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UFC 171: Hendricks vs. Lawler - Das Vorprogramm

Rick Story will in Dallas, Texas einen Sieg gegen Kelvin Gastelum einfahren (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de).

Zum ersten Mal seit viereinhalb Jahren kehrt die UFC an diesem Wochenende ins texanische Dallas zurück, und mit zwölf Kämpfen soll den Zuschauern im American Airlines Center ordentlich eingeheizt werden.

Später am Abend wird sich zwischen Johny Hendricks und Robbie Lawler der neue Champion der Weltergewichtsklasse und zwischen Carlos Condit und Tyron Woodley der erste Herausforderer des neuen Weltmeisters herauskristallisieren, doch auch im Vorprogramm könnte es ein paar Mal knallen – mit Kelvin Gastelum und Rick Story werden sich zwei weitere hochkarätige Weltergewichte gegenüberstehen und Kämpfer wie Alex Garcia, „Bubba“ McDaniel oder Daniel Pineda sind immer für einen guten K.o. zu haben.

Der Event kann in Deutschland über den neuen UFC Fight Pass verfolgt werden, der zum monatlichen Preis von 7,99 Euro über ufc.tv im Abo erhältlich ist. Das Vorprogramm ist nach der Registrierung kostenlos, das Hauptprogramm dagegen wird zum Preis von 17,99 Euro (HD) bzw. 15,99 Euro (SD) angeboten.

Kelvin Gastelum vs. Rick Story
Der letzte Kampf im Vorprogramm könnte darüber entscheiden, wer als nächstes in die relevanten Gegenden der weit offenen Weltergewichtsklasse aufsteigt. Kelvin Gastelum (7-0) gilt seit seinem Auftritt in der 17. “The Ultimate Fighter”-Staffel (TUF) als vielversprechendes Talent, Rick „The Horror“ Story (16-7) dagegen als Veteran, der mal großartige und mal durchschnittliche Leistungen bringt, aber stets gefährlich ist.

Zu Beginn von TUF 17 hätte wohl niemand damit gerechnet, dass Kelvin Gastelum am Ende als Turniersieger dastehen würde. Der damals 21-Jährige setzte sich jedoch mit seiner charakteristischen Ruhe über sämtliche Wettquoten und Erwartungen hinweg und bahnte sich mit vorzeitigen Siegen gegen Robert McDaniel, Collin Hart und Josh Samman seinen Weg ins Finale, wo er den haushohen Favoriten Uriah Hall nach Punkten schlug. Bei der 27. UFC Fight Night im August konnte Gastelum dann Brian Melancon früh in der ersten Runde niederschlagen und zur Aufgabe zwingen, womit seine Bilanz sich auf sieben Siege ohne Niederlage verbesserte.

Nachdem er einen Kampf gegen Court McGee im Dezember verletzt absagen musste, bekommt Gastelum nun gegen Rick Story die Chance, seine Position in der hart umkämpften Weltergewichtsklasse weiter auszubauen. Dazu muss er jedoch an seinem sporadischen Trainingspartner im Montrealer Tristar Gym vorbei: Rick Story ist seit Jahren für seinen aggressiven Kampfstil bekannt und darüber hinaus neben Georges St. Pierre einer von nur zwei Kämpfern, die einen Sieg gegen Titelherausforderer Johny Hendricks ihr Eigen nennen können.

Nachdem er „Big Rigg“ Ende 2010 nach Punkten schlug, folgte im Mai 2011 ein damals noch bedeutenderer Sieg gegen Thiago Alves, der Story ins Gespräch um einen zukünftigen Titelkampf brachte. Ein kurzfristig angenommener Kampf gegen Charlie Brenneman ließ diese Träume allerdings vorerst platzen, denn Story gab als haushoher Favorit eine Punktentscheidung an den Underdog ab. Eine weitere Niederlage gegen Martin Kampmann führte einige Monate später dazu, dass der Tenor in Sachen Story eher in Richtung Entlassung als in Richtung Titelkampf abdriftete; ungewünschte Post von Joe Silva vermied „The Horror“ allerdings mit einem Punktsieg gegen Brock Jardine. Seitdem hat Story zwei Siege eingefahren und zwei weitere Male verloren; zuletzt gelang ihm ein Erfolg gegen Brian Ebersole, auf den Story nun gegen Gastelum aufbauen will.

