lange genug am Boden, um alle drei Runden zu gewinnen.

Anbei die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 134: Shogun vs. Smith
Sonntag, 22. Jui 2018
Barclaycard Arena Hamburg


Anthony Smith bes. Mauricio Rua via K.o. (Schläge) nach 1:29 in Rd. 1
Corey Anderson bes.
Glover Teixeira einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Abu Azaitar bes. Vitor Miranda einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Marcin Tybura bes. Stefan Struve einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Danny Roberts bes. David Zawada geteilt nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Nasrat Haqparast bes. Marc Diakiese einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:26)

Vorprogramm:
Damir Hadzovic bes. Nick Hein geteilt nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Bartosz Fabinsi bes. Emil Meek einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Nad Narimani bes. Khalid Taha einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Aleksandar Rakic bes. Justin Ledet einstimmig nach Punkten (30:25, 30:24, 30:24)
Manny Bermudez bes. Davey Grant via Triangle Choke nach 0:59 in Rd. 1
Darko Stosic bes. Jeremy Kimball via T.K.o. (Schläge) nach 3:13 in Rd. 1
Liu Pingyan bes. Damian Stasiak einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)