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UFC 201: Beendet Woodley die Herrschaft von Robbie Lawler?

Fast hatte man schon Entzugserscheinungen nach UFC-Events, aber zum Glück macht UFC 201 das halbe Dutzend für diesen Monat voll. In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia wird Weltergewichtschampion Robbie Lawler zu seiner dritten Titelverteidigung ansetzen. Im Weg steht ihm dabei Tyron Woodley. Zuvor messen sich die Strohgewichte Karolina Kowalkiewicz und Rose Namajunas, der Gewinnerin winkt der nächste Titelkampf gegen Joanna Jedrzejczyk. Dazu gibt es jede Menge Action im Hauptprogramm.

Das Hauptprogramm von UFC 201 wird von ran Fighting als Pay-Per-View zum Preis von 14,99 Euro gezeigt, während der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist, das Vorprogramm überträgt.

Anbei die Starzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 1. August, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 1. August, 2:00 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 1. August, 4:00 Uhr

Hauptkampf: Robbie Lawler vs. Tyron Woodley

Seit 18 Jahren lässt die UFC in der Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm um den Titel kämpfen, nur drei Athleten schafften es in dieser Zeit, den Gürtel öfter als zwei Mal zu verteidigen: Hall-of-Famer Pat Miletich, Hall-of-Famer Matt Hughes und der zukünftige Hall-of-Famer Georges St. Pierre. Seit knapp zwei Jahren hat Robbie Lawler (27-10) im Weltergewicht die Zügel in der Hand. Nachdem er Johny Hendricks entthronte, verteidigte er den Gürtel gegen Rory MacDonald und im Januar gegen Carlos Condit.

Dabei waren aber vor allem zwei Details auffällig: Lawler benötigte in beiden Titelverteidigungen eine Energieleistung in den späten Runden, um den Gürtel zu behalten und kein anderer Kämpfer hat in den letzten Jahren so viele Treffer weggesteckt wie „Brutal Bob“. Glaubt man den UFC-Statistiken, hat Lawler seit 2013 691 Wirkungstreffer genommen, 531 davon in Titelkämpfen.

Was sagt uns nun dieser Wert? Lawler geht lange Wege in Titelkämpfen, ist aufgrund starker Kondition bis zum Schluss gefährlich und unglaublich schwer auszuknocken. Bisher reichten Kinn und Beinarbeit noch aus, um die Treffer zu nehmen, aber nicht einzuknicken und stattdessen dem Gegenüber den vielleicht schon sicher geglaubten Sieg mit harten Händen wieder aus den Fingern zu reißen. Aber wie bei allen großartigen Kämpfern kommt irgendwann der Punkt, an dem der Körper sagt, es ist vorbei. An welchem die Reflexe, Kondition und Kinn den jahrelangen Schlachten Tribut zollen.

Und Tyron Woodley (15-3) will der „Chosen One“ sein, der diesen Punkt in der Karriere Lawlers ausnutzen will, um sich zum Weltmeister zu krönen. Der 34-Jährige besitzt die Knockout-Power, um jedes Weltergewicht mit einem einzigen Schlag ins Land der Träume zu befördern, und das offensive Ringen, um auch die bewährte Takedown-Defense von Lawler auf eine harte Probe zu stellen. Und dennoch bestehen Zweifel an Woodleys Eignung für einen Titelkampf.

Daran trägt der langjährige Strikeforce-Kämpfer Mitschuld. In den vergangenen Jahren konnte Woodley nur einmal wirklich überzeugen, beim Knockout gegen Dong Hyun Kim. Zuvor profitierte er vom Kreuzbandriss bei Carlos Condit und unterlag Rory MacDonald. Seinen letzten Auftritt hatte Woodley gegen einen übergewichtigen Kelvin Gastelum, den er Anfang 2015 geteilt nach Punkten bezwang. Ein geplantes Duell mit Hendricks bei UFC 192 im Oktober kam nicht zustande, nachdem Hendricks mit Nierensteinen ins Krankenhaus musste.

Statt mit einem Sieg über einen Top-5-Gegner ein Zeichen zu setzen, entschied sich Woodley dafür, auf seinen Titelkampf zu warten, nachdem er ihm von Dana White versprochen wurde. Mit sowas macht man sich nur in den seltensten Fällen Freunde, aber sollte Woodley am Sonntag als Weltmeister aus dem Duell hervorgehen, hat er alles richtiggemacht.

Co-Hauptkampf: Rose Namajunas vs. Karolina Kowalkiewicz

Um den Titel geht es indirekt auch zwischen den Strohgewichten Rose Namajunas (5-2) und Karolina Kowalkiewicz (9-0). Die Siegerin dieses Duells wird mit ziemlicher Sicherheit Ende des Jahres Joanna Jedrzejczyk um den Titel herausfordern. Für Kowalkiewicz wäre es nicht nur die Chance auf den zweiten Gürtel nach dem KSW-Titel, den die 30-Jährige bereits hielt, sondern auch die Möglichkeit zur Revanche gegen Jedrzejczyk, der sie vor Jahren im Rahmen eines Amateurturniers unterlag. Die Polin konnte in der UFC bisher Ringerin Randa Markos und zuletzt in Rotterdam Heather Jo Clark bezwingen, wobei sie in beiden Fällen den Kampf im Stand hielt. Auch gegen Namajunas dürfte es auf diese Strategie hinauslaufen.

