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UFC 220: Der Abend der ganz schweren Jungs

420 Kilo Power: Bei UFC 220 stehen die vier schwersten Jungs der Liga im Fokus (Foto: UFC).

Nach einem durchwachsenen 2017 startet die UFC das neue Jahr mit einem Knaller. Die Titel der zwei schwersten Gewichtsklassen stehen auf dem Spiel, wenn in Boston Stipe Miocic und Daniel Cormier ihre Weltmeisterschaften verteidigen. Mit Francis Ngannou und Volkan Oezdemir stehen ihnen dabei Herausforderer gegenüber, die für ihre K.o.-Power gefürchtet sind. Es sollte also spannend werden am oberen Ende des Programms, aber auch zuvor versprechen einige Ansetzungen jede Menge Action.

Das Hauptprogramm von UFC 220 wird in Deutschland für einmalig 14,99 Euro von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Zusätzlich zeigen Sky Select und Sky Sport HD 3 das Hauptprogramm zum Preis von 15 Euro.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 21. Januar, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 21. Januar, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting/SKY): Sonntag, 21. Januar, 4 Uhr

Hauptkampf: Stipe Miocic (c) vs. Francis Ngannou

An diesem Wochenende könnte in Boston UFC-Geschichte geschrieben werden. Im Schwergewicht, wo ein Schlag ausreicht, um einen ganzen Kampf zu drehen, hat es noch niemand geschafft, seinen UFC-Titel mehr als zwei Mal zu verteidigen. Stipe Miocic (17-2) könnte den Rekord nun auf drei Verteidigungen anheben, wenn er es an einem der beängstigendsten physischen Freaks vorbeischafft, die seit Langem ins Octagon gestiegen sind.

Francis „The Predator“ Ngannou (11-1) hatte von MMA noch nie etwas gehört, als Miocic 2011 in der UFC debütierte. Der gebürtige Kameruner war um diese Zeit nach Frankreich ausgewandert, wo er in Paris auf der Straße lebte. Der Rest seines Weges hin zum Hauptkampf von UFC 220 ist hinlänglich bekannt: Ngannou besuchte ein Box-Gym, wurde wegen seiner mehr als imposanten Athletik von den Trainern zum MMA gedrängt und räumte dort mit beängstigender Schlagkraft von der regionalen Szene bis in die Top 5 der UFC auf.

Nach seinem K.o. gegen Alistair Overeem im Dezember schien klar, dass die Reise unumstößlich auf diesen Höhepunkt zusteuerte. Laut Ngannou hatte er bereits in der Vorbereitung auf Overeem den Titelkampf im Kopf, weshalb die sieben kurzen Wochen seit UFC 218 ausreichten, um in Bestform auf Miocic zu treffen. Ein Schlag, ist der „Predator“ sicher, wird reichen, um den Champion zu entthronen, und wer könnte ihm nach elf vorzeitigen Siegen in ebenso vielen Kämpfen widersprechen?

Stipe Miocic tut es. Der Champion zeigte sich bisher wenig beeindruckt von Ngannous Schlagkraft. Für ihn ist Ngannou ein gefährlicher Herausforderer, aber das waren auch Alistair Overeem und Junior dos Santos. Ngannou fehlt deren Erfahrung, und den gleichen Fehler wie Overeem, seinen Kopf in Ngannous Schlagrichtung ausruhen zu lassen, werde er nicht machen, so Miocic. Seine Schlüssel zum Sieg sollen Schlagkraft, technisches Boxen auch am Käfig und, wenn nötig, Clinch und Ringen sein.

Im Schwergewicht kann bekanntlich immer alles passieren, das gilt für dieses Duell besonders. Zum einen, weil man von beiden Kämpfern weiß, was man auf hohem Niveau von ihnen zu erwarten hat. Zum anderen, weil Ngannou aber auch noch nie über fünf Runden getestet wurde und Miocic vermutlich noch nie jemanden vor sich hatte, der so hart zulangen kann wie Ngannou.

Co-Hauptkampf: Daniel Cormier (c) vs. Volkan Oezdemir

Für Daniel „DC“ Cormier (19-1-0(1)) geht es am Wochenende um mehr als einen gewonnenen Kampf. Der Halbschwergewichtschampion kann machen, was er will – aus dem Schatten von Jon Jones kommt er nicht raus, obwohl dieser den Großteil der letzten drei Jahre außerhalb des Käfigs verbracht hat.

Nach dreijährigem Geplänkel verlor Cormier im vergangenen Sommer auch den Rückkampf und damit seinen Titel an Jones, und das spektakulär durch einen Headkick-Knockout. Wäre Jones nicht durch einen Dopingtest gefallen, wäre er also vermutlich noch immer Champion, stattdessen wurde der Gürtel an Cormier zurückgereicht. Am Wochenende wird der Olympia-Ringer zum ersten Mal seit der Schmach bei UFC 214 wieder in den Käfig steigen und muss zeigen, dass er noch immer das zweitbeste Halbschwergewicht der Welt ist. Zumindest das.

