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UFC Fight Night 40: Brown und Silva in der Schlacht des Jahres

Matt Brown sicherte sich den siebten Sieg in Folge (Foto: ZUFFA LLC)

Die UFC Fight Night 40 ist Geschichte und hinterlässt reihenweise offene Münder. Matt Brown und Erick Silva setzten mit einer drei Runden langen Schlacht einen furiosen Schlusspunkt unter eine bereits sehr unterhaltsame Fight Night, die von Überraschungen geprägt war.

Matt Brown vs. Erick Silva
Was für ein Kampf. Beide Kämpfer legten los wie die Feuerwehr. Es ging schnell in den Clinch, Brown brachte den Kampf auf die Matte, aber Silva kam sofort wieder hoch und landete einen Tritt zum Körper, der Brown zusammen sacken ließ. Silva ging mit Schlägen hinterher, konnte Brown aber nicht finalisieren und sicherte sich den Rücken des Amerikaners. Von dort zog er einen Rear-Naked Choke an, aus dem sich Brown befreien konnte. Zurück im Stand begann dann die "Matt Brown"-Show. Der 33-Jährige verprügelte Silva nach Strich und Faden. Schläge, Kniestöße, Ellenbogen, Brown versuchte alles und sicherte sich zum Ende der Runde auch noch einen Takedown. Der zweite Durchgang lieferte genauso viel Wahnsinn wie der erste. Brown setzte Silva sofort unter Druck und landete immer wieder klare Treffer. Der Brasilianer konnte kaum noch stehen, überstand aber die Angriffe Browns immer wieder und streute seinerseits Haken zum Kopf und Körper ein.

Als Brown merkte, dass Silva im Stand nicht beizukommen war, verlagerte er den Kampf wieder auf die Matte und schlug aus der Mount auf den Brasilianer ein. Dieser verteidigte sich nach Kräften und wehrte zudem auch noch einen Armhebel und einen Triangle Choke ab. Im dritten Durchgang war dann Schluss. Brown warf Silva früh auf die Matte und bearbeitete ihn von da an am Boden. Mit einem Ellenbogen konnte Brown zudem eine Platzwunde beim Brasilianer öffnen, der sich unter dem Schlaghagel irgendwann weg drehte, weitere Treffer nahm und schließlich nach etwas mehr als zwei Minuten in der dritten Runde vom Ringrichter gerettet wurde.
Brown forderte anschließend noch im Käfig einen Titelkampf, bekam den braunen Gürtel umgelegt und feierte mit seinen Söhnen seinen siebten Sieg in Folge.
Matt Brown bes. Erick Silva via T.K.o. (Schläge) nach 2:11 in Rd. 3

Costa Philippou vs. Lorenz Larkin
Wenig wurde von den Mittelgewichten erwartet, aber der Kampf zwischen Costa Philippou und Lorenz Larkin übertraf die Erwartungen bei weitem. Beide Mittelgewichte kämpften mit offenem Visier, tauschten Hände und Leg Kicks aus. Insbesondere Philippou zeigte sich von der aggressiven Seite und drängte Larkin immer wieder in die Defensive. Larkin ließ sich nicht lumpen und konnte ebenfalls gute Treffer setzen, hatte aber bei den Schlagabtäuschen meist das schlechtere Ende für sich. Eine Minute vor Ende der ersten Runde stellte Philippou seinen Gegner am Käfig und traf mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kinn. Lorenz sackte bewusstlos zusammen, ein weiteres Nachsetzen war nicht nötig. Ein emotionaler Philippou feierte ausgelassen seinen ersten UFC-Sieg seit Dezember 2012.
Costa Philippou bes. Lorenz Larkin via K.o. (Schläge) nach 3:47 in Rd. 1

