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UFC Berlin: Alle Kämpfe, alle Kämpfer

UFC Berlin am 31. Mai in der O2 World

Heute findet endlich die UFC Fight Night in Berlin statt. Am Tag der Veranstaltung in der O2 World Berlin stellen wir euch noch einmal die zehn Kämpfe vor, die heute Abend stattfinden. UFC Berlin könnt ihr live über den UFC Fight Pass verfolgen, ab 18.30 Uhr das Vorprogramm und ab 21.00 Uhr das Hauptprogramm. Die BILD überträgt die Wiederholung legal und kostenlos ab 23.00 Uhr.

Alles Weitere zu UFC Berlin findet ihr bei uns in der Spezialkategorie "UFC Berlin".

Mark Munoz vs. Gegard Mousasi

Mark Munoz (13-4) war im Juli letzten Jahres nach einjähriger, verletzungsbedingter Abstinenz zurückgekehrt und konnte Tim Boetsch nach Punkten besiegen. Im Oktober unterlag er Lyoto Machida dann in Manchester durch Knock-out via Headkick.

Munoz konnte von seinen letzten drei Kämpfen nur einen einzigen gewinnen, musste sich aber nur dem aktuellen Champion Chris Weidman und dessen Herausforderer Machida geschlagen geben. Die „Philippinische Abrissbirne" ist besonders für starkes Ringen und knallhartes Ground and Pound bekannt.

Gegard Mousasi (34-4) hat überall auf der Welt gekämpft, bevor er es 2013, durch den Aufkauf von Strikeforce, in die UFC schaffte. Dort sollte er zur Begrüßung gleich Alexander Gustafsson vorgesetzt bekommen, der sich allerdings verletzte. Den Ersatzmann Ilir Latifi besiegte Mousasi nach Punkten. Im Februar dieses Jahres stellte man ihn gegen den unbequemen Striker Lyoto Machida, dem er deutlich nach Punkten unterlag.

Mousasis Stärken sind der Standkampf und seine enorme Erfahrung und Gelassenheit im Ring. Er hielt bereits Mittlegewichtstitel bei Cage Warriors und DREAM sowie Halbschwergewichtstitel bei DREAM und Strikeforce. Der armenisch-stämmige Holländer hat zudem bereits diverse Amateur-Boxkämpfe bestritten.

CB Dollaway vs. Francis Carmont

CB Dollaway (14-5) stand erst im März im Co-Hauptkampf der UFC Fight Night 38 in Brasilien, wo er Cezar Ferreira in der ersten Runde durch technischen Knock-out besiegen konnte. Davor musste er sich Tim Boetsch haarscharf nach Punkten geschlagen geben, wodurch eine Siegesserie von zwei Kämpfen unterbrochen wurde.

Der 30-Jährige steht seit 2008 bei der UFC unter Vertrag und hat bereits 13 UFC-Kämpfe auf dem Buckel. Dollaway nahm damals an der siebten Staffel von „The Ultimate Fighter" teil, wo er sich bis ins Finale kämpfte. Für den Sieg reichte es gegen Amir Sadollah jedoch nicht. Dollaway ist ein starker Ringer, der im College eine Trophäe nach der anderen abstaubte. 2006 bekam er unter anderem die „All-American"-Auszeichnung in der NCAA Division I verliehen.

In Berlin wird es Dollaway mit dem Franzosen Francis Carmont (22-8) zu tun bekommen. Carmont befindet sich seit 2011 im Kader der UFC. Mit sechs Siegen in Folge, unter anderem gegen Costa Philippou, Lorenz Larkin und Tom Lawlor, kämpfte sich der 32-Jährige in die Top-10-Rangliste des Mittelgewichts. Im Februar traf er dann auf Ronaldo „Jacare" Souza, dem er sich nach Punkten geschlagen geben musste. Damit endete eine beeindruckende Siegesserie von elf Kämpfen.

Carmont ist in Saint-Tropez im Süden Frankreichs groß geworden und kämpfte die ersten Jahre ausschließlich in Europa, wo er unter anderem ein Acht-Mann-Turnier bei KSW 5 in Polen für sich entscheiden konnte. Einige Jahre später zog es Carmont nach Montreal. Hier fand er im Tristar Gym sein neues Zuhause. Dass ihm das Training mit Georges St. Pierre und Co. zugute kommt, zeigt sich an seiner stetigen Verbesserung im Octagon.

