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UFC Danzig: Donald Cerrone vs. Darren Till, plus Nasrat Haqparasts Debüt

Zurück auf ProSieben Maxx: UFC Danzig (Foto: UFC).

Zum fünften und letzten Mal in diesem Jahr gastiert die UFC an diesem Wochenende in Europa. Für ihre zweite Show in Polen hat die Liga mit Donald Cerrone einen Hochkaräter eingeflogen, der sich in Form von Darren Till mit einem der besten aufstrebenden Europäer im Weltergewicht messen wird. Außerdem in Danzig mit von der Partie: Karolina Kowalkiewicz, Sam Alvey, Artem Lobov und natürlich der Hamburger Nasrat Haqparast mit seinem UFC-Debüt.

Das Hauptprogramm von UFC Danzig wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 monatlich) von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Highlights des Events werden am Sonntag ab 0:25 Uhr außerdem zum ersten Mal seit UFC Hamburg vergangenes Jahr wieder auf ProSieben Maxx gezeigt.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 21. Oktober, 17:30 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Samstag, 21. Oktober, 21 Uhr

Hauptkampf: Donald Cerrone vs. Darren Till

Jederzeit, überall, gegen wen auch immer. Viele Kämpfer haben sich dieses Motto auf die Fahnen geschrieben, leben tun danach jedoch nur die wenigsten. Donald „Cowboy“ Cerrone (32-9-0(1)) gehört unzweifelhaft dazu.

Ansonsten hätte „Cowboy“ nicht trotz kritischer Nachfragen der UFC, ob er wirklich auf einer kleinen Fight Pass-Show in Europa kämpfen wolle, mit „Natürlich“ geantwortet. Nun wird er auf Darren „The Gorilla“ Till (15-0-1) treffen. Rein objektiv keine gute Rechnung für den Ex-Titelherausforderer, Fan-Favoriten und WEC- sowie UFC-Veteranen mit 13 Bonus-Schecks, der Kämpfe gegen Namen wie Robbie Lawler, Rafael dos Anjos (2x), Ben Henderson (2x) oder Eddie Alvarez vorweisen kann.

In Danzig wird er dem ungelisteten Till die Chance geben, gleich mit einem riesigen Sprung in die Rangliste zu stürmen. Vier UFC-Kämpfe kann der 24-jährige Brite vorweisen, nach einer verletzungsbedingten Pause über eineinhalb Jahre kehrte der „Gorilla“ im Mai ins Octagon zurück und bezwang den Nürnberger Jessin Ayari nach Punkten. Im September folgte gegen Bojan Velickovic der nächste Streich, und angeblich wurde in der Rotterdamer Hotel-Bar nach dem Kampf gleich der Polen-Ausflug festgemacht.

Und so wird Till nach eineinhalb Jahren Pause zum dritten Mal in fünf Monaten in den Käfig steigen. Das Duell zweier versierter Thaiboxer könnte sich dabei als Actionfeuerwerk entpuppen, aus dem Till nach eigener Aussage als strahlender Sieger hervorgehen wird: „Beim Kämpfen geht es nicht um das Alter oder die Erfahrung; es geht um Intelligenz“, so Till beim offiziellen Pressetag. „Ich glaube nicht, dass er auch nur ein halb so guter Kämpfer ist wie ich. Wirklich nicht.“

Cerrone dagegen muss nach einem guten Start im Weltergewicht im letzten und zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen in diesem Jahr zurück in die Spur finden: „Es gibt Leute, die sagen, „Cowboy“ bewacht nur noch das Tor [zur Top Ten]“, so Cerrone. „Aber kannst du an diesem Tor vorbei?“ Diese Frage wird sich am Samstagabend beantworten.

Co-Hauptkampf: Karolina Kowalkiewicz vs. Jodie Esquibel

Vor einem Jahr hätte Karolina „Polish Princess“ Kowalkiewicz (10-2) beinahe den Gipfel ihres Sports erklommen. Für einen Punktsieg gegen Landsmännin Joanna Jedrzejczyk reichte es bei UFC 205 dann zwar nicht ganz, mit ihrer beherzten Leistung gewann die stets freundliche und gut gelaunte „Polish Princess“ aber jede Menge Fans. 

