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UFC 212: José Aldo vs. Max Holloway um den Titel, plus Belfort, Gadelha, Moraes u.v.m.

Und weiter geht’s mit der frühsommerlichen Welt-Tournee der UFC. Neben Schweden, Singapur und Neuseeland ist an diesem Wochenende einmal mehr Brasilien an der Reihe, dieses Mal mit einer Pay-per-View-Show. Neben José Aldo, der seinen Federgewichtstitel gegen Max Holloway verteidigen wird, werden außerdem Namen wie Vitor Belfort, Raphael Assuncao und Marlon Moraes aus Rio de Janeiro zu sehen sein.

Das Hauptprogramm von UFC 212 zeigt in Deutschland ran Fighting für einmalig 14,99 Euro. Das Vorprogramm wird vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): 4. Juni, 0 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): 4. Juni, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 4. Juni, 4 Uhr

Hauptkampf: José Aldo (c) vs. Max Holloway (ic)

Angeführt wird UFC Rio von einem der hochkarätigsten Kämpfe des Jahres. José „Scarface“ Aldo (26-2) und Max „Blessed“ Holloway (17-3) haben (fast) jeden Gegner besiegt, der im UFC-Federgewicht zur Elite gehört. An diesem Wochenende werden sie sich im Octagon gegenüberstehen.

Aldo kam 2011 als WEC-Federgewichtschampion im Octagon und verteidigte seinen in die UFC transferierten Gürtel sieben Mal, bevor er 2015 in eine perfekt getimte Linke seines Erzrivalen Conor McGregor hineinlief und seine zehn Jahre anhaltende Siegesserie in nur 13 Sekunden enden ließ.

Von der emotionalen Niederlage scheint Aldo sich jedoch gut erholt zu haben – zumindest im Octagon vergangenen Juli bei UFC 200 hat man von Frust und Verbitterung nichts gespürt, als Aldo in ihrem Rückkampf Frankie Edgar souverän auspunktete.

Auch Max Holloway musste seine letzte Niederlage gegen Conor McGregor einstecken – 2013 unterlag der Hawaiianer dem Iren nach Punkten, seitdem hat Holloway zehn Siege nacheinander geholt, u.a. gegen Cub Swanson, Ricardo Lamas und Anthony Pettis. Letzterer brachte ihm den Interimstitel der 65-Kilo-Klasse ein.

Auch, wenn in den Augen einiger Fans der Schatten Conor McGregors über diesem Duell liegt, ist die Ansetzung eine so überfällige wie faszinierende. Aldo ist mit seinem zerstörerischen Thaiboxen seit Langem eine Institution an der Spitze des Federgewichts, Holloway mit seinem kreativ-aggressivem Kampfstil und einer mehr als imposanten Siegesserie gewichtsklassenübergreifend einer der Kämpfer, der seinen Titelkampf am gründlichsten verdient hat.

Nicht zuletzt dürften die beiden sich ein so hochkarätiges wie spektakuläres Duell bieten. Einschalten sollte sich also lohnen in der Nacht vom Samstag auf Sonntag.   

Co-Hauptkampf: Cláudia Gadelha vs. Karolina Kowalkiewicz

Joanna Jedrzejczyk führt das UFC-Strohgewicht mit eiserner Hand, dieses Duell zwischen zwei ihrer härtesten Gegnerinnen fasziniert trotzdem – obwohl beide bereits an der Championess gescheitert sind, wird zwischen Cláudia „Claudinha“ Gadelha (14-2) und Karolina Kowalkiewicz (10-1) an diesem Wochenende das (beinahe) Beste zu sehen sein, was die Gewichtsklasse zu bieten hat.

Gadelha wird in diesem Kampf zum ersten Mal wirklich zeigen können, was eine wichtige Lebensentscheidung Ende vergangenen Jahres für sie gebracht hat – nach ihrer zweiten verlorenen Punktentscheidung gegen Weltmeisterin Joanna Jedrzejczyk zog die Brasilianerin in die USA, wo sie in Albuquerque u.a. bei Greg Jackson trainiert.

Eine noch weiter verbesserte Version Gadelhas könnte schlechte Neuigkeiten für das UFC-Strohgewicht bedeuten. Schon zuvor war die Brasilianerin mit einem Mix aus starker Physis und aggressivem Grappling eine zumeist unüberwindbare Herausforderung für die gesamte Gewichtsklasse.

Ähnliches gilt allerdings für Karolina Kowalkiewicz. Die Polin konnte ebenfalls jede ihrer Gegnerinnen besiegen, bis sie auf Joanna Jedrzejczyk traf und nach Punkten verlor. Auch Kowalkiewicz lieferte der Championess im vergangenen November bei UFC 205 eine Schlacht, während der sie Jedrzejczyk sogar niederschlagen konnte.

Ob es für eine der beiden mit einem Sieg am Samstag für die zweite Titelchance reichen wird, dürfte fraglich sein. Angesichts der wenigen verdienten Herausforderinnen allerdings sollte die Gewinnerin sich mit einem Erfolg zurück in Griffweite vorarbeiten.