Luke Barnatt vs. Sean Strickland

Luke Barnatt (8-0) nahm im vergangenen Jahr an der 17. Staffel der Reality-Serie „The Ultimate Fighter" teil, schied jedoch im Viertelfinale aus. Dennoch nahm ihn die UFC unter Vertrag. In seinem UFC-Debüt konnte er sich gegen Collin Hart nach Punkten durchsetzen. Im Oktober besiegte der 25-Jährige dann Andrew Craig mit einem Rear Naked Choke in der zweiten Runde. Anfang März sicherte er sich gegen Mats Nilsson seinen dritten UFC-Sieg in Folge.

Sean Strickland (14-0) hat erst einen einzigen UFC-Kampf auf dem Konto. Bei UFC 171 traf der 23-Jährige auf Bubba McDaniel, den er in der ersten Runde per Rear Naked Choke zur Aufgabe zwang. Davor kämpfte er überwiegend für die amerikanische MMA-Organisation „King of the Cage". Von seinen 14 Siegen sicherte er sich zehn vorzeitig, neun davon in der ersten Runde.

Mit Barnatt bekommt es Strickland in Berlin mit einem der größten Mittelgewichte der UFC zu tun. Der Brite ist stolze 1,98 Meter groß und hat somit einen Größenvorteil von 13 Zentimetern.

Thiago Tavares vs. Tom Niinimäki

Der 31-jährige Finne Tom Niinimäki (21-5-1) ist seit 2002 im MMA-Sport aktiv und wurde im vergangen Jahr nach elf Siegen in Folge von der UFC unter Vertrag genommen. Im November traf er beim Finale von „The Ultimate Fighter 18" auf den früheren WEC-Titelherausforderer Rani Yahya. Niinimäki bestimmte weitestgehend den Kampverlauf und hatte auch keine Probleme damit, mit dem BJJ-Schwarzgurt Yahya auf den Boden zu gehen. Nach drei Runden wurde der Finne zum Sieger nach Punkten erklärt.

In Berlin wird er auf den UFC-Debütanten Niklas Bäckström (7-0) treffen. Der junge Schwede gilt, wie Niinimäki, als eines der Top-Talente Skandinaviens sowie Europas und hat sich seine Chance in der UFC mit einem Erstrunden-T.K.o. gegen den Deutschen Max Coga verdient. Bäckström hat den Kampf nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Thiago Tavares mit nur wenigen Wochen Vorbereitungszeit angenommen, kann sich aber mit einem Sieg im Hauptprogramm der Berliner Fight Night gegen einen starken Gegner gleich einen Namen machen.

Drew Dober vs. Nick Hein

Für den US-Amerikaner Drew Dober (14-5) wird die Begegnung mit Nick Hein der zweite Kampf in der UFC. Er debütierte am 30. November 2013 beim Finale von „The Ultimate Fighter 18" mit nur elf Tagen Vorbereitungszeit, da er für einen verletzten Kämpfer einsprang. Dober wechselte für seine UFC-Chance vom Leichtgewicht ins Weltergewicht, doch sein Engagement wurde nicht belohnt, denn Sean Spencer besiegte ihn einstimmig nach Punkten. Die Niederlage gegen Spencer beendete eine Erfolgsserie von fünf Siegen in Folge.

Dober stammt aus Omaha. Nebraska und trainiert dort bei MidAmerica Martial Arts an der Seite der ehemaligen UFC-Kämpfer Ryan Jensen und Abe Wagner. Zu Beginn seiner Karriere gewann der 25-Jährige Kämpfe bei Strikeforce und Bellator MMA, doch dann trat er größtenteils für die im Mittleren Westen der USA beheimatete Victory Fighting Championship an. Er hatte sich für „TUF 15" beworben, schied jedoch bereits in der Qualifikation aus.

Dober hat seine Stärken im Stand; unter anderem gewann er zwei Amateur-Weltmeistertitel im Muay Thai. Seine Schlagkraft überträgt sich auch auf sein Ground and Pound: Vier seiner Gegner brachte er mit Schlägen am Boden zur Aufgabe.

