UFC News

UFC Fight Night 99 mit Gegard Mousasi vs. Uriah Hall 2, Ross Pearson, Kyoji Horiguchi

Kann Gegard Mousasi sich dieses Mal den Sieg gegen Uriah Hall holen? Einmal ist der Favorit bereits gescheitert (Foto: UFC).

Die UFC ist zurück in Irland. Allerdings nicht in Dublin und ohne Conor McGregor. An diesem Wochenende wird das Octagon – für deutsche Fans ausnahmsweise zu humaner Uhrzeit – in Belfast seine Tore öffnen. Neun Jahre nach UFC 72 kehrt die Liga damit an den Ort ihres Irland-Debüts zurück. Zwar sind dem Käfig dieses Mal nur wenige bekannte Namen über den Atlantik gefolgt, die sind dafür mit Gegard Mousasi, Uriah Hall, Ross Pearson und Kyoji Horiguchi aber durchaus solide.

Das Hauptprogramm von UFC Belfast wird in Deutschland von ran Fighting übertragen (3,99 monatlich im Black Pass). Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 19. November,18:15 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Samstag, 19. November, 22 Uhr

Hauptkampf: Gegard Mousasi vs. Uriah Hall

Es gibt mehrere Gründe, warum Gegard „The Dreamcatcher“ Mousasi (40-6-2) noch nie um einen UFC-Titelgürtel antreten durfte. Zum einen ist der Niederländer wohl schlicht zu ruhig, um die nötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. An dieser vermeintlichen Schwäche hat er zuletzt hart gearbeitet. Bleibt die spektakuläre K.o.-Niederlage gegen Uriah „Primetime“ Hall (12-7) aus dem September des letzten Jahres, Mousasis einziger Fehlschlag in seinen letzten sechs Kämpfen.

Die Chance, diese Schmach auszumerzen, bekommt Mousasi am Wochenende. Nachdem Gunnar Nelson sich – ausgerechnet beim Pressetraining für UFC Belfast – am Knöchel verletzte und den Hauptkampf in Nordirland absagen musste, setzte die UFC den Rückkampf der beiden Mittelgewichte an.

Für Mousasi eine riskante Entscheidung, dieses Angebot anzunehmen. In diesem Jahr allein hat er bereits Thales Leites, Thiago Santos und Vitor Belfort besiegt und sich damit auf Platz fünf der offiziellen Mittelgewichtsrangliste vorgearbeitet. Hall dagegen hat seit dem Mousasi-Sieg lediglich gegen Robert Whittaker sowie Derek Brunson gekämpft und verloren.

Und auch ihren ersten Kampf in Japan dominierte Mousasi, bevor Hall mit einer Spinning-Back-Kick-Eingesprungenes-Knie-Kombo direkt aus der Matrix den Kampf um 180° drehte. Die erste K.o.-Niederlage seiner bereits 13 Jahre andauernden Karriere hat Mousasi seitdem nie losgelassen.

Um was es in Belfast für die beiden geht, ist daher schwer zu sagen. Für Mousasi zunächst einmal um persönliche Revanche und darum, seine einzige Schlappe seit 2014 auszumerzen. Wie viel ihm das im Rennen um einen Titelkampf bringt, ist fraglich – immerhin könnte der Niederländer nach einem Sieg aber behaupten, effektiv jeden seiner letzten sechs Gegner besiegt zu haben.

Für Hall mag UFC Belfast auf den ersten Blick wie ein guter Deal aussehen – rein basierend auf ihren letzten Leistungen hätte Hall nie die Nummer fünf der Rangliste vor die Fäuste bekommen sollen und geht entsprechend als Underdog ins Rennen, der theoretisch nur gewinnen kann.

Tatsächlich aber steht „Primetime“ unter jeder Menge Erfolgsdruck. Nach der 17. „The Ultimate Fighter“-Staffel noch als nächster Anderson Silva gehandelt, konnte Hall sein Potential auf der großen Bühne nur selten abrufen. Verliert er hier, würde das die vierte Niederlage in sechs Kämpfen bedeuten. Keine Position, in der man sich in der UFC wiederfinden will, vor allem nicht inmitten der aktuellen Entlassungswelle nach dem Verkauf der Liga.

Co-Hauptkampf: Ross Pearson vs. Stevie Ray

Es soll einfach nicht sein: Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres ist vor Belfast der angedachte Kampf zwischen Ross „The Real Deal“ Pearson (19-12-0(1)) und James Krause ausgefallen. Für den verletzten Amerikaner eingesprungen ist das schottische Talent Stevie „Braveheart“ Ray (19-6), für Action sollte also trotz allem gesorgt sein.

Für Pearson stellt UFC Belfast einen möglichen Karriere-Wendepunkt dar. Als „TUF 9“-Sieger seit sieben Jahren in der UFC unterwegs, hat der Boxer aus Sunderland, England im Laufe seiner Octagon-Laufbahn Namen wie Spencer Fisher, Gray Maynard, Dennis Siver und Paul Felder besiegt.

