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UFC 190: 19 Treffer in 34 Sekunden, Rousey verprügelt Correia

UFC 190 ist Geschichte und Ronda Rousey heißt die alte und neue Championesse der UFC im Bantamgewicht. In Rio de Janeiro verteidigte "Rowdy" ihren Gürtel und kam dabei erneut kaum ins Schwitzen. Zudem gab es für die Fans den Rückkampf zwischen Mauricio Rua und Antonio Rogerio Nogueira, zwei TUF-Finalkämpfe und Einsätze weiterer brasilianischer Stars in der Millionenmetropole.

Neue Gegnerin, gleiches Resultat. Erneut hat Ronda Rousey nicht einmal eine Minute gebraucht, um ihren Titel im Bantamgewicht zu verteidigen. Gegen Bethe Correia rächte sich Rousey für die erlittenen Niederlagen der anderen "Horsewomen". Die beiden Kontrahentinnen trafen sich schnell in der Mitte des Käfigs und gingen gleich wie wilde Furien mit Schlägen aufeinander los. Correia, der manche die Minimalchance des Glückstreffers eingeräumt hatten, war sofort im Hintertreffen, verteidigte sich zwar gegen den Clinch und Würfe, musste aber eine Hand nach der anderen einstecken und machte einmal eine Rolle rückwärts, bevor sie am Zaun gestellt und attackiert wurde. Ein linker Haken ans Kinn benebelte die Sinne der Brasilianerin und eine Rechte hinters Ohr sorgte dafür, dass Correia Gesicht voraus auf den Boden fiel. Die Brasilianerin war sofort bewusstlos,  Rousey erneut siegreich. Die Uhr zeigte da gerade einmal 34 Sekunden Kampfzeit an.

Rua 2, Nogueira 0

Jahre hatten Fans auf diesen Rückkampf gewartet und auch wenn Rua und Nogueira schon rein körperlich nicht mehr die Leistung von 2005 wiederholen konnten, sie gaben sich größte Mühe. Rua begann mit starken Kicks zum Körper und bestimmte die Runde, bis ihn eine Linke von Nogueira anklingelte. "Shogun" wirkte benommen, taumelte an den Käfig zurück, warf den Autopiloten an und hielt sich Nogueira mit weiten Schwingern vom Leib, während dieser weitere Treffer setzte. Gerade so überlebte Rua den ersten Durchgang. Entsprechend vorsichtig begann er in Runde zwei, landete früh einen Takedown, clinchte Nogueira später an den Zaun und beendete die Runde mit weiteren Tritten. Wie schon vor zehn Jahren musste auch heute eine dritte Runde entscheiden. Leider war diese nicht auf dem Niveau von Critical Countdown. Rua legte erneut den Vorwärtsgang ein, ging aber nicht volles Risiko, sondern ließ wieder den Tritt zum Körper die Arbeit erledigen, bevor er mit einem Takedown in der letzten Minute die Runde sicherte. So sahen es auch die Punktrichter, die Rua trotz verlorenem ersten Durchgang auch im zweiten Duell vorne sahen.

Franca und Vieira sind "The Ultimate Fighter: Brazil"

Mehr ist nicht immer besser. Diese Lektion hat die UFC hoffentlich gelernt. Die beiden TUF-Finalkämpfe im Hauptprogramm des Pay-Per-Views sorgten jedenfalls nicht für Begeisterungsstürme in der Halle und an den Bildschirmen. Glaico Franca sicherte sich 14 Sekunden vor Ablauf der Kampfzeit den TUF-Titel im Leichtgewicht mit einem Rear-Naked Choke gegen Fernando Bruno und bei den Bantamgewichten siegte Reginaldo Vieira in einer technisch nicht ganz sauberen, aber unterhaltsamen Begegnung über Dileno Lopes. Beide kämpften mit offenem Visier, tauschten nicht nur Hände, sondern auch Guillotinen aus, ohne den anderen jedoch stoppen zu können. Am Ende entschieden die Punktrichter für Vieira, der in den drei Runden der aggressivere Kämpfer war.

