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UFC 178: Johnson verteidigt, McGregor und Cerrone siegen

Wenig überraschend: Aer alte und neue Champion im Fliegengewicht heißt Demetrious Johnson. (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de)

UFC 178 ist Geschichte und hat die Erwartungen der Fans restlos erfüllt. Bereits im Vorprogramm brachten die Athleten die Halle zum Kochen und mit Dominick Cruz, Conor McGregor, Cat Zingano und Donald Cerrone könnten vier Sieger bereits in naher Zukunft um einen Titel kämpfen. Im Fliegengewicht bleibt es hingegen unverändert. Hier konnte Demetrious Johnson seine fünfte Titelverteidigung feiern.

UFC-Titelkampf im Fliegengewicht
Demetrious Johnson vs. Chris Cariaso
Von Beginn an zeigte Johnson, wer der Herr im Octagon war. Cariaso konnte vereinzelte Treffer landen, fand sich aber schnell auf dem Rücken wieder und musste sich gegen einen Johnson in der Side Control wehren. Cariaso schaffte es zwar wieder in den Stand, überstand aber nur mit Glück die erste Runde. Kurz vor Ablauf des ersten Durchgangs traf "Mighty Mouse" erst mit einer Rechten und setzte mit einem linken Kniestoß nach, der Cariaso ins Wackeln brachte. Noch bevor Johnson nachsetzen konnte, ertönte jedoch das Pausensignal, dass den Herausforderer rettete.  Mit der Johnson-schen Dominanz ging es im zweiten Durchgang weiter. Der Champion sicherte sich erneut den Takedown und arbeitete wieder aus der Side Control an einem Armhebel. Cariaso hielt wacker dagegen, konnte aber nicht verhindern, dass Johnson schließlich nach zwei Minuten einen Kimura ansetzte, in dem Cariaso abklopfen musste.
Demetrious Johnson bes. Chris Cariaso via Kimura nach 2:29 in Rd. 2

Donald Cerrone vs. Eddie Alvarez
Was für eine Schlacht. Alvarez zeigte vom ersten Moment an, dass er schon längst in die UFC gehört und lieferte sich drei Runden einen Schlagabtausch der Extraklasse gegen Donald Cerrone. Alvarez begann stärker und sicherte sich die erste Runde mit Treffern im Stand und einem Clinch, der Cerrone etwa 20 Treffer einbrachte. Im zweiten Durchgang wachte der "Cowboy" endlich auf und revanchierte sich für die Treffer mit Kniestößen und Tritten zum Oberkörper und den Beinen, die Alvarez sichtlich mitnahmen und verlangsamten. Wer jetzt aber dachte, der ehemalige Bellator-Champion hätte sein Pulver verschossen, sah sich getäuscht, denn Alvarez bündelte seine letzten Reserven und deckte Cerrone erneut mit schweren Händen ein, bevor Cerrone mit Leg Kicks konterte. Diese verursachten so viel Schaden, dass sich Alvarez nicht mehr auf den Beinen halten konnte und eine Minute vor Ende des Kampfes auf die Matte zurück wich. Unverständlicherweise ging Cerrone in dessen Guard hinterher und verbrachte dort die letzte Minute des Kampfes. Die Punktrichter werteten anschließend geschlossen für Cerrone, der mit diesem Sieg das Dutzend vollmachte.
Donald Cerrone bes. Eddie Alvarez einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Conor McGregor vs. Dustin Poirier
Conor McGregor ist weiterhin auf dem Weg an die Spitze des Federgewichts. Keine zwei Minuten benötigte der Ire, um Dustin Poirier K.o. zu schlagen. Dabei kam Poirier gut in den Kampf und konnte erste Treffer landen, die McGregor jedoch nicht beeindruckten. Der Publikumsliebling versuchte es anfangs mit Tritten zum Kopf, schlug aber nur vorbei. Nach knapp anderthalb Minuten hatte McGregor dann seine Distanz gefunden und traf mit einer Linken, die Poirier durchrüttelte. Eine Rechte ans Ohr sorgte dafür, dass Poirier Gesicht voraus auf die Matte fiel. McGregor setzte zwei Hammerfists hinterher und traf mit einer Linken, als sich Poirier ihm zudrehen wollte. Genug für den Ringrichter, um den Kampf zu beenden und McGregor zum Sieger zu erklären.
Conor McGregor bes. Dustin Poirier via T.K.o. (Schläge) nach 1:46 in Rd. 1

