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UFC 219: Der größte Frauen-Kampf aller Zeiten? Cyborg und Holm im Duell

Duell ums Gold: Cris Cyborg und Holly Holm sind zwei der besten weiblichen MMA-Kämpfer aller Zeiten (Foto: UFC).

Bevor die Feuerwerke am Himmel ihren Auftritt haben, will die UFC selbige noch einmal in diesem Jahr im Octagon zünden. Für ihre traditionelle Jahresabschluss-Show in Las Vegas hat die Liga einige Hochkaräter zusammengetrommelt, die für reichlich Action in der T-Mobile Arena sorgen dürften. Mit von der Partie sind nicht nur Cris „Cyborg“ und Holly Holm, die um den Gürtel im Federgewicht kämpfen werden, sondern auch Namen wie Khabib Nurmagomedov, Edson Barboza, Carlos Condit oder Carla Esparza.

Das Hauptprogramm von UFC 218 wird in Deutschland für einmalig 14,99 Euro von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Zusätzlich zeigen Sky Select und Sky Sport HD 3 das Hauptprogramm zum Preis von 15 Euro.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 31. Dezember, 1:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 31. Dezember, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting/SKY): Sonntag, 31. Dezember, 4 Uhr

Hauptkampf: Cristiane Justino (c) vs. Holly Holm

Was war es für ein Spießrutenlauf. Als Cristiane „Cyborg“ Justino (18-1-0(1)) im Juli den Federgewichtsgürtel der UFC von Dana White angelegt bekam, muss ihr das wie das Ende einer langen, anstrengenden Reise vorgekommen sein. Und wie der Anfang einer Neuen.

„Cyborg“ ist seit Jahren das Schreckgespenst im Frauen-MMA. Gebaut wie ein Schrank, fegt die Brasilianerin die meisten ihrer Kontrahentinnen problemlos aus dem Weg. Das hat ihr nicht nur Freunde und Fans eingebracht, vor allem nicht nach einem positiven Dopingtest 2011. Auch Dana White war ihr gegenüber lange kritisch eingestellt, erst kürzlich haben die beiden ihre Differenzen nach eigenen Aussagen beigelegt.

Vor diesem Hintergrund war der Vertrag mit der UFC, den sie vergangenes Jahr unterschrieb, schon ein gewaltiger Etappenerfolg, führte aber zunächst lediglich dazu, dass Justino in Catchweight-Kämpfen gegen Kontrahentinnen antrat, die eigentlich im Bantamgewicht kämpften. Auch den UFC-Titel im Federgewicht gewann sie gegen Tonya Evinger, die bei Invicta FC das Gold eine Gewichtsklasse tiefer hält.

Zumindest ihren Titel hat sie nun, ein echtes Federgewicht hatte sie trotzdem noch nicht vor den Fäusten. Das ist auch Holly „The Preacher’s Daughter“ Holm (11-3) nicht, obwohl sie als ehemalige Bantamgewichts-Championess ihre kämpferische Klasse nicht mehr zu beweisen braucht.

Aus diesem Grund ist es verständlich, warum das Duell an diesem Wochenende als größter Frauen-Kampf in der – in dieser Hinsicht noch immer sehr kurzen – Geschichte der UFC angesehen wird. Holms Name wiegt hier stärker als ihr Gewicht, und ihr technischer, beinahe chirurgisch-präziser Kampfstil scheint wie gemacht, um eine Abrissbirne wie „Cyborg“ zu bezwingen.

Als ehemalige Box-Weltmeisterin mit starken Kicks galt Holm schon zu Zeiten von Ronda Rousey als größte Gefahr für die scheinbar übermächtige Championess, und tatsächlich knockte die „Preacher’s Daughter“ den Superstar per Headkick vom Thron. Seitdem lief es mit drei Niederlagen in vier Kämpfen weniger gut – u.a. verlor Holm im Februar einen sehr knappen Kampf um den neuen Federgewichtsgürtel gegen Germaine De Randamie –, ein spektakulärer K.o. gegen Bethe Correia im Juni reichte jedoch, um einen weiteren Titelkampf zu rechtfertigen. Jetzt muss sie zeigen, dass sie nicht nur auf dem Papier Chancen gegen "Cyborg" hat.

Co-Hauptkampf: Khabib Nurmagomedov vs. Edson Barboza

Auch für Khabib „The Eagle“ Nurmagomedov (19-4) muss UFC 219 sich wie eine lange überfällige Chance anfühlen. Ungeschlagen in 24 Kämpfen, gilt das dagestanische Ringer-Ass vielen Fans seit Jahren als bestes Leichtgewicht der Welt, ist aber noch immer ohne Titel unterwegs. Die Chance aufs Gold – Interim oder echt – dürfte ihm gewiss sein, sollte er am Wochenende Edson „Junior“ Barboza (19-4) besiegen.

Nurmagomedov ist seit 2012 Teil der UFC und machte mit seinem grapplinglastigen Kampfstil schnell auf sich aufmerksam. Nicht durch spektakuläre Knockouts, sondern durch die schiere Dominanz, die er fast immer an den Tag legte und die ihm in relativ kurzer Folge sechs Siege in Folge einbrachte.  
 