Die letzten Jahre allerdings haben dem Briten nicht allzu gut mitgespielt – nur vier seiner letzten elf Kämpfe konnte „The Real Deal“ gewinnen, zuletzt verlor er gar zwei in Folge gegen Will Brooks und Jorge Masvidal. Für diesen nächsten Kampf gegen Ray ist Pearson nun nach Jahren in den USA Nachhause zurückgekehrt und hat im Nordwesten Englands sein Trainingscamp aufgeschlagen.

Stevie Ray hat sich in die entgegengesetzte Richtung aufgemacht. Von der britischen Insel – Ray ist, wie in seinen Interviews schnell deutlich wird, gebürtiger Schotte – ist „Braveheart“ ins kanadische Montreal gezogen, wo er nun unter Firas Zahabi im Tristar Gym trainiert.

Unter dessen Fuchtel konnte „Braveheart“ seine ersten drei UFC-Kämpfe gewinnen, darunter zwei durch Knockout. Erst im September wurde Ray von Alan Patrick ausgepunktet und muss somit wieder in die Spur kommen im Duell zwischen der alten und der neuen Garde des Sports.

Die restlichen Kämpfe von UFC Belfast

Wie die meisten europäischen Fight Nights ist auch UFC Belfast nicht allzu stark besetzt, was große Namen angeht. Trotzdem versteckt sich im 13 Ansetzungen starken Programm das eine oder andere lohnende Duell.

Von besonderer Bedeutung für die irischen Fans hätte der letzte Vorkampf sein sollen, in dem Veteran Neil Seery gegen Ian McCall seinen Abschiedskampf hätte bestreiten sollen. Letzterer jedoch erkrankte kurzfristig und ließ den Kampf so ins Wasser fallen – für McCall ist es der dritte kurzfristige Kampfausfall in sechs Monaten, zuletzt stand „Uncle Creepy“ im Januar im Octagon. Januar 2015.

Relevanz trägt im Vorprogramm vor allem das Fliegengewichtsduell zwischen Kyoji Horiguchi (17-2) und Ali „Puncher“ Bagautinov (14-4). Warum zwei der besten Kämpfer der noch immer häufig übergangenen Gewichtsklasse mitten in den Vorkämpfen versteckt sind, bleibt ein Geheimnis der UFC.

Horiguchi ist ein immens talentierter Karate-Virtuose und gilt als Asiens beste Hoffnung auf UFC-Gold. Zwar ist der Japaner bereits einmal an Champion Demetrious Johnson gescheitert, das ist mittlerweile allerdings knapp eineinhalb Jahre her und kam wohl schlicht ein paar Jahre zu früh. Auch Ali Bagautinov hat seine erste Chance gegen Johnson bereits in den Sand gesetzt, mit seiner effektiven Mischung aus Ringen und K.o.-Power aber besitzt auch der Russe das Potential, über kurz oder lang wieder seinen Weg an die Spitze zurückzufinden.

Auch im Leichtgewicht könnte es zur Sache gehen. Kevin „The Motown Phenom“ Lee (13-2) mag in der UFC bisher am meisten mit einer großen Klappe aufgefallen sein, ist aber trotz K.o.-Niederlage gegen Grappler Leo Santos im letzten Kampf noch immer ein Talent im stark besetzten Leichtgewicht.

Als solches wurde mittlerweile auch Magomed Mustafaev (13-1) gemeinhin erkannt – der Dagestaner hat seine letzten 13 Kämpfe gewonnen, ist bisher nie über die Distanz gegangen und hat besonders mit seinem höchst einseitigen Knockout-Sieg gegen Joe Proctor vor einem Jahr bei UFC 194 einige Augen geöffnet.

Ebenfalls lohnen sollte sich das UFC-Debüt von Brett „The Pikey“ Johns (12-0). Der 24-jährige Waliser hat schon bei Cage Warriors und Titan FC Titel getragen und setzt nun auch auf der ganz großen Bühne zum Sturm auf die Spitze an. In Belfast wird er auf den Koreaner Kwan Ho „Handsome“ Kwak (9-0) treffen, der ebenfalls noch ungeschlagen ist und ebenfalls sein Octagon-Debüt bestreiten wird.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 99: Mousasi vs. Hall 2
Samstag, 19. November 2016
SSE Arena in Belfast, Nordirland


Hauptprogramm (ran Fighting)
Gegard Mousasi vs. Uriah Hall
Ross Pearson vs. Stevie Ray
Timothy Johnson vs. Alexander Volkov
Artem Lobov vs. Teruto Ishihara

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Magnus Cedenblad vs. Jack Marshman
Kyoji Horiguchi vs. Ali Bagautinov
Kevin Lee vs. Magomed Mustafaev
Anna Elmose vs. Amanda Cooper
Justin Ledet vs. Mark Godbeer
Zak Cummings vs. Alexander Yakovlev
Marion Reneau vs. Milana Dudieva
Brett Johns vs. Kwan Ho Kwak
Charlie Ward vs. Abdul Razak Alhassan