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UFC Brasilia: Cyborg, Bigfoot und der irische Drache in Aktion

Kann Cris Cyborg ihre Schneise der Zerstörung fortsetzen? (Foto: UFC).

Auch am vierten Septemberwochenende gönnt die UFC sich selbst, ihren Fans und den Kämpfern keine Pause. Mit der 95. Ausgabe ihrer Fight Night-Serie kehrt die Liga in die brasilianische Hauptstadt Brasilia zurück und bringt eine Handvoll Stars und für solide Action bekannte Gesichter mit. Neben Abrissbirne Cris "Cyborg" sind u.a. Roy Nelson, "Bigfoot" Silva, Paul Felder und Thiago Santos mit von der Partie.

Die UFC Fight Night 95 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 25. September, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 25. September, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 25. September, 4 Uhr

Hauptkampf: Cristiane Justino vs. Lina Lansberg

Es geht wie immer ums Gewicht bei Cristiane „Cyborg“ Justino (16-1-0(1)). Am Samstag wird die Zerstörerin daher einmal mehr im Catchweight bis 63,95 Kilo ins Octagon steigen. Beschäftigungstherapie?

Lina „Elbow Princess“ Lansberg
(6-1) ist gelernte Thaiboxerin und somit stilistisch zumindest eine vernünftige Herausforderung für Cyborg. Eigentlich aber auch nur theoretisch.

Cyborg verlor neben einem 2014er-Thaiboxkampf ihr MMA-Debüt im Jahr 2005 und zog seitdem eine Schneise der Verwüstung durch die Käfige dieser Welt. Was sich wie das Klischee schlechthin liest, beschreibt tatsächlich die Realität. 14 Knockouts in 16 Profi-Siegen bedürfen wohl keiner weiteren Erklärung. Im Mai debütierte die Invicta-Championess nach langem hin und her in der UFC und führte dort Leslie Smith kurz und schmerzlos ihrer Bestimmung als Opferlamm zu.

Ob es Lina Lansberg an diesem Wochenende anders ergehen wird? Zumindest auf den ersten Blick scheint die Schwedin sich zumindest nicht großartig einschüchtern zu lassen von Cyborgs imposanter Erscheinung, die ihre eigene um einige Zentimeter überragt.

Mit vier Knockouts in sechs Profi-Siegen, darunter einem gegen Alexandra Buch im vergangenen Jahr, kann Lansberg selbst auf eine respektgebietende Bilanz zurückblicken. Letztlich aber bleibt immer die Gewissheit, dass Cyborg schon rein körperlich ebenbürtige Gegnerinnen fehlen – daher auch die ungewöhnlichen Gewichtslimits, statt eine Federgewichtsklasse einzuführen, in der die Brasilianerin eigentlich Zuhause ist.

Und hier könnte Lansbergs Vorteil liegen: Justino erreicht das Gewichtslimit stets nur mit Ach und Krach – kann sie den Kampf in die ausdauerfressenden späteren Runden ausdehnen, wer weiß, wie weit das Pendel dann zugunsten der Schwedin ausschlagen könnte. Es bleibt die Gewissheit: Je unwahrscheinlicher der Sieg erscheint, desto gigantischer wäre der Triumph, wenn Lansberg es irgendwie schaffen sollte, den brasilianischen Bulldozer in die Schranken zu weisen.

Co-Hauptkampf: Renan Barao vs. Philipe Nover

Es könnte die letzte Chance sein für Renan „Barao“ Pegado (33-4-0(1)). Der ehemalige UFC-Bantamgewichtschampion verlor seinen Gürtel 2014 überraschend deutlich durch Knockout in der fünften Runde gegen TJ Dillashaw und war seitdem nie wieder derselbe – vormals war Barao mit zerstörerischer Wucht durch einige der besten Kämpfer der Gewichtsklasse gerannt, von Eddie Wineland über Michael McDonald bis hin zu Urijah Faber (2x).

Seit dem Debakel bei UFC 173 allerdings hat Barao lediglich einen Kampf gewonnen, und in seinem Sieg gegen Mitch Gagnon dabei nicht einmal besonders gut ausgesehen. Aktuell kann der 29-Jährige nur zwei Niederlagen nacheinander vorweisen – nach einer noch deutlicheren Schlappe im Rückkampf gegen Dillashaw setzte es im Mai eine Punktniederlage gegen Jeremy Stephens.

