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UFC 200: Immer noch voller Stars mit Lesnar, Silva, Aldo und Co.

Sieben Jahre nach UFC 100 hat das Octagon endlich die 200 erreicht (Foto: Zuffa LLC).

Sieben Jahre danach ist UFC 100 noch immer die größte UFC-Show in der Geschichte der Liga. UFC 200 sollte den Vorgänger überflügeln, stattdessen ging es im Vorfeld drunter und drüber. Nicht Conor McGregors Rückkampf gegen Nate Diaz, nicht der zwischen Jon Jones und Daniel Cormier führen den Mega-Event an, sondern ein Damen-Titelkampf zwischen Miesha Tate und Amanda Nunes. Gründe genug, in der Nacht von Samstag auf Sonntag einzuschalten, gibt es aber noch immer genug. Sie heißen: Brock Lesnar, Mark Hunt, Anderson Silva, Daniel Cormier, José Aldo, Frankie Edgar und Cain Velasquez – um nur die Wichtigsten zu nennen. 

Das Hauptprogramm von UFC 200 wird für einmalig 14,99 Euro auf ran Fighting gezeigt, das Vorprogramm läuft auf dem UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 10. Juli, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 10. Juli, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 10. Juli, 4 Uhr

Hauptkampf: Miesha Tate (c) vs. Amanda Nunes

Wer hätte nach UFC 100, oder auch noch Anfang dieses Jahres gedacht, dass Miesha „Cupcake“ Tate (18-5) und Amanda „The Lioness“ Nunes (12-4) den zweiten Hunderter der UFC anführen würden? Nach Jon Jones positivem Dopingtest rückt die Ansetzung nun aber tatsächlich in den Hauptkampf hoch. Das Duell um den Bantamgewichtstitel der Damen mag nicht die geplante und auch nicht die ideale Besetzung am Kopf von UFC 200 sein, gleichzeitig ruft sie einmal mehr symbolträchtig in Erinnerung, wie unberechenbar und schnelllebig diese Szene doch ist.

Sportlich hat das Duell durchaus seine Reize. Tate ist eine der verdientesten Frauen im MMA-Sport, die mit einem ausgewogenen Kampfstil ihre Erfolgsgrundlage legt und dank riesengroßem Kämpferherz darüber hinaus wächst. Tate muss man bewusstlos schlagen, würgen oder treten, um sie zu besiegen. Aufgeben jedenfalls wird sie nicht, wie ihr Titelgewinn im März bei UFC 196 zeigt. Gegen Rousey-Killerin Holly Holm verlor Tate im Laufe der fünf Runden an Boden, bevor sie die Championess kurz vor Schluss im Rear Naked Choke zu fassen bekam und sie prompt bewusstlos würgte.

Legt Tate einen Schwerpunkt im Grappling, tut Amanda Nunes das auf den Beinen: Die Brasilianerin bringt vielleicht die meiste Feuerkraft sämtlicher Damen im Kader der UFC mit ins Octagon. Knockouts sind selten bei den Frauenkämpfen, die „Lioness“ hat ganze neun ihrer zwölf Profi-Siege auf diese Weise eingefahren.

Alles gut und schön, wenn unter der Aggressivität nicht die Ausdauer leiden würde. Nunes startet oft stark und baut dann auch stark ab – keine gute Idee gegen jemanden wie Tate, die in der Vergangenheit nicht nur bewiesen hat, dass sie fünf Runden gehen, sondern den Kampf kurz vor Schluss auch noch beenden kann.

Ob sie das schaffen kann? In der Theorie sollte ihre Erfahrung ihr einen Vorteil verschaffen, in der Praxis aber häuft sich aktuell die Erfahrung, dass die Titelgürtel in der UFC mit beeindruckender Geschwindigkeit ihre Besitzer wechseln. Und Besitzerinnen.

Co-Hauptkampf: Brock Lesnar vs. Mark Hunt

Man muss nicht gleich Jahre zurückdenken, um sich gehörig über Brock Lesnars (5-3) Gesicht auf einem UFC-Poster aus dem Jahr 2016 zu wundern – noch vor zwei Monaten war die Vorstellung undenkbar, dass der WWE-Wrestler zum MMA zurückkehren, geschweige denn bei UFC 200 auf dem Programm stehen würde.

Und doch: Brock is back. Der Kampf gegen K1-Champion Mark „The Super Samoan“ Hunt (12-10-1) hat nach Lesnars fünfjähriger Abstinenz etwas von einer Freak Show, faszinierend ist das Duell trotzdem auf seine eigene Weise. Vor allem deshalb, weil niemand weiß, was von Lesnar zu erwarten ist. Bei Hunt ist die Strategie klar, wenn er ins Octagon steigt: Den anderen bewusstlos zu schlagen.

