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UFC Fight Night 107: Manuwa mit Blitz-K.o., Nelson holt Submission-Sieg

Stimmung: 15.761 Fans füllten die Londoner o2 Arena beim siebten Besuch der UFC (Foto: Florian Sädler).

Die erste Europa-UFC dieses Jahres steht in den Büchern, und trotz jeder Menge Punktentscheidungen gab es einige erinnerungswürdige Momente zu sehen in der englischen Hauptstadt. Jimi Manuwa gab den Londoner Fans mit einem Knockout im Hauptkampf das, was sie sehen wollten, nachdem Brad Pickett seinen wilden Abschiedskampf verloren geben musste und Gunnar Nelson in typischer Manier einen beeindruckenden Aufgabe-Sieg holte.

Im Hauptkampf des Abends machte der Lokalmatador kurzen Prozess. Gerade drei Minuten nach Kampfbeginn landete Jimi Manuwa einen einzelnen linken Haken, der Corey Anderson, der zuvor mit mehreren Takedownversuchen erfolglos geblieben war, rücklings auf die Matte gehen ließ.

Einen besseren Abschluss hätten sich die Londoner Fans kaum wünschen können. Manuwa forderte nach seinem zweiten K.o. in Folge sowohl den Sieger des Halbschwergewichtstitelkampfes zwischen Daniel Cormier und Anthony Johnson als auch Boxer David Haye heraus.

Der Co-Hauptkampf, aus Sicht vieler Fans das interessanteste Duell des Abends, stellte Grappling-Ass Gunnar Nelson gegen den Thaiboxer Alan Jouban. So zumindest die grobe Zusammenfassung der Ansetzung, die sich in Runde eins dann auch exakt so abspielte. Jouban landete einige Kicks, Nelson gelang jedoch der Takedown, woraufhin er sich in die Mount vorarbeitete, den Kampf dort aber nicht beenden konnte.

In der zweiten Runde entwickelte sich der Kampf kurzzeitig zu einer wilden Schlägerei, was theoretisch Jouban hätte zugutekommen sollen, allerdings in typischer Nelson-Manier damit endete, dass er seinen Gegner mit einer Rechten niederschlug und auf dem Boden den Sack mit einer Submission zumachte – Jouban klopfte benommen in einer Guillotine ab.

Pickett geht in Abschiedskampf K.o., Allen überzeugt

Sein Auftritt bei UFC London, das hatte Brad Pickett im Vorfeld angekündigt, würde sein letzter professioneller MMA-Kampf werden. Und in dem zündete der 38-Jährige noch einmal die Feuerwerke, die man von ihm gewohnt ist. Allerdings konnte er Ersatzgegner Marlon Vera damit nicht stoppen und musste selbst einige harte Kicks, Kniestöße und Schläge einstecken.

Nach zwei größtenteils actiongeladenen Runden, die Pickett laut zwei Punktrichtern gewonnen hatte, landete Vera im dritten Durchgang einen linken Headkick, der Pickett zu Boden gehen ließ – nach einigen Folgeschlägen ging der Ringrichter dazwischen und beendete die Karriere des Briten 70 Sekunden vor Ende seiner letzten Runde.

Für den ersten Kampf des Hauptprogramms hatte Makwan Amirkhani ein Finish in der ersten Minute prophezeit, und kurz sah es so aus, als wenn er das in Form einer Submission gegen Arnold Allen auch bekommen würde. Der Brite befreite sich jedoch und suchte seinerseits den Clinch. Am Ende der Runde ließen beide sich Fäuste und Schienbeine um die Ohren fliegen, das angekündigte schnelle Ende blieb in diesem Kampf jedoch aus.

Auch in Runde zwei wechselten die beiden sich mit Takedownversuchen, Aufgabegriffen aus allen Richtungen und Positionswechseln ab – ein ebenfalls ausgeglichener zweiter Durchgang ging jedoch ohne Finish zu Ende, genauso wie die dritte Runde, die ebenso von Scramble-Sequenzen, Submissionversuchen und einigen guten Treffern im Stand von beiden Seiten geprägt war.

In der letzten Minute setzte Allen mit einem harten Treffer im Stand und dem Versuch eines Rear Naked Chokes den Akzent, der ihm womöglich den Sieg brachte: Nach 15 unterhaltsamen Minuten setzte er sich im Duell der Jung-Talente knapp nach Punkten durch.

