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UFC 208: Germaine de Randamie holt den Titel, emotionaler Anderson Silva siegt

Holländische Königin: Germaine de Randamie (r.) holte sich in Brooklyn den UFC-Titel im Federgewicht (Foto: UFC).

Für ihren zweiten Pay-per-View-Besuch in New York hat die UFC weitaus weniger große Geschütze aufgefahren als für den letztjährigen Debüt-Event im Madison Square Garden. Und weitaus weniger Action gab es auch zu sehen: Lediglich einer von zwölf Kämpfen endete vorzeitig im Barclays Center.

Dafür endete der Abend aus europäischer Sicht durchaus erfolgreich: Die Holländerin Germaine de Randamie sicherte sich mit einem einstimmigen Punktsieg gegen Holly Holm den Titelgürtel der neu eingeführten UFC-Federgewichtsklasse.

Der Sieg kommt allerdings nicht ohne einen leicht bitteren Beigeschmack, denn de Randamie setzte gleich zweimal Treffer nach Rundenende, ohne dafür einen Punktabzug bekommen zu haben. Bei drei Punktrichterwertungen von 48:47 eine weitreichende Entscheidung des Ringrichters.

Zu Beginn des Duells zeigte die Holländerin sich gut vorbereitet und setzte sich mit Konterattacken ab, während sie größere Gegentreffer vermied. Schaden richtete sie jedoch vor allem mit einer Rechten an, die Holm nach Ende der zweiten Runde stark mitzunehmen schien. Die Rousey-Bezwingerin legte trotzdem eine gute dritte Runde hin und begann, den Kampfverlauf zu drehen – nur, um nach Rundenende gleich wieder von de Randamie getroffen zu werden.

In den letzten beiden Runden schien Holm weiter besser in den Kampf zu finden, nach 25 Minuten war es allerdings de Randamie, die die Punktentscheidung und damit den Titelgürtel des UFC-Federgewichts der Frauen einsackte.

Silva mit emotionalem Sieg, „Jacare“ setzt Statement

Wenig Action bot auch der Rest des Programms. Im Co-Hauptkampf setzte Anderson Silva sich knapp nach Punkten gegen Derek Brunson durch. Seinen ersten offiziellen Sieg seit Oktober 2012 holte sich der ehemalige Mittelgewichtschampion in einem langsamen Duell, in dem Brunson zunächst zögerlich wirkte und erst gegen Ende des Kampfes Erfolg mit einem Takedown hatte. Nicht genug, um die Punktrichter zu überzeugen, die Silvas Takedownverteidigung in der zweiten Runde und einige gedrehte Kicks höher werteten.

Nach dem Sieg zeigte Silva sich hoch emotional: „Ich weiß, dass ich zu alt zum Kämpfen bin“, so der 41-jährige Ex-Champion unter Tränen. „Alle diese Jungs sind zu schnell für mich, sie sind stark, aber ich lege mein ganzes Herz hier rein, weil das Kämpfen in meinem Herzen ist.“

Zuvor sorgte Ronaldo Souza für das einzige Finish des Abends und setzte im Zuge dessen ein Statement im Rennen um den nächsten Titelkampf im Mittelgewicht. Gegen Tim Boetsch verschwendete „Jacare“ keine Zeit und nutzte einen Lowkick seines Gegners zum Takedown, der nach kurzer Zeit zur siegbringenden Kimura führte.

Für Energie in der Halle sorgte lediglich ein harter Kampf zwischen Dustin Poirier und Jim Miller, der zwar ebenfalls über die Runden ging, dabei aber jede Menge Action und Spannung bot. Im Laufe der 15 Minuten setzten beide Veteranen gute Aktionen auf den Beinen und auf der Matte, die sowohl bei Miller als auch bei Poirier ihren Tribut zollten – während Miller blutete, schien Poirier sich in der dritten Runde am Bein verletzt zu haben, was ihn dazu veranlasste, seinen Gegner auf den Boden zu verfrachten und zu versuchen, ihn dort bis Kampfende zu kontrollieren.


Anbei die Ergebnisse im Überblick:

UFC 208: Holm vs. de Randamie
11. Februar 2017
Brooklyn, New York, USA


Titelkampf im Federgewicht der Frauen
Germaine de Randamie bes. Holly Holm einstimmig nach Punkten (48:47, 48:47, 48:47)

Hauptprogramm
Anderson Silva bes. Derek Brunson einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Ronaldo Souza bes. Tim Boetsch via Kimura nach 3:41 in Rd. 1
Glover Teixeira bes. Jared Cannonier einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26: 30: 36)
Dustin Poirier bes. Jim Miller mehrheitlich nach Punkten (28:28, 30:27, 29:28)

Vorprogramm
Belal Muhammad bes. Randy Brown einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Wilson Reis bes. Ulka Sasaki einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Islam Makhachev bes. Nik Lentz einstimmig nach Punkten (30:25, 30:25, 30:27)
Rick Glenn bes. Phillipe Nover geteilt nach Punkten (27:30, 29:28, 29:28)
Ryan LaFlare bes. Roan Carneiro einstimmig nach Punkten (30:26, 30:27, 29:28)