Den Bodenkampf wird hingegen Namajunas suchen. Trotz ihrer erst 24 Jahre und sieben Kämpfe hat Namajunas schon gegen einige größeren Namen gekämpft. „Thug Rose“ wurde vor dreieinhalb Jahren ins kalte Wasser geworfen und debütierte bei Invicta FC gegen Emily Kagan. Über „The Ultimate Fighter“ kam sie in die UFC und heute ist sie der zweitwichtigste Kampf eines UFC-PPVs und steht in Hauptkämpfen von Fight Nights wie zuletzt bei ihrem Sieg über Paige VanZant. Ein kometenhafter Aufstieg der wilden Kämpferin mit litauischen Wurzeln.

Namajunas eroberte die Herzen der Fans mit riskanten Manövern und einer „Submission over Position“-Herangehensweise. Dank besserer Entscheidungen im Käfig und einer nicht mehr ganz so aufregenden Kampfführung bringt sich Namajunas mittlerweile nicht mehr um den Lohn ihrer Arbeit. Gegen Kowalkiewicz stehen die Zeichen daher auf Sieg und damit den nächsten Titelkampf nach dem verlorenen TUF-Finale gegen Carla Esparza. Falls der Takedown gelingt.

Das Hauptprogramm von UFC 201

Auch ohne große Namen im weiteren Programm kann ein Pay-Per-View ein Fest für die Fans werden, das hat zuletzt UFC 199 im Juni gezeigt. Und auch am Samstag bei 201 sehen die Zeichen auf Feuerwerk.

Allen voran natürlich wegen Matt Brown (20-14). Dem „Immortal“ wurden in den letzten Jahren zwar des Öfteren die Grenzen aufgezeigt, ein guter Grappler oder Ringer war er bekanntlich noch nie, die Beliebtheit des Weltergewichts bleibt davon unbenommen. Wenn Brown den Kampf machen kann, wird es rasant, actionreich und geht oft schnell zu Ende. Das könnte dieses Mal Jake Ellenberger (30-11) blühen.

Der „Juggernaut“ sah zeitweise mit Knockouts gegen Jake Shields und Nate Marquardt aus wie ein kommender Titelaspirant. Davon ist wenig übriggeblieben. Nur ein Sieg gegen Koscheck aus den letzten sechs Kämpfen stehen zu Buche. Vielleicht hilft ja der Teamwechsel. Von Edmond Tarverdyan ging es vor diesem Duell zu Rafael Cordeiros Kings MMA. Ein klares Upgrade, ob‘s hilft?

Zuvor messen sich die Bantamgewichte Erik Perez (15-6) und Francisco Rivera (11-6 (1 NC)). „Goyito“ ist von der UFC als eines der Zugpferde für den mexikanischen Markt eingeplant, konnte verletzungsbedingt in den letzten beiden Jahren jedoch nur einen einzigen Kampf machen. Nun stellt er sich dem gefährlichen Rivera. „Cisco“ hat für die Gewichtsklasse eine unerhört hohe Power, kann diese aber nicht konstant abrufen. Der 34-Jährige braucht aber mittlerweile dringend einen Sieg, nur ein Erfolg in den letzten fünf Auftritten sehen stark nach Entlassung aus.

Ursprünglich sollte Ian McCall (13-5-1) gegen Justin Scoggins (11-2) das Hauptprogramm eröffnen. Zu diesem Kampf wird es nicht kommen, da Scoggins am Donnerstag den Weight Cut abbrechen musste. Bei 132,5 Pfund hörte sein Körper auf, zu schwitzen. Stattdessen werden die Fliegengewichte Ryan Benoit (8-4) und Fredy Serrano (3-0) mit dem PPV-Teil beginnen. Benoit ist ein Fliegengewicht mit ordentlicher K.o.-Power und trifft hier auf den früheren Olympia-Ringer Serrano. Das klassische Duell zwischen Stand- und Bodenkämpfer also.

Im Vorprogramm finden sich zudem Duelle zwischen Nikita Krylov (20-4) und Ed Herman (22-11), Jorge Masvidal (29-11) gegen Ross Pearson (19-11) und der eigentlich als Herausforderer auf Demetrious Johnsons Titel eingeplante Wilson Reis (20-6) trifft auf den UFC-Debütanten vom Team Alpha Male Hector Sandoval (12-2).

Das Programm im Überblick:

UFC 201: Lawler vs. Woodley
30. Juli 2016
Atlanta, Georgia, USA

Titelkampf im Weltergewicht (ran Fighting)
Robbie Lawler (c) vs. Tyron Woodley

Hauptprogramm (ran Fighting)
Rose Namajunas vs. Karolina Kowalkiewicz
Matt Brown vs. Jake Ellenberger
Erik Perez vs. Francisco Rivera
Ryan Benoit vs. Fredy Serrano

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Nikita Krylov vs. Ed Herman
Jorge Masvidal vs. Ross Pearson
Wilson Reis vs. Hector Sandoval
Damian Grabowski vs. Anthony Hamilton

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Mike Graves vs. Bojan Velickovic
Damien Brown vs. Cezar Arzamendia