Bei Lesnar dagegen ist die Erwartungshaltung ein wenig schwieriger. Auf Schläge hat der 1,91-Meter-Mann noch nie allzu souverän reagiert, und Hunt ist einer der härtesten Puncher des Sports. Andererseits ist der „Super Samoan“ am Boden nicht für seine Expertise bekannt, und aus der Oberlage verrichtet der gelernte Ringer Lesnar seine imposanteste, markerschütternde Arbeit.

Als der ehemalige UFC-Champion zum letzten Mal im Octagon stand und dort von Alistair Overeem verprügelt wurde, stand Mark Hunts UFC-Bilanz gerade bei 2-1. Seitdem hat der Neuseeländer ganze neun Mal gekämpft, dabei zwar hin und wieder gegen die Elite im Schwergewicht verloren, aber auch vier imposante Knockouts gegen Namen wie Roy Nelson und Frank Mir eingefahren.

Während dieser Zeit kehrte Lesnar zu seinen Unterhaltungs-Wurzeln beim Wrestling zurück, aber das bittere Ende seiner MMA-Laufbahn – zwei überdeutliche Niederlagen und der Kampf gegen die Darmkrankheit Divertikulitis – hat den Hünen nicht losgelassen. Ein Anruf bei Dana White reichte, und schon ist Lesnar zurück im Käfig.

Ob es bei diesem einen Mal bleiben wird? Offiziell ist es eine einmalige Sache - Lesnar steht noch immer bei der WWE unter Vertrag. Aber kann er wirklich aufhören, wenn er einen triumphalen Sieg einfährt? Und würde er sich nach einer weiteren Niederlage nicht erst recht noch einmal beweisen wollen? Weder was im, noch was nach dem Kampf passiert, kann irgendjemand mit Sicherheit sagen. Bleibt nur eine Lösung: zuschauen und abwarten. 

Die weiteren Kämpfe von UFC 200

Den Namen nach hätte jeder einzelne Kampf von UFC 200 auch als Hauptkampf bei UFC Hamburg dienen können. Allein das Hauptprogramm strotzt nur so vor bekannten Namen: Halbschwergewichtschampion Daniel „DC“ Cormier (17-1) wird nach dem Last-Minute-Gegnerwechsel von Jon Jones zu Anderson „The Spider“ Silva (33-7-0(1)) zwar am Samstag nicht mehr seinen Gürtel verteidigen.

Aber wo immer Anderson Silva auftaucht, da gehört die Aufmerksamkeit dem ehemaligen Mittelgewichtschampion und zukünftigen Mitglied der Hall of Fame, und das wird auch „DC“ zugutekommen, der ansonsten nach Jon Jones Absage am Donnerstag eine riesige Menge Geld verloren hätte.

Inwieweit das Duell nach Cormiers vollem Trainingscamp und Silvas erst kürzlich auskurierter Verletzung sportlich ernstgenommen werden kann, ist dabei natürlich fraglich. Andererseits hat Anderson Silva im Laufe einer legendären Karriere mehr als einmal bewiesen, dass er zu vielen Dingen fähig ist, die man ihm nicht zugetraut hätte. Vielleicht auch noch im Jahr 2016. 

Abgerundet wird das Hauptprogramm von José Aldos (25-2) Comeback-Kampf gegen Frankie „The Answer“ Edgar (20-4-1) im Duell zweier ehemaliger Champions, nachdem die Jubiläums-Show im Schwergewicht von Cain Velasquez (13-2) und Travis „Hapa“ Browne (18-3-1) eröffnet wurde.

Wer allerdings nicht gleich für den ersten Kampf einschaltet, der ist selbst schuld: Schon der erste Teil des Vorprogramms fährt Namen wie Diego Sanchez, Takanori Gomi und Gegard Mousasi auf, bevor es im zweiten Teil u.a. mit T.J. Dillashaw vs. Raphael Assuncao 2, Johny Hendricks Kampf gegen Kelvin Gastelum und dem Comeback von Cat Zingano weitergeht. Ach ja, Sage Northcutt kämpft übrigens auch.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 200: Tate vs. Nunes
Samstag, 9. Juli 2016
T-Mobile Arena in Las Vegas, Nevada, USA


Titelkampf im Bantamgewicht der Frauen (ran Fighting)
Miesha Tate (c) vs. Amanda Nunes

Hauptprogramm (ran Fighting)
Brock Lesnar vs. Mark Hunt
Daniel Cormier (c) vs. Anderson Silva

Interimstitelkampf im Federgewicht (ran Fighting)
José Aldo vs. Frankie Edgar

Cain Velasquez vs. Travis Browne

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Cat Zingano vs. Julianna Pena
Johny Hendricks vs. Kelvin Gastelum
T.J. Dillashaw vs. Raphael Assuncao
Sage Northcutt vs. Enrique Marin

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Diego Sanchez vs. Joe Lauzon
Gegard Mousasi vs. Thiago Santos
Jim Miller vs. Takanori Gom