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UFC 214: Show des Jahres mit Cormier vs. Jones 2, „Cyborg“, Lawler, Cerrone u.v.m.

Revanche? Daniel Cormier (l.) will sich an Jon Jones rächen - dieses Mal als Champion (Foto: UFC).

Die Pay-per-View-Zahlen der UFC waren in diesem Jahr bisher bestenfalls durchwachsen. An diesem Wochenende soll sich das ändern, wenn die Liga mit UFC 214 den vielleicht größten Event des Jahres im kalifornischen Anaheim abhält. Mit dem Rückkampf zwischen Daniel Cormier und Jon Jones steht einer der hochkarätigsten Kämpfe auf dem Programm, die man zurzeit ansetzen könnte. Dazu kommen zwei weitere Titelkämpfe sowie Action-Garanten wie Robbie Lawler, Donald Cerrone oder Jimi Manuwa.

Das Hauptprogramm von UFC 214 wird in Deutschland für einmalig 14,99 Euro von ran Fighting übertragen. Das Vorprogramm wird auf dem UFC Fight Pass gezeigt, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Zusätzlich zeigen Sky Select und Sky Sport HD 3 das Hauptprogramm zum Preis von 15 Euro.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 30. Juli, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 30. Juli, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 30. Juli, 4 Uhr

Hauptkampf: Daniel Cormier (c) vs. Jon Jones

Was lange währt, wird endlich gut. Das zumindest hofft Jon „Bones“ Jones (22-1), der hier zum zweiten Mal in zweieinhalb Jahren und erstmalig seit April 2016 ins Octagon steigen wird. Die Gründe, warum der einst so dominante ehemalige Champion wertvolle Jahre auf dem Zenit seiner Karriere außerhalb des Käfigs verbrachte, sind wenig ruhmreich.

Mit 23 zum Champion gekrönt, zog Jones zwischen 2011 und 2015 eine Schneise der Verwüstung durch das UFC-Halbschwergewicht und bezwang auf dem Weg ein Who’s Who, darunter „Shogun“ Rua, Lyoto Machida, Alexander Gustafsson – und Daniel „DC“ Cormier (19-1).

Nach dem Punktsieg im ersten Blockbuster-Kampf gegen „DC“ aber ging es steil bergab. Ein positiver Test auf Kokain, ein Verkehrsunfall mit Fahrerflucht, ein positiver Dopingtest: Das Wunderkind der UFC stürzte nach seinem größten Sieg rasant ab, der einzige Octagon-Auftritt, ein Punktsieg gegen Ovince Saint-Preux vergangenes Jahr, überzeugte indes wenig.

Nach Gefängnis, Suspendierung und Tränen kehrt der athletische Freak mit gigantischer Reichweite und seiner berühmten durchschlagenden Kreativität nun doch noch ins Geschehen zurück. Trotz Dana Whites Ankündigung nach dem Doping-Debakel nur Tage vor der historischen UFC 200, Jones nie wieder in einen Hauptkampf zu stellen, wird die geschasste Pound-for-Pound-Größe in Anaheim wieder als Hauptattraktion des Abends um den Gürtel kämpfen.

Den hält ausgerechnet Daniel Cormier. Mit dem Ringer-Olympioniken verbindet Jones eine innige Feindschaft – der Punktsieg im Januar 2015 bei UFC 182 bedeutete dafür umso mehr Genugtuung. Nach den Fehltritten allerdings wurde Jones der Titel abgenommen, den Cormier anschließend gewann und verteidigte.

Nun muss er seinen Gürtel gegen den Mann aufs Spiel setzen, der ihn bisher als Einziger bezwingen konnte. Für den weitgereisten Cormier sicherlich der wichtigste Kampf seiner illustren Sportler-Karriere. Verdient Jones diese Chance nach all seinen Eskapaden? Dana White scheint doch wieder zu diesem Schluss gekommen zu sein.

Begonnen hat die erbitterte Rivalität zwischen den beiden Top-Kämpfern übrigens 2010, als Jones einen laut Cormier abfälligen Kommentar über dessen Ringer-Künste fallen ließ. Der Ort der ersten Konfrontation: UFC 121 im Honda Center von Anaheim, Kalifornien. Ob die Fehde sieben Jahre später dort beigelegt wird, wo sie begann? Es dürfte fraglich sein.  

Co-Hauptkampf: Tyron Woodley (c) vs. Demian Maia

Die Frage, wer große Kämpfe verdient und wer nicht, hat sich auch im Vorfeld des zweiten Hauptkampfes von UFC 214 gestellt. Demian Maia (25-6) hat sieben Kämpfe in Folge gewonnen, und sollte er auch hier erfolgreich sein, hätte er mit dem Rekord für die meisten UFC-Siege (20) gleichgezogen. Über die Jahre allerdings haben seine großen Siege sich nicht immer in große Chancen umgeschlagen.

Seinen ersten Titelkampf bestritt Maia schon 2010. Damals noch im Mittelgewicht unterwegs, unterlag der BJJ-Guru bei UFC 112 Anderson Silva, ein paar Kämpfe später folgte der Wechsel runter ins Weltergewicht. 2014 setzte Maia zu einer imposanten Erfolgsserie an, die bis heute anhält. Siege gegen Namen wie Gunnar Nelson, Matt Brown, Carlos Condit und zuletzt Jorge Masvidal haben Maia in diese Titelchance geführt.