Raquel Pennington vs. Jessica Andrade
Im einzigen Frauenkampf des Abends werden Raquel „Rocky“ Pennington (4-3) und Jessica „Bate Estaca“ Andrade (10-3) aufeinandertreffen. Andrade hätte eigentlich auf die TUF 18-Siegerin Juliana Pena treffen sollen, die sich allerdings schwer am Knie verletzte und von Pennington ersetzt wurde.

„Rocky“ Pennington hat sich ihren Platz in der UFC ebenfalls während der 18. TUF-Staffel verdient. Nach einem Punktsieg im „Fight of the Season“ gegen die Favoritin Jessamyn Duke verlor sie im Halbfinale gegen Jessica Rakoczy, sicherte sich mit einem Sieg gegen Roxanne Modafferi jedoch ihren Platz in der UFC, wo sie am Samstag ihren ersten offiziellen Kampf bestreiten wird. Zuvor war die 25-Jährige dreimal bei Invicta FC zu sehen, wo sie jedoch neben einem Sieg gegen Sarah Moras gegen Cat Zingano und Leslie Smith verlor.

Jessica Andrade baute sich in Brasilien und Russland eine ansehnliche Bilanz von neun Siegen bei nur zwei Niederlagen auf, bevor sie kurzfristig die Chance erhielt, in der UFC anzutreten. Mit einer T.K.o.-Niederlage gegen Liz Carmouche erwischte „Bate Estaca“ zwar einen holprigen Start in der UFC, zeigte dafür aber im Oktober nach einem vollständigen Trainingscamp, wozu sie fähig ist: Rosi Sexton hatte die vollen 15 Minuten über keine Chance gegen die Brasilianerin und musste drei Runden lang massenhaft Fäuste einstecken, was letztlich in einer mehr als eindeutigen Punktentscheidung resultierte.

Dennis Bermudez vs. Jimy Hettes
Zwischen Dennis „The Menace“ Bermudez (12-3) und Jimy „The Kid“ Hettes (11-1) könnte sich am Wochenende entscheiden, wen die Fans im Federgewicht als nächstes auf der Uhr haben sollten – beide hatten bisher ansehnlichen Erfolg in der UFC und wollen ihr Resümee mit einem weiteren prestigeträchtigen Sieg polstern.

Bermudez brachte es Ende 2011 bis ins Finale der 14. TUF-Staffel, wurde am Ende einer actionreichen Runde allerdings von Diego Brandao zur Aufgabe gebracht. Der enttäuschenden Niederlage folgte seitdem jedoch eine beeindruckende Siegesserie, die mittlerweile auf fünf Erfolge am Stück angewachsen ist. Nach Siegen gegen Pablo Garza und Tommy Hayden im Jahr 2012 startete Bermudez 2013 mit einem Kandidaten für den Kampf des Jahres, als er bei UFC 157 Matt Grice in einer Drei-Runden-Schlacht nach Punkten bezwang. Einem knappen Punktsieg gegen Max Holloway folgte im November dann ein recht eindeutiger gegen Steven Siler, womit Bermudez nun statistisch gesehen aktuell eines der erfolgreichsten Federgewichte des Kaders ist.