Mittlerweile geht es im Gewicht eine Klasse weiter oben zur Sache als zu seinen Weltmeister-Tagen, im Gegner-Level jetzt allerdings ein paar Schritte weiter unten. Phillipe „The Filipino Assassin“ Nover (11-6-1), einst von UFC-Präsident Dana White als nächster Anderson Silva gehandelt, ist kein schlechter Kämpfer, ist dem Erfolg in der UFC aber zumindest bisher meist hinterhergelaufen.

2010 wurde der gebürtige New Yorker nach drei Niederlagen in Folge vor die Tür gesetzt, 2015 kehrte er in seiner zweiten Heimat in die UFC zurück und gewann bei UFC Manila gegen Yui Chul Nam, um dann im Dezember eine knappe Punktentscheidung an Zubaira Tukhugov abzugeben.

Trotz Niederlagen und Pause steht ihm jetzt der größte Kampf seiner Karriere bevor. Und, wer weiß, wenn alles gut geht, dann vielleicht auch ein gewaltiger Sieg.

Die restlichen Kämpfe von UFC Brasilia

Zwar ohne richtige Top-Stars, aber dafür mit einigen bekannten Gesichtern und üblicherweise recht unterhaltsamen Kämpfern wartet der Rest der 95. UFC Fight Night auf.

So wird im Schwergewicht Antonio „Bigfoot“ Silva (19-9-1) ein Heimspiel in seinem Geburtsort gegen Roy „Big Country“ Nelson (21-13) bekommen. Allerdings keinen Aufbaukampf, denn wenn Nelson neben seiner ausladenden Wampe für etwas bekannt ist, dann für seine hammerharte Rechte, die in der UFC schon Namen wie Mirko CroCop, Matt Mitrione und Rodrigo Nogueira auf die Bretter geschickt hat.

Ein Schicksal, das „Bigfoot“ zuletzt häufig erleiden musste – nur drei Siege in seinen letzten elf Kämpfen kann der schlagstarke Brasilianer vorweisen, in den letzten fünf Jahren wurde er zudem bedenkliche sieben Mal ausgeknockt. Beide Kämpfer haben zuletzt verloren, entsprechend gehen beide mit einer Menge Erfolgsdruck in ihr Duell.

Schnelle Action verspricht der Leichtgewichtskampf zwischen Francisco „Massaranduba“ Trinaldo (20-4) und Paul „The Irish Dragon“ Felder (12-2). Trinaldo erwischte einen durchwachsenen Start im Octagon, hat seit 2014 aber einen Lauf, der sechs Siege in Folge gegen Namen wie Chad Laprise, Ross Pearson und Norman Parke beinhaltet.

Felder dagegen begann seine UFC Karriere stark mit Siegen gegen Jason Saggo und Danny Castillo, bevor aufeinanderfolgende Niederlagen in knappen Kämpfen gegen Edson Barboza und Ross Pearson ihm im vergangenen Jahr den Wind aus den Segeln nahmen. Aktuell allerdings genießt der irische Drache nach Siegen gegen Daron Cruickshank und Josh Burkman wieder eine Menge Aufwind.

Ebenfalls im Leichtgewicht wird der Fight Pass-Hauptkampf des Abends ausgetragen. Mit Alan „Nuguette“ Patrick (13-1) trifft dabei einer der athletischsten und unorthodoxesten Kämpfer der Gewichtsklasse auf eines der vielversprechendsten europäischen Talente: Stevie „Braveheart“ Ray (19-5), der im Octagon bereits Mickael Lebout, Leonardo Mafra und Marcin Bandel bezwingen konnte.

Relevanz für die Rangliste dürfte außerdem das Fliegengewichtsduell zwischen Jussier "Formiga" da Silva (18-4) und Dustin Ortiz (15-5) haben. Beide Kämpfer sind bisher nur an der Elite gescheitert und wollen sich nun mit einem imposanten Sieg am Wochenende in diese Sphären zurückkämpfen.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 95: Cyborg vs. Lansberg
Samstag, 24. September 2016
Ginásio Nilson Nelson in Brasília, Brasilien


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Cristiane Justino vs. Lina Lansberg
Renan Barao vs. Philipe Nover
Roy Nelson vs. Antonio Silva
Francisco Trinaldo vs. Paul Felder
Thiago Santos vs. Eric Spicely
Godofredo Pepey vs. Mike De La Torre

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)

Gilbert Burns vs. Michel Prazeres
Rani Yahya vs. Michinori Tanaka
Jussier Formiga vs. Dustin Ortiz
Erick Silvs vs. Luan Chagas

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Alan Patrick vs. Stevie Ray
Vicente Luque vs. Héctor Urbina
Glaio Franca vs. Gregor Gillespie