Nach einem klaren Punktsieg gegen Rafael dos Anjos im April 2014 aber schlug das Schicksal zu – seit dem Sieg gegen den damals zukünftigen Champion hielten Verletzungen Nurmagomedov aus dem Octagon fern. Lediglich zwei Kämpfe hat er in den vergangenen zweieinhalb Jahren bestritten, ein geplanter dritter, gegen Tony Ferguson, fiel im März ins Wasser, nachdem Nurmegomedov das Gewichtslimit nicht erreichen konnte.

Somit muss er sich am Wochenende gleich zweimal beweisen: erst auf der Waage, dann im Käfig. Welcher dieser Kämpfe der härtere wird, ist schwer zu sagen. Stilistisch ist das Duell mit Thaibox-Maschine Edson Barboza nämlich höchst interessant. Während Nurmagomedov unaufhaltsam scheint, sobald er die Distanz überbrückt hat, sah er auf den Beinen nicht immer gut aus.

Barboza dagegen ist genau dort eine Wucht, hat sich in der Vergangenheit aber auch von Druck überwältigen lassen, so geschehen u.a. im „Kampf des Jahres“-Kandidaten von 2015 gegen Tony Ferguson. Damals hätte Barboza übrigens bereits auf Nurmagomedov treffen sollen, der jedoch verletzt absagte.

Seine Klasse hat „Junior“ aber immer wieder bewiesen, mit drei Siegen in Folge hat Barboza darüber hinaus aktuell einen imposanten Lauf. Nach Erfolgen gegen die Ex-Champions Anthony Pettis und Gilbert Melendez sorgte der Brasilianer im März mit einem eingesprungenen Kniestoß für offene Münder, der Beneil Dariushs Takedownversuch in einem Knockout enden ließ.

Kann Barboza auch hier einen kampfentscheidenden Treffer setzen, bevor Nurmagomedov ihn zu packen bekommt? Auf diese Frage scheint der Co-Hauptkampf von UFC 219 hinauszulaufen.

Die restlichen Kämpfe von UFC 219

Zwar haben verletzungsbedingte Absagen, von Gokhan Saki bis Dominick Cruz, das Programm geschwächt, einige vielversprechende Kämpfe sind aber geblieben. So wird im ersten Kampf des Hauptprogramms der „Natural Born Killer“ sein Comeback geben: Carlos Condit (30-10) ist hier zum ersten Mal seit Sommer 2016 zu sehen und will gegen Neil Magny (19-6) zeigen, was nach Kreuzbandriss und zwei Niederlagen in drei Kämpfen noch in ihm steckt.

Auch der Rest des Hauptprogramms verspricht trotz weniger großer Namen Spannung. Im Leichtgewicht bekommt das K.o.-gefährliche englische Talent Marc „Bonecrusher“ Diakiese (12-1) die Chance, seine im Juli erlittene erste Karriere-Niederlage gegen den Neuseeländer Dan „Hangman“ Hooker (14-7) wettzumachen.

Zuvor kann Cynthia Calvillo (6-0) ihren rasanten Aufstieg mit einem Sieg gegen Ex-Championess Carla „Cookie Monster“ Esparza (12-4) weiter befeuern. Calvillo debütierte erst im März in der UFC, holte dann im April gleich den zweiten Aufgabe-Sieg und punktete im Juli Joanne Calderwood aus. Jetzt bekommt sie die Chance, mit Carla Esparza die erste Strohgewichts-Weltmeisterin der UFC zu ihrer Bilanz hinzuzufügen, die ihrerseits auf einen Sieg gegen Maryna Moroz aufbauen will.

Keinen nächsten Titelherausforderer, aber dafür einiges an Action dürfte der Federgewichtskampf zwischen Myles „Fury“ Jury (16-2) und Rick „The Gladiator“ Glenn (20-4-1) bieten. Jury galt lange als Top-Talent im Leichtgewicht, strauchelte aber gegen Donald Cerrone und Charles Oliveira. Ein technischer K.o. gegen Mike De La Torre brachte ihn im April zurück auf Spur.

Ex-WSOF-Champion Glenn verlor sein UFC-Debüt gegen Evan Dunham, punktete anschließend aber Phillipe Nover aus und zerstörte im September den hoch gehandelten Gavin Tucker über drei Runden.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 219: Cyborg vs. Holm
Samstag, 30. Dezember 2017
T-Mobile Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Titelkampf im Federgewicht (ran Fighting/SKY)
Cris Cyborg (c) vs. Holly Holm

Hauptprogramm (ran Fighting/SKY)
Khabib Nurmagomedov vs. Edson Barboza
Dan Hooker vs. Marc Diakiese
Cynthia Calvillo vs. Carla Esparza
Carlos Condit vs. Neil Magny

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Khalil Rountree vs. Michal Oleksiejczuk
Myles Jury vs. Rick Glenn
Marvin Vettori vs. Omari Akhmedov
Louis Smolka vs. Matheus Nicolau

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Tim Elliott vs. Mark De La Rosa