UFC News

UFC 205 ist da! McGregor, Alvarez, Weidman, Nurmagomedov u.v.m.

Blockbuster: Conor McGregor wird versuchen, in New York mit einem Sieg gegen Eddie Alvarez Geschichte zu schreiben (Foto: UFC).

MMA ist legal in New York: 20 Jahre nach UFC 7 in Buffalo in Upstate New York kehrt die UFC an ihren zeitweiligen Kryptoniten zurück, und dieses Mal mitten ins Herz des Big Apple. Im historischen Madison Square Garden zwischen Times Square und Ground Zero, wo bereits sämtliche bedeutenden Sportler und Künstler aufgetreten sind, steht an diesem Wochenende das Octagon. Für ihr Manhattan-Debüt hat die Liga sich nicht lumpen lassen und das womöglich beste Programm ihrer Geschichte auf die Beine gestellt: Von Eddie Alvarez und Conor McGregor über zwei weitere Titelkämpfe bis hin zu Namen wie Chris Weidman, Miesha Tate, Frankie Edgar und Khabib Nurmagomedov ist alles dabei, was man sich als MMA-Fan wünschen kann.   

Das Hauptprogramm von UFC 205 wird in Deutschland von ran Fighting übertragen, die Veranstaltung kostet einmalig 14,99 Euro. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 13. November, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 13. November, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 13. November, 4 Uhr

Hauptkampf: Eddie Alvarez (c) vs. Conor McGregor (c Feder-)

Trotz aller Kontroversen: Das Duell zwischen Eddie Alvarez (28-4) und Conor „The Notorious“ McGregor (20-3) ist ein waschechter Blockbuster und der beste Kampf, den die UFC an die Spitze ihres New Yorker Debüts hätte setzten können.

Dabei hat die Ansetzung für jede Menge Ärger gesorgt: Von Federgewichts-Interimschampion José Aldo, der einen Rückkampf gegen McGregor wollte, bis zu Top-Leichtgewicht Khabib Nurmagomedov, der auf seine Titelchance gegen Alvarez gesetzt hat und den zahlreichen Anhängern der beiden gibt es jede Menge Menschen, die mit dem gewichtsklassenübergreifenden Hauptkampf von UFC 205 nicht einverstanden sind. Trotzdem werden die beiden heute Nacht im Madison Square Garden ins Octagon steigen, und es mit prall gefüllten Taschen wieder verlassen.

McGregors Aufstieg in der UFC ist bestens dokumentiert: Mit einer Mischung aus großer Klappe und spektakulären Knockouts katapultierte der Ire sich seit 2013 im Eiltempo in die Top-Sphären der UFC, deren Federgewichtsgürtel er seit dem 13-Sekunden-Knockout gegen Aldo vor knapp einem Jahr hält.

Verteidigt hat „The Notorious“ seinen Titel noch nicht, stattdessen ging es auf einen halbjährigen Umweg hoch ins Weltergewicht, der im Gleichstand mit Nate Diaz endete. Statt sich erneut Interims-Champion Aldo zu stellen, visiert McGregor jetzt seinen zweiten UFC-Titel an. Holt er den, schreibt er Geschichte, denn gleichzeitig hat in der UFC noch nie ein Champion zwei Gürtel gehalten.

So leicht, wie viele seiner Fans sich diese Aufgabe vorstellen, dürfte es allerdings nicht werden. Eddie Alvarez, wenngleich oft unterschätzt, ist einer der besten Kämpfer der Welt. Bisweilen etwas wild und störrisch kämpfend, hat der taffe Ringer-Boxer sich in jeder Liga, bei der er länger unter Vertrag stand, früher oder später den Titelgürtel gesichert: Auf den von Bellator folgte im Juli der Leichtgewichtstitel der UFC, den Alvarez mit einem Erstrundenknockout Rafael dos Anjos abnahm.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, könnte man sagen, denn der gut getimte Sieg hat ihn im Fadenkreuz McGregors positioniert, und dort lebt es sich gut. Zumindest nach dem Kampf, denn McGregors Einschaltquoten suchen ihresgleichen im MMA-Sport. Was auch immer am Wochenende also im Käfig passiert, gewonnen haben die beiden Hauptkämpfer schon jetzt.