Den Mann, der ihm für diese undankbare Aufgabe gegenüberstehen wird, hätte bis vor Kurzem wohl kaum jemand an dieser Stelle vermutet. Volkan „No Time“ Oezdemir (15-1) war heute vor einem Jahr noch nicht einmal Teil der UFC. Als kurzfristiger Ersatz sprang der Schweizer im Februar gegen Ovince Saint Preux ein, schlug ihn knapp nach Punkten und knockte im restlichen ersten Halbjahr noch Misha Cirkunov und Jimi Manuwa aus.

Nach Jon Jones‘ Dopingproblemen und Alexander Gustafssons Verletzung rückte „No Time“ an die Spitze vor und macht seinem Spitznamen damit alle Ehre. Trotz Problemen mit der Justiz, bei der Oezdemir wegen einer Barschlägerei aus dem August zuletzt mehrfach zu Gast war, bekommt er an diesem Wochenende die Chance, den Zenit des Sports zu erklimmen. Beziehungsweise den zweiten Platz zu erobern.

Die restlichen Kämpfe von UFC 220

Hinter den beiden Hauptkämpfen fällt die Starpower in Boston stark ab. Action verspricht auf dem Hauptprogramm vor allem das Bantamgewichts-Duell zwischen Thomas „Thominhas“ Almeida (21-2) und Rob Font (14-3). Almeida stürmte mit einer 17-0-Bilanz in die UFC und holte auch im Octagon einige imposante Siege, musste zuletzt aber gegen Cody Garbrandt und Jimmie Rivera Rückschläge einstecken.

Font debütierte 2014 im Octagon und musste sich dort in sechs Auftritten bisher lediglich den Brasilianern John Lineker und Pedro Munhoz geschlagen geben, die restlichen vier Kämpfe gewann er vorzeitig. Nun wird er vor heimischem Publikum auf einen Landsmann seiner beiden Bezwinger treffen.

Auch zwischen Abdul Razak „Judo Thunder“ Alhassan (8-1) und Sabah „The Punisher“ Homasi (11-7) sollte es zur Sache gehen. Die beiden Weltergewichte sind immer für harte Kämpfe und Knockouts zu haben. Die beiden standen sich schon im Dezember bei UFC 218 gegenüber, der Kampf endete kontrovers mit einem technischen Knockout für Alhassan, der allgemein als verfrühter Abbruch angesehen wurde. Nun bekommen die beiden ihre zweite Chance auf einen Sieg ohne Fragezeichen.

Zuvor wird im Fliegengewicht Dustin Ortiz (17-7) auf Alexandre „The Cannibal“ Pantoja (18-2) treffen. Ortiz kämpft seit 2013 im Octagon und musste sich dort bisher regelmäßig den bekannten Namen geschlagen geben, u.a. Joseph Benavidez und Brandon Moreno. Dabei sah er aber auch in diesen Kämpfen meist gut aus und besiegte jeden, der nicht auf dem Level operierte.

Damit ist er der perfekte Test für Pantoja. Der Brasilianer debütierte im vergangenen Januar in der UFC und punktete zunächst Eric Shelton aus, bevor er im Juli Neil Seery dessen Abschiedskampf per Rear Naked Choke vermieste. Der 27-Jährige aus Rio de Janeiro ist, mit jeder Menge Knockouts und Submissions auf der Bilanz, seit acht Jahren und elf Kämpfen ungeschlagen und könnte mit einem Sieg gegen Ortiz die Top Ten der 56-Kilo-Klasse knacken.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 220: Miocic vs. Ngannou
Samstag, 20. Januar 2018
TD Garden in Boston, Massachusetts, USA

Titelkampf im Schwergewicht (ran Fighting/SKY)
Stipe Miocic (c) vs. Francis Ngannou

Titelkampf im Halbschwergewicht (ran Fighting/SKY)
Daniel Cormier (c) vs. Volkan Oezdemir

Hauptprogramm (ran Fighting/SKY)
Calvin Kattar vs. Shane Burgos
Gian Villante vs. Francimar Barroso
Thomas Almeida vs. Rob Font

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Kyle Bochniak vs. Brandon Davis
Abdul Razak Alhassan vs. Sabah Homasi
Dustin Ortiz vs. Alexandre Pantoja
Dan Ige vs. Julio Arce

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Enrique Barzola vs. Matt Bessette
Maryna Moroz vs. Jamie Moyle
Islam Makhavhev vs. Gleison Tibau