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UFC 218: Max Holloways Rückkampf gegen José Aldo, plus Overeem vs. Ngannou

Vollgepackt: UFC 218 bietet jede Menge große Namen (Foto: UFC).

Mit UFC 218 steht die letzte wirklich große UFC-Show dieses Jahres an, und trotz der einen oder anderen Verletzung verheißt das Programm aus Detroit jede Menge Action und relevante Kämpfe. Während im Hauptkampf José Aldo im Rückkampf mit Champion Max Holloway seine vielleicht letzte Chance bekommt, seinen alten Gürtel zurückzuholen, stehen sich im Schwergewicht mit Alistair Overeem und Francis Ngannou zwei Zerstörer gegenüber. Zuvor wird es voraussichtlich zwischen den TUF-Coaches Justin Gaethje und Eddie Alvarez ordentlich gekracht haben.

Das Hauptprogramm von UFC 218 wird in Deutschland für einmalig 14,99 Euro von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Zusätzlich zeigen Sky Select und Sky Sport HD 3 das Hauptprogramm zum Preis von 15 Euro.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 3. Dezember, 0:15 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 3. Dezember, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting/SKY): Sonntag, 3. Dezember, 4 Uhr

Hauptkampf: Max Holloway (c) vs. José Aldo

José „Scarface“ Aldo (26-3) kehrt dahin zurück, wo für ihn alles begann. Vor sieben Jahren überreichte Dana White dem damaligen WEC-Federgewichtschampion nach der Übernahme der Liga bei UFC 123 den Titelgürtel der UFC. Im Laufe von fünf Jahren gelangen dem Brasilianer sieben Verteidigungen, bevor Conor McGregor ihm das Gold abnahm.

Seitdem hat Aldo Frankie Edgar nach Punkten besiegt und wurde zuletzt von Max „Blessed“ Holloway (18-3) technisch K.o. geschlagen. Je nachdem, wie sein direkter Rückkampf gegen Holloway am Wochenende verläuft, könnte Detroit für Aldo daher der Ort eines Neuanfangs sein oder derjenige, an dem seine Zeit an der Spitze ihr Ende findet.

Ob es die vielen harten Schlachten im Käfig und im Gym sind, die lange Zeit und der hohe Druck als Champion oder fehlende Motivation: Die letzten Jahre waren hart für José Aldo. Einst mit einer Mischung aus hochwertigem, wenn auch kaum gezeigten BJJ, wasserdichter Takedownverteidigung und zerstörerischem Thaiboxen vermeintlich unschlagbar, hat „Scarface“ zuletzt immer stärkere Probleme gehabt, seine Stärken an den Mann zu bringen.

Zumindest, was die Langdistanz angeht: Auch im ersten Holloway-Kampf bei UFC 212 im Juni hatte Aldo seine Momente und konnte nach Ansicht vieler Beobachter sogar die ersten beiden Runden gewinnen, bevor er im dritten Durchgang niedergeschlagen und besiegt wurde. Trotz weniger wirklich schlechter Momente wäre eine Niederlage in Detroit der dritte verlorene Titelkampf in zwei Jahren – und für einen Aldo mit Weltmeister-Ambitionen entsprechend ein Desaster.

Für Max Holloway dagegen soll dieses Wochenende die Validierung als Weltmeister bringen. Zwar bezwang er Aldo im Juni ohne Kontroverse, die erste Verteidigung gegen Frankie Edgar oder nun ein – im besten Falle noch überzeugenderer – zweiter Sieg gegen Aldo dürfte ihn aber in den Augen vieler Fans erst so wirklich als echten Champion validieren.

Das ist eigentlich längst überfällig, denn vor dem Titelgewinn im Juni hatte Holloway bereits vergangenen Dezember den Interimstitel mit einem technischen K.o. gegen Anthony Pettis geholt und selbst davor schon neun Kämpfe nacheinander gewonnen.