Erik Koch vs. Daron Cruickshank
In einer Nacht voller Überraschungen konnte sich Daron Cruickshank in der ersten Runde gegen Erik Koch durchsetzen. Der "Detroit Superstar" lieferte sich von Anfang an einen offenen Schlagabtausch. Während Koch seine Fäuste fliegen ließ, arbeitete Cruickshank wie erwartet mit seinen Tritttechniken. Dabei ließ sich Cruickshank immer wieder zurückfallen, um den angreifenden Koch mit kurzen Schlägen zu kontern. Das Kampfende kam nach einer Kombination Cruickshank. Einen ersten Tritt zum Kopf konnte Koch blocken, den anschließenden Schlag auch, aber der nächste Tritt erwischte Koch hinterm Ohr. Koch fiel Gesicht voraus auf die Matte und Cruickshank ging mit Schlägen und Ellenbogen hinterher, bis Ringrichter Gary Copeland viel zu spät dazwischen ging.
Daron Cruickshank bes. Erik Koch via T.K.o. (Tritt und Schläge) nach 3:21 in Rd. 1

Neil Magny vs. Tim Means
So hatte sich Tim Means die Rückkehr in die UFC nicht vorgestellt. Der 30-Jährige traf auf einen stark verbesserten Neil Magny, der es vor allem in der ersten Runde gut verstand, seine Reichweite einzusetzen und Means auf Distanz zu halten. Means vermochte es kaum, Magny zu stellen und wurde zudem von einer Linken zu Boden geschlagen. Ab der zweiten Runde wurde der "Dirty Bird" aktiver. Er schaffte es immer wieder, Magny gegen den Käfig zu clinchen und landete dort wiederholt Kniestöße und Schläge, musste aber einen weiteren Takedown von Magny einstecken. Auch der letzte Durchgang lief anfangs eher für Means. Er konnte Magny erneut mit einem harten Kniestoß zum Kopf treffen, ließ dem 26-Jährigen aber zu lange Zeit zur Erholung. Ein Fehler, der sich rächen sollte, denn Magny konnte sich anschließend einen Takedown und Means' Rücken sichern und den Kampf minutenlang auf der Matte halten. Die Befreiung von Means kam zu spät, sodass sich Magny den zweiten Sieg in Folge sichern konnte.
Neil Magny bes. Tim Means einstimmig nach Punkten (29-28, 30-27, 29-28)

Soa Palelei vs. Ruan Potts
Ein kurzes Debüt erlebte der Südafrikaner Ruan Potts. Palelei nahm seinen Gegner schnell runter, ließ sich kurz drehen und verteidigte sich gegen eine Guillotine, bevor er am Käfig wieder in die Oberlage kam. Von dort feuerte der "Hulk" aus der Mount zwei kurze Haken ab, die Potts nach zweieinhalb Minuten bewusstlos schlugen.
Soa Palelei bes. Ruan Potts via K.o. (Schlag) nach 2:20 in Rd. 1

