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UFC Fight Night 106: Vitor Belfort vs. Kelvin Gastelum, plus „Shogun“ und Barboza

Generationen-Duell: Vitor Belfort (l.) will gegen Kelvin Gastelum die Zeit zurückdrehen (Foto: Tobias Bunnenberg).

Zum ersten Mal in diesem Jahr geht es für das Octagon nach Brasilien – in Fortaleza wird am Samstag Vitor Belfort versuchen, die Zeit zurückzudrehen und den Fans in seinem Heimatland einen der spektakulären Knockouts zu bieten, die ihn so bekannt gemacht haben. Keine leichte Aufgabe gegen Kelvin Gastelum, der mit einem Sieg gegen die Legende seinen eigenen Status als Top-Kämpfer zementieren will. Außerdem u.a. mit dabei: Fan-Favorit „Shogun“ Rua, Thaibox-Virtuose Edson Barboza und zwei Top-Fliegengewichte auf dem Weg an die Spitze.

UFC Fortaleza wird in Deutschland vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. März, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. März, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 12. März, 4 Uhr

Hauptkampf: Vitor Belfort vs. Kelvin Gastelum

Er mag nicht mehr der Alte sein, gefährlich bleibt Vitor „The Phenom“ Belfort (25-13) trotzdem. Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem MMA-Debüt steht der Brasilianer noch immer in einem UFC-Hauptkampf, und das mit Kelvin Gastelum (13-2) gegen jemanden, der fünf Jahre alt war, als Belfort zum ersten Mal ins Octagon der UFC stieg.

Aktuell die Nummer neun der Rangliste im UFC-Mittelgewicht, steht Belfort mit dem Rücken zur Wand. Drei seiner letzten vier Kämpfe hat der 39-Jährige verloren, zuletzt brachten „Jacare“ Souza und Gegard Mousasi ihm T.K.o.-Niederlagen bei.

Gegen Kelvin Gastelum soll jetzt einmal mehr das Karriere-Comeback folgen. Gastelum wurde 2013 zu Beginn der 17. „The Ultimate Fighter“-Staffel als letzter ins Team von Chael Sonnen gewählt und beendete die Staffel als Gesamtsieger. Lediglich Tyron Woodley und Neil Magny gelang es seitdem, den talentierten Jungspund zu bezwingen.

Siege gegen Uriah Hall, Johny Hendricks und Tim Kennedy dagegen beweisen, wozu Gastelum in der Lage ist, wenn die Vorbereitung gut läuft. In seinem Fall ging es dabei meist um die Frage, ob er sein Gewicht vernünftig gemanagt hat – im Weltergewicht gelang ihm das nicht immer, was Ende letzten Jahres einen Zwangswechsel hoch ins Mittelgewicht zur Folge hatte. Das bereits zum zweiten Mal – schon 2015 wurde Gastelum nach oben strafversetzt, sein Debüt bis 85 Kilo feierte Gastelum damals mit einem überzeugenden Sieg gegen Nate Marquardt.

Gegen Belfort wird er nun einen alternden, aber noch immer populären Top-Kämpfer in seiner neuen Gewichtsklasse vor die Fäuste bekommen. Schlägt er den Veteranen, würde das angesichts Belforts aktueller Negativ-Serie vielleicht nicht die Anerkennung generieren, die so ein Sieg verdient hätte, trotzdem würde Gastelum mit dem zweiten Mittelgewichts-Sieg in Folge ein wichtiges Statement zu seiner Position in der Gewichtsklasse setzen.   

Co-Hauptkampf: Mauricio Rua vs. Gian Villante

Auch im zweiten Hauptkampf des Abends wird eine alternde brasilianische Legende auf einen Vertreter der jüngeren Generation treffen. Mauricio „Shogun“ Rua (24-10) ist seit seinen PRIDE-Tagen so bekannt wie beliebt für seinen spektakulären Kampfstil, der harte Kicks und Fäuste zu einem Augenschmaus für Fans verbindet.

15 Jahre im Sport, voller Ring-Schlachten und Knie-Operationen, haben aber auch beim ehemaligen Model Spuren hinterlassen, die über die Optik hinausgehen. Während Rua mit 35 Jahren noch nicht einmal per se alt ist und darüber hinaus seine letzten beiden Kämpfe gegen Rogerio Nogueira und Corey Anderson gewinnen konnte, sieht „Shogun“ in letzter Zeit – naturgemäß – nicht mehr aus die der Kämpfer, der vor Jahren Lyoto Machida, „Rampage“ Jackson und Alistair Overeem (2x) K.o. geschlagen hat.