Tim Kennedy vs. Yoel Romero Palacio
Einen bitteren Beigeschmack hinterließ der Mittelgewichtskampf zwischen Tim Kennedy und Yoel Romero Palacio. Romero bestimmte den ersten Durchgang mit klaren Treffern im Stand. Kennedy konnte keine Offensive entfalten und wurde von Romero wiederholt kurzzeitig zu Boden gebracht. In der zweiten Runde wendete sich das Blatt. Romero wirkte ausgelaugt und Kennedy kam immer besser durch und fing an, Romero zu zermürben. Gegen Ende der Runde wirkten die Treffer immer klarer und deutlicher. Kennedy landete eine Spinning Back Fist und weitere Treffer, sodass Romero so angeschlagen war, dass ihn nur die Ringglocke rettete. In der Pause geschah dann die Kontroverse. Ringrichter John McCarthy signalisierte das Ende der Pause, aber Romero blieb auf seinem Stuhl sitzen. Erst nach mehrfacher Aufforderung wurde der Stuhl entfernt und Romero konnte nach weitaus mehr als einer Minute Pause weiterkämpfen. Diese zusätzliche Luft machte sich auch sofort bezahlt, denn Romero ließ nicht mehr viel anbrennen, schlug Kennedy sofort nieder und machte mit heftigem Ground and Pound den Sack zu.
Yoel Romero Palacio bes. Tim Kennedy via T.K.o. (Schläge) nach 0:58 in Rd. 3

Cat Zingano vs. Amanda Nunes
Nunes begann stark und brachte Zingano schnell zu Boden, wo die Brasilianerin mit Ground and Pound nachsetzte. Dann sorgte Nunes für Verwirrung, als sie aus dem Stand einen Kneebar ansetzen wollte, von Zingano aber ausgekontert wurde und ihre gute Position verlor. In der zweiten Runde unterstrich Zingano dann ihre Titelambitionen. Es ging erneut auf die Matte, aber dieses Mal war Zingano obenauf und bestimmte das Geschehen der Runde aus der Oberlage. Die letzte Runde begann mit Treffern auf beiden Seite bevor Zingano Nunes Kopf kontrollieren und mit Kniestößen bearbeiten konnte. Zingano brachte den Kampf erneut auf die Matte und landete in der Mount. Von dort regnete es Ellenbogen auf Nunes herab. Der Ringrichter sah sich das Geschehen eine Zeit lang an, aber als sich bei Nunes eine hässliche Platzwunde öffnete und die Brasilianerin weiterhin keine Gegenwehr zeigte, schritt er ein und brach den Kampf ab.
Cat Zingano bes. Amanda Nunes via T.K.o. (Schläge) nach 1:21 in Rd. 3

Takeya Mizugaki vs. Dominick Cruz
Der "Dominator" ist zurück in der UFC. Und wie. Drei Jahre mussten die Fans auf die Rückkehr des früheren Bantamgewichtschampions warten, aber das war es wert. Bereits nach wenigen Sekunden landete Cruz den ersten Treffer, bevor er Mizugaki schwungvoll auf die Matte warf. Der Japaner wollte sich befreien, aber Cruz konnte mit einem Arm Mizugakis Hüfte umklammern, während er mit dem freien Arm problemlos auf den Japaner einschlagen konnte. Dies ging mehrere Sekunden, bis der Ringrichter ein Einsehen hatte und den Kampf nach einer Minute abbrach.
Dominick Cruz bes. Takeya Mizugaki via T.K.o. (Schläge) nach 1:01 in Rd. 1

James Krause vs. Jorge Masvidal
Jorge Masvidal zeigte im Kampf gegen James Krause fünfzehn Minuten lang sein komplettes Repertoire. Schläge, Tritte, Kombinationen und Takedowns, alles saß für "Gamebred". Zwar konnte er Krause nicht vorzeitig besiegen, dafür bestimmte er drei Runden lang das Geschehen im Octagon. Krause konnte zwar, was Aktivität angeht, einigermaßen mit Masvidal mithalten, musste aber deutlich mehr Wirkungstreffer einstecken und gegen Ende der zweiten Runde auch einmal nach einem Schlag Masvidals auf die Matte. Auch im letzten Durchgang hatte Masvidal noch genug Luft, um den Druck auf Krause aufrecht zu erhalten, sodass der 29-Jährige am Ende einen einstimmigen Punktsieg feiern konnte.
Jorge Masvidal bes. James Krause einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 30:27)