Co-Hauptkampf: Tyron Woodley (c) vs. Stephen Thompson

Tyron „The Chosen One“ Woodley (16-3) hat es nicht leicht. Zwar ist er unumstritten einer der gefährlichsten Kämpfer der Welt und hat einen UFC-Gürtel im Schrank stehen, Respekt bekommt der Champion dafür aber bisher noch nicht besonders viel – zu stark besetzt ist das Weltergewicht, als dass ein längerer Titel-Lauf den meisten Fans allzu realistisch erscheinen würde. Am Wochenende bekommt Woodley die Chance, seine Zweifler mit einer ersten erfolgreichen Titelverteidigung gegen Stephen „Wonderboy“ Thompson (13-1) zumindest vorerst zum Schweigen zu bringen.

Woodley schlug als unbesiegtes Ringer-Ass mit jeder Menge Dampf in den Fäusten schon bei Strikeforce Wellen, bevor eine K.o.-Niederlage gegen Nate Marquardt dem Aufsteiger gleich wieder den Wind aus den Segeln nahm. Auch nach der anschließenden Übernahme durch die UFC brauchte Woodley im Octagon einige Zeit, um warm zu werden. Seit seinen Niederlagen gegen Jake Shields und Rory MacDonald aber zeigt „The Chosen One“ sich bestechender Form – Siegen gegen Dong Hyun Kim und Kelvin Gastelum folgte im Juli der Titelgewinn durch K.o. gegen Robbie Lawler.

Nun trifft er auf Thompson; einen Kämpfer, der gemeinhin als stilistischer Albtraum für den Champion gilt und diesen einmal mehr als Underdog in den Käfig steigen lässt. Die Wettquoten kommen dabei nicht von ungefähr – Thompson ist in fast sechzig Kickboxkämpfen ungeschlagen, bevor er sich 2010 dem MMA zuwandte und in seinem neuen Sport dort weitermachte, wo er im Kickboxen aufgehört hatte.

Lediglich eine hart umkämpfte Punktniederlage gegen Matt Brown bei UFC 145 trübt die Bilanz des Standkampf-Virtuosen, abgesehen davon ist „Wonderboy“ unbesiegt und hat seinem Spitznamen im Laufe seiner aktuellen Siegesserie alle Ehre gemacht.

Sieben Kämpfe nacheinander hat Thompson gewonnen, die Namen der Gegner sind dabei Schritt für Schritt größer geworden. Zuletzt besiegte Thompson nach Jake Ellenberger und Johny Hendricks auch Rory MacDonald, und nach diesem Erfolg war eine Titelchance so gut wie unausweichlich.

Die bekommt er nun in Manhattan. Will er den Big Apple mit Gürtel verlassen, muss er seinen Weg vorbeifinden an Woodleys kraftvollem Ringen und den vielleicht härtesten Fäusten des Weltergewichts. Mit jeder Menge technischer Finesse und brutaler Kraft im Spiel sollte der Co-Hauptkampf in New York ebenfalls Must-See-TV werden.

Die restlichen Kämpfe von UFC 205

Thiago „Pitbull“ Alves (21-10) wird bei UFC New York im zweiten Vorkampf des Abends antreten. Diese Information alleine reicht aus um zu wissen: UFC 205 ist vollgepackt von oben bis unten. Entsprechend dürfte es sich lohnen, schon früh einzuschalten – nicht zuletzt für Alves Comeback-Kampf gegen Jim Miller (27-8-0(1)). Die beiden Veteranen werden sich im Madison Square Garden in einem klassischen Grappler-Thaiboxer -Duell gegenüberstehen.

Ex-Weltergewichtstitelherausforderer Alves sollte dabei eigentlich zum ersten Mal im Leichtgewicht antreten, verpasste aber das Gewichtslimit um knapp drei Kilo. Stattdessen nun im Catchweight unterwegs wird Miller gegen ihn versuchen, seine aktuelle Erfolgsserie nach Siegen gegen Takanori Gomi und Joe Lauzon weiter auszubauen.