Struve bringt die Halle zum Schweigen

Nach zuvor drei Siegen brasilianischer Kämpfer zeigte sich Stefan Struve als Spielverderber und unterbrach mit seinem Erfolg über Lokalmatador Antonio Rodrigo Nogueira die brasilianische Party. Der "Skyscraper" schlug zwar erneut keinen Jab, konnte dieses Mal jedoch seinen Gegner größtenteils auf Distanz halten. Insbesondere mit Tritten und Kniestößen zum Körper setzte der Niederländer der MMA-Legende zu. Nogueira versuchte zwar immer wieder, über den Clinch auf die Matte zu gelangen, aber Struve wehrte die Versuche beinahe mühelos ab oder stand sofort wieder auf. Zum Pech für Nogueira hielt auch das Kinn des 2,11m-Mannes, sodass auch vereinzelte Hände kaum Wirkung zeigten. Struve lieferte nach zuvor zwei Niederlagen in Folge eine routinierte und taktische Leistung ab und bekam alle Runden von den Punktrichtern zugesprochen.

Bigfoot ist zurück

 Totgesagte leben länger. Nicht wenige hatten Antonio "Bigfoot" Silva nach zwei K.o.-Niederlagen abgeschrieben, aber der Brasilianer kann doch noch mithalten. Gegen den australischen Ringer Soa Palelei musste er in der ersten Runde zwar trotz anfangs guter Abwehr einen Takedown hinnehmen und sich am Boden bearbeiten lassen, mit Beginn des zweiten Durchgangs war dann jedoch Silva am Drücker. Mit einem Uppercut brachte er den Australier ins Wanken, drängte ihn an den Käfig und schlug mit harten Kniestößen und weiteren Händen so lange auf Palelei ein, bis dieser auf die Knie sank und vom Ringrichter vor weiterem Schaden bewahrt werden musste.

Gadelha vermiest Aguilars Einstand

Einen unsanften Empfang bereitete Claudia Gadelha UFC-Neuankömmling Jessica Aguilar. Die ehemalige WSOF-Championesse war mit dem Ziel angetreten, sich sofort in die Spitzengruppe des Strohgewichts einzubringen. Gadelha verhinderte das gekonnt. Drei Runden lang kaufte die Brasilianerin Aguilar im Stand den Schneid ab und bestimmte vor allem mit ihrem Jab das Geschehen im Octagon, landete harte Hände und vereinzelte Takedowns. Aguilar blieb weit hinter den Erwartungen zurück und hatte drei Runden lang nichts entgegen zu setzen. Gadelha sicherte jeden Durchgang auf den Punktezetteln und damit voraussichtlich den Rückkampf gegen Joanna Jedrzejczyk um den Titel im Strohgewicht.

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC 190: Rousey vs. Correia
1. August 2015
Rio de Janeiro, Brasilien

Titelkampf im Bantamgewicht
Ronda Rousey (c) bes. Bethe Correia via K.o. (Schlag) nach 0:34 in Rd. 1

Mauricio Rua bes. Antonio Rogerio Nogueira einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

TUF-Brazil-4-Finale im Leichtgewicht
Glaico Franca bes. Fernando Bruno via Rear-Naked Choke nach 4:46 in Rd. 3

TUF-Brazil-4-Finale im Bantamgewicht
Reginaldo Vieira bes. Dileno Lopes einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)

Stefan Struve bes. Antonio Rodrigo Nogueira einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Antonio Silva bes. Soa Palelei via T.K.o. (Schläge) nach 0:41 in Rd. 2
Claudia Gadelha bes. Jessica Aguilar einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Vorprogramm
Demian Maia bes. Neil Magny via Rear-Naked Choke nach 2:52 in Rd. 2
Patrick Cummins bes. Rafael Cavalcante via T.K.o. (Schläge) nach 0.45 in Rd. 3
Warlley Alves bes. Nordine Taleb via Guillotine Choke nach 4:11 in Rd. 2
Iuri Alcantara bes. Leandro Issa einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:27)
Vitor Miranda bes. Clint Hester via T.K.o. (Schläge) nach 2:38 in Rd. 2
Guido Cannetti bes. Hugo Viana einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)