Patrick Cote vs. Stephen Thompson
Von Beginn hatte Patrick Cote Probleme, die Reichweite zu überbrücken. Thompson wechselte immer wieder die Auslage und zirkelte in weitem Abstand um Cote herum. Cote ließ sich davon nicht beirren und deckte sich gut, sodass Thompson wenige Aktionen zeigen konnte. Der "Wonderboy" stellte mit zunehmender Dauer jedoch das Kinn Cotes auf die Probe. Thompson traf mit Kicks und Schlägen und bestrafte die Anstürme von Cote. Der Kanadier schaffte es zu selten, die Distanz für einen Schlagabtausch zu überbrücken und auch die Takedowns klappten nicht. Zu allem Überfluss musste Cote in der letzten Runde auch noch nach einem Treffer Thompsons zu Boden. Thompson widerstand der Versuchung, Cote auf die Matte zu folgen und ließ den Kanadier wieder aufstehen, um ihn bis zum Ende des Kampfes mit weiteren Treffern einzudecken.
Stephen Thompson bes. Patrick Cote einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 29:28)

John Howard vs. Brian Ebersole
Die beiden Weltergewichte lieferten sich einen höhepunktarmen Kampf, der erwartungsgemäß im Stand ausgetragen wurde. Ebersole nutzte seine Größe und seine Reichweite und hielt Howard mit Schlägen auf Distanz oder punktete im Clinch, wenn Howard doch einmal in der Nahdistanz war. Howard versuchte sich immer wieder an Takedowns und konnte in einer starken zweiten Runde auch den Rücken von Ebersole einnehmen, ansonsten zeigte der 31-Jährige nur wenig in der Offensive, obwohl seine Leg Kicks bei Ebersole Schaden ausrichteten. So konnte Ebersole nach knapp einem Jahr Pause eine erfolgreiche Rückkehr in den Käfig feiern.
Brian Ebersole bes. John Howard geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)

Jon Tuck vs. Kevin Lee
Nach dem schnellen und offenen ersten Kampf im Bantamgewicht ging es bei Tuck und Lee deutlich langsamer zu Werke. Lee zwang Tuck dabei immer wieder in den Clinch und arbeitete an Takedowns, die vereinzelt gelangen. Dabei konnte Lee in der ersten Runde beinahe einen Armhebel ansetzen, Tuck befreite sich jedoch. Im zweiten Durchgang begannen beide Kämpfer mit Kicks, die zu Tieftritten und einem Punktabzug für Tuck führten. Anschließend war es erneut Lee, der den Takedown suchte, dabei aber auf der Matte fast in einen Triangle Choke  fiel. Im dritten Durchgang konnte Lee auch im Stand punkten, bevor er den Kampf erneut auf die Matte verlagerte, dort bei Tuck eine Platzwunde öffnete und bis zum Ende des Kampfs aus Tucks Guard arbeitete.
Kevin Lee bes. Jon Tuck einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26, 30:26)

Manny Gamburyan vs. Cody Gibson
Gibson bestimmte von Beginn an den Kampf im Stand und konnte zum Ende der ersten Runde Wirkungstreffer setzen, bevor Gamburyan ihn auf die Matte werfen konnte. Auch in der zweiten Runde kam Gibson besser in den Kampf. Ein Tritt landete jedoch unterhalb der Gürtellinie, sodass Gamburyan eine kleine Pause erhielt. Kaum war diese vorbei, traf Gibson mit einer harten Rechten, die Gamburyan in die Knie zwang. Der Judoka überstand das Nachsetzen Gibsons und konnte sich in den Stand zurück kämpfen, von wo aus er einen weiteren Takedown landete. Gibson wollte aufstehen, fand sich aber in einem Guillotine Choke wieder, aus dem er nach kurzer Gegenwehr nur noch die Aufgabe als Ausweg sah.
Manny Gamburyan bes. Cody Gibson via Guillotine Choke nach 4:56 in Rd. 2

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC 178: Johnson vs. Cariaso
27. September 2014
MGM Grand in Las Vegas, Nevada, USA

UFC-Titelkampf im Fliegengewicht
Demetrious Johnson bes. Chris Cariaso via Kimura nach 2:29 in Rd. 2

Donald Cerrone bes. Eddie Alvarez einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Conor McGregor bes. Dustin Poirier via T.K.o. (Schläge) nach 1:46 in Rd. 1
Yoel Romero Palacio bes. Tim Kennedy via T.K.o. (Schläge) nach 0:58 in Rd. 3
Cat Zingano bes. Amanda Nunes via T.K.o. (Schläge) nach 1:21 in Rd. 3

Dominick Cruz bes. Takeya Mizugaki via T.K.o. (Schläge) nach 1:01 in Rd. 1
Jorge Masvidal bes. James Krause einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 30:27)
Stephen Thompson bes. Patrick Cote einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 29:28)
Brian Ebersole bes. John Howard geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Kevin Lee bes. Jon Tuck einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26, 30:26)
Manny Gamburyan bes. Cody Gibson via Guillotine Choke nach 4:56 in Rd. 2