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UFC Fight Night 102 mit Derrick Lewis, Francis Ngannou und Briten-Talent Mark Diakiese

Schwere Jungs: Derrick Lewis will sich gegen Shamil Abdurakhimov in der Top Ten etablieren (Foto: UFC).

Da will wohl jemand verlorene Zeit gutmachen: Zum zweiten Mal in 27 Tagen gastiert die UFC am Wochenende in New York, nachdem der MMA-Sport dort fast zwanzig Jahre lang verboten war. An diesem Freitag geht es allerdings nicht erneut in den Big Apple, sondern ein paar hundert Kilometer weiter nördlich in die Bundeshauptstadt Albany. Wie so oft im Vergleich mit Manhattan zieht die Kapitale jedoch auch hier den Kürzeren: Bekannte Namen stehen im Gegensatz zum NYC-Debüt so gut wie keine auf dem Programm, den Hauptkampf bestreiten die Schwergewichte Derrick Lewis und Shamil Abdurakhimov. Trost für Fans: Das gesamte Hauptprogramm besteht aus Schwer- oder Halbschwergewichtskämpfen. Ordentlich krachen könnte es also trotzdem in Upstate New York.

Die UFC Fight Night 102 wird in Deutschland vom UFC Fight Pass übertragen, der im Abo ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Freitag, 9. Dezember, 23:30 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 10. Dezember, 3 Uhr

Hauptkampf: Derrick Lewis vs. Shamil Abdurakhimov

Im UFC-Hauptquartier in Las Vegas scheint man auf einen ganz bestimmten Kampfausgang zu hoffen: dass Derrick „The Black Beast“ Lewis (16-4-0(1)) am Freitag in Albany einmal mehr einen krachenden K.o. holt, wenn er im Hauptkampf der 102. UFC Fight Night auf Shamil „Abrek“ Abdurakhimov (17-3) trifft.

Viel mehr ist nämlich nicht zu erwarten vom Hauptkampf in Albany, zumindest nichts, was über den Kampf hinaus bedeutend wäre. Derrick Lewis hat sich im Octagon seit seinem Debüt 2014 vom unterhaltsamen K.o.-Schläger zum potentiellen Top-Schwergewicht vorgearbeitet, so wirkliche Relevanz hat dieser Kampf gegen den unbekannten Abdurakhimov aber nicht.

Von einem Sieg des Dagestaners hätte die UFC ebenfalls nichts, denn einen Namen hat sich der gelernte Kickboxer mit einer 2-1-Bilanz im Octagon bisher nicht gemacht. Das dürfte vor allem am unansehnlichen Kampfstil liegen, den „Abrek“ mit in den Käfig bringt: Seine Kämpfe gewinnt der 35-Jährige gerne durch einen soliden Mix aus Kickboxen und Ringen, den er meist dazu einsetzt, das Tempo aus dem Geschehen zu nehmen und seine Gegner müde zu arbeiten.

Bleibt also der Knockout. Gelingt Lewis erneut ein solcher, würde das das perfekte Fundament für ein wichtiges kommendes Jahr legen. Unter anderem Viktor Pesta, Damian Grabowski und Gabriel Gonzaga konnte „The Black Beast“ im Octagon bereits auf die Bretter schicken sowie Fan-Favorit Roy Nelson auspunkten – sechs Siege in acht UFC-Kämpfen haben ihn auf Platz zehn der offiziellen Rangliste katapultiert. Wenn es in dem Tempo weitergeht, wäre 2017 durchaus die Top 5 drin.

Abdurakhimov dagegen steht aktuell auf der 15, mit einem Sieg würde Lewis sich also lediglich einen weiteren Namen auf das Resümee setzen, der ihm Treibstoff für den Weg in die Mitte der Top Ten liefern würde. Der nächste Schritt auf diesem Weg folgt am Freitagabend, und der dürfte entweder hoch spektakulär oder einschläfernd langatmig werden. Für den Zuschauer bedeutet hier also sowohl Einschalten als auch Überspringen ein Risiko.

Co-Hauptkampf: Francis Ngannou vs. Anthony Hamilton

Auch der zweite Hauptkampf in Albany stellt zwei Schwergewichte gegeneinander und auch in diesem Fall scheint man vonseiten der UFC auf einen spektakulären K.o. zu hoffen – hier bestenfalls durchgeführt von Francis „Predator“ Ngannou (8-1), den man als so junges wie schlagstarkes Talent vielleicht mittelfristig ebenfalls zum Top-Kämpfer in der dünn besetzten Gewichtsklasse aufbauen könnte.

