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UFC führt neue Richtlinien für Weight-Cuts ein

Extreme Weight-Cuts soll es in Zukunft nicht mehr geben. (Foto: Dorian Szücs)

Wie gefährlich extremes Gewichtmachen im Kampfsport sein kann, hat nicht zuletzt der tragische Tod des Chinesen Yan Jian Bing im vergangenen Jahr gezeigt. Die UFC führt nun neue Richtlinien ein, um Kämpfer besser zu schützen und ihre Leistung zu verbessern.

Das Verbot intravenöser Rehydration (IV) nach dem Wiegen war im vergangenen Jahr ein erster Schritt auf dem Weg, das gemeingefährliche Gewichtmachen in der UFC zu entschärfen. Nun hat die weltgrößte MMA-Organisation einen weiteren getan und neue verbindliche Richtlinien für Kämpfer eingeführt, die ab der Fight Week von UFC 200 im Juli in Kraft treten. 

Folgende neuen Regeln und Maßnahmen hat die UFC eingeführt: 

  • Kämpfer dürfen bei der Anreise zur Fight Week, die in der Regel am Dienstag vor dem Kampf erfolgt, maximal 8 Prozent über ihrem Zielgewicht liegen. Die Regel soll extreme Weight-Cuts am Vorabend des Wiegens, bei denen mitunter fünf Kilo und mehr abgeschwitzt werden, verhindern.
  • Liegt ein Kämpfer über diesem Wert, wird er täglich von einem Expertenteam untersucht und ist verpflichtet, an einer sogenannten Weight-Management-Beratung teilzunehmen - während der stressigen Fight Week sicher kein Zuckerschlecken.
  • Ergeben diese täglichen Tests ein bedenkliches Dehydrierung-Niveau, darf der Kämpfer am Kampfabend nicht antreten.
  • Die UFC hat gemeinsam mit einer Gruppe Ernährungsexperten und einem Medizinerteam der US-Army eine Reihe von Getränken und Nahrungsmitteln zusammengestellt, die nach dem Wiegen und vor dem Kampf besonders gesund und leistungsfördernd wirken und auf die alle Kämpfer freien Zugriff haben.
  • Der mit Getränken und Lebensmitteln gefüllte "Fight Night Room" ist bereits seit UFC 196 regelmäßiger Bestandteil der Events und wird von den Kämpfern gut angenommen.
  • Das neue UFC-Hauptquartier, das 2017 in Las Vegas eröffnet, wird ein Gesundheitszentrum besitzen, in dem Kämpfer sich Ratschläge zu Ernährung, Training und Gewichtmachen geben lassen können. 
  • Während der Fight Week und den sogenannten Summits, Versammlungen aller Kämpfer, werden ebenfalls entsprechende Ratschläge verteilt.
  • Eine Datenbank mit den Vitalstatistiken aller Kämpfer wird eingeführt, um die Gesundheit der Sportler besser zu beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen zu können.

All diese neuen Maßnahmen sollen nicht nur die Kämpfer vor sich selbst schützen, sondern auch ihre Leistung im Octagon erheblich verbessern. Studien haben gezeigt, dass rapider Gewichtsverlust die Ausdauerleistung spürbar negativ beeinflusst. Jeff Novitzki, bei der UFC verantwortlich für Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Kämpfer sowie die Bekämpfung von Doping, sagt: 

"Die meisten Kämpfer halten sich für unverwundbar. Wenn es aber um ihre Leistungsfähigkeit geht, dann haben plötzlich alle ein offenes Ohr. Und das Feedback ist eindeutig, viele Kämpfer sind inzwischen auf mich zugekommen und haben mir bestätigt, dass sie sich besser, frischer, fitter fühlen. Das freut uns natürlich."

Seit dem IV-Verbot kämen ohnehin bereits die meisten Kämpfer im Rahmen der Acht-Prozent-Regel im Fighter-Hotel an, so Novitzki. Die bei Kämpfern beliebte, aber umstrittene Methode zur Rehydrierung wurde im letzten Jahr im Zuge des neuen Anti-Doping-Programms verboten, weil damit auch leistungssteigernde Substanzen verschleiert werden könnten. Das Verbot habe jedoch auch die Praktiken des Gewichtmachens beeinflusst.

Die nun eigeführten Maßnahmen könnten ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung eines sicheren MMA-Sports sein.