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UFC Fight Night Vegas: Dos Anjos, Alvarez, Nelson und Lewis in Aktion

Im ersten Teil der Mega-Fight-Week steht der Leichtgewichtstitel auf dem Spiel (Foto: Zuffa LLC).

Es ist wieder Blockbuster-Zeit: Drei Events an ebenso vielen Tagen lässt die UFC in dieser Woche in Las Vegas auf ihre Fans los, neben diversen Messen, offiziellen Pool-Partys und Benefiz-Läufen. Den Anfang innerhalb des Octagons macht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die 90. UFC Fight Night, die neben einem Titelkampf zwischen Rafael dos Anjos und Eddie Alvarez eine Handvoll potentieller Kracher zu bieten hat, die Namen wie Roy Nelson, Derrick Lewis und Joseph Duffy beinhalten.

UFC Vegas wird vollständig auf dem UFC Fight Pass gezeigt, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass: Donnerstag, 8. Juli, 0:30 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Donnerstag, 8. Juli, 4:00 Uhr

Hauptkampf: Rafael dos Anjos (c) vs. Eddie Alvarez

Seine persönliche „Red Panty Night“ fiel im März aus, stattdessen kämpft Rafael dos Anjos (25-7) nun unter der Woche auf dem Streamingdienst der UFC. Irgendwo in Dublin muss Conor McGregor sich ins Fäustchen gelacht haben, als bekanntgegeben wurde, dass dos Anjos seinen Titel im Vorprogramm von UFC 200 gegen Eddie Alvarez (27-4) verteidigen wird.

Im März musste dos Anjos seinen für UFC 196 geplanten Kampf gegen Conor McGregor wegen eines gebrochenen Fußes absagen und zusehen wie Nate Diaz, den dos Anjos noch 2014 recht mühelos zu einem Teil seiner fünf Erfolge am Stück umfassenden Siegesserie verarbeitete, McGregor schlug und den größten Zahltag seines Lebens einheimste.

Dos Anjos trifft nun stattdessen auf Alvarez. Der ehemalige Bellator-Champion kam 2014 als einer der letzten verbliebenen Top-Leute auf dem Markt in die UFC und verlor prompt nach Punkten gegen Donald Cerrone. Bevor Spott und Häme allzu laut werden konnten, schlug Alvarez anschließend mit Gilbert Melendez und Anthony Pettis zwei ehemalige Champions und etablierte sich so im zweiten Anlauf in der Elite des UFC-Leichtgewichts.

Die beiden Siege waren nicht die spannendsten Kämpfe, dafür hat der 32-Jährige nun das bekommen, was er wollte: die Chance, seiner Trophäensammlung in Form des UFC-Titelgürtels die sprichwörtliche Krone aufzusetzen.

Leicht wird das nicht: Dos Anjos mag seiner UFC-Karriere einen nur durchschnittlich erfolgreichen Start verpasst haben, seit längerem schon allerdings scheint der Brasilianer unaufhaltsam zu sein. Weder Ben Henderson und Anthony Pettis, noch Nate Diaz oder Donald Cerrone hielten dem unerbittlichen Vorwärtsgang des Champions stand. Alvarez ist ein für seine Zähigkeit bekannter Kämpfer, der sich im Chaos pudelwohl fühlt und selbst durchgehend nach vorne marschiert.

Fragt man ihn, wird genau dieses Rezept ihn am Donnerstag zum Erfolg führen – ob er seinen Kontrahenten in Las Vegas tatsächlich überrennen kann oder gegen dos Anjos mit Anlauf vor die Wand läuft, bleibt abzuwarten. Spaßig für die Fans sollte es allemal werden.

Co-Hauptkampf: Roy Nelson vs. Derrick Lewis

Zu schade, dass der legendäre „Just Bleed“-Fan mittlerweile eher mit der Justiz als mit MMA beschäftigt ist – er hätte seine helle Freude am Co-Hauptkampf von UFC Vegas gehabt.

Wobei fraglich ist, ob im Duell zwischen Roy „Big Country“ Nelson (21-12) und Derrick „The Black Beast“ Lewis (15-4-0(1)) größere Mengen Blut fließen werden. Wahrscheinlicher ist eine gute alte Barschlägerei mit spektakulärem Ausgang – die beiden Schwergewichte sind zwei der härtesten Puncher unter den schweren Jungs der UFC. 