Vorprogramm

Im letzten Vorkampf zeigte Joseph Duffy eine überzeugende Leistung gegen Reza Madadi. Nachdem es dem Schweden anfangs noch gelang, „Irish Joe“ auf den Boden zu bringen, zermürbte der den „Mad Dog“ im weiteren Verlauf im Stand so stark, dass der Takedown bis Kampfende nicht mehr gelang. Stattdessen heizte Duffy seinem Gegner im Stand mit Schlägen, Kicks und Kniestößen ein, und obwohl Madadi nach Kräften und trotz Blut dagegenhielt, ging die Punktentscheidung am Ende klar an den Iren.

Das erste Duell zwischen Darren Stewart und Francimar Barroso endete vor vier Monaten früh in Runde eins durch einen unabsichtlichen Kopfstoß. Der Rückkampf dagegen zog sich in die Länge – wirkliche Akzente konnte keiner der beiden kontinuierlich setzen, Barroso punktete mit einigen harten Kicks und imposanten Takedowns, konnte seinen Gegner aber nie ernsthaft in Gefahr bringen. Nach drei hauptsächlich vonseiten Stewarts inaktiven Runden sprachen die Punktrichter Barroso den Sieg zu.

Im Schwergewicht bahnte sich US-Ami Tim Johnson, der hier zum dritten Mal in Folge in Europa kämpfte, mit harten Fäusten den Weg in den Clinch, wo er Daniel Omielanczuk den Großteil ihres Kampfes über am Zaun neutralisierte. Zwar gelang es dem Polen, hin und wieder die Position zu drehen und im Stand einzelne Kicks und Schläge zu landen, nach drei Runden hatte Johnson aber genug getan, um den Punktsieg einzufahren.

Leon Edwards und Vicente Luque sind beide für harte Knockouts bekannt, und wohl gerade deswegen entwickelte sich ihr Kampf über weite Strecken zu einem Grappling-Duell. Sowohl Edwards als auch Luque trafen hin und wieder mit guten Treffern im Stand, suchten aber auch beide immer wieder den Takedown, mit wechselhaftem Erfolg und nach einiger Zeit zum Unmut der Zuschauer. In der dritten Runde konnte Edwards sich mit Druck und guten Fäusten auf den Punktrichterzetteln absetzen und sich vor heimischem Publikum die Punktentscheidung sichern.

Im Leichtgewicht verschwendete Marc Diakiese keine Zeit und knockte Teemu Packalén nach nur 30 Sekunden mit einer Rechten aus, nachdem er ihn zuvor mit allerlei eingedrehten Kicks in die Defensive gedrängt hatte.

Obwohl auch er ein Brite ist, war die Halle in London Brad Scott gegenüber nicht allzu freundlich eingestellt. Trotzdem holte sich der „Bear“ einen geteilten Punktsieg gegen Yorkshires Scott Askham, indem er ihn in der ersten Runde mit einer harten Rechten niederschlug und auch den restlichen Kampf über häufiger und besser mit Lowkicks und Schlägen traf.

Eröffnet wurde der Abend von zwei Damen im Bantamgewicht, die sich drei Runden lang nichts schenkten. Während zu Beginn des Duells Lina Länsberg mit guten Aktionen im Stand punktete, legte UFC-Debütantin Lucie Pudilova eine dominante dritte Runde hin, die in Länsbergs Gesicht deutliche Spuren hinterließ, die Punktrichter aber nicht überzeugen konnte.   


Anbei die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 107: Manuwa vs. Anderson
18. März 2017
London, England


Hauptprogramm:
Jimi Manuwa bes. Corey Anderson via K.o. (Schlag) nach 3:05 in Rd. 1
Gunnar Nelson bes. Alan Jouban via Guillotine Choke 0:46 in Rd. 2
Marlon Vera bes. Brad Pickett via T.K.o. (Headkick und Schläge) nach 3:50 in Rd. 3
Arnold Allen bes. Makwan Amirkhani geteilt nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)

Vorprogramm:
Joseph Duffy bes. Reza Madadi einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Francimar Barroso bes. Darren Stewart einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Timothy Johnson bes. Daniel Omielanczuk geteilt nach Punkten (29:28, 30:27, 29:28)
Leon Edwards bes. Vicente Luque einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Marc Diakiese bes. Teemu Packalén durch K.o. (Schlag) nach 0:30 in Rd. 1
Brad Scott bes. Scott Askham geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Lina Länsberg bes. Lucie Pudilova einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)