Mit Cub Swanson, Jeremy Stephens, Ricardo Lamas u.v.a. stehen dabei reihenweise Hochkaräter auf seinem Resümee, für „Blessed“ bedeutet der Titel nun also nicht einmal unbedingt ein höheres Gegner-Niveau als bisher. Ganz oben kämpft er schon lange mit. Jetzt geht es darum, dieses Level auch auf lange Sicht zu halten.

Co-Hauptkampf: Alistair Overeem vs. Francis Ngannou

Hin und wieder gibt es Kämpfe, die einen von der ersten Sekunde an die Sitzkante fesseln, weil man noch viel mehr als sonst jede Sekunde mit dem kampfentscheidenden Schlag rechnen muss. Der Co-Hauptkampf von UFC Detroit gehört dazu, denn mit Alistair „The Demoliton Man“ Overeem (43-15-0(1)) und Francis „The Predator“ Ngannou (10-1) werden dort zwei der gefährlichsten schweren Jungs der Liga aufeinandertreffen.

Overeem muss kaum noch vorgestellt werden – der Niederländer ist sowohl im K-1 als auch im MMA ein hochdekorierter Veteran, der bei UFC 218 zum 60. Mal in den gemischten Kampfkünsten antreten wird. Die Motivation scheint immer noch da zu sein für „The Reem“, denn ein UFC-Titel ist noch immer das einzige, was dem ehemaligen K-1-Grand-Prix- und Strikeforce-Champion in seiner Sammlung der größten Trophäen fehlt.

Vergangenes Jahr verfehlte er das Gold um Haaresbreite, als er Champion Stipe Miocic bei UFC 203 in arger Bedrängnis hatte, dann aber selbst ausgeknockt wurde. Seitdem hat der 37-Jährige sich mit Siegen gegen Mark Hunt und Fabricio Werdum zurück ins Gespräch gebracht – ein weiterer Sieg gegen einen hoch gehandelten Newcomer wie Francis Ngannou könnte das Quäntchen sein, das noch fehlt, um ihn erneut gegen den Champion ran zu lassen.

Als Overeem in der UFC debütierte, hatte Ngannou nicht einmal angefangen, mit Ambitionen zu trainieren. Der gebürtige Kameruner war in dieser Zeit obdachlos in Paris, bevor er in einem Box-Gym nach Training fragte und den Coach mit seinem rohen Potential dearart beeindruckte, dass er bleiben durfte.

Knapp vier Jahre später hat der „Predator“ fünf UFC-Kämpfe hintereinander gewonnen, allesamt vorzeitig, zuletzt gegen Ex-Champion Andrei Arlovski. Ngannou brach in einer UFC-Sendung kürzlich angeblich den Weltrekord für den härtesten Schlag, seine unbestreitbare K.o.-Power ist angesichts von vier Aufgabe-Siegen aber nicht die einzige Qualität des extrem athletischen 31-Jährigen - auch am Boden ist Ngannou gefährlich, wie X Aufgabe-Siege zeigen.

Im Duell Erfahrung und Technik gegen unverbrauchte Frische, Athletik und rohe Schlagkraft dürften wir viel erfahren über das, was Alistair Overeem noch im Tank hat und das Potential, das Francis Ngannou aktuell ausschöpfen kann. So oder so wird Stipe Miocic 2018 alle Hände voll zu tun haben.     

Die restlichen Kämpfe von UFC 218

Von Action-Garanten bis zu wichtigen Kämpfen auf dem Weg zu einem Titel ist bei UFC Detroit alles dabei. So wird sich im Fliegengewicht der vielleicht nächste Herausforderer für Rekord-Champion Demetrious Johnson finden. Henry „The Messenger“ Cejudo (11-2) scheiterte bereits 2016 an „Mighty Mouse“, hat seitdem aber gegen Joseph Benavidez trotz knapper Niederlage gut ausgesehen und zuletzt mit einem K.o. gegen Wilson Reis die wohl beste Leistung seiner Karriere gezeigt. Mit 30 Jahren verbessert sich der Ringer-Olympiasieger noch immer, eine zweite Titelchance dürfte also früher oder später Realität werden für den „Messenger“.