Nick Hein (10-1) wird am 31. Mai alle Hände zu tun haben, doch ein gutes Omen mag sein, dass er seinen letzten Kampf in Deutschland gegen einen Gegner gewonnen hat, der im Stand ähnlich versiert ist wie Dober: Michael Erdinc. Der einstimmige Punktsieg beim Debüt von Fair FC war Heins Fahrkarte in die UFC. 2013 etablierte sich der Judo-Schwarzgurt aus Köln mit Siegen über Roberto Pastuch, Tamirlan Dadaev und Musa Jangubaev als die Nr. 2 im deutschen Weltergewicht. Für sein UFC-Debüt wechselt Hein erstmals ins Leichtgewicht bis 70 Kilogramm.

Krzysztof Jotko vs. Magnus Cedenblad

Krzysztof Jotko (14-0) wird am 31. Mai zum dritten Mal einen Kampf auf deutschem Boden bestreiten. Im September 2012 konnte der 24-jährige Athlet aus dem polnischen Elbing bei der Merseburger Fight Night im Rahmen eines Mittelgewichtsturniers zwei Kämpfe an einem Abend gewinnen: Im Halbfinale zwang er Fabian Loewke zur Aufgabe, gegen Martin Zawada sicherte er sich dann im Finalkampf einen knappen Punktsieg. Danach konnte er bei MMA Attack 3 in Polen Bojan Velickovic nach Punkten besiegen, woraufhin die UFC bei ihm anklopfte. Im Dezember gab er bei UFC Fight Night 33 in Australien sein Debüt auf der großen Bühne und holte sich im Vorprogramm einen einstimmigen Punktsieg gegen Bruno Santos.

In Berlin wird der ungeschlagene Jotko auf Magnus Cedenblad (11-4) treffen. Der 31-jährige Schwede wurde im Jahr 2012 von der UFC verpflichtet, um vor heimischer Kulisse bei der ersten UFC-Veranstaltung in Stockholm zu kämpfen. Cedenblad musste sich in seinem UFC-Debüt jedoch Georges St. Pierres Teamkollegen Francis Carmont durch Aufgabe in der zweiten Runde geschlagen geben. Im August konnte der Schwede dann bei UFC 164 Jared Hamman in unter einer Minute durch Guillotine Choke besiegen. Mit einem Sieg und einer Niederlage in der UFC ist ein Erfolg in Berlin für Cedenblad, der in Stockholm im Allstars Training Center mit Top-Athleten wie Alexander Gustafsson, Reza Madadi und Nicholas Musoke trainiert, fast schon Pflicht, um auch in Zukunft in der UFC kämpfen zu können.

Iuri Alcantara vs. Vaughan Lee

Iuri Alcantara (29-5, 1 NC) stammt aus Marajó, der größten Insel Brasiliens, im Norden des Landes gelegen. Er sieht sich als Nachfahre einer frühen Hochkultur, der Marajoara-Kultur. Diese praktizierte eine eigene Kampfkunst, „Marajoara", einen Stil, der dem griechisch-römischen Ringen ähnelt. Darüber kam Alcantara als kleiner Junge zum Kampfsport. Heute ist er Schwarzgurt im brasilianischen Jiu-Jitsu und eines der besten Bantamgewichte Brasiliens.

Bevor Alcantara 2011 in die UFC kam, hatte er bereits Francisco Trinaldo und Ricardo Lamas besiegt. Im Octagon bezwang er unter anderem Felipe Arantes und Michihiro Omigawa. Anfang vergangenen Jahres debütierte er im Bantamgewicht und ist dort nach Siegen über Iliarde Santos und Wilson Reis sowie einer Niederlage gegen den mehrfachen Titelherausforderer Urijah Faber auf Platz acht der offiziellen Rangliste.

Vaughan Lee (14-9-1) kämpft seit November 2011 in der UFC. Seinen größten Sieg feierte er im Februar 2012, als er den japanischen Superstar Norifumi „Kid" Yamamoto in der ersten Runde zur Aufgabe zwang. Im März dieses Jahres lieferte er bei einem einstimmigen Punktsieg über Nam Phan eine noch überzeugendere Leistung ab.