Auch sonst lohnt sich beinahe jeder Kampf auf dem Programm. Nicht unerwähnt soll natürlich der dritte Titelkampf des Abends bleiben, bei dem es zum inner-polnischen Duell zwischen Joanna „JJ“ Jedrzejczyk (12-0) und Karolina Kowalkiewicz (10-0) kommt. Jedrzejczyk stürmte ab Sommer 2014 mit furios-brachialem Thaiboxen an die Spitze der Strohgewichtsklasse und deklassierte in ihrem dritten UFC-Kampf die frischgebackene Championess Carla Esparza, nur acht Monate nach ihrem Debüt. Seitdem hat „Joanna Champion“ ihren Titel drei Mal verteidigt, in New York wird sie nun auf eine alte Bekannte treffen.

Karolina Kowalkiewicz hat in der Amateur-Szene bereits durch Rear Naked Choke gegen Jedrzejczyk verloren, dieser Fleck ist allerdings der einzige auf einer ansonsten weißen Weste geblieben. Mit zehn Siegen noch unbesiegt im Profi-Zirkus haben drei gewonnene Kämpfe in der UFC ihr die Titelchance eingebracht.

Ebenfalls auf dem Hauptprogramm wird Ex-Mittelgewichtschampion Chris „The All American“ Weidman (13-1) nach langer Lobby-Arbeit die Früchte seiner Anstrengungen ernten und vor heimischem Publikum ins Octagon zurückkehren. Der 32-Jährige aus dem eine Autostunde entfernten Long Island verlor im vergangenen Dezember bei UFC 194 seinen Gürtel nach drei Titelverteidigungen an Luke Rockhold und war seitdem verletzungsbedingt inaktiv.

Das Comeback folgt nun gegen Yoel "Soldier of God" Romero (12-1), der ebenfalls zuletzt bei UFC 194 im Käfig stand und dort Ronaldo Souza knapp nach Punkten schlagen konnte. Im Anschluss daran fiel der Ringer-Olympionike durch einen Dopingtest – weil er nachweisen konnte, dass ein kontaminiertes Nahrungsergänzungsmittel das Ergebnis verursacht hatte, konnte der Kubaner seine Sperre reduzieren und darf sich mit einem Sieg am Samstag also weiter begründete Hoffnungen auf eine baldige Titelchance machen.

Abgerundet werden sollte das Hauptprogramm durch einen Weltergewichtskampf zwischen Kelvin Gastelum und Fan-Liebling Donald Cerrone, dieser fällt nach Gewichtsproblemen Gastelums allerdings aus. Es bleibt ein Kampf im Bantamgewicht der Frauen zwischen Miesha „Cupcake“ Tate (18-6) und ihrer ehemaligen „The Ultimate Fighter“-Schülerin Raquel „Rocky“ Pennington (8-5).

Auf dem Vorprogramm haben vor allem die letzten beiden Kämpfe unübersehbare Relevanz: Das wäre zum einen im Federgewicht das Duell zwischen Ex-Champion Frankie „The Answer“ Edgar (20-5-1) und Jeremy „Lil Heathen“ Stephens (25-12) sowie eine Gewichtsklasse höher das Top-Duell zwischen Khabib „The Eagle“ Nurmagomedov (23-0) und Michael „The Menace“ Johnson (17-10).

17 der 22 Kämpfer von UFC New York sind in der offiziellen Rangliste der UFC vertreten, 15 davon in der Top Ten und elf in der Top Five ihrer jeweiligen Gewichtsklassen.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 205: Alvarez vs. McGregor
Samstag, 12. November 2016
Madison Square Garden in New York City, New York, USA


Titelkampf im Leichtgewicht (ran Fighting)
Eddie Alvarez (c) vs. Conor McGregor (c Feder-)

Titelkampf im Weltergewicht (ran Fighting)
Tyron Woodley (c) vs. Stephen Thompson

Titelkampf im Strohgewicht der Damen (ran Fighting)
Joanna Jedrzejczyk (c) vs. Karolina Kowalkiewicz

Hauptprogramm (ran Fighting)
Chris Weidman vs. Yoel Romero
Miesha Tate vs. Raquel Pennington

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)

Frankie Edgar vs. Jeremy Stephens
Khabib Nurmagomedov vs. Michael Johnson
Rafael Natal vs. Tim Boetsch
Vicente Luque vs. Belal Muhammad

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Jim Miller vs. Thiago Alves
Liz Carmouche vs. Katlyn Chookagian