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UFC Fight Night 91: McDonald, Lineker, Ferguson und Boetsch in Aktion

Michael McDonald, John Lineker - wer macht das Rennen im Duell der Bantamgewichte? (Foto: Zuffa LLC).

Dankbar ist es nicht für die 24 Kämpfer von UFC Sioux Falls, eine halbe Woche nach UFC 200 ins Octagon steigen zu müssen, aber die Show muss ja bekanntlich weitergehen. Und so werden trotz MMA-Kater nach der International Fight Week in Las Vegas gleich am Mittwoch in South Dakota wieder die Tore des Octagons geöffnet. Zwar mit deutlich weniger Star-Power als vergangene Woche, für einige Namen dürfte es sich aber trotzdem lohnen, einzuschalten.

UFC Sioux Falls wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Donnerstag, 14. Juli, 0 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Donnerstag, 14. Juli, 1 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Donnerstag, 14. Juli, 3 Uhr

Hauptkampf: Michael McDonald vs. John Lineker

Einer der Hauptgründe, warum die leichten Gewichtsklassen auch Jahre nach ihrer UFC-Einführung noch nicht wirklich angekommen sind bei den Fans, ist der vermeintliche Mangel an K.o.-Power, den die kleineren Kämpfer mit ins Octagon nehmen. In dieser Hinsicht muss sich der Bantamgewichts-Hauptkampf am Mittwoch nicht vor dem einen oder anderen Duell in höheren Gewichtsklassen verstecken.

John „Hands of Stone“ Lineker (27-7) hat seinen Spitznamen nicht ohne Grund, und auch bei „Mayday“ Michael McDonald (17-3) ist eben jener Hilferuf durchaus angebracht, wenn man vom 25-Jährigen am Kinn getroffen wurde. Ganze 21 K.o.-Siege kombinieren die beiden, für das Bantamgewicht definitiv eine beeindruckende Bilanz.

Lineker ist dabei eigentlich ein Fliegengewicht, wurde jedoch, nachdem er ganze vier Mal das geforderte Limit verpasst hat, hoch ins Bantamgewicht strafversetzt. Dort lief es für den Brasilianer zumindest nicht bedeutend schlechter als zuvor – Siege gegen Francisco Rivera und Rob Font, zwei durchaus fähige Kämpfer, haben den 26-Jährigen auch oberhalb seines angestammten Gewichts in der Rangliste etabliert. Mit ein oder zwei weiteren überzeugenden Siegen könnte sich Lineker in greifbare Titelnähe bewegen.

Dort stand Michael McDonald schon. Im Februar 2013 trat der Kalifornier in London gegen Renan Barao um den Interimstitel des Bantamgewichts an, verlor nach einem spannenden Kampf jedoch in Runde vier in Baraos Arm Triangle Choke. Es folgte ein dominanter Sieg gegen Brad Pickett und eine Niederlage gegen Urijah Faber.

Danach verschwand „Mayday“ von der Bildfläche. Drei Jahre lang werkelte McDonald als Tischler vor sich hin, verdiente so seinen Lebensunterhalt und kurierte eine mehrfach gebrochene Hand aus, bevor er im Januar bei UFC 195 zurückkehrte. Gegen Masanori Kanehara sah es zwischenzeitlich nicht gut aus für McDonald, ein Rear Naked Choke in Runde zwei brachte ihm dann jedoch nicht nur den Sieg, sondern gleich noch den Bonus für die „Performance of the Night“.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag heißt es jetzt nochmal durchstarten – ein Sieg gegen den jeweils anderen würde sich in beiden Bilanzen mehr als gut machen und wohl für vielversprechende Chancen im restlichen Verlauf des Jahres sorgen.

Co-Hauptkampf: Tony Ferguson vs. Landon Vannata

Man sollte nicht mit Steinen auf anderer Leute Glashäuser werfen, denn vielleicht muss man sich irgendwann selbst dort reinsetzen. So geschehen mit Tony „El Cucuy“ Ferguson (20-3), dessen Häme groß war, als Khabib Nurmagomedov im April gegen UFC-Neuling Darrell Horcher kämpfte, anstatt nach Fergusons Absage auf die Genesung des Top-5-Leichtgewichts zu warten.

Drei Monate später steht Ferguson kurz vor einem Kampf gegen Landon Vannata (8-0), der am Mittwoch sein UFC-Debüt geben wird. Der Newcomer war eingesprungen, nachdem Original-Gegner Michael Chiesa das als Hauptkampf geplante Duell verletzt absagen musste. Anstatt auf Chiesa oder Nurmagomedov zu warten, kämpft Tony Ferguson jetzt gegen einen UFC-Newcomer. Hmm...