Chris Cariaso vs. Louis Smolka
Aus dem vermuteten Feuerwerk der Fliegengewichte wurde zunächst nichts. Der Großteil der ersten Runde spielte sich im Clinch ab. Smolka konnte oder wollte seine Reichweite nicht nutzen und kam von sich aus immer wieder in die Nahdistanz. Hier spielte Cariaso seine Erfahrung aus und arbeitete mit Leg Kicks und schnellen Kombinationen, die Smolka zusetzten. Smolka versuchte zudem mehrfach, den Kampf mit Würfen auf die Matte zu verlagern, was kaum gelang. Einen Schulterwurf konterte Cariaso aus, sicherte sich den Rücken und fast einen Rear-Naked Choke. Zudem wurde der Hawaiianer in der zweiten Runde erst vom Gong gerettet, nachdem ihn Cariaso in einen Ninja Choke nehmen konnte. In der dritten Runde musste Smolka attackieren, was Cariaso entgegen kam, der mit Leg Kicks konterte. Zwar konnte sich Smolka nach einem Takedown die Mount sichern, Cariaso sorgte jedoch dafür, dass beide Kämpfer schnell wieder auf die Beine kamen. Dort musste er sich zwar gegen Ende des Kampfes gegen einen aktiven Smolka zur Wehr setzen, dessen Schlussoffensive kam zu spät, um die Punktrichter auf seine Seite zu ziehen.
Chris Cariaso bes. Louis Smolka geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Ed Herman vs. Rafael Natal
Im letzten Vorkampf des Abends setzte sich Ed Herman in einer höhepunktarmen Partie nach Punkten durch. Herman musste von Beginn an schmerzhafte Leg Kicks einstecken, konnte Natal aber immer wieder in den Clinch zwingen und dessen Takedowns abwehren. Zwar gelangen "Sapo" vereinzelte Takedowns, diese brachten dem Brasilianer aber wenig ein, sodass es schnell wieder auf die Beine ging. Im Stand konnte Herman mit zunehmender Dauer seine Hände durchbringen. Dabei profitierte er von den vorhersehbaren Aktionen Natals, der entweder mit einer Overhand Right oder Takedowns angriff. Herman war bis zum Schluss der aktivere Kämpfer und konnte sich den Erfolg nach Punkten sichern.
Ed Herman bes. Rafael Natal einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Kyoji Horiguchi vs. Darrell Montague
Kyoji Horiguchi feierte ein erfolgreiches Debüt in der neuen Gewichtsklasse. Nachdem der Japaner in der ersten Runde noch leichte Schwierigkeiten mit Montague hatte und seine Reichweite nicht gleich fand, nahm er in der zweiten Runde das Heft in die Hand. Eine anfängliche Schrecksekunde, in der Montague aus dem Clinch einen Arm-Triangle Choke im Stand ansetze und dann in eine Guillotine wechselte, überstand der Japaner schnell. Anschließend ließ Horiguchi seine Fäuste fliegen und traf immer wieder mit harten Händen. Zudem bearbeitete er immer wieder den Rumpf Montagues, was diesen schmerzhaft zurückweichen ließ. Stark angeschlagen ging der Amerikaner in den letzten Durchgang. Erneut war es Horiguchi, der Akzente setzen konnte und erneut seine Hände durchbrachte. Montague zeigte Durchhaltevermögen und antwortete mit diversen Tritttechniken, die jedoch meistens ihr Ziel verfehlten. Dafür traf Montague gegen Ende des Kampfes noch mit vereinzelten Schlägen, konnte die Punktniederlage jedoch nicht mehr abwenden.
Kyoji Horiguchi bes. Darrell Montague einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 29-28)

Yan Cabral vs. Zak Cummings
Nachdem sich die ersten Kämpfe größtenteils im Stand abspielten, lieferten Cabral und Cummings drei Runden lang ein Kontrastprogramm. Im ersten Durchgang konnte Cabral den Kampf auf die Matte verlagern und einen Reverse Triangle Choke ansetzen. Cummings konnte sich aus dem Griff befreien, musste aber einen weiteren Takedown einstecken und wurde gemounted. Ab der zweiten Runde übernahm Cummings das Ruder. Er konnte Cabral im Stand zusetzen und die Takedowns vermeiden, bzw. Cabral auf den Rücken werfen. Nach zwei ausgeglichenen Runden kam Cummings frischer aus seiner Ecke und nutzte diesen Vorteil, um die letzten fünf Minuten zu bestimmen. Cabral versuchte sich zwar am Boden an Submissions, hatte aber nicht mehr die Kraft, um Cummings zu kontrollieren. Der Amerikaner punktete mit Treffern im Stand und auf der Matte und konnte sich zwischenzeitlich Cabrals Rücken sichern. Die Punktrichter belohnten Cummings' Aufholjagd mit einem einstimmigen Punktsieg.
Zak Cummings bes. Yan Cabral einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)

Eddie Wineland vs. Johnny Eduardo
Eddie Wineland ging als hoher Favorit in die Begegnung, aber Johnny Eduardo zeigte schnell, warum er ein schwieriges Matchup für den einstigen WEC-Champion war. Wineland konnte seine Führhand nicht etablieren und kam kaum an Eduardo heran. Der Brasilianer hingegen blieb ruhig und bestrafte die Einzelaktionen Winelands mit Leg Kicks und kurzen Schlägen. Aus dem Nichts landete Eduardo bei einem Schlagabtausch eine harte Rechte. Wineland taumelte nach hinten, musste vom heranstürmenden Eduardo aber eine weitere krachende Rechte ans Kinn nehmen und ging zu Boden. Bevor Eduardo weitere Schläge anbringen konnte, ging Herb Dean dazwischen und beendete den Kampf.
Johnny Eduardo bes. Eddie Wineland via T.K.o. (Schläge) nach 4:37 in Rd. 1