Sein Gegner in Dallas wird Jimy Hettes sein, ebenfalls ein vielversprechendes Talent. Hettes stieg im August 2011 erstmals ins Octagon, nachdem er zuvor bereits regional acht vorzeitige Siege durch Aufgabe eingefahren hatte. Einem weiteren Aufgabesieg gegen Alex Caceres folgte auf dem Hauptprogramm von UFC 141 der wichtigste Erfolg seiner Karriere, als „The Kid“ Nam Phan drei Runden lang nach Strich und Faden dominierte. Das Momentum dieses Erfolgs konnte Hettes im Anschluss allerdings nicht nutzen; dank einer Verletzung ging es erst ein dreiviertel Jahr später weiter: gegen Marcus Brimage musste Hettes bei UFC 152 die erste Niederlage seiner Karriere hinnehmen und durfte im Anschluss dank einer weiteren Verletzung gleich noch einmal für längere Zeit auf der Ersatzbank Platz nehmen. Als er bei der UFC Fight Night in Manchester im vergangenen Oktober zurückkehrte, machte „The Kid“ die verlorene Zeit jedoch mit einem Aufgabe-Sieg gegen Robert Whiteford wieder gut, der ihm diesen Kampf gegen Bermudez eingebracht hat.

Sean Spencer vs. Alex Garcia
Neben den hochkarätigen Duellen auf dem Hauptprogramm könnte es auch auf dem Vorprogramm im Weltergewicht zur Sache gehen: Vor dem Duell zwischen Kelvin Gastelum und Rick Story werden mit Sean Spencer (11-2) und Alex „The Dominican Nightmare“ Garcia (11-1) zwei weitere vielversprechende 77-Kilo-Kämpfer in den Käfig steigen.

Spencer debütierte vor einem knappen Jahr kurzfristig als Ersatzkämpfer in der UFC, wurde jedoch in der dritten Runde von Rafael Natal zur Aufgabe gezwungen. Einige Monate später und zurück in seiner eigentlichen Gewichtsklasse, dem Weltergewicht, folgte mit einem Punktsieg gegen Yuri Villefort der erste Erfolg im Octagon, im November dann gegen Drew Dober der zweite. Am Samstag wird er in Dallas auf Alex Garcia treffen.

Garcia debütierte im Dezember bei der UFC Fight Night 33 im Octagon, wo er Ben Wall in der ersten Runde K.o. schlagen konnte. Dieser Sieg war der insgesamt elfte für „The Dominican Nightmare“ und der zehnte vorzeitige Erfolg – je fünf Knockouts und Submissions zieren das Resümee des 26-Jährigen aus Santiago, der mittlerweile das kanadische Montreal sein Zuhause nennt. Mit einem weiteren spektakulären Sieg könnte der schlagstarke Trainingspartner von Georges St-Pierre in Dallas auf sich aufmerksam machen.

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Zuvor wird Renee Forte (8-3) Francisco „Frank“ Trevino (11-0) in der UFC begrüßen. Forte hatte während der zweiten brasilianischen TUF-Staffel gemischten Erfolg und wurde in seinem offiziellen UFC-Debüt obendrein von Sergio Moraes zur Aufgabe gebracht, konnte im Februar 2013 dann jedoch einen imposanten Überraschungssieg einfahren, indem er Terry Etim in London dominant nach Punkten schlug. Im September rutschte seine Bilanz dann allerdings wieder ins Negative, als er bei UFC 165 von John Makdessi ausgeknockt wurde.

In Dallas wird er auf den gebürtigen Mexikaner Francisco Trevino treffen. Der mittlerweile in Texas lebende 32-Jährige konnte jeden seiner elf Profi-Kämpfe gewinnen und musste dabei nur drei Mal über die volle Distanz. Zwar hatte Trevino gehofft, beim ersten Event der UFC in Mexiko debütieren zu dürfen, da dies voraussichtlich aber erst im Herbst stattfinden wird, bekommt er seine Chance auf der großen Bühne schon einige Monate früher – ihm wird es wohl Recht sein.