Im Juni folgte jedoch die zweite Niederlage gegen Cláudia Gadelha. Nun muss sie also vor heimischem Publikum zurück auf die Siegerstraße finden: „Ich sehe am Samstag nur ein Szenario“, so Kowalkiewicz am Donnerstag gegenüber der Presse. „Nur ich kann gewinnen, weil wir hier in Polen sind. Hier ist mein Zuhause.“

Das zu verhindern, ist die Aufgabe von Jodie Esquibel (6-2). Die Invicta-Veteranin wird in Danzig ihr UFC-Debüt geben – einen Kampf vor dem Auftritt ihres Trainingspartners Donald Cerrone. „Was für eine großartige Gelegenheit […] das hier ist“, freute sich Esquibel. „Das ist die beste Chance, die ich je hatte. Ich liebe die Ansetzung, ich liebe das Reisen.“

Mit dem „Cowboy“ trainiert die ehemalige professionelle Boxerin unter Greg Jackson in New Mexico, USA – mit sechs Siegen in acht Kämpfen scheint der Übergang vom Ring zum Käfig gut gelungen zu sein. Jetzt ist es an der Zeit, ihre Qualität auch auf der größten Bühne zu beweisen – gleich zu Beginn hinter feindlichen Linien.

Die restlichen Kämpfe von UFC Danzig

Einige der besten Kämpfe verstecken sich an diesem Wochenende in Polen auf dem Vorprogramm. Wer auf Action steht, der sollte das Federgewichtsduell zwischen Artem „The Russian Hammer“ Lobov (13-13-1(1)) und Andre „Touchy“ Fili (16-5) auf keinen Fall verpassen. Die beiden erfahrenen Kämpfer suchen am liebsten die Entscheidung im Stand und haben keine Scheu, dort richtig die Fäuste fliegen zu lassen.

Lobov, der von Fans gerne mit seiner durchwachsenen Bilanz aufgezogen wird, ist ein besserer Kämpfer, als Ruf und Resümee vermuten lassen würden. Mit harten Händen, Kämpferherz und Granit-Kinn ausgestattet, macht der Wahl-Ire das Beste aus seinen Möglichkeiten. Zuletzt reichte es für eine Fünf-Runden-Schlacht gegen Top-Gegner Cub Swanson, die er jedoch nach Punkten verlor.

Auch Fili hatte nicht immer Erfolg im Octagon. Nur die Hälfte seiner acht UFC-Kämpfe gewann der Kalifornier, allerdings stand er dabei auch schon Hausnummern wie Yair Rodríguez und Max Holloway gegenüber.  

Für deutsche Fans unverzichtbar ist der letzte Vorkampf, in dem ein Hamburger sein langersehntes UFC-Debüt geben wird. Wobei „langersehnt“ relativ zu verstehen ist, denn Nasrat Haqparast (8-1) ist erst 22 Jahre alt.

Die letzten Jahre hat Haqparast jedoch optimal genutzt und u.a. bei Tiger Muay Thai in Thailand, dem Tristar Gym in Montreal oder Kings MMA an der Küste Kaliforniens an seiner Entwicklung gefeilt. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt für den gebürtigen Afghanen, der seinen ersten Profi-Kampf verlor, danach aber jeden seiner Gegner (technisch) K.o. schlug.

In Danzig wird er auf Marcin Held (22-7) treffen. Nur drei Jahre älter als Haqparast, ist Held einer der versiertesten Veteranen Polens. Der langjährige Bellator-Kämpfer und Turnier-Sieger, der dort 2015 um den Titel kämpfte, ist eine Koryphäe auf der Matte. Sein Resümee hat sich allerdings nicht in Erfolg in der UFC umgewandelt, wo Held seit seinem Debüt vor knapp einem Jahr alle seine drei Kämpfe verlor.

Hochwertiges MMA sollte auch der erste Kampf des Abends bieten, in dem mit Felipe „Sertanejo“ Arantes (18-8-1(2)) und Josh Emmett (11-1) zwei sehr solide Kämpfer versteckt wurden.

Arantes kämpft seit 2011 in der UFC und konnte dort u.a. Yves Jabouin und Maximo Blanco bezwingen. Emmett dagegen debütierte erst vergangenes Jahr im Octagon und konnte seitdem zwei von drei Kämpfen für sich entscheiden, u.a. sein hochspannendes Debüt gegen Jon Tuck.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 118: Cerrone vs. Till
Samstag, 21. Oktober 2017
Ergo Arena in Danzig, Polen


Hauptprogramm (ran Fighting)
Donald Cerrone vs. Darren Till
Karolina Kowalkiewicz vs. Jodie Esquibel
Jan Blachowicz vs. Devin Clark
Oskar Piechota vs. Jonathan Wilson

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Marcin Held vs. Nasrat Haqparast
Damian Stasiak vs. Brian Kelleher
Sam Alvey vs. Ramazan Emeev
Artem Lobov vs. Andre Fili
Warlley Alves vs. Salim Touahri
Lina Länsberg vs. Aspen Ladd
Felipe Arantes vs. Josh Emmett