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UFC 205 Ergebnisse: McGregor entthront Alvarez

"Mystic Mac" hat seine Vorhersage wieder einmal wahr gemacht: Nicht einmal zwei volle Runden benötigte er im historischen Hauptkampf von UFC 205, um Leichtgewichtschampion Eddie Alvarez zu entthronen und sich somit zum Doppelchampion in zwei Gewichtsklassen gleichzeitig zu krönen.

Von Beginn an bestimmte McGregor das Geschehen, schickte Alvarez schon in der ersten Runde zweimal mit seiner linken auf die Bretter. In Runde zwei begann er sogar, mit dem Leichtgewichtschampion zu spielen, verschränkte in der Halbdistanz die Hände hinter dem Rücken, bevor er Alvarez schließlich mit einer brachialen Linken erneut zu Boden schickte und den Kampf damit beendete.

Tyron Woodley vs. Stephen Thompson 

Nach einer recht ereignislosen Startphase gelang Woodley ein Takedown. Am Boden spielte er seine grandiosen ringerischen Fähigkeiten aus, kontrollierte "Wonderboy" und setzte ihm mit Körpertreffern zu, bevor er zum Ende der Runde auch den Kopf attackierte.

Ab Runde zwei war Thompson aber schließlich auf Betriebstemperatur und landete immer wieder lange Hände. Dabei agierte er, wie gewohnt, beweglich und bot damit auch ein schwieriges Ziel für Woodleys rechten Dampfhammer und Takedownversuche.

Im vierten Durchgang schlug die gefürchtete Rechte dann aber doch ein und Thompson zeigte unglaubliche Nehmerfähigkeiten. Denn Woodley legte sofort mit einer weiteren Rechten nach und feuerte anschließend eine Vielzahlt von Aufwärtshaken ab - doch Thompson blieb stehen. Woodley - nun erschöpft - sprang in eine Guillotine, konnte sie aber nicht durchbringen und kassierte aus der Unterlage nun selbst Schläge.

Nach einer recht ausgeglichenen fünften und letzten Runde, mit leichten Vorteilen für Thompson, mussten die Punktrichter entscheiden. Zwei von ihnen werteten den Kampf unentschieden, einer sah Woodley vorn. Der wurde erst als Sieger durch geteilten Punktentscheid erklärt, später wurde das Urteil revidiert. Der Kampf endete nun in einem mehrheitlichen Unentschieden. So oder so: Der alte und neue Champion heißt Tyron Woodley. Das Duell schreit dennoch nach einem zweiten Teil.

Joanna Jedrzejczyk vs. Karolina Kowalkiewicz 

Die einzigen Buhrufe des Abends gab es überraschenderweise beim Kampf zwischen Strohgewichts-Titelträgerin Joanna Jedrzejczyk und Karolina Kowalkiewicz. Zwar punkteten beide im Stand, Jedrzejczyk vor allem mit Kicks, Kowlkiewicz hauptsächlich mit ihren Fäusten, auf explosive Schlagabtausche wollte sich aber keine von beiden Kontrahentinnen einlassen. Dazu wurden die Striking-Phasen immer wieder auch durch zähes Ringen am Cage unterbrochen, das Jedrzejczyk meist kontrollieren konnte. 

Wachgerüttelt wurde das Publikum erst im vierten Durchgang, als Kowalkiewicz eine knackige Rechte landen konnte und mit mehreren Folgetreffern im Stand nachsetzte. Zwar fing sich Jedrzejczyk schnell wieder, Tempo und Stil des Kampfes änderten sich nun aber schlagartig. 

Beide Kämpferinnen gingen jetzt deutlich aggressiver zu Werke. Das stärkere Finish hatte jedoch Jedrzejczyk, die das Duell einstimmig nach Punkten gewann - aber erstmals auch einigen Schaden dabei nehmen musste.

Chris Weidman vs. Yoel Romero 

Vor heimischer Kulisse war Ex-Champion Chris Weidman gegen Yoel Romero natürlich ganz besonders motiviert, noch dazu, weil im Falle eines Sieges eine weitere Titelchance für ihn herausgesprungen wäre. Zu Beginn bewegte er sich auch gut, punktete vor allem mit seinen Kicks und konnte den Olympia-Ringer sogar zu Boden bringen.

Ein weiterer Takedown-Versuch wurde ihm im dritten Durchgang allerdings zum Verhängnis, denn er lief dabei genau in einen eingesprungenen Kniestoß von Romero. Benommen ging Weidman zu Boden und wurde nach einigen weiteren heftigen Treffern des Kubaners aus dem Kampf genommen - die wahrscheinlich bitterste Niederlage seiner Karriere. Romero lieferte sich anschließend ein kurzes Wortgefecht mit Mittelgewichts-Champion Michael Bisping, der ebenfalls anwesend war, und gegen den er als nächstes antreten wird. 

Miesha Tate vs. Raquel Pennington 

Der Hauptteil des Kampfabends begann ein wenig schleppend, mit einer durch Clincharbeit und Ringen geprägten Performance von Miesha Tate und Raquel Pennington. In den raren Striking-Duellen blockte Tate die Schläge ihrer Kontrahentin vornehmlich mit dem Gesicht.

Im dritten Durchgang sprang sie daher zügig in die Guard und arbeitete an einem Armbar, der jedoch nicht funktionierte. Stattdessen befand sich Pennington nun in der Oberlage und sammelte so fleißig Punkte. Auch ein Beinhebelversuch von Tate klappte nicht, so dass nach drei Runden die Punktrichter gefragt waren, die den Kampf einstimmig für Pennington werteten.

Tate trat im anschließenden Interview zurück. Eine Art Generationenwechsel, denn hatte sie Pennington doch noch vor drei Jahren während deren Zeit bei The Ultimate Fighter als Coach trainiert.

