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UFC 221: Yoel Romero vs. Luke Rockhold, plus Mark Hunts Comeback

Kracher-Kampf im Mittelgewicht: Luke Rockhold und Yoel Romero gehören zum Besten, was in der UFC 84 Kilo wiegt (Foto: UFC).

Die australischen Fans in Perth sollten bei der ersten UFC-Show in ihrer Stadt Zeuge der ersten australischen Titelverteidigung im Octagon werden. Daraus wird nichts, denn Aussie-Champ Robert Whittaker musste den Kampf gegen Luke Rockhold aus gesundheitlichen Gründen absagen. Der Ersatz aber kann sich sehen lassen: Mit Yoel Romero springt ein Olympia-Ringer mit jeder Menge Wumms in den Fäusten ein. Den besitzt auch Mark Hunt, der vor heimischer Kulisse auf Curtis Blaydes treffen wird.

Das Hauptprogramm von UFC 221 wird in Deutschland für einmalig 14,99 Euro von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Sky hat angekündigt, die UFC aus dem Programm zu nehmen, über diesen Kanal werden die Kämpfe ab sofort also nicht mehr verfügbar sein.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 11. Februar, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 11. Februar, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 11. Februar, 4 Uhr

Hauptkampf: Yoel Romero vs. Luke Rockhold

Ein Titelkampf ohne Champion, vielleicht auch noch danach: Nachdem Mittelgewichtsweltmeister Robert Whittaker seine Titelverteidigung gegen Luke Rockhold (16-3) wegen gesundheitlichen Problemen absagen musste, sprang Yoel „Soldier of God“ Romero (12-2) für ihn ein und wird sich nun mit Rockhold um den Interims-Gürtel hauen.

Gewinnen kann er ihn aber nicht mehr, selbst mit einem Sieg. Romero verpasste am Freitag das Gewichtslimit, somit kann nur Luke Rockhold in Perth den Gürtel holen.

Damit ist der Hauptkampf von UFC 221 für fast alle Beteiligten nicht gerade ideal. Die Fans müssen auf den echten Titel verzichten, ebenso die UFC und vor allem Luke Rockhold.

Für die Fans zumindest dürfte der Wechsel aber noch am leichtesten zu verschmerzen sein – mit Romero vs. Rockhold steht noch immer ein Kampf auf dem höchsten Level an, der außerdem verspricht, spektakulär zu werden.

Rockhold ist einer der universal begabtesten Kämpfer der Gewichtsklasse, Romero ein physischer Freak mit grotesker Power und Ringer-Fertigkeiten auf olympisch getestetem Niveau. Zwei bessere Kämpfer wird man selten zusammen im Octagon sehen.

Häufig ist es bei derartigen Kämpfen so, dass sie einen Teil ihres Glanzes bereits verloren haben, weil sie früher hätten stattfinden sollen. Auch Rockhold und Romero hätten bereits vor Jahren aufeinandertreffen können, als Rockhold Champion war und Romero in der UFC noch ungeschlagen - trotzdem kann man beide noch getrost als auf dem Zenit operierend bezeichnen.

Ob nun Rockholds Ausdauer, sein Druck im Stand und ein erstklassiges BJJ den Unterschied machen werden oder Romeros explosive Schlagkraft und sein äußerst schwer zu stoppendes Ringerarsenal – am Schluss des Perth-Debüts der UFC steht uns ein Kracher bevor.

Co-Hauptkampf: Mark Hunt vs. Curtis Blaydes

Mark „Super Samoan“ Hunt (13-11-1(1)) mag zuletzt seinen Krach mit der UFC gehabt haben, am Wochenende wird er trotzdem vor fast heimischer Kulisse den zweiten Hauptkampf bestreiten. Mit Curtis „Razor“ Blaydes (8-1-0(1)) steht ihm dabei ein vielversprechendes Talent gegenüber, für den UFC 221 eine riesige Chance darstellt.

Hunt kam 2010 nur aus dem Grund in die UFC, dass er noch einen alten Pride-Vertrag in der Tasche hatte, aus dem die UFC ihn mit finanzieller Argumentverstärkung herauskomplimentieren wollte. Hunt bestand darauf, zu kämpfen, und arbeitete sich – angesichts seiner damaligen 5-6-Bilanz im MMA völlig überraschend – mit jeder Menge Knockouts bis in Titelnähe vor. Die Chance bekam der ehemalige K1-Champion jedoch nie, und mittlerweile ist er derjenige, der außerhalb des Octagons gegen die andere Vertragspartei vorgeht.

Nach einem verlorenen Kampf gegen Brock Lesnar bei UFC 200, nach dem der Wrestler unter kontroversen Umständen positiv auf Doping getestet wurde, verklagte Hunt die UFC. Vergangenes Jahr gab er außerdem in einem Interview zum Besten, er spüre mittlerweile deutlich die Folgen einer langen Kampfsportkarriere, woraufhin die Liga ihn aus einem anstehenden Kampf gegen Marcin Tybura nahm.