Wenn auch verständlich, ist das Ganze schon etwas antiklimatisch nach Fergusons spektakulärem Aufgabe-Sieg gegen Top-Ten-Kämpfer Edson Barboza im Dezember. Aber auch er hat sich dazu entschieden, anstatt zu warten ein wenig Geld zu verdienen und seine aktuelle Siegesserie auf vier Jahre und acht Siege auszubauen.

Eine absolut beeindruckende Statistik, aber wird es gegen Vannata tatsächlich so leicht? Potential jedenfalls hat der Kämpfer aus dem Jackson-Winkeljohn-Team in New Mexico. Mit acht Siegen gegen teils solide, teils eher dekorative Kontrahenten stand Vannata wohl ohnehin kurz vor dem Sprung in die UFC - jetzt kommt dieser gleich gegen eines der härtesten Kaliber, das die ohnehin schon sehr starke Gewichtsklasse zu bieten hat.

Ob das gut geht? Für gewöhnlich nicht. Khabib Nurmagomedovs Aufgabe-Sieg gegen Darrell Horcher im April hat deutlich die Unterschiede zwischen einem handelsüblichen, wenn auch talentierten UFC-Neuling und einem verdienten Kandidaten auf einen Titelkampf aufgezeigt.

Verlieren jedenfalls sollte Ferguson nicht gegen einen völlig unbekannten Debütanten, ansonsten wäre ihm der Spott nicht nur vonseiten Nurmagomedovs sicher. Der sich zumindest einigermaßen sicher sein kann, in näherer Zukunft nicht mehr in dieses Glashaus zurück zu müssen.

Die weiteren Kämpfe von UFC Sioux Falls

Nach drei großen Events am letzten Wochenende und weiteren zwei bis zum Ende des Monats ist für South Dakota nicht mehr allzu viel übrig geblieben.

Im Mittelgewicht dürfte es zwischen Tim „The Barbarian“ Boetsch (18-10) und Josh „Anqua“ Samman (12-3) zumindest ordentlich knallen. Boetsch arbeitete sich 2012 mit Siegen gegen Yushin Okami und Hector Lombard in die Ranking-Relevanz vor, steckt aktuell aber in einer Negativserie von sechs Niederlagen in acht Kämpfen fest und wird einen möglichst imposanten Sieg brauchen, um nicht aus der UFC zu fliegen.

Samman dagegen verlor im Dezember zum ersten Mal in seiner UFC-Karriere durch Aufgabe gegen Tamdan McCrory und hat nun wieder einen Brocken vor sich: Zwar hat Boetsch sicherlich weitaus bessere Zeiten gesehen, brandgefährlich bleibt der „Barbar“ aber zwei Knockout-Niederlagen in Folge noch, der durchgehend gegen Top-Leute wie Phil Davis, Thales Leites oder Luke Rockhold gekämpft hat und Samman mit einem Sieg selbst um Jahre zurückwerfen würde.

Im ersten Kampf des Hauptprogramms treffen zwei junge Fliegengewichte aufeinander, die beide mittelfristig um den Titel der 56-Kilo-Klasse antreten könnten.

Louis „The Last Samurai“ Smolka (10-1) fand sich vergangenen Oktober unversehens im Hauptkampf von UFC Dublin wieder, nachdem die beiden eigentlichen Hauptkämpfe kurzfristig ins Wasser fielen. Der 24-jährige Hawaiianer, der in der UFC bereits u.a. Alptekin Ozkilic und Neil Seery schlagen konnte, machte das Beste aus der Chance und zwang Lokalmatador Paddy Holohan nach einem wilden Kampf in Runde zwei zum Abklopfen.

Einen Monat später sorgte Ben „Ben 10“ Nguyen (16-5) in Melbourne, Australien für einen gelungenen Start der Stadion-Show UFC 193, indem er Ryan Benoit in der ersten Runde per Rear Naked Choke frühzeitig zum Duschen schickte. Zuvor konnte der in Sioux Falls geborene Wahl-Australier bereits – wie auch Smolka – Alptekin Ozkilic schlagen. 

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 91: McDonald vs. Lineker
Mittwoch, 13. Juli 2016
Sioux Falls, South Dakota, USA


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Michael McDonald vs. John Lineker
Tony Ferguson vs. Landon Vannata
Tim Boetsch vs. Josh Samman
Daniel Omielanczuk vs. Oleksiy Oliynyk
Kyle Noke vs. Keita Nakamura
Louis Smolka vs. Ben Nguyen

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Lauren Murphy vs. Katlyn Chookagian
Eric Spicely vs. Sam Alvey
Cortney Casey vs. Cristina Stanciu
Scott Holtzman vs. Cody Pfister

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Rani Yahya vs. Matthew Lopez
Devin Clark vs. Alex Nicholson