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UFC Fight Night 92: Wenige Namen, viel Action?

Kann Alex Caceres den Aufstieg von Yair Rodríguez stoppen? (Foto: Zuffa LLC).

Als die UFC zum letzten Mal in Salt Lake City, Utah veranstalten wollte, ging dieses Vorhaben gehörig nach hinten los. Jon Jones im Hauptkampf hin oder her – man hatte nicht bedacht, dass eine Sonntags-Show in der Mormonen-Hochburg Utah eventuell keine besonders gute Idee wäre; desaströse Ticketverkäufe sorgten schließlich dafür, dass die Show nach Kalifornien verschoben wurde. Sechs Jahre später wagt man sich an einem Samstag zurück, und trotz fehlender Star-Power ist die Rechnung aufgegangen: Yair Rodríguez, Alex Caceres, Cub Swanson, Tatsuya Kawajiri und Co. jedenfalls scheinen genug Karten verkauft zu haben.    

Das Hauptprogramm der UFC Fight Night 92 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 7. August, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 7. August, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 7. August, 4 Uhr

Hauptkampf: Yair Rodriguez vs. Alex Caceres

Der schlechteste Hauptkampf in der Geschichte der UFC? Geht es nur um Namen, dann sind Yair „Pantera“ Rodríguez (7-1) und Alex „Bruce Leeroy“ Caceres (12-8-0(1)) tatsächlich nicht die das Gelbe vom Ei.

Auf der Haben-Seite stehen an der Spitze der 92. UFC Fight Night allerdings zwei junge Talente, von denen eines das Potential besitzt, mittelfristig ganz oben im UFC-Federgewicht mitzuspielen. Und für spektakuläre Kämpfe sind die beiden übrigens auch bekannt.

Das würde man nicht gleich erwarten, wenn man sich die UFC-Bilanz von Yair Rodríguez anschaut: Vier Siege, klar, nicht übel, aber darunter gleich drei, die über die volle Distanz gegangen sind. Um das Potential des jungen Mexikaners zu erkennen, muss man seine Kämpfe sehen – und in eine Welle aus gesprungenen Kniestößen, gedrehten Kicks und allem dazwischen eintauchen.

Auch Anthony Pettis‘ spektakulärem Kampfstil ist der Rest der Gewichtsklasse irgendwann auf die Schliche gekommen, bisher ist das gegen Rodríguez im Octagon noch niemandem gelungen. Stattdessen scheint der Mexikaner, der in den USA bei Greg Jackson trainiert langsam seinen Rhythmus zu finden – gegen zusehends stärkere Gegner sah Rodríguez zunehmend besser aus, im April folgte mit einem eingesprungenen Headkick-K.o. gegen Andre Fili der Durchbruch.

Gegen Alex Caceres folgt nun nicht unbedingt ein Sprung im Gegner-Level, aber doch die ganz neue Erfahrung, die Last eines UFC-Hauptkampfes auf den Schultern zu tragen. Besteht er auch diesen Test, dürften sich große Dinge am Horizont anbahnen für den erst 23-Jährigen.

Verhindern will das „Bruce Leeroy“, Alex Caceres. Vor allem als freche Göre in der 12. Staffel der Reality-Serie „The Ultimate Fighter“ bekannt geworden, hat sich der mittlerweile 28-Jährige zu einem sehr soliden Kämpfer entwickelt. Zwischenzeitlich mit drei aufeinanderfolgenden Niederlagen u.a. gegen Francisco Rivera und Urijah Faber gehörig am Straucheln, hat der Lockenkopf 2016 mit Siegen gegen Masio Fullen und Cole Miller wieder in die Spur gefunden.   

Gegen Rodríguez scheint er als Aufbaugegner angesetzt worden zu sein, aber wie man zuletzt mehr als einmal gesehen hat, heißt das im MMA nicht immer viel –Werkzeuge, Erfahrung und wohl auch das eine oder andere Ass hat Caceres definitiv im Ärmel, um für eine Überraschung sorgen zu können.

Co-Hauptkampf: Dennis Bermudez vs. Rony Jason

Im Co-Hauptkampf werden im Federgewicht mit Dennis „The Menace“ Bermudez (15-5) und Rony „Jason“ Mariano Bezerra (14-5-0(1)) zwei Kämpfer aufeinandertreffen, die am liebsten den Vorwärtsgang einlegen, damit nicht immer Erfolg haben, aber meist glänzend unterhalten.

Bermudez war Ende 2011 kurz davor, die 14. TUF-Staffel zu gewinnen, bis dem bereits angeklingelten Diego Brandao ein spektakuläres Comeback gelang und er Bermudez in einem Armbar tappte. Seitdem allerdings läuft es recht gut für Bermudez – besser als für Brandao jedenfalls, der mittlerweile von der UFC entlassen wurde.

Mit sieben Siegen am Stück, gegen Namen wie Clay Guida und Max Holloway, konnte sich der gelernte Ringer mit den harten Fäusten zwischenzeitlich sogar in Titelnähe vorarbeiten, bevor bittere Niederlagen gegen Ricardo Lamas und Jeremy Stephens seinen Höhenflug abrupt beendeten. Mit einem Punktsieg gegen Tatsuya Kawajiri brachte Bermudez sich im Februar wieder behutsam auf Spur, jetzt will er wieder so durchstarten, wie man es bis 2014 von ihm gewohnt war.

