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UFC Glasgow: Gunnar Nelson, Santiago Ponzinibbio und Joanne Calderwood in Aktion

Respektvolle Krieger: Gunnar Nelson (l.) will den dritten Sieg in Folge gegen Santiago Ponzinibbio (Foto: UFC).

Das Debüt vor zwei Jahren war ein K.o.-geladenes Fan-Fest - am Sonntag kehrt das Octagon nun nach Schottland zurück. In der Hauptstadt Glasgow sind naturgemäß einige Landsleute mit auf dem Programm, und mit Joanne Calderwood, Stevie Ray und Paul Craig dürfte vonseiten der Schotten jede Menge Action garantiert sein. Ebenfalls lohnen sollte sich der Hauptkampf zwischen Gunnar Nelson und Santiago Ponzinibbio sowie der Abschiedskampf von Briten-Brawler Neil Seery.

Das Hauptprogramm von UFC Glasgow wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm wird auf dem UFC Fight Pass gezeigt, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 16. Juli, 18 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 16. Juli, 19 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 16. Juli, 21 Uhr

Hauptkampf: Gunnar Nelson vs. Santiago Ponzinibbio

Nicht der am heißesten erwartete Kampf, den die Schotten da als Hauptattraktion ihrer zweiten UFC-Show bekommen haben. Eine faszinierende Ansetzung ist das Duell zwischen Gunnar „Gunni“ Nelson (16-2-1) und Santiago „Gente Boa“ Ponzinibbio (24-3) dennoch.

Nelson hat sich seit seiner Ankunft in der UFC vor fünf Jahren zum stillen Fan-Favoriten gemausert – eine Art Weltergewichts-Fedor, der nicht viel redet, jederzeit emotionslos schaut und seine Statements ohne großes Drama ausschließlich im Käfig setzt. Wenn das isländische BJJ-Phänomen in der UFC auch wichtige Kämpfe gegen Rick Story und Demian Maia verloren hat – der 28-Jährige ist fester Bestandteil der Top Ten im Weltergewicht der Liga.

Nelsons Spezialität scheinen in letzter Zeit gefährliche Standkämpfer zu sein – sie schaltet „Gunni“ gerne aus, indem er sie auf den Beinen anklingelt und dann auf der Matte per Aufgabe aus dem Kampf nimmt. So beispielsweise geschehen mit den K.o.-Schlägern Brandon Thatch, Albert Tumenov und Alan Jouban.

Auch Santiago Ponzinibbio kann als gefährlicher Standkämpfer geführt werden. Der für den MMA-Sport erst nach Brasilien und später in die USA ausgewanderte Argentinier bringt jede Menge K.o.-Power mit in den Käfig und darüber hinaus einen BJJ-Schwarzgurt. Nach einigen Aufgabe-Siegen zu Beginn seiner Karriere setzt „Gente Boa“ aber seit Jahren schon lieber seine Fäuste ein, um Kämpfe zu beenden.

In der UFC sind bereits Wendell Oliveira, Andreas Stahl und Court McGee unter seinen Schlägen eingebrochen. Sean Strickland, Zak Cummings und Nordine Taleb dagegen mussten sich über die Distanz geschlagen geben.

Falls auch Gunnar Nelson das Octagon am Sonntag in Schottland enttäuscht verlassen muss, dürfte  Ponzinibbio in der zweiten Jahreshälfte das eine oder andere Duell an den Rändern der Top Five bevorstehen.  

Co-Hauptkampf: Joanne Calderwood vs. Cynthia Calvillo

Wer Joanne „JoJo“ Calderwood (11-2) ohne weitere Kenntnisse ihrer Person auf der Straße trifft, der würde wohl nie darauf kommen, dass die junge Schottin mit der Pieps-Stimme eine hammerharte Profi-Kämpferin ist.

30 Siege im Thaiboxen und MMA sprechen eine andere Sprache. „JoJo“ entfaltet im Käfig oder Ring zerstörerisches Potential, das sie in der Vergangenheit schon mehrfach bis kurz vor einen UFC-Titelkampf geführt hat. Zuletzt verlor sie jedoch vergangenen September gegen Jéssica Andrade und stand seitdem nicht mehr im Käfig.

Eine frustrierende Zeit, wie die Schottin zugab – dafür kommt jetzt die Entschädigung in Form eines Auftritts vor heimischem Publikum. Schon 2015 holte Calderwood vor 10.000 Landsleuten einen imposanten Sieg, jetzt soll gegen Cynthia Calvillo (5-0) die Neuauflage her.