Roy Nelson ist seit 2009 Teil der UFC und baute sich mit einer Mischung aus K.o.-Power, Eigensinnigkeit und Burger-Body eine Legion von Fans auf – an der Elite im Octagon allerdings ist er bisher kontinuierlich gescheitert. Ob Stipe Miocic, Alistair Overeem, Daniel Cormier oder Alistair Overeem: An den Top-Leuten hat sich Nelsons Plauze bisher nicht vorbeischieben können. Wer nicht auf diesem Level war, hat dagegen meist früher oder später die Matte geküsst.

Mit dem „Black Beast“, Derrick Lewis, trifft Nelson nun auf jemanden, der sich in genau diese höheren Sphären vorarbeiten will. Der 31-Jährige Texaner mag seine Schwächen vor allem im Grappling haben, am Unterhaltungswert sowohl inner- als auch außerhalb des Käfigs aber besteht kein Zweifel: Nur zwei von 20 Profi-Kämpfen gingen über die volle Distanz, und zuletzt war es meist Lewis, der dabei am Ende noch auf seinen Beinen stand.

Nach aufeinanderfolgenden Knockout-Siegen gegen Viktor Pesta, Damian Grabowski und Gabriel Gonzaga bekommt Lewis nun seinen Wunsch-Gegner, der nach einem dringend benötigten Sieg gegen Jared Rosholt im Februar nun befreit aufkämpfen kann.

Die weiteren Kämpfe von UFC Vegas

UFC Vegas mag nur der Appetitanreger für Größeres sein, trotzdem verstecken sich einige vielversprechende Ansetzungen auf dem zwölf Kämpfe starken Programm.

So sollte es auch im restlichen Hauptprogramm krachen: Im Weltergewicht wird Werbe-Darsteller, Model und zweifacher „Fight of the Night“-Gewinner Alan „Brahma“ Jouban (13-4) auf UFC-Neuling Belal „Remember the Name“ Muhammad (9-0) treffen, der sich im April mit einem Knockout gegen Steve Carl den Titan FC-Weltergewichtsgürtel sichern konnte.

Zuvor kehrt der bekanntermaßen letzte Mann, der Conor McGregor vor seiner UFC-Karriere schlagen konnte, in den Käfig zurück: Joseph „Irish Joe“ Duffy (14-2) verlor im Januar einen Thriller gegen Dustin Poirier und will nun gegen den Kanadier Mitch „Danger Zone“ Clarke (11-3) zurück auf Spur kommen.

Auch auf dem Vorprogramm verstecken sich eine Handvoll Action-Garanten: Mike „Quicksand“ Pyle (27-11-1) mag mittlerweile 40 Jahre alt sein, sein Knockout gegen Sean Spencer aus dem Februar aber beweist, dass mit dem taffen Veteranen immer noch zu rechnen ist.

Am Donnerstag bekommt er in Form von Alberto „Soldier of God“ Mina (12-0) ein ungeschlagenes Talent vor die Fäuste, von dem sich die UFC vor allem für den asiatischen Raum viel erhofft hat. Nach nur zwei Kämpfen in zwei Jahren, zuletzt einem geteilten Punktsieg gegen Yoshihiro Akiyama im November, und angesichts seines Alters von 34 Jahren wird Mina allerdings zügig durchstarten müssen, wenn er im Octagon noch etwas reißen will. Mike Pyle ist für solche Unternehmungen immer ein guter Startpunkt.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 90
Donnerstag, 7. Juli 2016
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA


Titelkampf im Leichtgewicht (UFC Fight Pass)
Rafael dos Anjos (c) vs. Eddie Alvarez

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Roy Nelson vs. Derrick Lewis
Alan Jouban vs. Belal Muhammad
Joseph Duffy vs. Mitch Clarke

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Mike Pyle vs. Alberto Mina
John Makdessi vs. Mehdi Baghdad
Anthony Birchak vs. Dileno Lopes
Russell Doane vs. Pedro Munhoz
Felipe Arantes vs. Jerrod Sanders
Gilbert Burns vs. Lukasz Sajewski
Marco Beltrán vs. Reginaldo Vieira
Vicente Luque vs. Alvaro Herrera