Frankie Edgar vs. Jeremy Stephens 

Stephens fand zu Beginn nicht wirklich in den Kampf und tat schlicht zu wenig, so dass Edgar vor allem mit ringerischer Stärke glänzen konnte. Selbst nach einem linken Highkick in der zweiten Runde, von dem Edgar schwer angeschlagnen zu Boden ging, war "Lil' Heathen" nicht aktiv genug, obwohl er den Lokalmatador mehrere Minuten brauchte, um sich davon zu erholen. 

Zu Beginn des dritten Durchgangs suchte Edgar zügig den Takedown und hatte Stephens mehrmals kurz vor einem Submission-Finish, der jedoch blieb zäh und konnte jedes Mal entkommen. Einige ansehnliche Schlagabtausche gegen Ende rundeten den unterhaltsamen Fight ab, den Edgar klar nach Punkten für sich entscheiden konnte.

Khabib Nurmagomedov vs. Michael Johnson 

Auch diesen wichtigen Schlüsselkampf in der Leichtgewichtsklasse konnte Khabib Nurmagomedov klar und deutlich für sich entscheiden und damit den 24. Sieg seiner Karriere einfahren. Dabei hatte er mit Michael Johnson keinen einfachen Gegner vor den Fäusten, sondern die Nummer sechs der Gewichtsklasse.

Der Amerikaner konnte zwar im Stand den einen oder anderen Treffer landen, musste anschließend aber stets zügig auf die Matte und wurde dort von Nurmagomedov mit hartem Ground and Pound eingedeckt.

Einzig im zweiten Durchgang wurde es einmal ganz kurz eng, als Johnson einen Takedown des Russen mit einer Guillotine konterte. Davon abgesehen kontrollierte Nurmagomedov aber den kompletten Kampf, bis er den Sack in Runde drei mit einem Kimura-Finish aus der Nord-Süd-Position endgültig zu machte. Im Anschluss forderte er noch im Octagon Conor McGregor (und ganz Irland) heraus.

Rafael Natal vs. Tim Boetsch 

Wahl-New-Yorker Rafael Natal machte zu Beginn seines Kampfes gegen Tim Boetsch alles richtig und vermied durch viel Bewegung im Cage dessen knallharte Rechte. Als die in einem Schlagtausch dann aber doch einschlug, ging Natal zu Boden, nahm noch vier Treffer und wurde von Referee Dan Miragliotta aus dem Kampf genommen, bevor ihm endgültig die Lichter ausgehen konnten.

Vicente Luque vs. Belal Muhammad 

Vicente Luque holte gegen Belal Muhammad in kürzester Zeit seinen vierten UFC-Sieg in Folge, indem er einen rechten Haken Muhammads mit einem perfekt platzierten linken Haken konterte und am Boden mit zwei weiteren vernichtenden Treffern nachsetzte. Kampfzeit: Nicht einmal eineinhalb Minuten. Besonders beeindruckend ist, das Luque mit nur zweieinhalb Wochen Vorbereitungszeit angetreten ist - da darf man auch mal früher Feierabend machen.

Jim Miller vs. Thiago Alves 

Der missglückte Weight-Cut am Vortag schien Thiago Alves noch in den Knochen gesteckt zu haben, denn so richtig fand der "Pitbull" nicht seinen Rhythmus. Miller überbrückte stets schnell die Distanz und unterband so das gefährliche Striking des Brasilianers, der mehrmals zu Boden gebracht und im Clinch kontrolliert wurde. Sogar die besseren Treffer im Stand hatte meist Miller. Aus einem Blitz-Knockdown nach einer Rechten in der dritten Runde, der Alves' letzte Chance war, den Kampf noch einmal zu drehen, konnte er ebenfalls nichts machen und gab den Kampf nach Punkten ab.

Liz Carmouche vs. Katlyn Chookagian

Liz Carmouche und Katlyn Chookagian eröffneten den Abend und bestritten den historischen ersten MMA-Kampf im Madison Square Garden. Lokalmatadorin Chookagian sorgte für den spektakulärsten Moment des Kampfes, als sie Carmouche im dritten Durchgang mit einem Highkick durchrütteln und um ein Haar mit Ground and Pound finishen konnte. Die ersten beiden Runden des Kampfes hatte Carmouche jedoch durch überlegenes Ringen kontrolliert und holte so den - überraschenderweise nur geteilten - Punktsieg.

UFC 205: Alvarez vs. McGregor
Samstag, 12. November 2016
Madison Square Garden in New York City, New York, USA


Titelkampf im Leichtgewicht
Conor McGregor bes. Eddie Alvarez via K.o. (Schlag) nach 3:04 in Rd. 2

Titelkampf im Weltergewicht
Tyron Woodley vs. Stephen Thompson endete mehrheitlich unentschieden (47:47, 47:47, 48:46)

Titelkampf im Strohgewicht der Damen
Joanna Jedrzejczyk bes. Karolina Kowalkiewicz einstimmig nach Punkten (49-26, 49-26, 49-26)

Yoel Romero bes. Chris Weidman via T.K.o. (Knie & Schläge) nach 0:24 in Rd. 3
Raquel Pennington bes. Miesha Tate einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)

Vorprogramm
Frankie Edgar bes. Jeremy Stephens einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Khabib Nurmagomedov bes. Michael Johnson via Kimura nach 2:31 in Rd. 3
Tim Boetsch bes. Rafael Natal via T.K.o. (Schläge) nach 3:22 in Rd. 1
Vicente Luque bes. Belal Muhammad via K.o. (Schlag) nach 1:19 in Rd. 1
Jim Miller bes. Thiago Alves einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 30:27)
Liz Carmouche bes. Katlyn Chookagian geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)