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UFC News

UFC Fight Night 107: Schwach an der Spitze, stark in der Tiefe

Heiß: Jimi Manuwa (l.) und COrey Anderson wollen in London an die Spitze des Halbschwergewichts aufschließen (Foto: Florian Sädler).

An diesem Samstag hält die UFC fast schon gewohnheitsmäßig einen Frühjahrsstop in London ab. Nach Anderson Silva und Michael Bisping im Vorjahr hat der diesjährige Hauptkampf zwischen dem Londoner Thaiboxer Jimi Manuwa und Ringer Corey Anderson viel Kritik ausgelöst, dafür bietet das Programm in der Breite einige spaßige Ansetzungen. Mit dabei unter anderem: Makwan Amirkhani, Joe Duffy, Mark Diakiese, Vicente Luque sowie der Abschiedskampf von Brad Pickett.

Das Hauptprogramm von UFC London wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) auf ran Fighting gezeigt. Das Vorprogramm wird vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 18. März, 18:30 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Samstag, 18. März, 22 Uhr

Hauptkampf: Jimi Manuwa vs. Corey Anderson

Außerhalb des harten Kerns, bestehend aus Daniel Cormier, Jon Jones, Anthony Johnson und Alexander Gustafsson, hat im UFC-Halbschwergewicht aktuell niemand eine Chance auf den Titel. Das zumindest scheint die öffentliche Meinung zu sein, die Jimi „Poster Boy“ Manuwa (16-2) und Corey „Overtime“ Anderson (9-2) am Samstag wiederlegen wollen.

Dazu müssen sie in London am jeweils anderen vorbei, und leicht dürfte diese Herausforderung für keinen der beiden werden. Der Hauptkampf der Fight Night 107 mag nur Plan B für den diesjährigen London-Besuch gewesen sein, dafür bietet die Ansetzung einen interessanten stilistischen Kontrast.

Manuwa ist ein gelernter Thaiboxer, der seine Gegner mit solider Technik und markerschütternder Power aus dem Verkehrt zieht. Er ist der einzige Kämpfer der UFC, der drei Gegner besiegt hat, indem diese sich verletzt haben - beziehungsweise von ihm verletzt wurden. Zwar wurde der Londoner in der UFC von Alexander Gustafsson und Anthony Johnson ausgeknockt, mit einem K.o. gegen Ovince Saint Preux im Oktober hat der „Poster Boy“ aber gezeigt, dass mit ihm immer zu rechnen ist.

Gegen Anderson will die aktuelle Nummer vier der Rangliste zeigen, warum er nicht nur dort hingehört, sondern es bis ganz nach oben schaffen kann. Anderson dagegen steht aktuell auf der sechs und will dorthin, wo sich sein Gegner gerade befindet. „Overtime“ ist ein kompetenter Ringer, der seine Gegner gerne über die volle Distanz müde grapplet und dann das Finish bringt, falls sich eine Gelegenheit bietet.

Für Manuwa heißt es also, aus der Distanz den K.o.-Schlag zu suchen, während Andersons beste Chance darin bestehen dürfte, den Briten müde und mürbe zu machen und ihm auf diese Weise vor heimischer Kulisse eine frustrierende Niederlage beibringen zu können. Welche Variante die Zuschauer bevorzugen, düfte einigermaßen klar sein.

Co-Hauptkampf: Gunnar Nelson vs. Alan Jouban

Im zweiten Hauptkampf des Abends bekommen die Londoner Fans einen Kracher im Weltergewicht geboten. Kämpfe wie früher zwischen zwei Disziplinen gibt es kaum noch in der UFC, und auch Gunnar „Gunni“ Nelson (15-2-1) sowie Alan „Brahma“ Jouban (15-4) hätten es im Octagon nicht so weit geschafft, wenn sie nicht überall stark wären, und trotzdem: Zwischen ihnen werden am Samstag einer der besten Grappler und einer der dynamischsten Thaiboxer der Gewichtsklasse einen Sieger ausmachen.

Nelson ist für seine Brillanz auf der Matte ähnlich bekannt wie für seine ausdruckslose Mimik. Mit fünf Submission-Siegen in der UFC hat der Isländer sich seit 2012 in die Top Ten der 77-Kilo-Klasse vorgearbeitet, dort aber gegen Rick Story und Demian Maia verloren. Gegen Alan Jouban muss er nun beweisen, dass er tatsächlich in diese Position gehört.

Jouban dagegen hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er für sich einen Platz in der Rangliste beansprucht und einen Top-Gegner will. Mit der Nummer neun im Weltergewicht wurde ihm dieser Wunsch nach aufeinanderfolgenden Siegen gegen Brendan O'Reilly, Belal Muhammad und Mike Perry erfüllt: Mit lediglich einer Niederlage in seinen letzten sechs Kämpfen hat „Brahma“, der neben dem Kämpfen sein Geld als Model u.a. für Versace verdient, sich an den Rand der Relevanz vorgekämpft.