Will Campuzano (13-5) muss am Samstag gegen Justin „Tank“ Scoggins“ gewinnen, wenn nicht auch sein zweiter Anlauf im Octagon mit einer Entlassung enden soll. Der 27-Jährige aus Acapulco in Mexiko war vor Jahren bereits in der WEC zu sehen, wurde nach Niederlagen gegen Damacio Page und Eddie Wineland aber nicht in die UFC übernommen. Einen Sieg später gab er dann doch noch sein Debüt im Octagon, wurde jedoch von Nick Pace zum Abklopfen gezwungen, bevor er eine Punktentscheidung an Chris Cariaso abgab. Nach fünf Siegen in kleineren Organisationen kehrte Campuzano dann im verganenen November ins Octagon zurück, musste sich jedoch Sergio Pettis geschlagen geben. Auch an diesem Wochenende wird er auf ein junges Talent treffen – Justin Scoggins’ erster Amateur-Kampf endete in einem Unentschieden, seitdem hat der erst 21-Jährige aus dem American Top Team aber eine Schneise der Verwüstung durch die Fliegengewichts-Landschaft der US-amerikanischen Ostküste gezogen. Sieben Siege, sechs davon vorzeitig und allein drei durch Headkick hat Scoggins eingefahren, bevor ihm im Dezember bei seinem UFC-Debüt in Australien ein weiterer T.K.o. in der ersten Runde gegen Richie Vaculik gelang.

Im Mittelgewicht wird TUF-Veteran Robert „Bubby“ McDaniel (21-7) seine möglicherweise letzte Chance auf einen weiteren Sieg in der UFC bekommen. Der Trainingspartner von Jon Jones ging als einer der Favoriten in die 17. TUF-Staffel, konnte dort aber nicht überzeugen. Niederlagen gegen Kelvin Gastelum und Uriah Hall verhinderten einen Einzug ins Finale, ein Sieg gegen Gilbert Smith sicherte dem 30-Jährigen jedoch einen Vertrag mit der UFC. Um sicher sein zu können, dass dieser Vertrag auch in den kommenden Monaten noch Bestand haben wird, muss McDaniel jedoch nach einer Punktniederlage gegen Brad Tavares im August an Sean „Tarzan“ Strickland (13-0) vorbei. Das für seine üppige Haarpracht bekannte Mittelgewicht ist mit 23 Jahren selbst in diesem Sport noch recht jung, hat sich aber bereits eine blütenreine Bilanz von 13 Siegen ohne Niederlage erkämpft. Zehn dieser Erfolge kamen darüber hinaus vorzeitig zustande – falls gegen „Bubba“ am Samstag der elfte folgt, könnte „Tarzan“ sich im Laufe des Jahres noch einen Namen in der UFC machen.

Der erste Kampf des Abends findet im Federgewicht statt: Daniel „The Pit“ Pineda (18-10) startete seine UFC-Laufbahn Anfang 2012 auf beeindruckende Weise mit zwei Aufgabe-Siegen innerhalb von nur sechs Wochen, wurde dann jedoch von Mike Brown ausgepunktet und von Antonio Carvalho K.o. geschlagen. Mit einem Sieg gegen Justin Lawrence sicherte der 28-Jährige zunächst seinen Job im Octagon, musste sich im vergangenen August jedoch in einem spannenden Kampf Diego Brandao nach Punkten geschlagen geben. Am Wochenende muss also dringend ein Sieg her, gleiches gilt jedoch für Robert Whiteford (10-2). Der Schotte sprang wenige Tage vor UFC Manchester im Oktober für den verletzten Mike Wilkinson gegen Jimy Hettes ein, wurde jedoch in der zweiten Runde per Triangle Choke Schlafen geschickt. Diese Niederlage stoppte eine zehn Kämpfe umfassende Siegesserie, die Whiteford 2009 nach einer Niederlage in seinem Profi-Debüt gestartet hatte.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 171: Hendricks vs. Lawler
Samstag, 15. März 2014
American Airlines Center in Dallas, Texas, USA

Weltergewichtstitelkampf (UFC Fight Pass)
Johny Hendricks vs. Robbie Lawler

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Carlos Condit vs. Tyron Woodley
Diego Sanchez vs. Myles Jury
Jake Shields vs. Hector Lombard
Ovince St. Preux vs. Nikita Krylov

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Kelvin Gastelum vs. Rick Story
Raquel Pennington vs. Jessica Andrade
Dennis Bermudez vs. Jimy Hettes
Sean Spencer vs. Alex Garcia

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Renee Forte vs. Francisco Trevino
Will Campuzano vs. Justin Scoggins
Robert McDaniel vs. Sean Strickland
Daniel Pineda vs. Robert Whiteford