Hunt tobte, unterzog sich aber den erforderlichen medizinischen Tests und ist prompt zurück. Am Wochenende wird der Wahl-Australier aus Neuseeland zum ersten Mal seit einem T.K.o.-Sieg gegen Derrick Lewis wieder zu sehen sein, und zwar einmal mehr gegen aufstrebenden, jüngeren Kämpfer.

Curtis Blaydes zog mit Francis Ngannou ein schweres Los für sein UFC-Debüt, das denn auch der bisher einzige Kampf werden sollte, den der 26-Jährige nicht gewann. Der gelernte Ringer hat einen Hang für technische Knockouts, sieben von neun Kämpfen gewann der Amerikaner auf diese Weise.

Ob ein Veteran vom Schlage eines Mark Hunt zu früh für ihn kommt, wird das Wochenende zeigen. Schlägt er den „Super Samoan“ aber in dessen Wahlheimat, könnte das für Blaydes den Sprung in die Top 5 bedeuten. In der notorisch schwach besetzten Schwergewichtsklasse eine gute Position, um sich bald für eine Titelchance zu empfehlen.

Die restlichen Kämpfe von UFC 221

Dem Perth-Debüt der UFC fehlt für einen Pay per View einiges an Starpower. Nach dem Titelkampf und Mark Hunt fällt das Namen-Niveau stark ab, was aber bekanntermaßen nicht heißen muss, dass die Kämpfe schlecht werden.

Interessant sollte es zum Beispiel im Weltergewicht zwischen Jake „The Celtic Kid“ Matthews (11-3) und Li „The Leech“ Jingliang (14-4) werden. Der noch immer erst 23-jährige Matthews galt zu Beginn seiner UFC-Karriere 2014 als das Top-Talent Australiens. Nach zwei vorzeitigen Siegen steht Matthews seitdem jedoch 3-3, gegen Li Jingliang muss also ein Sieg her, um seinen Status wieder zu festigen.

Jingliangs UFC-Karriere verlief bisher umgekehrt. Nach einem durchwachsenen Start mit einem 2-2-Start im Octagon hat der 29-jährige Chinese jetzt einen beeindruckenden Lauf: Vier Kämpfe in Folge gewann er, drei davon durch Knockout.

Auch das Fliegengewichtsduell zwischen Jussier „Formiga“ da Silva (20-5) und Ben „Ben 10“ Nguyen (18-6) sollte sich lohnen. Formiga ist ein verdienter Veteran in der 57-Kilo-Klasse, der von Joseph Benavidez bis Henry Cejudo gegen die Besten gekämpft hat, auf dem höchsten Level aber bisher scheiterte. Zuletzt zwang er Ulka Sasaki zur Aufgabe, gegen Ben Nguyen soll nun der zweite Sieg in Folge her.

"Ben 10" hatte bisher nur einen Aussetzer in der UFC, dabei aber auch nicht so regelmäßig die Kaliber vor den Fäusten wie sein nächster Gegner. Solide Aufgabe-Siege gegen Ryan Benoit und zuletzt Ex-Titelherausforderer Tim Elliott stechen bei ihm heraus, lediglich Louis Smolka musste Nguyen sich bisher im Octagon geschlagen geben.

Mit Nguyen auf Platz acht der offiziellen Rangliste und Formiga auf der vier könnte sich zwischen den beiden ein potentieller mittelfristiger Kandidat auf einen Titelkampf herauskristallisieren.

Im Federgewicht sollen sich außerdem Jeremy „JBC“ Kennedy (11-0) und Alexander „The Great“ Volkanowski (16-1) schlagen. Die beiden hätten bereits vergangenes Jahr aufeinandertreffen sollen, der Kampf fiel jedoch verletzungsbedingt aus. Beide Kämpfer haben bereits drei Kämpfe in der UFC gewonnen und wollen sich mit Nummer vier nun für größere Aufgaben empfehlen.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 221: Romero vs. Rockhold
Samstag, 10. Februar 2018
Perth Arena in Perth, Australien


Interims-Titelkampf im Mittelgewicht (ran Fighting)
Yoel Romero vs. Luke Rockhold

Hauptprogramm (ran Fighting)
Mark Hunt vs. Curtis Blaydes
Tai Tuivasa vs. Cyril Asker
Jake Matthews vs. Li Jingliang
Tyson Pedro vs. Saparbek Safarov

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Damien Brown vs. Dong Hyun Kim
Rob Wilkinson vs. Israel Adesanya
Jeremy Kennedy vs. Alexander Volkanowski
Jussier Formiga vs. Ben Nguyen

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Ross Pearson vs. Mizuto Hirota
Teruto Ishihara vs. José Alberto Quinonez
Luke Jumeau vs. Daichi Abe