Mit einem weiteren wohl platzierten Headkick oder gut getimten Ellbogen soll nun der Durchbruch zur Elite folgen, während Nelson dort den Eindringling von unten dahin zurückschicken will, wo er gerade herkommt. Für Fans sollte es so oder so spannend werden.

Die restlichen Kämpfe von UFC London

An Action sollte es in der o2 Arena am Samstag nicht mangeln, wenn zumindest einige der angesetzten Kämpfe das halten, was sie auf dem Papier versprechen.

Ein wenig nostalgisch wird es auf dem Hauptprogramm, wenn das Ost-Londoner Urgestein Brad „One Punch“ Pickett (25-13) zum letzten Mal in den Käfig steigt. Pickett hat sich sowohl in der WEC als auch in der UFC durch den Bantamgewichtskader gekämpft und dabei Namen wie Ivan Menjivar, Neil Seery und Pound-for-Pound-Spitzenreiter Demetrious Johnson besiegt.

Zuletzt lief es mit drei Niederlagen in vier Kämpfen aber nicht gut für den Briten, der neben dem Sport noch als Promoter seiner eigenen kleinen MMA-Liga aktiv ist und einen Sohn hat. Zusammen Grund genug für den 38-Jährigen - wenn auch schweren Herzens -, die Faustschützer nach UFC London an den Nagel zu hängen.

Gegen Ersatzgegner Marlon Vera wird Pickett in seinem Abschiedskampf einen Mann mit einer Mission vor die Fäuste bekommen. Vera war schon letztes Jahr bei UFC London im Einsatz und verlor eine Punktentscheidung gegen David Grant, konnte aber auch zwei UFC-Kämpfe gewinnen. Seine Motivation zieht der 24-Jährige vor allem aus einer seltenen Krankheit, die es seiner kleinen Tochter unmöglicht macht zu lächeln. Wer auch immer diesen Kampf gewinnt - beide Alternativen wären auf ihre Art eine Feel-Good-Story.

Spannend dürfte es auch im ersten Kampf des Hauptprogramms werden, indem die UFC ausnahmsweise zwei aufstrebende Talente gegeneinander angesetzt hat, anstatt sie gegen Veteranen und Gatekeeper kämpfen zu lassen. Makwan „Mr. Finland“ Amirkhani (13-2) sorgt inner- und außerhalb des Octagons für Furore, der Durchbruch ist ihm trotz zwei Jahren in der UFC aber noch nicht ganz gelungen.

Das dürfte vor allem an den langen Pausen zwischen seinen Kämpfen liegen: 385 Tage sind seit seinem Punktsieg gegen Mike Wilkinson bei der letzten UFC London vergangen. Gleiches gilt für seinen Gegner. Arnold „Almighty“ Allen (11-1) bezwang letzten Februar Yaotzin Meza in der o2 Arena und war seitdem nicht mehr aktiv. Am Samstag wollen beide wieder neue Fahrt aufnehmen im UFC-Federgewicht.

Auch auf dem Vorprogramm dürfte es in einigen Kämpfen knallen. So werden im Leichtgewicht Joseph „Irish Joe“ Duffy (15-2) und Reza „Mad Dog“ Madadi (14-4) aufeinandertreffen, im Weltergewicht die K.o.-gefährlichen Leon „Rocky“ Edwards (12-3) und Vicente „Silent Assassin“ Luque (11-5-1) sowie im Mittelgewicht die Finisher Tom Breese (10-1) und Oluwale „The Holy War Angel“ Bamgbose (6-2).

Ein Auge sollte man außerdem auf Mark „Bonecrusher“ Diakiese (11-0) haben. Der athletische Brite ist noch ungeschlagen, auch seine ersten beiden UFC-Kämpfe konnte er gewinnen. In London wird das 24-jährige Leichtgewicht auf den Finnen Teemu Packalen (8-1) treffen, der hier vergangenes Jahr einen schnellen Aufgabe-Sieg gegen Thibault Gouti holte.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 107: Manuwa vs. Anderson
Samstag, 18. März 2017
The o2 in London, England


Hauptprogramm (ran Fighting)
Jimi Manuwa vs. Corey Anderson
Gunnar Nelson vs. Alan Jouban
Brad Pickett vs. Marlon Vera
Arnold Allen vs. Makwan Amirkhani

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Joseph Duffy vs. Reza Madadi
Darren Stewart vs. Francimar Barroso
Daniel Omielanczuk vs. Timothy Johnson
Marc Diakiese vs. Teemu Packalén
Tom Breese vs. Oluwale Bamgbose
Leon Edwards vs. Vicente Luque
Ian Entwistle vs. Brett Johns
Bradley Scott vs. Scott Askham
Lina Länsberg vs. Lucie Pudilova

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