Die restlichen Kämpfe von UFC 212

Zwar ist UFC Rio für einen Pay-per-View-Event ein wenig schwach auf der Brust, was Relevanz und Namen angeht, dafür dürften sich einige Kämpfe als Feuerwerke herausstellen.

Zunächst wird es im Mittelgewicht ein wenig nostalgisch, wenn die beiden Veteranen Vitor „The Phenom“ Belfort (25-13-0(1)) und Nate „The Great“ Marquardt (35-17-2) aufeinandertreffen. Nicht nur stehen die beiden bereits seit dem letzten Jahrtausend im Käfig, für Ex-Champion Belfort könnte dies auch der letzte Kampf seiner Karriere werden.

Nach einer illustren Laufbahn, die Siege gegen Namen wie Rich Franklin, Wanderlei Silva, Luke Rockhold und Dan Henderson (2x) sowie den UFC-Halbschwergewichtsgürtel beinhaltet, lief es zuletzt weniger gut für „The Phenom“: Lediglich ein Sieg in seinen letzten vier Kämpfen mögen teils an seinen 40 Jahren, teils am Verbot der Testosteron-Ersatztherapie liegen, das Duell gegen Marquardt jedenfalls könnte sein letztes werden. Offen gegenüber Neuem bleibt der Veteran trotzdem noch – sein Trainingscamp hat der Brasilianer im Tristar Gym in Kanada absolviert.

Dort war eine Zeit lang auch Marquardt ein oft angetroffener Gast, der sich mittlerweile jedoch selbst in keiner allzu guten Position wiederfindet. Seit er 2012 mit krachenden Aufwärtshaken Tyron Woodleys Strikeforce-Gürtel übernahm, hat Marquardt drei von zehn Kämpfen gewonnen – diese jedoch spektakulär via Aufgabe oder K.o. (2x).

In den beiden restlichen Kämpfen des Hauptprogramms dürfte es zur Sache gehen. Im Mittelgewicht wird Paulo „Borrachinha“ Henrique Costa (9-0) seinen zweiten UFC-Kampf bestreiten. Der noch ungeschlagene K.o.-Spezialist, der jeden bis auf einen seiner Siege auf diese Weise geholt hat, wird dabei auf einen weiteren Knockouter treffen. Oluwale „The Holy War Angel“ Bamgbose (6-2) mag in der UFC lediglich eine 1-2-Bilanz vorweisen können, bis auf seinen letzten Auftritt haben jedoch alle seine Kämpfe in der ersten Runde durch K.o. geendet. Angesichts seines Gegners dürfte auch dieses Duell ein solches Ende finden – in die eine oder andere Richtung.

Zuvor wird es im Weltergewicht zwischen zwei Veteranen zur Sache gehen, die immer für einen harten Kampf zu haben sind. Erick „The Tiger“ Silva (19-7-0(1)) kam 2011 als hoch gehandeltes Talent in die UFC, konnte in 13 Kämpfen aber nie mehr als zwei Mal nacheinander gewinnen.

Zuletzt kehrte der schlagstarke Thaiboxer mit einem Rear Naked Choke gegen Luan Chagas auf die Siegerstraße zurück, jetzt will er gegen Yancy „Frisson“ Medeiros (14-4) eine Siegesserie starten. Auch der Hawaiianer hat imposante Siege und bittere Niederlagen in der UFC erfahren, zuletzt zwang das ehemalige Leichtgewicht in seinem 77-Kilo-Debüt Sean Spencer zur Aufgabe.

Zuvor wird im Bantamgewicht der ehemalige WSOF-Champion Marlon Moraes (18-4-1) sein langerwartetes UFC-Debüt geben. Der 29-Jährige verteidigte seinen Titel bei der World Series of Fighting fünf Mal, bevor er vor einigen Monaten seinen Traum von einem UFC-Vertrag wahrmachte. In Rio wird er auf Landsmann Raphael Assuncao (24-5) treffen, einen langjährigen Top-Ten-Kämpfer im UFC-Bantamgewicht. Der 34-Jährige musste sich in der UFC seit 2011 lediglich T.J. Dillashaw geschlagen geben, zuletzt fand er mit einem Punktsieg gegen Aljamain Sterling zurück in die Spur.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 212: Aldo vs. Holloway
3. Juni 2017
Rio de Janeiro, Brasilien

Titelvereinigungskampf im Federgewicht (ran Fighting)
José Aldo (c) vs. Max Holloway (ic)

Hauptprogramm (ran Fighting)
Cláudia Gadelha vs. Karolina Kowalkiewicz
Vitor Belfort vs. Nate Marquardt
Paulo Borrachinha vs. Oluwale Bamgbose
Erick Silva vs. Yancy Medeiros

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Raphael Assuncao vs. Marlon Moraes
Antonio Carlos Júnior vs. Eric Spicely
Johnny Eduardo vs. Matthew Lopez
Iuri Alcantara vs. Brian Kelleher

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Viviane Pereira vs. Jamie Moyle
Luan Chagas vs. Jim Wallhead
Marco Beltrán vs. Deiveson Figueiredo