Ganz zufrieden ist er damit trotzdem nicht. Als Grappler, dessen Kämpfe nicht immer fan-freundlich ausfallen, ist Maia nicht der Ideal-Champion, den sich die Organisation wünschen würde. Laut Maia tut die UFC daher so einiges, um ihn als Weltmeister zu verhindern – nach reihenweise harten Gegnern wurde seine Titelchance nun recht kurzfristig und nur zwei Monate nach seinem letzten Kampf angesetzt. Nicht die idealen Bedingungen für den wichtigsten Kampf seiner Karriere.

Stolpersteine und Frustphasen auf dem Weg zum Gold kennt auch Tyron „The Chosen One“ Woodley (17-3-1). Der bei Strikeforce aufgezogene Ringer mit Dynamit in den Fäusten hatte mit drei Siegen und drei Niederlagen zunächst durchwachsenen Erfolg in der UFC, zwei Siege in Folge und eineinhalb Jahre Warten brachten ihm aber anschließend seine Titelchance ein.

Diese nutzte er mit einem Erstrunden-K.o. gegen Robbie Lawler und verteidigte seinen Gürtel anschließend zwei Mal gegen Karateka Stephen Thompson. Mit Demian Maia steht ihm nun einer der besten Grappler der UFC und somit eine völlig andere Herausforderung gegenüber, wenn es heißt: Ringen und Schlagkraft gegen klassisches Brazilian Jiu-Jitsu.

Die restlichen Kämpfe von UFC 214

Mit drei Titelkämpfen und jeder Menge großer Namen ziehen sich die hochkarätigen Ansetzungen in Anaheim bis weit ins Vorprogramm hinein.

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich das Duell um den vakanten Gürtel im Federgewicht der Damen. Nachdem Germaine de Randamie den neuen Titel im Februar knapp-kontrovers gegen Holly Holm gewann, legte die Holländerin den Gürtel kürzlich nieder, weil sie nicht gegen die „Cheaterin“ Cristiane „Cyborg“ Justino (17-1-0(1)) kämpfen wollte, die in Anaheim von einer Sperre nach einem positiven Dopingtest zurückkehren wird.

Justino ist weithin als Königin des Federgewichts angesehen, was vor allem an zwei Faktoren liegt: ihrer schieren körperlichen Dominanz und einem Mangel an veritablen Kontrahentinnen. Für prestigeträchtige Kämpfe gegen die muskelbepackte Thaibox-Dampfwalze wechseln meist Bantamgewichte eine Klasse nach oben und werden dort spektakulär demontiert.

Diesen Schritt ist auch Tonya „Triple Threat“ Evinger (19-5-0(1)) gegangen. Die 36-Jährige ist eigentlich Bantamgewichts-Championess bei Invicta FC und kurzfristig eingerückt, nachdem die Federgewichts-Queen der Liga, Megan Anderson, den Kampf bei UFC 214 abgesagt hat. Gewinnt sie am Wochenende den Titel, wäre der Sieg wohl direkt im Rennen um die Überraschung des Jahres.

Auch den Rest des Hauptprogramms sollte man nicht verpassen.

Im Weltergewicht werden sich zwei Freunde die Köpfe einschlagen, die darauf erwiesenermaßen spezialisiert sind. Robbie „Ruthless“ Lawler (27-11-0(1)), hier zum ersten Mal seit seinem Titelverlust gegen Tyron Woodley vor einem Jahr wieder aktiv, trifft auf seinen Buddy Donald „Cowboy“ Cerrone (32-8-0(1)), der nach seiner ersten Niederlage im Weltergewicht, im Januar gegen Jorge Masvidal, ins Octagon zurückkehrt.

Der Kampf hätte bereits bei UFC 205 und 213 stattfinden sollen, fiel aber beide Male ins Wasser. Jetzt werden die beiden Action-Garanten, die für ihr Leben gern Fäuste und Kicks fliegen lassen, doch noch aufeinandertreffen. Es dürfte sich lohnen.

Eröffnet wird das Hauptprogramm im Halbschwergewicht von zwei Europäern mit Kurs auf den Titel. K.o.-Experte Jimi „Poster Boy“ Manuwa (17-2) hat drei seiner letzten vier Kämpfe gewonnen und hätte wohl den Titelkampf gegen Daniel Cormier bekommen, wäre Jon Jones nicht zeitig zurückgekehrt.

In Kalifornien wird der Brite auf den Schweizer Bellator-Veteranen Volkan Oezdemir (14-1) treffen, der erst im Februar sein UFC-Debüt gab. Ein Punktsieg gegen Ovince Saint-Preux und ein schneller K.o. gegen den hoch gehandelten Misha Cirkunov später steht der 27-Jährige, der ganze zehn Jahre jünger als sein Gegner ist, in der Top 5 und kurz vor dem Eintritt ins Titelrennen.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 214: Cormier vs. Jones 2
Samstag, 29. Juli 2017
Honda Center in Anaheim, Kalifornien, USA


Titelkampf im Halbschwergewicht (ran Fighting/Sky)
Daniel Cormier (c) vs. Jon Jones

Titelkampf im Weltergewicht (ran Fighting/Sky)
Tyron Woodley (c) vs. Demian Maia

Titelkampf im Federgewicht der Frauen (ran Fighting/Sky)
Cristiane Justino vs. Tonya Evinger

Hauptprogramm (ran Fighting/Sky)
Robbie Lawler vs. Donald Cerrone
Jimi Manuwa vs. Volkan Oezdemir

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Ricardo Lamas vs. Jason Knight
Aljamain Sterling vs. Renan Barao
Brian Ortega vs. Renato Moicano
Andre Fili vs. Calvin Kattar

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Kailin Curran vs. Alexandra Albu
Eric Shelton vs. Jarred Brooks
Josh Burkman vs. Drew Dober