Calvillo stürmte erst im Frühjahr dieses Jahres auf die Weltbühne. Nach ihrem UFC-Debüt, einem Aufgabe-Sieg gegen Amanda Cooper auf dem Hauptprogramm von UFC 209, stand sie nur einen Monat später auch bei UFC 210 auf dem Hauptprogramm – und bezwang auch Pearl Gonzalez durch Aufgabe.

Jetzt bekommt die 29-Jährige die größte Chance ihrer bisherigen Karriere. Gegen Favoritin Calderwood kann die fesche Kalifornierin den Hype um ihre Person auf neue Höhen katapultieren – oder wird sich nach ihrem Senkrechtstart im Frühjahr erst einmal wieder hinten anstellen müssen.

Die restlichen Kämpfe von UFC Glasgow

Ebenfalls in Glasgow vertreten ist eine gesunde Mischung aus bekannten Gesichtern, respektablen Veteranen und spannenden Newcomern.

Einen zumindest auf dem Papier sehr ausgeglichenen Kampf zweier aufstrebender Leichtgewichte bietet die Ansetzung zwischen Stevie „Braveheart“ Ray (21-6) und Paul „The Irish Dragon“ Felder (13-3). Der Schotte Ray kann bereits fünf Siege in der UFC vorweisen und wird versuchen, seinen Knockout bei der letzten UFC Glasgow wiederaufleben zu lassen.

Mit Paul Felder bekommt er dafür keinen dankbaren Gegner vor die Fäuste. Der „Irish Dragon“ stand bisher acht Mal im Octagon und konnte fünf seiner Auftritte gewinnen. Ausgeknockt wurde Felder noch nie, dafür gelang ihm in seinem letzten Kampf ein meisterhafter Ellbogen-K.o. gegen Alessandro Ricci.

Im Halbschwergewicht wird zuvor Khalil „The War Horse“ Rountree (5-2) auf Lokalmatador Paul „Bearjew“ Craig (9-1) treffen. Rountree verlor seine ersten beiden UFC-Kämpfe, wobei er das vielversprechende Talent Tyson Pedro beinahe ausknocken konnte, bevor er zu Boden befördert und getappt wurde.

Zuletzt knockte der athletische Kalifornier jedoch Daniel Jolly mit einem Kniestoß aus. In Glasgow wartet nun „Bearjew“ Paul Craig auf ihn. Auch Craig verlor in der UFC gegen Pedro, seine anderen neun Profi-Kämpfe aber gewann der Schotte, und zwar allesamt vorzeitig. Entsprechend dürfte es am Sonntag ordentlich knallen, wenn die beiden 93-Kilo-Jungs aufeinandertreffen.

Auf dem Vorprogramm wird Neil „2Tap“ Seery (16-12) endlich seinen Abschiedskampf feiern. Endlich nicht, weil der Schlussstrich für den 37-Jährigen schon längst überfällig wäre – tatsächlich würden wohl nicht nur irische Fans den zähen Boxer noch gerne ein paar Mal mehr sehen.

Dennoch endlich, weil es eigentlich schon längst soweit hätte sein sollen – Seery wollte nach einer Niederlage gegen Kyoji Horiguchi bereits Ende 2016 seinen Abschiedskampf bestreiten, der jedoch erst im November, dann im Februar ins Wasser fiel.

Jetzt wird er, sofern nicht in letzter Minute noch etwas schiefgeht, auf Alexandre „The Cannibal“ Pantoja (17-2) treffen. Der 27-jährige Brasilianer hat zehn Kämpfe nacheinander gewonnen, darunter seinen bisher einzigen UFC-Kampf gegen Eric Shelton.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 113: Nelson vs. Ponzinibbio
Sonntag, 16. Juli 2017
The SSE Hydro in Glasgow, Schottland


Hauptprogramm (ran Fighting)
Gunnar Nelson vs. Santiago Ponzinibbio
Joanne Calderwood vs. Cynthia Calvillo
Stevie Ray vs. Paul Felder
Jack Marshman vs. Ryan Janes
Khalil Rountree vs. Paul Craig
James Mulheron vs. Justin Willis

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Danny Roberts vs. Bobby Nash
Alexandre Pantoja vs. Neil Seery
Charlie Ward vs. Galore Bofando
Danny Henry vs. Daniel Teymur

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Brett Johns vs. Albert Morales
Leslie Smith vs. Amanda Lemos

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