Pawel Pawlak vs. Peter Sobotta

Pawel Pawlak (10-0) ist ein aufstrebendes Talent aus Polen. Der 25-Jährige konnte zehn Duelle in Folge für sich entscheiden und musste dabei erst einmal über die Zeit gehen. Der Kämpfer vom Gracie-Barra-Team aus Lodz hat sechs seiner zehn Erfolge vorzeitig durch (T)K.o. erzielt, jedoch auch dreimal durch Submission gewonnen, und zweimal mit einem nicht oft gesehenen Aufgabegriff, dem Inverted Triangle Choke.

Peter Sobotta (13-4-1) gilt als Bodenspezialist, der neun seiner 13 Siege auf dem Boden einfuhr. Ob Pawlak dort mit dem Planet-Eater-Teamchef mithalten kann bleibt abzuwarten, ebenfalls ob die Aufregung auf ganz großer Bühne eine Rolle spielen wird.

Sobotta hat den klaren Erfahrungsvorteil, jedoch muss man auch hier abwarten, ob das deutsche Weltergewicht nach seiner erkrankungsbedingten Auszeit in Topform auftreten wird. Der mental starke UFC-Veteran ist seit sechs Kämpfen unbesiegt und wird sicherlich motiviert ins Octagon steigen, um vor heimischer Kulisse einen Sieg einzufahren. Seine letzten fünf Kämpfen entschied er in der ersten Runde via Rear Naked Choke für sich.

Andy Ogle vs. Maximo Blanco

Andy Ogle (9-4-0) schaffte den Sprung in die Champions League des MMA-Sports durch seine Teilnahme bei der 15. „The Ultimate Fighter"-Staffel 2012. Die konnte er zwar nicht gewinnen, erhielt aber, so wie alle Teilnehmer der Show, dennoch einen UFC-Vertrag. Seitdem lief es für den 25-jährigen Engländer jedoch wenig erfolgreich. Sein Debüt gegen Akira Corassani verlor er knapp, anschließend besiegte er Josh Grispi nach Punkten und musste darauf gegen Cole Miller und Charles Oliveira zwei Punktniederlagen hintereinander einfahren.

Ähnlich erging es dem 30-jährigen Venezuelaner Maximo Blanco (9-6-1). Auch er konnte von bisher vier Kämpfen in der UFC nur einen einzigen für sich entscheiden und verlor zuletzt zweimal in Folge, per Disqualifikation gegen Akira Corassani und nach Punkten gegen Felipe Arantes. Der einzige Sieg kam nach Punkten gegen Sam Sicilia. Blanco begann seine Karriere in Japan, wo er auch lebt, und kämpfte dort u. a. bereits für Pancrase und Sengoku.

Beide Kämpfer sind versierte Allrounder, wobei Ogles Stärke vor allem im Stand-Up liegt und Blanco seine Vorteile im Ringen besitzt. Nach drei Niederlagen in Folge erhält ein Kämpfer in der UFC meist seine Papiere, für Ogle und Blanco geht es hier also unter Umständen um den Job. Sogenannte „Loser Leaves Town"-Duelle, bei denen die Karriere beider Kämpfer auf dem Spiel steht, besitzen immer eine gewisse Brisanz. Die Zuschauer in Berlin dürfen sich also sicher auf einen spannenden Kampf freuen.

Viktor Pesta vs. Ruslan Magomedov

Viktor Pesta (9-0) gehört zu den hoffnungsvollsten europäischen Talenten im Schwergewicht. Der 23 Jahre alte Tscheche kämpfte bislang fast ausschließlich in seiner Heimat, wo er unter anderem den Titel der Gladiator Fighting Championship gewann. Pestas bislang größter Erfolg war es, dem dänischen European-MMA-Champion Christian Colombo die einzige Karriereniederlage zuzufügen.

Ruslan Magomedov (11-1) besitzt eine etwas beeindruckendere Kampfbilanz als Pesta. Der Russe siegte bereits über die ehemaligen UFC-Schwergewichtschampions Tim Sylvia und Ricco Rodriguez, außerdem über den Bellator-Veteranen Mike Hayes. Magomedov, der vier Jahre lang bei den Spetsnaz diente, gewann vor seinem Wechsel zum MMA-Sport mehrere Titel im Kickboxen, darunter einen Weltmeister- und einen Europameistertitel nach K-1-Regeln.