Auch mit einem nicht mehr ganz frischen Körper bleibt Rua aber ein Fan-Favorit, und ein gefährlicher obendrein. Auch Gian Villante (15-7) ist laut eigener Aussage ein Bewunderer des Brasilianers – am Samstag wird diese Perspektive allerdings aus dem Fenster fliegen müssen. Dann wird der New Yorker Trainingspartner von Chris Weidman gegen sein Idol in den Käfig steigen.

„Shogun“ ist dabei der bekannteste Name, den der ehemalige Ringer und Football-Spieler je vor den Fäusten hatte. In der UFC hatte Villante mit fünf Siegen und vier Niederlagen bisher gemischten Erfolg, ist aber immer für einen wilden Kampf zu haben. Genau der richtige Gegner also für Rua, dessen Thaiboxen noch immer für Feuer im Käfig sorgen kann.

Die restlichen Kämpfe von UFC Fortaleza

Für eine Fight Night bietet UFC Fortaleza einige starke Kämpfe– vor allem auf dem Hauptprogramm tummeln sich interessante Duelle.

Allen voran ist dabei das Duell zwischen Edson „Junior“ Barboza (18-4) und Beneil Dariush (14-2) zu nennen, das sowohl einen interessanten stilistischen Kontrast als auch Relevanz für die Rangliste im Leichtgewicht bietet. Barboza schlug nach seinem UFC-Debüt 2010 hohe Wellen mit seinem zerstörerischen Thaiboxen und ist seitdem wenn, dann meist lediglich an Top-Gegnern wie Donald Cerrone und Tony Ferguson gescheitert.

Mit Siegen gegen Anthony Pettis und Gilbert Melendez im Rücken wird der Brasilianer am Samstag auf Beneil Dariush treffen. Der gebürtige Iraner musste sich in der UFC bisher lediglich Ramsey Nijem und Michael Chiesa geschlagen geben und hat seine anderen acht Kämpfe im Octagon gewonnen – unter anderem gegen Jim Miller und Michael Johnson. Nun steht der Top-Grappler einem Thaibox-Ass gegenüber, und der Sieger könnte sich im späteren Verlauf des Jahres in einem Kampf wiederfinden, der ihn an die Spitze der Gewichtsklasse befördern könnte.

Ebenfalls relevant ist der Fliegengewichtskampf zwischen Jussier „Formiga“ da Silva (19-4) und Ray „Tazmexican Devil“ Borg (10-2). Formiga kam 2012 als hoch gehandelter Shooto-Champion in die UFC und startete seine Octagon-Karriere prompt mit einer Knockout-Niederlage gegen John Dodson. Auch gegen Joseph Benavidez ging er auf die Bretter, seitdem gewann der Brasilianer aber vier von fünf Kämpfen – lediglich Henry Cejudo holte sich einen geteilten Punktsieg gegen den 31-Jährigen.

Borg dagegen hatte gerade seinen ersten MMA-Kampf hinter sich, als Formiga in der UFC debütierte. Mit sechs Siegen in weniger als zwei Jahren verschaffte er sich anschließend einen UFC-Vertrag, dort konnte der noch immer erst 23-Jährige bisher vier von sechs Kämpfen gewinnen, zuletzt eine Punktentscheidung gegen Louis Smolka bei UFC 207. Mit einem Sieg könnten sich am Samstag beide Fliegengewichte einen wichtigen Kampf im Sommer sichern.

Eher in der Kategorie „Verspricht Action“ anzusiedeln ist der Rückkampf zwischen Alex „Cowboy“ Oliveira (16-3-1-(2)) und Tim „Dirty Bird“ Means (26-7-1(1)) im Weltergewicht. Die beiden Thaibox-Spezialisten standen sich vor zehn Wochen bei UFC 207 gegenüber, als Means mit einem illegalen Kniestoß am Boden für ein frühzeitiges Ende des Kampfes sorgte – in der Annahme, die Technik sei legal. Jetzt sind beide nicht gut auf den jeweils anderen zu sprechen und erbittert darauf aus, die Geschichte zu einem zufriedenstellenden Abschluss zu bringen – und das so überzeugend wie möglich. Einschalten dürfte sich lohnen.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 106: Belfort vs. Gastelum
Samstag, 11. März 2017
Centro de Formacao Olímpica do Nordeste in Fortaleza, Brasilien


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)

Vitor Belfort vs. Kelvin Gastelum
Maurício Rua vs. Gian Villante
Edson Barboza vs. Beneil Dariush
Jussier Formiga vs. Ray Borg
Bethe Correia vs. Marion Reneau
Alex Oliveira vs. Tim Means

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Francisco Trinaldo vs. Kevin Lee
Sérgio Moraes vs. Davi Ramos
Rani Yahya vs. Joe Soto
Michel Prazeres vs. Josh Burkman

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Rony Jason vs. Jeremy Kennedy
Garreth McLellan vs. Paulo Henrique Costa