Am Freitag wird er auf Anthony „Freight Train“ Hamilton (15-5) treffen – einen soliden Veteranen, der sich mit einem Sieg aber nicht allzu weit nach vorne arbeiten würde. Hamilton hat in der UFC seit 2014 abwechselnd gewonnen und verloren, was einen Anlauf in Richtung Titel auf absehbare Zeit unwahrscheinlich macht. Als zäher Ringer-Boxer mit einem bodenständigen Stil, der eher auf Arbeits- als auf Spektakel-Siege ausgelegt ist, dürfte der „Freight Train“ trotzdem einen guten Test für Ngannou darstellen.

Der Pariser „Predator“ indes hat im Octagon innerhalb eines Jahres drei Kämpfe nacheinander gewonnen, allesamt durch (technischen) Knockout. Überhaupt ist das mit 30 Jahren noch vergleichsweise junge Schwergewicht in neun Profi-Kämpfen lediglich einmal über die Distanz gegangen, und das im Zuge seiner einzigen Niederlage in seinem zweiten Profi-Kampf Ende 2013.

Mit jeder Menge athletischem Potential, brachialer Schlagkraft und für ein Schwergewicht gefährlich flüssigen Box-Kombinationen dürfte es interessant zu sehen sein, wie weit Ngannou es in den oberen Regionen der Gewichtsklasse bringen kann. Um sich dorthin vorzuarbeiten, muss am Wochenende jedoch erst einmal Anthony Hamilton weichen.

Die restlichen Kämpfe von UFC Albany

Der UFC Fight Night 102 fehlt nicht nur ein namensstarker Hauptkampf, Albany hat nicht einmal ein starkes Vorprogramm zur Unterstützung spendiert bekommen. Nicht zuletzt durch verletzungsbedingte Absagen ist nicht viel übrig geblieben, was Fans abseits der Hardcore-Basis zum Live-Schauen bewegen könnte.

Aus europäischer Sicht relevant ist allerdings der Leichtgewichtskampf zwischen Frankie Perez (10-2) und Mark „Bonecrusher“ Diakiese (10-0). Letzterer stammt aus Manchester und hat dort erst im Oktober bei UFC 204 ein erfolgreiches Debüt gegen Lukasz Sajewski gefeiert. Jetzt ist der ungeschlagene Brite zum ersten Mal über den großen Teich gereist und wird dort auf Perez treffen. Der Amerikaner war vergangenes Jahr nach einem K.o.-Sieg gegen Sam Stout vom Sport zurückgetreten, streift jetzt aber doch wieder die Vier-Unzen-Handschuhe über und erwischt dabei mit dem talentierten Diakiese keinen leichten Start zurück ins Kämpferleben.

Im Halbschwergewicht wird ein „The Ultimate Fighter“-Sieger seinen ersten offiziellen Einsatz in der UFC haben: Andrew „El Dirte“ Sanchez (8-2) gewann die 23. Staffel der Reality-Serie im Juli gegen Khalil Rountree, konnte dabei aber zum ersten Mal in seiner Karriere keinen K.o. und keine Submission holen. Gegen Travor „Hot Sauce“ Smith (14-6) soll nun im elften Profi-Kampf der achte vorzeitige Sieg her. Smith schien 2014 nach fünf Kämpfen und drei Niederlagen in der UFC auf seinem Weg in die regionale Szene zu sein, brachte das Schiff anschließend aber mit Siegen gegen Dan Miller und Joe Gigliotti zurück auf Kurs.

Im ersten Vorkampf des Abends wurde außerdem Juliana „Ju Thai“ Lima (8-3) versteckt, eine der stärkeren Kämpferinnen des Strohgewichts, die im Octagon bisher lediglich gegen Joanna Jedrzejczyk sowie Carla Esparza verloren hat und am Wochenende ihren dritten UFC-Sieg holen will. In Albany wird sie auf JJ Aldrich (4-1) treffen, die bisher drei Siege bei Invicta FC vorweisen kann und nun in die UFC gewechselt ist.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 102: Lewis vs. Abdurakhimov
Freitag, 9. Dezember 2016
Times Union Center in Albany, New York, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Derrick Lewis vs. Shamil Abdurakhimov
Francis Ngannou vs. Anthony Hamilton
Corey Anderson vs. Sean O`Connell
Gian Villante vs. Saparbek Safarov

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Justine Kish vs. Ashley Yoder
Randy Brown vs. Brian Camozzi
Joe Gigliotti vs. Gerald Meerschaert
Andrew Sanchez vs. Trevor Smith
Tiago Trator vs. Shane Burgos
Frankie Perez vs. Marc Diakiese
Keith Berish vs. Ryan Janes
Juliana Lima vs. JJ Aldrich