Auch Sergio „The Phenom“ Pettis (16-2) sollte noch auf absehbare Zeit auf dem aufsteigenden Ast unterwegs sein. Der jüngere Bruder von Ex-Leichtgewichtschampion Anthony Pettis kam mit nur 20 Jahren in die UFC und machte zunächst ein paar Höhen und Tiefen durch. Zuletzt aber überzeugte Pettis mit stetigem Fortschritt, der sich in vier aufeinanderfolgenden Siegen, u.a. über die Ex-Titelherausforderer Chris Cariaso und John Moraga sowie zuletzt gegen Brandon Moreno manifestierte. Ein weiterer Sieg am Wochenende, und „Baby Pettis“ könnte sich 2018 gegenüber Demetrious Johnson wiederfinden.

Eddie „The Underground King“ Alvarez (28-5-0(1)) bezeichnete seinen Kampf gegen Justin „The Highlight“ Gaethje (18-0) unlängst als ein Rennen darum, wer sich als „brutalster Mann der UFC“ bezeichnen dürfe, und tatsächlich sind die beiden Leichtgewichte nahezu perfekte Kandidaten, wenn dieser Titel auf dem Spiel stehen soll. Beide sind geborene Kämpfer, die sich häufiger in wilden Schlachten wiederfinden, als auf Dauer gut für sie ist.

Das ist für Ex-Bellator- und UFC-Champion Alvarez in der Vergangenheit hin und wieder schiefgegangen, Gaethje dagegen konnte sich bisher noch stets vom Rand der Niederlage zurückkämpfen. Nachdem sich der Staub über diesem Actiongaranten gelegt hat, könnte aus dem Kampf ein starker Kandidat für einen Titelkampf im kommenden Jahr hervorgegangen sein.

Zu einem interessanten stilistischen Duell kommt es, ebenfalls im Leichtgewicht, im letzten Vorkampf. Paul „The Irish Dragon“ Felder (14-3) ist ebenfalls einer dieser Kämpfer, die hin und wieder Schwierigkeiten haben, den Action-Button in ihrem Kopf auszustellen. Der gelernte Thaiboxer ist immer für einen spannenden Kampf auf Messers Schneide zu haben, zuletzt resultierte das in imposanten Knockouts gegen Alessandro Ricci und Stevie Ray. Zudem gehört Felder mittlerweile zum Kommentatoren-Pool der UFC – viel besser könnte es gerade also kaum laufen für den „Irischen Drachen“.

Das gilt nicht unbedingt für seinen Gegner. Mit Charles „Do Bronx“ Oliveira (22-7-0(1)) wird Felder hier ein gelernter Grappler gegenüberstehen. „Do Bronx“ sorgte zu Beginn seiner UFC-Karriere vor mittlerweile sieben Jahren im Federgewicht für Furore, scheiterte aber immer wieder an den größeren Namen. Nach mehreren verfehlten Gewichtscuts strafversetzt ins Leichtgewicht, will der Brasilianer nun mit einem imposanten Sieg gegen Felder nicht nur zeigen, dass er noch an die Spitze gehört, sondern auch, dass er in seine angestammte Gewichtsklasse zurück gelassen werden darf.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 218: Holloway vs. Aldo 2
Samstag, 2. Dezember 2017
Little Caesars Arena in Detroit, Michigan, USA


Titelkampf im Federgewicht (ran Fighting/SKY)
Max Holloway (c) vs. José Aldo

Hauptprogramm (ran Fighting/SKY)
Alistair Overeem vs. Francis Ngannou
Henry Cejudo vs. Sergio Pettis
Eddie Alvarez vs. Justin Gaethje
Tecia Torres vs. Michelle Waterson

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Charles Oliveira vs. Paul Felder
Alex Oliveira vs. Yancy Medeiros
David Teymur vs. Drakkar Klose
Felice Herrig vs. Cortney Casey

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Abdul Razak Alhassan vs. Sabah Homasi
Jeremy Kimball vs. Dominick Reyes
Justin Willis vs. Allen Crowder
Amanda Cooper vs. Angela Magana