Jason dagegen steht mit dem Rücken zur Wand. Mit Siegen gegen Godofredo Pepey, Sam Sicilia und Mike Wilkinson machte der Brasilianer zu Beginn seiner UFC-Laufbahn auf sich aufmerksam, anschließend leitete ein brutaler Headkick-K.o. durch Jeremy Stephens eine Abwärtsspirale ein.

Seitdem er gegen Stephens die Matte küssen musste, hat Jason lediglich einen Kampf gewonnen und einen verloren; ein weiterer Sieg gegen Damon Jackson aus dem Mai 2015 wurde nachträglich aberkannt, nachdem Jason positiv auf Diuretika getestet wurde.

Mittelfristig nicht die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Laufbahn im Octagon, eine weitere Niederlage könnte durchaus das Ende von Jasons UFC-Träumen bedeuten. Auf der anderen Seite hat man erst am vergangenen Wochenende in Form von Jake Ellenbergers explosivem Sieg gegen Matt Brown gesehen, wozu manch einer mit gehörigem Erfolgsdruck im Rücken in der Lage ist.

Die weiteren Kämpfe von UFC Salt Lake City

Das Motto „Wenig Stars, viel Action“ zieht sich auch hinter den beiden Hauptkämpfen durch die gesamte Veranstaltung.

So werden im Hautprogramm die beiden Weltergewichte Santiago „Gente Boa“ Ponzinibbio (22-3) und Zak Cummings (19-4) aufeinandertreffen, die zwar außerhalb der Hardcore-Fanbasis kaum jemand kennt, aber durchaus solide Kämpfer sind. Ponzinibbio, der erste Argentinier in der UFC, startete seine Octagon-Karriere mit zwei Siegen und zwei Niederlagen, sah zuletzt aber in Knockout-Siegen gegen Andreas Stahl und Court McGee zerstörerisch gut aus.

Cummings fand 2013 über die starke 17. TUF-Staffel seinen Weg in die UFC und musste sich dort bisher lediglich Gunnar Nelson geschlagen geben. Seine restlichen vier Kämpfe im Octagon entschied er für sich, zuletzt stoppte er im April den Vormarsch des dänischen Talents Nicolas Dalby mit einem dominanten Punktsieg.

Auf dem Vorprogamm sticht vor allem der Fight Pass-Hauptkampf des Abends hervor, in dem im Federgewicht die beiden Veteranen Cub Swanson (22-7) und Tatsuya „The Crusher“ Kawajiri (35-9-2) aufeinandertreffen werden.

Swanson ist seit seinen WEC-Tagen ein Fan-Favorit, Kawajiri spätestens seit einer Reihe spektakulärer Siege bei PRIDE FC. In der UFC lief es für beide bisher mal mehr und mal weniger gut. Swanson kann starke Siege u.a. gegen Ross Pearson, Charles Oliveira, Dustin Poirier, Dennis Siver und Jeremy Stephens vorweisen, die ihn bis kurz vor einen Titelkampf brachten.

Das alles nur, um kurz vor dem Ziel von Frankie Edgar gestoppt zu werden. Wenige Monate später besiegte ihn außerdem Max Holloway und brach ihm dabei zu allem Überfluss den Kiefer – nach Rücktrittsgerüchten kam der 32-Jährige dann allerdings im April zurück und holte sich einen überzeugenden Sieg gegen Hacran Dias.

Kawajiri dagegen ist es trotz drei Siegen in fünf Kämpfen bisher noch nicht gelungen, in der UFC irgendwie herauszustechen.

Der 38-Jährige, der vor seiner Zeit im Octagon bereits gegen Namen wie Eddie Alvarez, Gilbert Melendez, Josh Thomson oder Joachim Hansen angetreten ist und diese teilweise sogar schlagen konnte, wurde in der UFC von Clay Guida und Dennis Bermudez besiegt und konnte auch in wenig spektakulären Punktsiegen gegen Dennis Siver und Jason Knight nicht glänzen.

Gegen Swanson sollte es kein Problem sein, einen erinnerungswürdigen Kampf hinzulegen – wie der ausgeht, ist eine andere Frage.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 91: Rodríguez vs. Caceres
Samstag, 06. August 2016
Vivint Smart Home Arena in Salt Lake City, Utah, USA


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Yair Rodríguez vs. Alex Caceres
Dennis Bermudez vs. Rony Jason
Thales Leites vs. Chris Camozzi
Santiago Ponzinibbio vs. Zak Cummings
Trevor Smith vs. Joe Gigliotti
Maryna Moroz vs. Danielle Taylor

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Court McGee vs. Dominique Steele
Viktor Pesta vs. Marcin Tybura
David Teymur vs. Jason Novelli
Teruto Ishihara vs. Horacio Gutiérrez

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Cub Swanson vs. Tatsuya Kawajiri
Chase Sherman vs. Justin Ledet