Manny Gamburyan vs. Nik Lentz
Im Duell "Ringen gegen Judo" behielt das Ringen dieses Mal die Oberhand. In einer unterhaltsamen Begegnung war es meist der Ringer Lentz, der Gamburyan gegen den Käfig drückte und aus dem Clinch an Takedowns arbeitete oder seinen Gegner mit kurzen Händen und Kniestößen eindeckte. Gamburyan antwortete mit eigenen Takedowns und Submissionversuchen. Gegen Ende der zweiten Runde landete Lentz einen harten Kniestoß, der das rechte Auge Gamburyans anschwellen ließ. Im letzten Durchgang tauschten die beiden Federgewichte Positionen und Takedowns aus. Gamburyan konnte sich zeitweise auch den Arm seines Gegners sichern, aber einen Kimura nicht komplett durchziehen. Lentz arbeitete weiterhin aus dem Clinch und sicherte sich so auch die dritte Runde auf den Punktzetteln.
Nik Lentz bes. Manny Gamburyan einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Justin Salas vs. Ben Wall
Justin Salas machte von Anfang an das, was man von ihm erwartet hatte: Takedowns. Immer wieder versuchte Salas, den Kampf auf die Matte zu verlagern. Wall konnte zwar die meisten Würfe abwehren oder direkt wieder aufstehen, seinerseits aber nicht offensiv tätig werden. Gegen Mitte der Runde ging es in den Clinch und Salas landete erst ein Knie zum Körper und dann eine Rechte aufs Ohr, die Wall durchrüttelte. "J-Bomb" roch Blut und traf im Anschluss mit einer linken Geraden aufs Kinn, die Wall ausknockte.
Justin Salas bes. Ben Wall via K.o. (Schlag) nach 2:41 in Rd. 1

Anthony Lapsley vs. Albert Tumenov
Einen guten Start in die Veranstaltung lieferten die Weltergewichte Lapsley und Tumenov. Lapsley versuchte immer wieder, Tumenov zu Boden zu bringen, wurde aber abgeschüttelt. Der Russe konnte Lapsley an den Käfig zurück drängen und mit vereinzelten Schlägen treffen. Nach knapp vier Minuten ging Lapsley mit einer Overhand Right nach vorne, wurde dabei aber vom zurückweichenden Tumenov mit einem linken Haken getroffen und war sofort K.o.
Albert Tumenov bes. Anthony Lapsley via K.o. (Schlag) nach 3:56 in Rd. 1

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night: Brown vs. Silva
10. Mai 2014
U.S. Bank Arena in Cincinnati, Ohio, USA

Matt Brown bes. Erick Silva via T.K.o. (Schläge) nach 2:11 in Rd. 3
Costa Philippou bes. Lorenz Larkin via K.o. (Schläge) nach 3:47 in Rd. 1
Daron Cruickshank bes. Erik Koch via T.K.o. (Schläge) nach 3:21 in Rd. 1
Neil Magny bes. Tim Means einstimmig nach Punkten (29-28, 30-27, 29-28)
Soa Palelei bes. Ruan Potts via K.o. (Schläge) nach 2:20 in Rd. 1
Chris Cariaso bes. Louis Smolka geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)

Ed Herman bes. Rafael Natal einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)
Kyoji Horiguchi bes. Darrell Montague einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 29-28)
Zak Cummings bes. Yan Cabral einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Johnny Eduardo bes. Eddie Wineland via T.K.o. (Schläge) nach 4:37 in Rd. 1
Nik Lentz bes. Manny Gamburyan einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Justin Salas bes. Ben Wall via K.o. (Schlag) nach 2:41 in Rd. 1
Albert Tumenov bes. Anthony Lapsley via K.o. (Schlag) nach 3:56 in Rd. 1