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UFC Boston: Dominick Cruz ist zurück an der Spitze

Die UFC Fight Night 81 ist Geschichte. Die Veranstaltung in Boston sorgte dabei für allerhand Gesprächsstoff. Und das nicht nur durch die unterhaltsamen Vorkämpfe, sondern ebenso durch Regelverstöße und knappe Entscheidungen im Hauptprogramm. Am Ende des Kampfabends stand der Titel im Bantamgewicht zwischen Champion TJ Dillashaw und Herausforderer Dominick Cruz auf dem Spiel.

Der „Dominator” ist zurück, und wie! Fans erwarteten ein knappes Duell, dominiert von starker Fußarbeit, unkonventionellen Schlagwinkeln und vor allem hoher Qualität. Und man wurde nicht enttäuscht. Dominick Cruz ließ sich nicht anmerken, dass er in den vier Jahren zuvor nur eine Minute im Octagon verbracht hatte und feierte ein laut bejubeltes Comeback ins Titelgeschehen der UFC. Seine Konter waren präzise, er selbst kaum klar zu treffen, sodass Dillashaw zahlreiche Luftlöcher schlug. Der Champion versuchte immer wieder, einen rechten High Kick gegen die Zirkelbewegung Cruz' anzubringen, traf aber meist die Deckung des "Dominators". Dieses Spiel wiederholte sich in den folgenden Runden. Die beiden Bantamgewichte begegneten sich fünf Runden lang absolut auf Augenhöhe und zeigten MMA vom Feinsten, jeder Durchgang äußerst knapp und kaum zu werten.

Nachdem Cruz in der Frühphase des Kampfes punkten konnte, war es hinten raus eher Dillashaw, der Akzente setzen konnte. Ein vorzeitiges Ende blieb den Kämpfern jedoch versagt, sodass wieder einmal den Punktrichtern die undankbare Aufgabe zustand, diesen engen Kampf zu werten. Obwohl ein Punktrichter vier der fünf Runden für den Champion wertete, hieß es am Ende des Urteils doch „And new”. Dominick Cruz ist nach vier Jahren, drei Monaten und sechzehn Tagen wieder im Besitz des Gürtels, den er nie verloren hatte.

Alvarez siegt knapp, Browne umstritten

Eddie Alvarez steht kurz vor einem Titelkampf. Der einstige Bellator-Champion konnte den im Mai entthronten Anthony Pettis knapp nach Punkten besiegen und dürfte somit maximal einen Kampf von einer Titelchance in der UFC entfernt sein. Dabei verlegte sich Alvarez gegen "Showtime" vor allem auf Takedowns und verlagerte den Kampf entweder auf die Matte oder drückte Pettis gegen den Käfig. Denn sobald ein wenig Platz zwischen den Kämpfern entstand, feuerte Pettis gefährliche Kicks zum Körper ab und landete seine schnellen Fäuste. Am Ende mussten die Punktrichter die knappe Begegnung bewerten und dabei war man sich bei der ersten Runde uneinig. Zwei Punktrichter werteten sie für Alvarez, der damit seinen zweiten UFC-Sieg feiern konnte.

Im einzigen Schwergewichtskampf des Abends setzte sich Travis Browne umstritten gegen Matt Mitrione durch. Umstritten deswegen, weil "Hapa" vor allem durch illegale Aktionen auf sich aufmerksam machte, nachdem ihn Mitrione im ersten Durchgang zu Boden schlug. Im Anschluss musste der Kampf zwei Mal unterbrochen werden, weil Browne einen schmerzhaften und ungeahndeten Stich in Mitriones rechtes Auge landete. In der Folge war es "Meathead" anzusehen, dass ihn das verletzte Auge behinderte. Zu allem Überfluss verletzte sich Mitrione bei einem Wurf von Browne an der Schulter. Der Hawaiianer landete daraufhin in der Full Mount und beendete den Kampf mit Ground and Pound in der dritten Runde.

Trinaldo punktet, viel Action in den Vorkämpfen

Das Hauptprogramm wurde im Leichtgewicht zwischen Ross Pearson und Francisco Trinaldo eröffnet. Der Engländer hatte von Beginn an Probleme, klare Treffer zu landen, da ihn Trinaldo stets mit Tritten und Schlägen bestrafte. Der Brasilianer zeigte Ende der ersten Runde einen wuchtigen Slam und sicherte sich mit seinem Übergewicht im Stand schließlich Runde um Runde. Daran änderten auch vereinzelte Takedowns von Pearson nichts, sodass sich der Engländer nach Punkten geschlagen geben musste. Für den Brasilianer Trinaldo war es der fünfte Sieg in Folge.

Das Vorprogramm wusste ebenfalls zu unterhalten. Ben Saunders knickte gegen Patrick Cote unter einer Salve an Uppercuts aus dem Clinch ein. Ed Herman zwang Tim Boetsch mit einem heftigen Kniestoß auf die Matte und Ilir Latifis erster Wirkungstreffer war gleichzeitig das Ende für Sean O'Connell. Von den vier Debütanten konnte einzig Luke Sanders mit einem Erfolg das Octagon verlassen. Er klingelte Maximo Blanco erst an und brachte den Venezolaner anschließend mit einem Rear-Naked Choke zur Aufgabe.

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 81: Dillashaw vs. Cruz
17. Januar 2016
Boston, Massachusetts, USA

Titelkampf im Bantamgewicht
Dominick Cruz bes. TJ Dillashaw geteilt nach Punkten (48:47, 46:49, 49:46)

Eddie Alvarez bes. Anthony Pettis geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Travis Browne bes. Matt Mitrione via T.K.o. (Schläge) nach 4:09 in Rd. 3
Francisco Trinaldo bes. Ross Pearson einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 30:27)

Vorprogramm
Patrick Cote bes. Ben Saunders via T.K.o. (Schläge) nach 1:14 in Rd. 2
Ed Herman bes. Tim Boetsch via T.K.o. (Knie und Schläge) nach 1:39 in Rd. 2
Chris Wade bes. Mehdi Baghdad via Rear-Naked Choke nach 4:30 in Rd. 1
Luke Sanders bes. Maximo Blanco via Rear-Naked Choke nach 3:38 in Rd. 1
Paul Felder bes. Daron Cruickshank via Rear-Naked Choke nach 3:56 in Rd. 3
Ilir Latifi bes. Sean O'Connell via K.o. (Schläge) nach 0:30 in Rd. 1
Charles Rosa bes. Kyle Bochniak einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Rob Font bes. Joey Gomez via T.K.o. (Schläge) nach 4:13 in Rd. 2
Francimar Barroso bes. Elvis Mutapcic einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)