UFC News

UFC-Champ Johnson will Pride-Regeln zurück

Demetrious Johnson (Foto: Florian Sädler)

UFC-Fliegengewichtschampion Demetrious Johnson mag nie ein großer Fanliebling gewesen sein, mit seinen aktuellen Aussagen dürfte er sich aber zumindest in der Hardcore-Fangemeinde einige Freunde machen. "Mighty Mouse" wünscht sich nämlich das liberale Regelwerk der japanischen Pride-Liga zurück.

"Mir wären Stampftritte und Elfmeterschüsse zum Kopf lieber als Ellenbogen", so Johnson kürzlich bei einem Fan-Q&A im Rahmen der UFC Fight Night in Salt Lake City. "Jemandem vor den Kopf zu treten während er auf dem Rücken liegt, ist nämlich äußerst schwierig. Ellenbogen sind dagegen einfach. Ich kann dir damit ohne Probleme eine Platzwunde zufügen und habe den Kampf gewonnen."

Im Gegensatz zu den Unified Rules of MMA, die in der UFC Anwendung finden, waren Ellenbogenschläge zum Kopf bei Pride Fighting Championships verboten, Stomps- und Soccerkicks zum Kopf am Boden liegender Gegner dagegen erlaubt.

Zumindest eine Annäherung an das Pride-Regelwerk versuchte vor einigen Tagen der Verband der Box-Kommisionen in den USA. In einer Versammlung wurden verschiedene Änderungen der Unified Rules vorgeschlagen, in denen unter anderem die Definition, wann ein Kämpfer als am Boden liegend zu betrachten ist, grundlegend überdacht wird.

Bislang galt ein Kämpfer als "grounded" - und damit sicher vor Tritten zum Kopf - wenn er mit mindestens drei Körperteilen den Boden berührte, zum Beispiel mit beiden Füßen und einem Knie. Viele Kämpfer nutzen diese Dreipunkt-Regel jedoch aus, indem sie im Käfig-Clinch stehend mit einem Finger die Matte berühren und so vor Kick-Attacken zum Kopf geschützt sind. Sollte die Regeländerung in Kraft treten, ginge dies nicht mehr. Zusätzlich zu den Füßen müssten dann fortan mindestens zwei Hände den Boden berühren.

"Die neue Regel ist genauso blöd wie die alte", findet Johnson jedoch. "Das macht doch keinen Unterschied! Die Pride-Regeln haben mir am besten gefallen. Da hattest du 10 Minuten in der ersten Runde, in denen eine Menge passieren konnte. Dann gab es nochmal fünf Minuten und dann weitere fünf Minuten. Ich mochte die Regeln in Pride!"

Pride FC war jahrelang der globale MMA-Marktführer bis die Liga 2007 nach Geldproblemen an die UFC-Dachgesellschaft Zuffa verkauft und später aufgelöst wurde. Der inoffizielle Pride-Nachfolger Rizin FF nutzt als eine der letzten verbliebenen MMA-Organisationen weltweit noch das altbekannte Regelwerk.